🎹 Als Synthesizer und Drum Machines die Szene eroberten, wurde eine musikalische Wende eingeläutet, die Massen bewegte und bis heute für viele damalige Fans als die beste Zeit der Musikgeschichte gilt.
Der Sound von Synthpop und New Wave hat eine komplette Ära geprägt. Wir begeben uns auf Spurensuche und reisen mehr als 50 Jahre zurück. 💥
Unterschiede zwischen Synthpop und New Wave
Versucht man die spezifischen Merkmale von äußerst ähnlichen Genres als Abgrenzung zu definieren, kann das nur eine recht oberflächliche Beschreibung sein. Immerhin haben sich die Acts und Bands keineswegs vorsätzlich in ein Korsett gezwängt.

Sie haben einfach gemacht. Die eigentliche Definition erfolgte dann wie üblich durch Medien, Kritiker und Co. Tatsächlich aber unterschieden sich die beiden zeitgleich stattfindenden Genres doch recht markant.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
So ist Synthpop stark elektronisch geprägt, minimalistisch, mit sequenzierten Synthesizern und oft tanzbarer Rhythmik und lässt sich somit recht klar definieren. Demgegenüber handelt es sich bei New Wave eher um einen Sammelbegriff unter dem gleich mehrere Stile vereint werden, so etwa Synthpop, Post-Punk, Gothic Rock und sogar – wie etwa bei The Police – Reggae- und Ska-Einflüsse. Plakativ ausgedrückt: New Wave ist schlichtweg ein viel breiteres Genre als Synthpop.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Synthpop definierte sich als Elektronische Musik mit Synthesizer-lastigen Melodien, drückenden Bässen und vor allem tanzbaren Rhythmen. Demgegenüber wurden auch im New Wave Synths und Co. eingesetzt, allerdings weiter mit Gitarrensounds aus dem Spektrum zwischen Roch, Punk und Post-Punk garniert. Im Gegensatz zum rein elektronischen Synthpop waren im New Wave weiterhin die typischen Band-Instrumente wie E-Gitarre und E-Bass mit an Bord.

Wie alles begann: Der Abschied vom Krautrock
Die ersten Vorläufer von New Wave und Synthpop bevölkerten bereits ab Ende der 70er etwa mit Kraftwerk oder The Normal in der Weiterentwicklung von Post-Punk, Disco und Krautrock die musikalische Szene.

Einhergehend mit dem technischen Fortschritt wurden Synthesizer in der elektronischen und Post-Punk-Szene eingesetzt, so beispielsweise von Kraftwerk oder Gary Numan, der als Pionier des Elektro- und Synthie-Pop gilt. In den frühen 80ern explodierte das Genre förmlich.
Der eingeschlagene Weg etwa von Depeche Mode und Human League schien nicht nur unaufhaltsam, er war es tatsächlich. Der Sprung in die breitflächige Kommerzialität war geschafft. Der eigentliche Run lief ab Mitte der 80er-Jahre und erreichte zum Ende des Jahrzehnts seinen Zenit.

Allerdings trennten sich die beiden Genres deutlicher als zuvor. Während Synthpop und synthetisch eingefärbter Pop mit Bands wie New Order, den Eurythmics, Pet Shop Boys oder a-ha kommerziell voll abging, positionierte New Wave sich etwa mit Post-Punk-Bands wie The Cure oder The Smiths zunehmend im Alternative Rock.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Typische Instrumente und Sounds: Quantensprünge
Die Entwicklung der Klangerzeugung war gerade im Begriff, echte Quantensprünge hinzulegen und brachte Synthesizer, Drum-Machines als auch Gitarreneffekte auf den Markt, die soundprägend waren, von diversen Bands fernab des Mainstream-Rock eingesetzt wurden und innerhalb kürzester Zeit zu echten Klassikern avancierten.

Im Bereich der Synthesizer gehörten dazu beispielsweise der Juno-60 von 1982 und der Jupiter-4 von Roland aus dem Jahr 1978, der Moog Minimoog von 1970 und der im Jahr 1978 erschienene Prophet-5 als erster Synthesizer mit speicherbaren Soundeinstellungen von Sequential Circuits.

Längst sind die einstigen Modelle zu nur noch schwer aufzustöbernden Raritäten und Sammlerobjekten geworden. Deren Sounds werden inzwischen über virtuelle Instrumente reproduziert. Manche sind auch weiterhin in Update-Version als haptische Gear erhältlich.


Drummer erlebten eine neue Arbeitsweise
Bei den Drum-Maschinen besonders prägend war erstens, dass sie überhaupt derart konsequent eingesetzt wurden, woraufhin für die Drummer spätestens jetzt die Ära startete, zum Klick über die Beats der damals noch analogen Schlagzeug-Module spielen zu müssen. Manche Bands wie The Cure oder Duran Duran setzten auch im New Wave weiterhin auf echte Drummer oder eine Kombination aus echten Drums und Drum Machines.

Zweitens gab es auch in diesem Segment geradezu unverwechselbare Sounds, so beispielsweise mit der LinnDrum, dem Oberheim DMX oder dem E-MU Drumulator, die es auch heute noch als überarbeitete Repliken gibt.

