Twisted Electrons MEGAfm

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FM-Synthesizer

  • 12 stimmig polyphon
  • zwei YM2612 FM-Chips
  • 8 Algorithmen
  • 600 Preset-Speicher in 6 Bänken
  • 4 Stimm-Modi (Poly12, Stereo/Breitband6, spezieller CH3-Modus, 12 Stimmen-Unisono)
  • Stereo- oder Mono-Ausgang (1 Chip pro Kanal oder beide Chips summiert)
  • 3 LFO zur Modulation eines beliebigen Parameters
  • 7-Modus-Arpeggiator mit transponierbarem Step-Sequenzer im Sh-Style
  • Vibrato mit Depth und Rate
  • MIDI-Clock auf allen LFOs, ARP und Vibrato
  • alle Fader/Regler senden MIDI
  • 2x 6,3 mm Klinkenausgang
  • 6,3 mm Stereokopfhörerausgang
  • 5-Pol DIN MIDI-Eingang mit MIDI-Kanal-Learn und MIDI Through/Out
  • Gehäuse aus gebürstetem/eloxiertem Aluminium
  • Abmessung: 300 x 132 x 45 mm
  • inkl. 9 V DC Netzteil (Center Positive)
Erhältlich seit Juni 2020
Artikelnummer 492485
Verkaufseinheit 1 Stück
Bauweise Desktop
Anzahl der Stimmen 12
Tonerzeugung Digital
MIDI Schnittstelle 1x In, 1x Out
Speichermedium Intern
USB Anschluss Nein
Effekte Ja
Arpeggiator Ja
Anzahl der analogen Ausgänge 1
Digitalausgang Nein
Display Nein
Optionale Erweiterungen Keine
Besonderheiten Keine
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555 €
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Intuitive FM-Synthese

Der MEGAfm von Twisted Electrons ist ein zwölfstimmiger FM-Synthesizer, mit dem sich unkonventionelle Klänge erzeugen lassen. Das Gerät nutzt den YM2612-Soundchip des Sega Mega Drive und bringt so klassischen Retro-Spielkonsolensound in einem einfach zu bedienenden Synthesizer unter. Von dieser Art Soundchip wurden sogar gleich zwei im MEGAfm verbaut, woraus sich die Gesamtanzahl der zwölf Stimmen ergibt. Der Klang lässt sich mit den 32 Fadern, den 14 Drehreglern und den 15 Tasten individuell gestalten. Für noch mehr Kontrolle kann jeder Drehregler und Fader des MEGAfm durch drei LFOs moduliert werden. Außerdem stehen acht unterschiedliche Algorithmen zur Auswahl, die sich in vier dedizierte Operatoren pro Stimme aufgliedern. Weiterhin ist der MEGAfm mit einem Step-Sequenzer und einem Vibrato ausgestattet.

Vielschichtiger Retrosound

Beim MEGAfm spielt ein FM-Kanal jeweils eine einzelne Note. Der Kanal ist einer bestimmten Frequenz zugeordnet und besitzt Parameter, die diese Frequenz in eine komplexe Wellenform umwandeln. Akkorde werden durch die Verwendung mehrerer Kanäle erzeugt. Die Klangerzeugung besteht aus vier Komponenten, die hier Operatoren genannt werden. Beim MEGAfm wird mit einer Frequenz moduliert. Die Frequenzen der Operatoren sind Offsets vom ganzzahligen Vielfachen der Gesamtfrequenz. Die Kanäle 3 und 6 eröffnen im CH3-Special-Mode die Möglichkeit, für jeden Operator eine eigene Frequenz zu verwenden. In der Signalkette befindet sich auch eine ADSSR-Hüllkurve, während sich beim Vibrato-Effekt Tiefe und Geschwindigkeit einstellen lassen. Über die beiden Ausgänge im 6,3mm-Format kann das Signal entweder in Stereo oder Mono ausgegeben werden. Direkt daneben befindet sich außerdem ein Kopfhörerausgang, sodass auch lautlos programmiert werden kann.

