sbip V4171BK Electric Violin 4/4

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Electric Violin

  • Size: 4/4
  • Anodised aluminium body
  • Flaxwood fingerboard
  • Passive magnetic pickup
  • Fisoma Quinton strings
  • Mandolin machine heads
  • Colour: Black / Aluminium
Number of Strings 4
Fretboard Flaxwood
Body Material Aluminium
Pegs Metal / Plastic
Chin rest Plastic
Neck Aluminium
Incl. Bag No
Incl. Case No
Incl. Bow No
Incl. Shoulder Rest No
Incl. 4 Fine Tuners No
available since November 2018
Item number 452000
sales unit 1 piece(s)
Size 4/4
Electronics Passive
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P
Unspielbare Fehlkonstruktion
Phil987 15.11.2019
Unspielbare Fehlkonstruktion.

Ich wollte eine E-Geige mit magnetischem Pickup, als E-Gitarren Ersatz in einer Rockband.

Schon von den Bildern fragte ich mich, ob ein abgesägtes Stück Rohr mit einem Griffbrett, an das ein bißchen Sperrholz genietet worden ist, mir wirklich 790 Eur wert ist. (An Maserung und Seriennr konnte ich erkennen, dass ich exakt genau das Instrument erhalten hatte, das Thomann für die Artikelfotos verwendet hat.)

Die Verarbeitung wäre völlig ok für ein Instrument der 200 Eur Klasse. Aber ausgefranstes Holz an den Nieten, handgefeilte Scharten am Rohr, Schrumpfschlauch als Gehäuse für die Klinkenbuchse, ein Spalt zwischen Rohr und Griffbrett durch den Papier passt, im Rohr schnarrt irgendwas - das ist nicht meisterhaft, passt nicht zum Preis.

Das Spielgefühl ist eine Katastrophe. Mangels eines richtigen Halses liegt das Griffbrett direkt mit seinen Kanten auf Daumen und Zeigefinger auf. Zunächst ist das lediglich ungewohnt, aber schon nach einer Viertelstunde fühlt man sich da wund gerieben. Dieses Konzept ist einfach ein Sockenschuss und mit Abstand das größte Problem.

Die Wirbel vor den Steg zu legen war auch nicht gerade ein Geniestreich. Insbesondere an den nach oben ragenden Wirbel für die D-Saite kommt man nicht ohne Yogaverrenkungen dran und ist immer man dem Bogen im Weg, egal von welcher Seite man über die Geige greift. Wenn die Wirbel schon dort sein müssen - warum dann nicht alle Wirbel nach unten gerichtet? Da wäre man wenigstens gut dran gekommen. Aber ein Wirbelkasten ganz normal am Schneckenende wäre definitiv ergonomischer.

Apropos Schnecke. Man muss höllisch aufpassen dass man beim Absetzen die Geige nicht gewohnheitsmäßig am Hals durch die Hand gleiten lässt bis man am Wirbelkasten anschlägt. Da ist nämlich keiner -> flutsch, plumps. Das ist mir zwar glücklicherweise nicht wiederfahren, aber das ist ein Unfall, der darauf lauert zu passieren.

Die Magneten des Pickups ragen deutlich über das Griffbrett hinaus. Bis - sagen wir mal - 6. Lage ist das noch kein Problem. Aber in noch höheren Lagen drückt man insbesondere E- und A-Saite so tief herunter, dass man spätestens bei Doppeltönen mit dem Bogen direkt auf dem Magneten rumschrubbt.

Da so schon klar war, dass das Gerät wieder zurückgeht, habe ich jetzt nicht viel Zeit investiert mich klanglich mit dem Instrument zu vertiefen.

Der magnetische Pickup hat nicht das Ziel den natürlichen Geigenklang zu reproduzieren. Im Vergleich mit meiner klassischen Geige (per piezokeramischen Pickup Shadow 941 abgenommen) kommen ein bißchen weniger Streichnebengeräusche mit durch und insgesamt bekommt der cleane Sound eine Charakteristik. Sie erinnert insbesondere auf den tieferen Saiten ein bißchen an Violinsoundsynthese, auf die man in den 90er Jahren noch stolz gewesen wäre. Da ich genau darauf aus bin mich vom Geigensound zu entfernen, geht das für mich zwar in die richtige Richtung, aber eigentlich noch nicht weit genug.
Von der Lautstärke her nimmt der Pickup alle Saiten ausgewogen ab. Da wird keine überbetont oder fällt ab.

Durch einen simulierten Verzerrer / Gitarrenampstack gejagt kann man das ganze durchaus in Richtung rotzig dreckige E-Gitarre treten. Aber richtig gut funktioniert das nur bei Doppeltönen auf den tiefen Saiten. Fidelt man monophon in den höchsten Tonlagen rum ist der Einfluss des Verzerrer enttäuschend gering. Da ginge aber gewiss noch was. Da das Gerät aber wegen Unspielbarkeit eh wieder zurückgeht, habe ich mir nicht mal die Mühe gemacht das im Proberaum an "richtigen" Verstärkern / Boxen zu probieren.

Hätte das Ding nur 100 Eur oder so gekostet, hätte ich es wohl als Kuriosität behalten - trotz dass diese Griffbrettkante es eigentlich unbenutzbar macht. Aber für 790 Eur möchte ich ein Instrument haben, nicht bloß ein Gimmick.
sound
quality
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