Fette Gitarrensounds mit Chorus und Co.
Was wären die 80er ohne den Chorus! Kaum ein Hit kam ohne ihn aus und nahezu jeder Studiogitarrist hatte einen oder sogar mehrere Chorus-Effekte in seinem Rack. In der Regel wurde die Chorus-Effekte genutzt, um den Sound breiter zu machen. Zur vollen Wahrheit gehört allerdings, dass die meisten Gitarristen in dieser Zeit noch einen Kompressor und etwas Delay oder Reverb hinzugezogen haben.
Die Industrie gab es her, also wurde insbesondere im New Wave aus dem Vollen geschöpft. Allen voran standen Raumeffekte, die geradezu exzessiv genutzt wurden und für extrem sphärische bis futuristische Sounds Pate standen.
Etwa beim Tri Stereo Chorus handelt es sich um eine 19-Zoll-Rackeinheit, die in den 80er-Jahren als „Heiliger Gral“ der Chorussounds bezeichnet wurde. Bekannt wurde er primär durch die häufige Verwendung in der L.A.-Studioszene.
Dort prägte er die Gitarrenparts von Michael Landau, Dann Huff oder Steve Lukather, wurde jedoch auch, wie eigentlich angedacht, für Piano- und Keyboard-Tracks eingesetzt. Inspiriert von den klassischen Tri- und Stompbox-Choruseffekten der 70er- und frühen 80er-Jahre ist beispielsweise der Eventide TriceraChorus, mit dem der Klang fett angedickt wird.

Als die Stimmen in die Hall-Welten abhoben
Gleichermaßen zeigte sich diese Entwicklung beim Gesang. Dazu kam der unverzichtbare Hall, der nicht selten Kathedralen-Charakter hatte und die Vocals schwebend klingen ließ, als wären sie mit Helium gedopt und dann wieder eine Oktave tiefer getunet.
Im Gegensatz zu den trockenen Stimmen des Rock klang das alles eine Spur überirdisch. Im Jahr 1979 brachte Roland den VP-330 auf den Markt, einen Vocoder im Keyboardformat mit eigener Klangerzeugung. Erst jüngst hat Behringer einen an der Blaupause orientierten Vocoder zum günstigen Preis auf den Markt gebracht.

Genreübergreifender Auszug der einflussreichsten Bands und ihrer Hits
- Depeche Mode – „Just Can’t Get Enough“, „Get The Balance Right“
- New Order – „Blue Monday“, „Bizarre Love Triangle“
- The Human League – „Don’t You Want Me“
- OMD – „Enola Gay“
- Eurythmics – „Sweet Dreams (Are Made of This)“
- Pet Shop Boys – „West End Girls“, „It’s a Sin“
- Duran Duran – „Hungry Like the Wolf“
- A Flock of Seagulls – „Wishing (If I Had a Photograph of You)“
- Heaven 17 – „Temptation“
- The Cure – „The Love Cats“, „Boys Don’t Cry“
- Talking Heads – „Psycho Killer“, „Once in a Lifetime“
- Blondie – „Heart of Glass“
- Ultravox – „Vienna“
- Soft Cell – „Tainted Love“
- Visage – „Fade to Grey“
- Tears for Fears – „Mad World“
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Retro-Welle im aktuellen Hype – voll im Trend
So wirklich lässt sich nicht sagen, dass die 80er-Sounds aus Synthpop und New Wave eine Wiedergeburt erleben. Denn eigentlich waren sie niemals wirklich weg. Vielmehr haben Synthpop und New Wave überlebt und wurden von Indie, Electroclash und Synthwave aufgegriffen. Auch ist Synthwave als eigenständiges Revival-Subgenre mit Acts wie Carpenter Brut, The Midnight oder Kavinsky hinzugekommen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Tatsächlich scheinen diverse Acts von Einzelkünstlern bis Bands erneut auf der Welle zu reiten. Längst habt ihr bei den aktuellen Stars reingehört. Wer noch nicht, kann sich gerne Inspirationen und Dance-Stimmung bei diesen aktuellen Vertretern mit der guten Portion Retro-Nimbus holen:
- Carpenter Brut
- The Midnight
- M83
- Tame Impala
- Kavinsky
- The Weeknd
- Dua Lipa
- Chvrches
- Future Islands
- Mr Kitty
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ein Genre, das nie verschwindet
Synthpop und New Wave haben in den 80ern die Discotheken ebenso wie die Indie-Charts überrollt. Zwischen Indie und Kommerz rollt die Welle weiter und nimmt auch bei den Social-Media-Stars deutlich wieder an Fahrt auf. Zuweilen sind es komplette Retro-Produktionen, dann wieder werden lediglich Elemente von damals frisch eingepflegt. Ein Beweis mehr dafür, welche Spuren die Genres der 80er hinterlassen haben.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Synth Days bei Thomann: Rabatte bis zu 80 %
Für alle Synth-Enthusiasten und Soundbastler haben wir jetzt Synthies, Grooves Boxes und Studio-Equipment bis zu 80 % reduziert. Hier stöbern! 👇
Synthpop und New Wave – dein Feedback
Welches sind deine Lieblingsbands aus Synthpop und New Wave? Welche Sounds und Riffs haben es dir besonders angetan? Schreib es uns gerne in die Kommentare.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Kommentare 2