Komplexe Klänge einfach programmiert

Der MEGAfm richtet sich an erfahrene Klangkünstler, die auf der Suche nach experimentellen Sounds sind, die sie über eine einfache und übersichtliche Bedienung erzielen können. FM-Klänge gelten als komplex zu programmieren, doch mit dem MEGAfm wird dies zum Kinderspiel. Über die Bedienoberfläche kann sofort auf alle Parameter zugegriffen werden. Die 23 LEDs geben dabei visuelles Feedback. Ein numerisches LED-Display zeigt indessen den gerade veränderten Parameter an. Zudem können über den integrierten Arpeggiator Melodien erzeugt werden. Alle programmierten Klänge lassen sich im 600 Presets umfassenden Speicher auf sechs Bänken ablegen. Über die MIDI-Ein- und -Ausgänge kann der MEGAfm ins eigene Setup eingebunden werden. Alle seine Fader und Regler senden außerdem MIDI-Daten, sodass auch Hardwaregeräte angesteuert werden können.

Über Twisted Electrons

Twisted Electrons wurde 2013 in Nizza gegründet. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung und der Herstellung von Synthesizern und Modulen für Eurorack-Systeme. Ein Jahr nach dem Start von Twisted Electrons ging der therapSid in Produktion, von dem es mittlerweile schon eine zweite Auflage gibt. Dabei handelt es sich um einen digitalen Synthesizer für aggressive und kräftige Sounds. 2016 folgte dann das erste Eurorack-Modul: das Octopus Module, ein dualer Acht-Wege-Multiplexer, der die Sequenzierung von bis zu acht Signalen ermöglicht. Ein Jahr später kam Cells, ein dualer und unipolarer Steuerspannungsgenerator, auf den Markt. 2020 stellte das Unternehmen schließlich den MEGAfm vor: ein FM-Synthesizer, der das Resultat eines mehrjährigen und aufwändigen Entwicklungsprozesses darstellt und den FM-Klang älterer Spielekonsolen aufleben lässt.

Interne Melodieerzeugung

Der interne Aprgeggiator des MEGAfm verfügt über sieben Modi, mit denen abwechslungsreiche Melodien im Unisono-Modus erzeugt werden können. Im Modus Random1 werden die Noten in der gehaltenen Tonart, im Modus Random2 nach dem Zufallsprinzip gespielt. Weitere Modi sind Up, Down und Up/Down. Der Arpeggiator kann in zwei zusätzlichen Modi auch als Sequenzer fungieren, wodurch bis zu 16 Noten über MIDI aufgenommen werden können. Über die MIDI Clock wird der Arpeggiator über den Rate-Drehregler mit acht verschiedenen Geschwindigkeiten synchronisiert. Ein Drehregler bzw. Fader des MEGAfm kann mit bis zu drei LFOs gleichzeitig moduliert werden. Er kann bei jedem Tastendruck neu getriggert oder geloopt werden. Ist ein Rauschen ausgewählt, kann er einen Loop mit zufällig generierten Werten durch einen Wavetable schicken. Auf diese Weise lassen sich noch interessantere Klänge erzeugen.

20 Kundenbewertungen

15 Rezensionen

P
Das Biest kann auch schön sein...
Pasithea 22.02.2022
Ich habe einige analoge Synthys und liebe den warmen, organischen Sound und die Möglichkeit auf alle Parameter während des spielens zugreifen zu können. FM Synthese klang für mich immer zu kühl und steril, digital eben.
Aber als ich mich mal ein bischen mit der Theorie der Erzeugung derselben auseinander gesetzt habe, war ich fasziniert und dachte ich es müsste doch möglich sein, damit interessante Sounds hinzubekommen, leider hatte ich keinen Synthy gefunden, der mir einen direkten Zugriff auf alle Parameter - und sind viele! - bieten konnte - bis jetzt! Frage mich warum ich 40 Jahre darauf warten musste...

Was mir als erstes aufviel war: der MegaFM hat kein Display. Einfach weil er keins braucht! Genau wie bei einem analogen habe ich hier die Möglichkeit an allen Parametern live zu schrauben!
Das Gehäuse und die Fader sowie Potis wirken sehr wertig.

Zum Sound: Wer FM liebt, im Sinne eines DX7, wird hier eher enttäuscht sein, der MegaFM klingt nicht so glatt, kalt und sauber wie man das sonst von FM gewohnt ist. Ich besitze einen alten Yamaha V50, habe aber allmählich die Lust verloren die FM-Synthese weiter zu erforschen, da das ständige hin-und herspringen zu den Parametern über das Menü jeden Spaß am spielen erstickt. Beim MegaFM ist das ganz anders.
Als ich ihn das erste Mal angeschlossen habe, hatte ich zwar so meine Probleme die Bestie im Zaum zu halten. Doch inzwischen muss ich zugeben, dass ich mich regelrecht verliebt habe in das kleine Biest. Er klingt dreckig, kann schreien, kreischen kratzen, aber auch wundervolle Ambient-Flächen erzeugen, wenn man ihn gezähmt hat.
Habe gelesen, dass die (schlechten) DA-Wandler dafür verantwortlich sind, dass die Operatoren übersteuern und damit dem Sound einen wunderschönen warmen Drive geben.
Es gibt drei LFOs, die frei auf alle Parameter zugewiesen werden können. Das macht Spaß, man kann dann beispielsweise mit einem LFO die Geschwindigkeit eines andern LFOs steuern usw.

