Waldorf Rocket

Monofoner Analog Desktop Synthesizer

  • Analoges Multimode-Filter mit Low Pass / Band Pass / High Pass
  • Oszillator-Sektion mit Pulsweitenmodulation und Hard-Sync
  • VCF-Eingang
  • bis zu 8 Oszillatoren im Unison Modus zur Akkord-Erzeugung
  • LFO als Modulationsquelle
  • Hüllkurven für VCA, VCF und Sync
  • Booster-Schaltkreis
  • Arpeggiator
  • Launch-Taste zum Vorhören
  • MIDI I/O
  • MIDI-Clock-Sync
  • USB bus-powered
  • Line-Ausgang 6,3 mm Klinke
  • Line-Eingang 6,3 mm Klinke
  • Kopfhörer-Ausgang
  • Maße (BxTxH): 185 x 185 x 65 mm
  • Gewicht: 0.9 kg
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Soundbeispiele

 
0:00
  • Filtering 1
  • Filtering 2
  • Filtering 3

Weitere Infos

Bauweise Desktop
Anzahl der Stimmen 1
Tonerzeugung Analog
MIDI Schnittstelle 1x in, 1x Out
Speichermedium Keine
USB Anschluss Ja
Effekte Nein
Arpeggiator Ja
Anzahl der analogen Ausgänge 1
Digitalausgang Nein
Display Nein
61 Kundenbewertungen
  • 5
  • 4
  • 3
  • 2
  • 1
4.5 / 5.0
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
31 Textbewertungen Alle Bewertungen lesen
Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Super Ergänzungs-Synth für den Instrumentenpark

05.02.2017
Der Rocket kann wirklich viel, gemessen an seiner grundlegenden Ausstattung. Für einen eigentlich monophonen und mit relativ wenigen Modulationsoptionen ausgestatteten Synthesizer bekommt man doch zeimlich viel Abwechslung im Sound hin.

Aber zunächst mal die ----- MINUSPUNKTE -----, die man einfach nicht wegdiskutieren kann:
Erstens, und das ist bereits vielfach moniert worden, fehlt in der Hüllkurve definitiv der Attack-Regler. Für mich eines der wichtigsten Features für ein bestimmtes Soundverhalten. Dieses gesamte Spektrum kann der Rocket deshalb einfach nicht abbilden. Gerade im Bereich der Flächensounds ist das unverzichtbar, denn langsam ansteigende Hüllkurven sind nunmal oft das A und O. Dafür würde ich eher den netten, aber nicht zwingend erforderlichen Launch-Button opfern. Die Entscheidung von Waldorf, den Attack weg zu lassen, könnte ggf. aufgrund von fehlendem Platz entstanden sein.

Zweitens, der Envelope-Mod, also die Zuweisung der Hüllkurve zur Filterfrequenz. Hier vermisse ich tatsächlich die Möglichkeit, die Polarität umzukehren. Viele Sounds kommen zwar mit der additiven Env Mod aus, aber eben nicht immer.

Drittens: der Kopfhörer-Ausgang rauscht laut und vernehmlich. Und zwar völlig unabhängig von der eingestellten Lautstärke. Muss mal bei Thomann anrufen und fragen, ob das ein Defekt sein könnte. Ich brauch diesen Anschluss zwar nicht, aber wenn es bei allen Geräten so zischt, dann wäre das nicht so toll.

------------>



Nachtrag


Ich habe mittlerweile bei Thomann mal reinhören lassen, ob deren Ausstellungsstück am Kopfhörerausgang auch so rauscht: Ja, tut es. Daraufhin mal bei Waldorf nachgehakt und deren Erklärung ist nachvollziehbar, wenn auch nicht optimal für den Headphone-Klang: Es liegt wohl daran, dass der Rocket mit den 5 Volt vom USB-Anschluss betrieben wird, was offenbar eine zu niedrige Spannung für einen sauberen Kopfhörerverstärker ist. Tipp, wenn man das wegbekommen will: mal mit einem eigenen kleinen HP-Verstärker zwischengeschaltet probieren. Oder möglichst hochohmige Kopfhörer verwenden. Je höher der Widerstand, desto geringer das Rauschen. Tja, dann ist das jetzt halt so ...

Viertens hätte ich mir einen LFO gewünscht, der bis in den hörbaren Bereich hinein oszillieren kann. Aber das ist nur ein nice-to-have und nicht so dramatisch.

