Tech 21 Fly Rig 5

Multieffekt für E-Gitarre

  • SansAmp Sektion: Preamp mit Röhrenemulation
  • DLA: Vintage Tape Echo Effekt
  • Plexi: Hot-Rod Plexi Pedalsimulation
  • Reverb: Vintage Federhall
  • Hot: Booster
  • komplett analoger Signalweg - Reverb & Delay werden parallel dazu gemischt
  • extrem leichtes und kleines Pedalboard
  • vollwertiges Backup-Rig
  • Abmessungen (B x T x H): 29 x 6,5 x 3,2 cm
  • Gewicht: ca. 525 g
  • inkl. Auto-Switching Netzadapter für Spannungen von 110 V - 240 V
No JavaScript? No Audio Samples! :-(

Soundbeispiele

 
0:00
  • Blues Off On
  • Lead Off On
  • Metal SansAmp Off On
  • Prog Off On
  • Rock Plexi Off On

Weitere Infos

Bauweise Floorboard
Amp Modeling Ja
Drumcomputer Nein
Inkl. Stimmgerät Nein
Expression Pedal Nein
USB Anschluss Nein
Kopfhöreranschluss Nein
MIDI Schnittstelle Nein
Line Out Ja
Batteriebetrieb Nein
Inkl. Netzteil Ja

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4.6 / 5.0
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  • Sound
  • Verarbeitung
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Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

"Guter Kompromiss"

Der Klaus, 24.10.2016
Habe 20 Jahre Erfahrung mit Gitarre direkt ins Pult, hatte schon div. SansAmps, Pods, digitale Multis, usw.

Pros:
Analoger Signalpfad (nur Delay und Hall digital parallel), keine Latenzen.
Extrem klein und handlich
Stabiles Gehäuse
Genau die Sounds die "man" so braucht
Speaker Sim eingebaut

Cons:
Winzknöpfe sind eine Zumutung und sind ohne mechanische Sicherung direkt auf der Platine montiert
Externes Netzteil, auch noch mit 12V (ja, geht bei der Größe nicht intern, is schon klar)
Leichtes Rauschen

Kompromisse:
Tja, es hat genau zwei Sounds, einen cleanen Fenderartigen und einen Marshallartigen Verzerrer davor. Ganz viele Gitarristen brauchen genau das und das kriegen sie. Ein inspirierender Baukasten für exotische Sounds is es nicht. Und ja, es klingt nach Tech21, das mag man oder eben nicht. Das Rauschen ist da, aber auch nicht schlimmer als ein abgenommener Amp. Das Spielgefühl ist für mich viel besser, als bei allen Digitaldingern (incl. Kemper!), aber halt nicht das gleiche wie bei einem "richtigen" Amp (wie auch?).
Der Hall ist "ok", aber weder wie eine echte Feder (das gar nicht), noch wie ein guter Hall aus dem Siderack oder Digitalmischer. Das Delay tut was es soll, trotz "Modulation" wird aber kein Bandecho draus. Zum "Chorus" gemacht, klingt das auch ok. Der Booster (ganz am Anfang der Kette) ist genial für Leute wie mich, die zwischen Pick und Fingeranschlag wechseln, damit kann ich das ideal ausgleichen, allerdings wär er da weiter hinten in der Kette praktischer.
Ach ja, einen Vorteil haben sogar die komischen Winzknöpfe: Da sie mit den Fingern schon kaum zu verstellen sind, verstellen sie sich wenigstens nicht von selbst.

So, genug gejammert und trotz der vielen Kompromisse 5 Sterne gegeben!
Warum? Weil das Ding genau das tut, was ICH brauche: Für kleine Gigs oder Demoaufnahmen direkt in den Mischer. Da immer einen kalkulierbaren Sound, vernünftiges Spielgefühl, kein "Aufbau", keine Schlepperei. Falls tatsächlich noch mal ein richtiger Amp auf die Bühne gewuchtet wird, ist das Gerät meine "Lebensversicherung" falls wieder mal ne Röhre mitten im Song abraucht. Habe das schon mehr als einmal erlebt und den Gig dann mit dem Tech21 (bzw. seinen Vorgängern) zu Ende gespielt. Und nie hat sich jemand über den Sound beschwert.