Ok, es gibt ein paar Bugs, Einschränkungen und Probleme. Die 9-Bit-Chips führen dazu, dass manche Übergänge nicht fließend, sondern Treppenförmig sind, besonders auffällig finde ich das beim Vibrato, da ist zwischen 00 und 01 ein deutleich hörbarer Sprung, so dass eine vorsichtiges einblenden leider nicht möglich ist.
Es kann vorkommen, dass die Anzeige, die die aktuellen Werte der Parameter anzeigt einfriert, wenn man viel herumschraubt, da hilft dann nur noch ein Neustart.
Bei mir macht Unisono Modus Probleme, er nimmt nicht jede Note die gespielt wird und hält den Ton auch wenn keine Taste mehr gedrückt ist, aber vielleicht habe ich das auch noch nicht ganz verstanden, oder etwas verstellt?!
Desweitern kann man Artefakte, Noises hören, bei bestimmten Einstellungen, die so nicht gewollt sind, aber irgendwie gehört das zum Sound dieses Synthys, es ist eben alles ein bischen dreckig.
Die Fader könnten etwas länger sein, aber was schreibe ich, Roland traut sich Fader in ihren Boutique Synth zu verbauen, die nur die Häfte der Länge haben...

Fazit: Ich habe noch nie einen FM-Synthy gehört, der einen so schönen warmen Sound machen kann. Bei allen Einschränkungen und Problemen möchte ich den Synthy nicht wieder hergeben, es war meine beste Anschaffung seit dem Poly-D! Also, wer experimentelle Sounds mag und gerne an Fadern schraubt, dem sei der Mega FM ans Herz gelegt! Viel Spaß beim schrauben!
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
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m
mbbmbbmm 12.08.2020
Ich liebe FM-Synthese, vor allem die seltsamen und schrägen Sounds, die damit möglich sind.

Ich besitze mehrere Synths dieser Kategorie (Korg DS-8, Yamaha DX7, DX200, PSR 36). Ich habe mir immer gewünscht, daß ein Hardwar FM-Synth existiert, bei dem man im Sound Design ein wenig intuitiver vorgehen kann - wie bei knopfigen Analog-Synths, direkter Zugriff.

Der MegaFM bietet nun genau das, alle wichtigen Parameter sind per Knob oder Schieberegler auf der Oberfläche zugänglich. Am nächsten kam diesem Konzept (außer Software-Instrumenten) bisher wohl der DX200.

Klang: FM mit vier Operatoren klingt für mich meist ziemlich präsent und wesenhaft. Die Chips aus dem Mega Drive haben zusätzlich eine gewisse Rohheit, die ich persönlich sehr mag. Trotzdem sind auch sehr organische, sogar weiche und melancholische Klänge möglich.

Es ist unglaublich, wie stark man einen Klang mit wenigen Reglerbewegungen ändern kann. Daher erfordert dieser Synth, ihn wirklich kennenzulernen, so wie man z.B. einen Jupiter-4 kennenlernen muß. Dann wird man mit wirklich eigenständigen, einzigartigen Sounds belohnt. Der Synth behält dabei immer seinen Charakter, den man natürlich mögen muß. Ich finde den Klang grandios und überaus inspirierend!

Bedienung: Ziemlich durchdacht und einfach. Der direkte Zugang per Slider oder Knob macht das ganze ultraintuitiv. Wenig Mehrfachbelegungen. Noch schöner wäre, wenn man LEDs oder eine ähnliche Anzeige für den aktuell eingestellten Wert ablesen könnte. Ich finde das Abspeichern neuer Sounds etwas gruselig, wenn der erwünschte Speicherplatz weit entfernt vom aktuell eingestellten Sound liegt. Vielleicht muß ich das im Manual einfach noch mal nachschlagen.

Richtig gut finde ich, wie einfach es ist, die LFOs zu routen (und wie viele Möglichkeiten so für das Sound Design ermöglicht werden.) Auch hier wäre aber eine Anzeige sehr sinnvoll, welcher LFO denn nun welche Parameter kontrolliert.