Nun zu den +++++ PLUSPUNKTEN +++++:
Auf jeden Fall, wie bereits oben erwähnt, ist der Rocket trotz mancher fehlender Features ein wirklich vielseitiger Synth und für knapp 200 Euro darf man auch nicht pingelig sein. Ich war es aber, damit potenzielle Käufer wissen, was eben nicht geht.

Sein Vielseitigkeit verdankt der Rocket vor allem seiner sehr cleveren Oszillatoreinheit, an der man wieder mal sehen kann, dass ein Hybrid hier doch vielleicht das bessere Konzept ist. Die digitale Klangerzeugung kann halt eben aus einem monophonen einen mehrstimmigen Synth machen. Erreicht wird das durch die bis zu achtfach erklingenden Sägezahn- oder Rechteck-Schwingungen, die gegeneinander verstimmt werden können und einen Unison-Sound erzeugen. Ab 12-Uhr-Stellung des Tune-Reglers erklingen dann diese acht Oszillatoren rein gestimmt als verschiedene Akkorde - je nach Stellung des Wave-Reglers. Hier eine aus einem Netzforum geklaute Übersicht der möglichen Akkorde (in englischer Schreibweise und ohne Gewähr!):

With Pulse wave selected you can add: maj3, 4, 5, 8, maj10, 11, 12, 24

With Sawtooth, it depends on the number of oscillators activated with the Wave knob.
2 voices: maj3, 4, 5, 8,.. same as Pulse
3 voices: I minor (C-Eb-G), IV (C-F-Ab), VII (C-F(Ab?)-B), Octave,.. and everything one octave up
4 voices: I major, IV maj, V maj (C-G-B), 5+8
5 and 6 vioces same as 3 and 4 with more voices
7 voices:? some higher pitched C-Eb-G, C-Eb-Ab, C-Eb-A(!)
8 voices: maj chords similar to 4/6 with more voices

Auf voller Rechtsstellung von Wave und Tune, lassen sich sogar per Keyboard eigne Akkorde spielen. Der Rocket ist somit gar nicht monophon, sondern mehrstimmig, wenn auch nicht echt polyphon, da sich die einzelnen Oszillatoren nicht getrennt modifizieren lassen. Ist das dann Paraphon? Ist ja auch wurscht ...

Die Filtersektion arbeitet wunderbar rund bis in den Bereich der Selbstoszillation, so dass man auch schöne Sinus-Sounds erzeugen, oder einfach echt schrill werden kann. Zusammen mit dem bösen Boost-Schalter wird es dann wirklich schmutzig.

Was mir sehr gut gefallen hat ist der LFO. Dieser bleibt zwar unterhalb der 30 Hz, aber macht seinen Job sehr gut, vor allem weil er auf die externe MIDI-Clock hört, sofern angeschlossen (z. B. per USB oder MIDI-Kabel) und damit dem Beat der DAW oder anderen Rhytmusgebern folgt.

Das gleiche gilt für den Arpeggiator, der neben dem üblichen Rauf-und-Runter auch verschiedene Pattern abdudeln kann. Sehr schön.

Desweiteren sollte der mit Tablet-PC versorgte Anwender die App "Rocket Control" ausprobieren, mit der man erstens den Rocket ansteueren und bedingt einstellen kann (manche Schalter müssen trotzdem von Hand am Gerät umgelegt werden). Für mich ist es aber vor allem eine gute Lösung, meine eigenen Sounds als Presets abzulegen, ohne alles entweder aufwändig aufzuschreiben, oder irgendwo auf die Festplatte dumpen zu müssen.

------------>



Nachtrag


Die App hat übrigens bei mir keine Verbindung zum Rocket herstellen können, seit dem ich meinen Mac auf Sierra upgedated habe. Denn man kann das Tablet nicht direkt mit dem Synth vebinden, sondern muss das natürlich über den USB-Anschluss des Rechners machen. Jetzt hat Apple mal wieder was geändert und nix geht mehr. Ich hoffe, dass Waldorf das fixen kann, irgendwann. Mittlerweile zeichne ich die Rocket-Parameter sowieso direkt in Ableton Live in einer eigenen MIDI-Spur auf. Klappt vorherragend :-)

Ich glaube, dass jeder, der schnell ein paar Sounds hinbasteln will und nicht zwingend jede Modulationsmöglichkeit braucht, sehr schnell mit dem Waldorf Rocket warm wird. Er ist wirklich sehr intuitiv zu bedienen, wenn man die Oszillator-Sektion erst mal verstanden hat. Sein Sound ist dankt Low-, Band und Highpass-Filter vielseitig und reicht von Dreckig-Fett, über dick und warm bis hin zu nasal-quäkig oder bissig-dünn. Der Boost-Schalter ist m. E. eher ein Growler, als ein Overdrive.

