Stompenberg FX

Stompenberg FX

Die Idee

Stompenberg. Klingt wie ein Hersteller schwedischer Outdoorbekleidung, könnte aber auch der Bösewicht im nächsten 007-Streifen sein – es handelt sich hier jedoch um etwas anderes. Stompenberg ist der Hybrid aus Stompboxen und Heisenberg, der nach langer Zeit des Schraubens und Lötens das Unmögliche möglich gemacht hat: eine Thomann-Anwendung, mit der Musiker von daheim, unterwegs oder sogar bei Oma reale Effektpedale mit eigenem Equipment ausprobieren können.

Hier bekommt ihr nun eine kurze Vorstellung von der Entwicklung, der Umsetzung und davon, was Stompenberg alles kann. 💥🎶


 

Aller Anfang ist schwer

Planung

Die auserwählten Pedals treten ihre Reise zum Thomann Partner­labor in Erlangen an, wo sie einigen Operationen und Umbauten durch unsere Männer in Weiß mit der Lizenz zum Löten unterzogen werden.

Dabei passiert Folgendes: Ein Pedal wird zunächst seiner Hülle, aller Potis und Schalter beraubt. Die Potis werden ausgemessen {was tun die, sind sie linear, logarithmisch oder sonst was) und durch digitale Potis und Schalter ersetzt.

Dann wird aus Gründen der Abschirmung das Originalgehäuse wieder aufgesetzt. Alles ist wieder als Pedal zu erkennen, aber jetzt hängen statt Potis und Schaltern Flachbandkabel aus den verwaisten Bohrungen.

Die Konstruktion

Montiert wird das Ganze auf eine Rackschublade, die pro Pedal neben der Stromversorgung auch einen eigens für diesen Zweck entwickelten Mini-Computer beherbergt.

Flachbandkabel ran an den Computer, Audiokabel rein ins Pedal, dann wird alles schön eingestellt und eingepegelt und ab ins Rack!


Verbindung zum Shop


Das längste Gitarrenkabel der Welt …

… gibt es bei Thomann im Shop, aber nicht bei Stompenberg. Ab jetzt wandert der Lötkolben nämlich ins Exil und wird durch PC und Tastatur im Thomannschen Treppendorf ersetzt. Hier sitzen unsere Entwickler und Designer, die über der Visualisierung der Pedals und der Schnittstelle brüten, welche die Bedienbarkeit der Pedals von überall auf der Welt ermöglicht. Vom Logo über Regler bis hin zu jedem Knöpfchen entstammt alles der Thomann-Teamarbeit.

Wenn ihr nun also zu Hause am virtuellen Regler dreht, wird über diese Schnittstelle der gerade eingelötete digitale Regler am Pedal im Thomann Labor verstellt, während euer Sound durch genau dieses Pedal läuft und mit Effekt im Gepäck zu euch zurückkommt. Dabei gibt es 3 Modi und allerhand UI-Schnickschnack zu entdecken.


Die Oberfläche

Das Effektgerät

In liebevoller Kleinarbeit fließen hier Design und Entwicklung zusammen: Jeder Regler ist drehbar, jeder Footswitch tretbar und jeder Hebel schiebbar. Dieser Nachbau verhält sich bis hin zur kleinsten LED exakt wie das echte Pedal im Labor und ist so ganz genauso zu bedienen.

Die drei Modi: PLAY, REC und LIVE

PLAY: Ihr jagt vorgefertigte Samples oder eigens hochgeladene Sounds durch die echten Pedale und bedient ganz in Ruhe mit beiden Händen die Regler, während der Sound inklusive Effekt loopt.

REC: Wer noch eins drauflegen will hat hier die Möglichkeit, seine eigenen Riffs aufzunehmen und geloopt durch das Wunschpedal zu schicken.

LIVE: Die ultimative Experience – hier spielt ihr live ein und kriegt das Ergebnis direkt aus dem Thomann-Labor zurück. Euer ganz eigener Raum zum Pedalprobieren also, zwar mit kleiner Latenz, aber die ist zu verschmerzen, wenn ein Signal mit Lichtgeschwindigkeit zwei Mal durch ganz Deutschland oder sogar weitergeschickt wird.