Verabeitung: Gut bis sehr gut, soweit ich das nach der kurzen Zeit sagen kann. Das Gerät ist klein,kleiner als gedacht! Ich hätte ihn mir minimal "fetter" gewünscht. Aber ich habe absolut keine Angst, die Knöpfe und Regler auch zu bewegen.

Gesamteindruck: Für mich ist der MegaFM ein ungeheuer sympathisches Instrument, das endlich einen intuitiven Zugang zu FM-Synthese ermöglicht. Es ist einfach und direkt, in seinen Klangmöglichkeiten aber trotzdem sehr vielfältig. Der Grundcharakter scheint dabei immer durch, was ich aber als positiv und richtig empfinde. Ich reihe ihn ein in meine absoluten Lieblingsinstrumente - Roland Jupiter 4, Yamaha VSS-30, Hohner Pianet M. Ein Instrument, das einfach Freude macht und einen in denn Bann nimmt.
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
9
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E
Unendliche Sound-Welten
E-Bastler 13.02.2022
Habe mir den MEGAfm gekauft, weil der in einigen Videos aufgetaucht ist und mir der Klang sehr gut gefiel.
Angesteuert wird der Kasten über einen Keystep Pro.

Ein Blick in die Bedienungsanleitung hilft! Den MIDI-Kanal einstellen ist denkbar einfach, Knopf bei Voicing gedrückt halten bis SE im Display steht, dann irgendein MIDI-Signal senden. Wieder den Voicing-Knopf drücken. Fertig.
Alles weitere an Einstellungen kann man nach Geschmack vornehmen oder lassen.

Die Presets sind ganz lustig um "mal eben" Töne zu produzieren, ich selbst fange gerne mit "alles auf Null" an und taste mich langsam an brauchbare Klänge heran. Oft ist es am Ende eine kleine Bewegung von "Beeeeep" zu dreckigem E-Bass, oder auch nicht.
Häufig reicht auch eine kleine Bewegung um den Ton komplett abzuschalten.

Weil eine schöne Kreation schon mal einen Samstagnachmittag verschlingt ist speichern ganz wichtig. Dazu die beiden mit "Save" beschrifteten Knöpfe drücken, dann mit den LFO-Knöpfen die Bank auswählen und mit den Save-Knöpfen die Platz-Nummer auswählen.

Verarbeitung ist gut. Nur die kleinen Fader die die einzelnen Operatoren kontrollieren sind für dickere Finger etwas fummelig. Die Drehregler sind voll OK.

Ich bin voll zufrieden, und hab noch einiges zu experimentieren!
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
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A
Das Salz in der Suppe
Andreas957 19.04.2021
Während meines Studiums in den frühen 1980er Jahren wurde ich durch meinen Professor, der damals mit John Cowning in Stanford die FM-Synthese entwickelte, in Theorie incl. der dazugehörigen Mathematik (Bessel-Funktionen) und Praxis hiermit konfrontiert.

Allein aufgrund dieser Erfahrungen habe ich das kleine und im Grunde verhältnismäßig teure Kistchen nur wegen des Produktfotos jetzt, knapp 40 Jahre später, bestellt weil mir schlagartig klar war, dass dieses Gerät das FM-Programmierkonzept geradezu genial haptisch umsetzt.
Allerdings war ich fast geneigt, es postwendend zurückzuschicken!
Aber ich war ja vorgewarnt: Das Herz ist der 9-Bit-Prozessor! Zwei lange, interessante Abende mit dem kleinen "Salzstreuer" haben mich umgestimmt.

Ich besitze als Analogequipment einen Prophet Rev 2, einen Moog Sub 37, einen Behringer Poly D und einen MicroKorg, einen Behringer MS20 Nachbau und einen Model D. Daneben noch einiges von Yamaha, Akai und Roland, mittlerweile auch einen Behringer 2600.

Der MegaFm wirkt in der Mischung der vorhandenen Maschinen wie das Salz in der Suppe. Trotz - oder gerade wegen - des (gewollten) Zirpens und Knisterns: diese raue Syntheseform hat im Setup noch gefehlt.

Dickes Lob an die Franzosen! Würden sie den DX 7 mit seinen weit umfangreicheren klanglichen Möglichkeiten auch klonen, würde ich das Instrument sofort kaufen.

PS: Der Kodamo EssenceFm MKII ist mein nächster geworden!
Lesen Sie die Rezension dazu auf der Thomann-Seite dieses Synthies!
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
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