Nachtrag:
Jetzt auch Erfahrung mit "vor dem Amp".
Pro: Keine Soundänderung im Bypass (obwohl nicht "true". Na ja, eigentlich deswegen ;-)). Gute Anpassung an den ?hochohmigen Gitarreneingang des Amps, deshalb wenig Rauschen. Der Booster und das Delay sind richtig gut auch vor dem Amp.
Con: Hall nur mit dem "Sansamp". Der macht eher muffige Amps "fenderiger", vor eher crispen Amps ist das aber dann zuviel des guten. Bei meinem Mesa will der Verzerrer alleine nicht richtig gut klingen, mit dem Sansamp zusammen schon, aber halt dann eher wieder Fenderig ...
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Weitaus mehr als ein Backup!

erniecaster, 03.08.2014
Hallo zusammen!

Wenn man einen Preamp plus Zerrer, einen Booster, einen Hall und ein modulierendes Delay mit Tap-Funktion auf einem Effektboard befestigen will, braucht man nicht nur die Geräte, sondern auch das Board, eine passende Stromversorgung, Patchkabel und vielleicht ein Case. Oder man greift zum FlyRig5 von Tech21. Da sind nämlich all die oben genannten Komponenten enthalten.

Die Besonderheiten des FR5 sind Größe und Gewicht. Weder die Fotos noch die Angaben geben auch nur annähernd wieder, wie klein das FR5 wirklich ist. Zur Verdeutlichung: In einem Video hält jemand ein iPhone quer vor ein FR5 und deckt es zur Hälfte ab. Das FR5 ist etwa so breit wie eine Computertastatur ? ohne den Nummernblock - und so tief, wie ein BOSS-Treter breit ist. Das FR5 ist so leicht, dass es lächerlich wäre, über das Gewicht auch nur ein weiteres Wort zu verlieren.

Dennoch wirkt das FR5 stabil. Es ist keins der Bodengeräte, bei denen man Angst haben müsste, auf die Schalter zu treten. Die Schalter sind dabei so platziert, dass das Gerät weder wackelt noch rutscht, wenn man auf sie tritt. Die dahinter angebrachten Regler sind so flach in das Gehäuse eingelassen, dass man auch nicht darauf tritt oder sie sich in einem Gigbag verdrehen.

Geräte von Tech21 haben so ihre Eigenarten: Die daran befindlichen Klangregelungen sind extrem effektiv, teilweise über die Praxistauglichkeit hinaus. Dazu wirken die Geräte von Tech21 immer ein wenig sachlich und nüchtern. Vintagegeruch und Feenstaub findet man hier nicht.

Eine Beschreibung des Geräts braucht hier sicherlich niemand, die gibt es nebst Foto beim Händler. Kommen wir zu den wesentlichen Fragen: Was kann die Kiste und wie klingt es.

Der Sansamp in der Mitte ist klanglich Richtung Fender ausgelegt. Qualitativ ist das dem Blonde Pedal sehr ähnlich, allerdings nicht so flexibel. Clean ist alles wunderbar, auch der Jazzer wird fündig. Bei stärker aufgedrehtem Driveregler (und/oder aktiviertem Boost) ist auch verzerrter Betrieb möglich. Das geht dann ebenfalls in Richtung aufgerissenem oder angeblasenem Fender-Combo, kann also etwas grätzig und auch bollerig in den Bässen werden, wenn man übertreibt. Vermutlich versteckt sich irgendwo in den möglichen Reglereinstellungen auch noch etwas Richtung Vox, wie gesagt ist Tech21 bei Klangregelungen immer für eine Überraschung gut.

Der Reverb-Regler ist Teil des Sansamps. Auf hochdeutsch: Kein separater Fußschalter. Den Hall finde ich übrigens toll.

Der Booster ganz rechts sorgt für einen ordentlichen Extra-Schub. Hier trübt sich das erste Mal der bis dahin sehr gute Eindruck des FR5 ein wenig, denn der Booster rauscht vernehmlich, während das FR5 sonst sehr, sehr nebengeräuscharm ist. Zum Glück sind alle Fußschalter knackfrei, daher ist das Rauschen in Spielpausen mit einem kurzen Kick auch schnell abgestellt.