Positiver Nebeneffekt: Selbst wenn euer Pedal belegt ist und ihr in der Warteschleife landet, müsst ihr keine drittklassigen Led-Zeppelin-Cover mit anhören.

Und mein restliches Equipment?

Wer jetzt ganz genau wissen will, wie sich zum Beispiel der Zerrer vor dem eigenen Amp macht, braucht eventuell noch eine Reamping-Box. Unter Umständen tut es aber auch der Line-Ausgang des Interfaces, nur seeeehr weit heruntergedreht. Das Ergebnis liest sich wie ein Gedicht:

Du spielst deine eigene Gitarre

durch ein echtes Pedal {das ganz woanders steht)

durch deinen Amp

durch deine Box

in deiner Lautstärke

und kannst dabei an allen Reglern drehen, schalten und walten, wie du willst.

… und dir ein ziemlich genaues Bild machen, ob dieses Pedal dein neues wird oder doch lieber ein anderes {das du über Stompenberg getestet hast). Ganz ohne Fahrt nach Treppendorf, Thomann-Kartons auf Welt- bzw. Rückreise oder störende Kommentare beim stundenlangen Proben von drittklassigen Led-Zeppelin-Covern.


Die Zukunft

Der Umbau ist in vollem Gange und während Stompenberg läuft, nehmen unsere Partner von Feinarbyte in Erlangen täglich weitere Pedals auseinander, um sie digital zugänglich zu machen. Luft nach oben ist dort definitiv noch – am Ende bestimmt eure Nachfrage das Angebot an Pedals. Also nichts wie los, wir freuen uns über jedes entzückte Gitarristenlächeln!

Frohes Fest

Euer Thomann R&D-Team


Hier geht es zu Stompenberg!


 

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Franziska startete ihre Musiklaufbahn an der Violine und ist heute musikalisch zwischen Smetana und In Flames zu Hause. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in allerlei Kulturbereichen und lebt ihre Leidenschaft - die Kunst - in all ihren Facetten.

3 Kommentare

    Hi Franzi & frohes Neues. Ich würde im Headervisual das Stompenberg Logo rausretouchieren. Denn dann beisst es sich nicht mit der Headline vom Blog. Problem: man hat doppelt „Stompenberg FX“. Gerne diesen Comment löschen 🙂

    Hallo anonymer Design-Engel,
    warum sollten wir deinen Kommentar löschen, irgendwie hast du ja recht, ist doppelt gemoppelt. 😉 Wir hoffen, du siehst uns nach, dass wir das Logo darin lassen, damit es sich etabliert. 🙂
    Liebe Grüße aus Treppendorf
    Franziska

    …nur so ein Gedanke. Hieraus ergibt sich ein komplett neues Verkaufskonzept. Statt Pedale als Hardware zu verkaufen bzw. durch die Lande zu schicken, könnte man auch, ich nenne sie mal „Slots“ im Abo verkauft werden. Nach Netflix und Co, Musik, Podcast und Hörbuch also jetzt, Pedal on demand. 5 Slots mit den Pedalen deiner Wahl zum Preis von XY, monatlich kündbar. Wer damit nicht auskommt, kauft sich weitere Slots dazu. Einzig die Latenzen müsste man in den Griff bekommen, es müsste auch für die Abonnenten gewehrleistet sein, immer auf seine „gemieteten“ Effekte zurückgreifen zu können. Nach den Effekten selber noch IR´s von Amp´s und Cab´s. Thomann würde sich die Versandkosten einsparen, Verpackungsmaterial und Personal. Da gegenüber steht eine Investition in Serverfarmen und IT´ler. Einzig die Pedale die ihren Effekt durch zeitgleiche Betätigung z.B. über Fuß, also Volumen, WahWah oder Talkboxen bedient werden müssten, stehen noch im Homestudio oder auf der Bühne. Und wenn das für die Gitarristen geht, geht es auch für die Bassisten. Wahrscheinlich auch für Sänger, Keyboarder etc. Die Soft- und Hardware Hersteller kriegen bestimmt Herzrasen. Oder lieg ich da falsch?

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