System of a Down – Der Sound der Metal-Band

Welche Gitarren und welches Equipment spielen die Mitglieder der Metal-Band? Wie kommen sie zu ihrem Sound? 🎸🤘 Erfahre es hier!
System of a down - Sound der Metal-Band

Welche andere Metal-Band könnte es schaffen, dass zwei Shows in Deutschland komplett ausverkauft sind, ohne in den letzten 21 Jahren ein Album veröffentlicht zu haben? Genau das haben System of a Down gerade gemacht, in einer Reihe legendärer Konzerte mit Queens Of The Stone Age als ultimativer Vorband. Wenn es um Gitarrensound geht, hat sich das Rezept hinter dem unverwechselbaren Klang von Daron Malakian seit dem ersten Album der Band im Jahr 1998 nur sehr wenig verändert. Um diese große Tour zu feiern, werfen wir einen Blick zurück auf die Elemente, die den SOAD-Sound ausmachen.

Konstanz

System of a Down sind in mehr als nur einer Hinsicht ein Musterbeispiel für Beständigkeit: Die Besetzung der Band hat sich mit Sänger Serj Tankian, Gitarrist Daron Malakian, Bassist Shavo Odadjian und Schlagzeuger John Dolmayan seit 1997 nicht verändert. Und auch ihre Überzeugungen sind unverändert: die vier in Los Angeles ansässigen Musiker haben sich konsequent für die armenische Sache eingesetzt, verurteilten das Gefängnissystem und die Heuchelei des US-amerikanischen Kriegs gegen Drogen und kritisierten die fundamentale Ungerechtigkeit des Krieges.

Vor allem aber hat die Band immer großartige Alben veröffentlicht und so eine makellose Diskografie aus fünf Alben aufgebaut (was auch drei Alben hätten sein können, aber dazu kommen wir noch). Auf all diesen Alben findest du einen cleveren Mix aus Heavy-Metal-Riffs, lyrischen Refrains, ungeraden Taktarten, ungewöhnlichen Harmonien und Klangfarben des Nahen Ostens. Nach mehr als zwölf Millionen verkauften Alben kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Musik von SOAD Genregrenzen überschritten hat, um ein breites Publikum zu erreichen.

Trotz dieser extremen Vielfalt ist Daron Malakians Herangehensweise immer erstaunlich einfach geblieben. Im Grunde spielt er mit zwei Sounds: einem Clean-Sound, der niemals komplett clean ist, und einem kräftigen Overdrive, der die Dichte von Classic Rock mit dem Chug von Nu Metal. Sehr wenige Effekte, kein Modeling-Equipment – nur Amps und Attitüde.

Was die Tunings betrifft, sind die ersten drei Alben in Drop C (von tief nach hoch: C, G, C, F, A, D), während die letzten beiden in Drop C# (C#, G#, C#, F#, A#, D#) sind. Das ist einer der Gründe, warum er von 10er-52er-Saiten zu 10er-50er gewechselt ist, nach wie vor von Ernie Ball.

2215

Ernie Ball

2215

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Der Funke

In den Anfangstagen von SOAD spielte Daron hauptsächlich eine schwarze Fender Stratocaster. Überraschenderweise absolvierte er die ersten Demos und frühen Konzerte mit einer Standard-Strat-Konfiguration mit drei Single-Coil-Pickups, was vielleicht ein bisschen unterdimensioniert für das Band-Repertoire erscheint. Als Amp verwendete er zu der Zeit einen Carvin X-100B, auf den die Wahl wahrscheinlich eher aus finanziellen als aus Klanggründen fiel.

IC420FM-TBG

Ibanez

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Am Pro Clsc Strat HSS MN FBLK

Fender

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Pearly Gates Set Black

Seymour Duncan

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SH-1N-59 Neck Humbucker Black

Seymour Duncan

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Im Jahr 1997, als Rick Rubin die Band unter Vertrag nahm und sie ihren ersten Vorschuss erhielt, kaufte man sich erst einmal neues Gear, um das Debütalbum aufzunehmen. Der Legende nach ging Malakian zum Guitar-Center-Laden am Sunset Boulevard und verliebte sich augenblicklich in die Form der Ibanez Iceman, die für unterschiedlich genug von anderen Gitarren hielt, um sie zur eigenen zu machen.

1959 HW

Marshall

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JCM 800 Reissue 2203

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Allerdings wurde ein großer Teil des Albums mit einer Fender Stratocaster Big Apple aufgenommen, einem Modell, das gerade mal ein paar Monate zuvor auf den Markt gekommen war und durch seine beiden Humbucker charakterisiert war: ein Seymour Duncan Pearly Gates am Steg und ein 59er am Hals. Als Amps wurde bei dem selbstbetitelten Album eine Kombination zweier Klassiker eingesetzt: ein Marshall Super Lead für den vollen Sound und ein JCM-800 für Biss und Druck. Um den Attack der beiden Amps zu glätten, kam ein Ibanez Tube Screamer zum Einsatz.

System of a Down: On the road again …

Nach der Veröffentlichung des Albums erregten SOAD schnell Aufmerksamkeit und tourten mit Slayer, Sepultura und Fear Factory, bevor sie sich selbst als Headliner etablierten. 1999 hatte sich Malakian voll und ganz auf die Iceman eingelassen und spielte einige verschiedene Varianten, insbesondere schwarze und Silver-Sparkle-Modelle. Er wurde auch mit dem ICX-Modell gesehen, einer Iceman mit einem kompakteren Korpus, die sein Signature-Modell von 2004 inspirieren sollte – eine Rarität, von der nur 300 Stück gebaut wurden.