Die Verarbeitung ist sehr anständig, wenn auch teilweise aus Plastik, dort aber trotzdem robust. Die Potis haben genau das richtige Maß an Widerstand und gleiten sehr smooth auf ihrer Welle. Es macht Spass rumzuschrauben.

+++++ FAZIT: +++++ Der Waldorf Rocket ist kein Alleskönner, aber was er kann, macht er ausgezeichnet. Und er kann für den schmalen Preis wirklich viel! Als Ergänzung für den Synthpark, in Kombination mit anderen Effekten oder eingebunden in die DAW ist er ein vielseitiges Goldstück, der seinen eigenen Charakter mitbringt. Ich glaube, dass jeder, der schnell ein paar Sounds hinbasteln will und nicht zwingend jede Modulationsmöglichkeit braucht, sehr schnell mit dem Waldorf Rocket warm wird. Er ist wirklich sehr intuitiv zu bedienen, wenn man die Oszillator-Sektion erst mal verstanden hat. Sein Sound ist dank Low-, Band und Highpass-Filter vielseitig und reicht von Dreckig-Fett, über dick und warm bis hin zu nasal-quäkig oder bissig-dünn. Der Boost-Schalter ist m. E. eher ein Growler, als ein Overdrive und leistet hier auch einen guten Beitrag.
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Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Sound sehr gut, Bedienung bedarf Einarbeitung

Toc6, 21.11.2014
Ich wollte einen analogen Synth, der frech und fett klingen kann, kompakt und mit MIDI sollte er sein. Warme Flächen-Klänge habe ich in einem Roland Juno 106, verspulte cheesy Sounds in einem Oberheim OB-12. Jetzt noch was Fettes dachte ich und kaufte den Korg Volca Keys. Den ich in kurzer Zeit durch den Waldorf Rocket austauschte.

Die Rakete rockt einfach richtig. Da hilft es nichts, dass ein Volca Keys komplett analog ist, Waldorf macht hier das geilere Produkt mit richtig vielen Sound-Möglichkeiten für die Größe. Da das Filter auch BP und HP beherrscht, sind hier auch dünne, krächzige Sounds möglich. Andersrum hat dieses Teil einen hohen potentiellen Fettgehalt: Mehrstimmige digitale Oszillatoren können im Unisono-Modus verstimmt werden, oder als Intervall aufgeschichtet. Rechtecke mit variabler Pulsweite stehen zur Verfügung, es gibt auch Sägezähne, die als besonderes Schmankerl ihre Verstimmung über eine Einschwingzeit laufen lassen können - mit wenig kurbeln klingt es auf einmal nach Tangerine Dreams Solo-Lines aus den 80ern. Mit dem Boost-Schalter gibt's Fräse dazu für die Aggro-Sound-Liebhaber. Die Klangqualität ist bei all dem amtlich. Ein runder Sound, durchsetzungsstarke, klare Höhen.

Zwischenfazit 1: Natürlich kann dieser monophone teilanaloge Synth nicht alle Sounds. Aber die, die er kann, die sind richtig amtlich.

Bei der Bedienung ist die Anleitung dringend erforderlich. Je nach Schalterstellung haben viele Regler mehrere Bedeutungen, die auch noch je nach Reglerstellung anders sein können. Das betrifft vor allem die Oszi-Abteilung, aber auch den Arpeggiator. Der synchronisiert übrigens wie der LFO auch auf MIDI Clock. MIDI OUT, USB und einen analogen Direkteingang für das Filter gibt's auch. Und ein Netzteil ist dabei. Die Grenzfrequenz des Filters liegt auf dem Standard-Controller für Channel Aftertouch - das macht gleich richtig Laune beim Spielen (ich verwende ein Samson Graphite 25 als Keyboard). Features: Eine Runde Sache, aber Bedienung stellenweise kryptisch. Manko: Das Einstellen des MIDI-Kanals ist nur über technisches Voodoo möglich.

Zwischenfazit 2: Die Features sind gut gewählt. Hier macht live kurbeln Freude. Allerdings ist manches im Einstieg kryptisch und bedarf der Anleitung.

Verarbeitung: Die Frontplatte ist aus Metall, Schalter und Knöpfe sind gut griffig. Nur das restliche Gehäuse wirkt nach billigem Plastik. Also besser nicht runterwerfen. Buchsen sind nicht verschraubt, also nicht am Kabel ziehen.
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