Am Rande:
Da ich selber im IT-Bereich tätig bin und Windows zwar zu meinem Arbeitsumfeld gehört wie das täglich Brot, weiß ich aber, warum ich Windows nicht mag. ;-) (Persönliche Meinung!) Daher war für mich der allerwichtigste Ansatz, dass ich ein Recording-Mischpult auch als Audio Inface unter Linux nutzen kann, um damit dann auch an eine DAW-Software rangehen zu können. Da die meisten Hersteller dafür aber immer besondere Windows-Treiber mit ins Boot nehmen, statt sich auf ein gemeinsames international gültiges Protokoll zu konzentrieren, war es mit der Auswahl schwieriger.
Schlussendlich habe ich bei den Herstellern angefragt. Mackie und das Mackie-Protokoll wäre zwar unter Linux eine adäquate Wahl gewesen, aber der Leistungsumfang der für mich brauchbaren Geräte war dort nicht wie gesucht vorhanden. Zoom hat vorsichtig geantwortet, dass zwar das eine oder andere Gerät Mackie-Protokoll spricht (obwohl das scheinbar nirgends beschrieben oder in der Anleitung steht), aber man das nicht unterstützen würde. Klar, wenn der Markt in den Bereich so gering ist, ist das für mich nachvollziehbar.
ABER... Das Zoom LiveTrak L-12 habe ich über Jack mit Real Time problemlos ansprechbar gemacht. Ohne irgendwelche nachträglich zu installierende Treiber. Aktuell nutze ich als DAW Ardour 6, welches mir alle Funktionen zur Verfügung stellt, die ich brauche. Es funktionieren alle 14 Kanäle zuzüglich dem Master. Auch die Ausgabe zurück zum Mischpult und somit zum Verstärker funktioniert einwandfrei.
Bei den Latenzen habe ich mit Jack aktuell noch keine Probleme feststellen können. Alles ist perfekt und weit über meine Erwartungen hinaus erfüllt.
Auch war ich sehr skeptisch, von einem klassischen Mischpult mit zahlreichen Poti-Reglern auf ein Pult zu wechseln, das kaum welche hat. Daher hatte ich ursprünglich geplant, für Live-Auftritte, für Partys und für Recordings zwei getrennte Pulte zu nutzen. Das alte Pult habe ich aber inzwischen ganz durch das neue ersetzt. Offen gestanden dreht man in der Regel immer nur an einem Poti. Und das meist auch nur an einem Kanal gleichzeitig. Dass ich jetzt immer vorher erst eine SEL-Taste (select) für die Auswahl des Kanals drücken muss, um dann an wenigen Potis den gewünschten Sound einstellen kann, ist eigentlich auch ein schönes und einfaches Konzept. Die wenigen Potis können für alle Kanäle nach der jeweiligen SEL-Taste genutzt werden. Ich habe also keine Einschränkungen gegenüber einen Pult mit zahlreichen Potis.
Was mich einzig stört, sind diese blöden "Snap Dome"-Tasten, die einfach zu deutlich beim Drücken knacken. Hier wären Soft-Touch-Tasten einfach schöner. Dafür muss ich einfach einen Punkt bei der Verarbeitung abziehen. (Gruß an Zoom: Bessert hier bitte nach!!!)