90s Triple Rectifier

Mesa Boogie

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TU-3S Floor Tuner

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Bei den Amps folgte er dem Trend der Zeit mit dem unverzichtbaren Mesa/Boogie Triple Rectifier, der bis 2005 ein zentraler Bestandteil seines Sounds bleiben sollte. Das Besondere an Malakians Live-Setup war schließlich der komplette Verzicht auf Effekte, abgesehen von einem Boss-Tuner, der aber nicht mal auf der Bühne war!

Doppelte Dosis

Als SOAD in die Cello Studios in Hollywood gingen, um im Frühjahr 2001 ihr zweites Album aufzunehmen, wollten sie ihre Klangpalette erweitern. Daron Malakian legte sich dafür verschiedene Gitarren zu, die ihm Zugang zu reichhaltigeren Texturen ermöglichen sollten als seine Strat und seine Iceman. Er brachte Bariton-Icemans, eine Gibson SG, eine hauptsächlich für Metal-Riffs eingesetzte Les Paul, eine Gibson Firebird, eine weiße Jackson Randy Rhoads mit fester Bridge und Shark-Fin-Inlays und sogar eine Gibson EDS-1275, die berühmte Doppelhals-SG in Weiß mit ins Studio.

SG Standard HC

Gibson

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Les Paul Standard 60s Ebony

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DL4 MKII Delay

Line6

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Das Ergebnis war das bis heute meistverkaufte Album der Band, Toxicity, eine wegweisende Platte, von der sie nicht weniger als zehn der insgesamt 14 enthaltenen Songs auf der aktuellen Tour spielen. Die Aufnahmesessions erwiesen sich als so intensiv und kreativ, dass SOAD mehr als dreißig Songs für das Album aufnahmen und das überschüssige Material schließlich zu Steal This Album! im Jahr 2002 wurde.

Um die abwechslungsreicheren und komplexen Strukturen des Albums auf der folgenden Tour zu reproduzieren, änderte Malakian sein Setup nur ein kleines bisschen: Er nahm einfach zwei Multieffektpedale von Line 6 hinzu, das MM-4 für Modulationen und das DL-4 für Delays.

Doppelte Vision

Das gleiche Produktionsniveau lässt sich auch auf den Sessions finden, in denen die letzten beiden Alben der Band produziert wurden: Obwohl Hypnotize und Mezmerize im Jahr 2005 mit einem Abstand von sechs Monaten veröffentlicht wurden, wurden sie in gemeinsamen Sessions aufgenommen und sind eigentlich ein virtuelles Doppelalbum.

Malakians Sound änderte sich während dieser Phase ein wenig und gewann noch mehr Dichte und Tiefe. Das kam, als er sich ein 1970er 100-Watt-Marshall-JMP-Topteil zulegte, das von Dave Friedman modifiziert wurde. Außerdem verliebte er sich zu der Zeit in zwei Vintage-Gitarren, die bis heute seine Favoriten geblieben sind: eine 1962er Gibson SG Standard (aus der Zeit, als die SG noch Les Paul genannt wurde) und eine 1968er ES-355.

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1961 SG Standard Cherry VOS

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Es ergibt deshalb absolut Sinn, dass er auf der folgenden Tour ausgiebig SGs spielte, insbesondere zwei 61er Reissue-Modelle, eine rote und eine weiße.

System of a Down: Fortsetzung folgt …

Im Jahr 2006 setzten interne Spannungen der Band, wie sie bis dahin existiert hatte, ein Ende. Malakian wandte sich seiner eigenen Band Scars on Broadway zu, zumal er bereits die Hälfte der Gesangsparts auf den beiden letzten Alben von SOAD übernommen hatte.

Aber eine mögliche Rückkehr der Band ist seitdem mehrfach zur Sprache gekommen, angefangen mit ihrer ersten Live-Wiedervereinigung im Jahr 2011. Für die aktuelle 2025-2026-Tour hat Malakian seine Art zu arbeiten nicht großartig geändert, aber er hat sich ein paar sehr schöne Spielereien gegönnt.

All seine Gitarren sind für ihn gebaute schwarze Instrumente mit goldener Hardware. Zu seiner Sammlung gehören zwei Gibson Custom Shop SGs (eine mit Vibrola ohne Hebel, die andere mit einem Sideways-Vibrato), eine Flying V mit einer Les-Paul-Custom-Kopfplatte, zwei ES-355 (eine mit einem goldenen Schlagbrett, die andere mit einem schwarzen Schlagbrett und drei Pickups, beide mit Sideways-Vibratos bestückt), und – selbstverständlich – Ibanez-Iceman-Custom-Shop-Modelle, inklusive einem mit schwarzem Binding, dessen Vibrola nur dekorativ ist.

1961 SG Standard Cherry VOS

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Flying V Custom EB

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1959 ES-355 Reissue EB ULA

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Als Pickups verwendet im Allgemeinen die Seymour-Duncan-Modelle Pearly Gates oder Saturday Night Special.

Was den Rest betrifft, so spielen die Amps mit zwei Paaren Friedman-Topteilen nach wie vor eine entscheidende Rolle: BE 50-Deluxe- und BE-100-Deluxe-Modelle, gesteuert über einen Voodoo-Lab-Ground-Control-Pro-Fußschalter. Bei den Effekten ist nach wie vor Minimalismus angesagt, mit zwei Effekten, die du vielleicht schon selbst besitzt: ein Boss-Delay und ein MXR Phase 90 Phaser.

Pearly Gates Set Black

Seymour Duncan

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Saturday Night Special Set NC

Seymour Duncan

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Friedman

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