Zweiter Fußschalter von rechts: Das ?Plexi-Pedal?. Drive, Level und ein Tone-Poti, bei dem die neutrale Position fast am Rechtsanschlag ist. Da klingt es in meinen Ohren auch am besten. Es ist ein Plexi-Simulator, Highgain ist da nicht drin und Metaller werden das höchstens als müden Crunch bezeichnen. Für Pop, Blues, Fusion und ?klassischen? Rock reicht der Gainbereich für saftigen Rhythmus allerdings locker aus. Wer mehr Gain braucht, tritt beherzt auf den Boost, dann kommt man für die genannten Musikrichtungen auch auf einen tragenden Solosound. Slash käme damit klar, Carlos Santana würde das allerdings nicht gefallen, es wird nicht wirklich cremig und mühelos tragend.

Die beiden Fußschalter links sind für das Delay. Ganz links der Tap-Schalter ? ohne irgendwelche Zusatzfunktionen für punktierte Zählzeiten. Das muss man eintappen lernen.

Das Delay ist zwar digital, tut aber klanglich so, als wäre es analog. Ein Regler mit dem schönen Namen ?Drift? sorgt für Modulation. Bei herunter geregelter Delayzeit lässt sich sich damit eine Art Chorus einstellen. Das muss mit spitzen Fingern eingestellt werden, man wird sehr schnell seekrank.

So viel zu den Einzelkomponenten. Testweise hatte ich das FR5 am Input und Effektreturn eines Transistorcombos, an meinem sehr neutralen AER AG8 und an einer P.A.

Es ist durchaus wichtig, woran man das FR5 anschließt. Der Sansamp hat eine Speakersimulation. Wenn das FR5 nicht an einem Gitarrenamp oder genauer gesagt einer Gitarrenbox plus Endstufe angeschlossen ist, ist die auch nötig. Der Plexi alleine klingt sonst, als würde man ein Zerrpedal an eine P.A. anschließen ? das will niemand. Zwar lässt sich die Speakersimulation nicht abschalten, dennoch lassen sich auch Sansamp und Gitarrenamp gemeinsam betreiben, ohne dass die Simulation stört.

Am Input des Gitarrenamps sieht die Welt also etwas anders aus als an P.A., Aktivmonitor und Effektreturn des Gitarrenamps, denn da stehen weitere Sounds zur Verfügung: Der komplette cleane Gitarrenamp sowie Amp plus Sansamp, Amp plus Boost, Amp plus Boost und Sansamp, Amp plus Boost und Plexi. Wenn man sich fünf Minuten Zeit zum Einstellen der Regler nimmt, lassen sich all diese Möglichkeiten (plus Delay) wunderbar auf einander einstellen. Damit steht die Palette von superclean bis hochgezüchtetem Plexi nebst Delay zur Verfügung.

Worüber reden wir hier qualitativ? Das ist nicht High-End und nichts für Soundfetischisten, hier geht es um Pragmatismus und brauchbare Sounds, die man mit Spaß spielen kann. Ich finde das FR5 sowohl von der Klangqualität als auch vom Spielgefühl besser als ein Mustang Floor.

In einem amerikanischen Forum hat Tech21 geschrieben, dass sich Richie Kotzen dieses Gerät gewünscht hat. Er spielt seine ?Flug-Gigs?, bei denen er wenig mitnehmen kann, über das FR vor einem cleanen Marshall (plus einem Wah davor). Offen gestanden fliege ich selten zu meinen Gigs ? ich muss allerdings mein Equipment auch selbst tragen und aufbauen.

Der große Vorteil des FR5 gegenüber Modeling-Floorboards liegt für mich darin, dann man sich in diesem Gerät nicht in Optionen verlieren kann. Es gelten die Slogans ?what you see is what you get? und ?set and forget?.

Tech21 preist das FR5 als perfektes Backup an. Das FR5 ist mehr als das, es ist eine vollständige kleine Anlage.

Kommen wir abschließend zum Thema Geld und versuchen mal, das FR5 preisgünstig nachzubauen. Dabei gehe ich nicht von den absolut billigsten Komponenten am Markt aus:

Booster: 50 Euro
Marshall in a Box: 100 Euro
Sansamp: 100 Euro
Delay: 50 Euro

Der Straßenpreis des FR5 liegt bei 299 Euro. Die hätte man jetzt ausgegeben. Fehlen noch:

Effektboard: 30 Euro
Patchkabel: 10 Euro
Stromversorgung: 40 Euro

So gesehen ist das FR5 auch preislich ein Schnäppchen.

Bleibt noch ein Minuspunkt: Schade, dass kein Tuner drin ist.
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