RME Octamic XTC

8-Kanal Vorverstärker

  • für Mikrofon-, Instrumenten und Line-Signale
  • 192 kHz A/D Wandlung
  • 8x digital kontrollierte High-End Mic/Line Preamps
  • 1x MADI I/O (optisch)
  • 4x AES/EBU I/O per D-Sub
  • 8 Kanäle @ 192 kHz
  • 2x ADAT Out
  • 8 Kanäle @ 96 kHz
  • 1x ADAT In
  • 4 Kanäle @ 96 kHz
  • 2x Stereo Analog Output (Phones)
  • 1x MIDI I/O
  • 1x wordclock I/O
  • 1x USB Anschluss - Class Compliant Modus für Betrieb als Soundkarte am Apple iPad (benötigt optionales camera connection kit) oder Apple Computer mit OSX (keine weiteren Treiber benötigt)
  • Gehäuse: 19" / 1HE
  • inkl. Opto-Kabel, Manual, Netzkabel

Weitere Infos

Kanäle 8
Anzahl der Mikrofoneingänge 8
Instrumenten Eingang Ja
Röhre Nein
Kompressor/Limiter Nein
Equalizer Nein
De-Esser Nein
Phantomspeisung Ja
Phasenumkehrung Ja
Externer Effektweg Nein
Analoge Ausgänge Klinke
Digitale Ausgänge ADAT, AES, MADI
Kopfhöreranschluss Ja
Pegelanzeige Ja
10 Kundenbewertungen
  • 5
  • 4
  • 3
  • 2
  • 1
4.7 / 5.0
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
5 Textbewertungen Alle Bewertungen lesen
Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung

Eierlegende Wollmilchsau

Maxelott, 19.11.2018
So oder so ähnlich wird ja das Octamic XTC vermarktet. Aber dazu gleich mehr ...

Positiv:
+ Sehr gute, natürliche, nicht färbende AD Wandler.
+ Extrem flexible Routing Möglichkeiten über diverse digitale und analoge Ein- und Ausgangsformate simultan.
+ USB Audio / MIDI Class Unterstützung (und daher auch Einsatz über USB an einem iPad oder iPhone möglich).
+ Alles in allem qualitativ sehr hochwertig.
+ Läuft sehr zuverlässig und stabil.

Negativ:
- Zukauf eines weiteren RME Gerätes wie dem MADIFace USB o.ä. fast unausweichlich (siehe "USB Audio/MIDI Class Unterstützung" unten).
- Optionaler Pad nur auf Eingang 1 bis 4.
- Optionaler Hi-Z (Instrumenten) Eingang nur auf Eingang 5 bis 8.
- Konfiguration und Fehlersuche könnte wesentlich einfacher sein.
- Vorsicht beim Kopfhörer Gain: neigt schnell zur Verzerrung.

Einsatz:
Ich persönlich habe mittlerweile mehrere Octamic XTC im Verbund seit mehreren Monaten im Einsatz und werde wahrscheinlich noch weitere XTCs für weitere Eingangskanäle nachkaufen. Die XTCs laufen bei mir meistens im Verbund über MADI Verbindung und gehen dann alle zusammen über ein MADI LWL Duplex Kabel in ein RME MADIFace USB und von dort aus über ein einziges USB Kabel in einen Mac. Das man so die Eingangskanäle bequem modular jederzeit in seinem Studio skalieren kann ist natürlich schon klasse. Hin und wieder habe ich aber auch die XTCs für einzelne Projekte diverse andere heterogene Setups mit anderen digitalen Geräten verwendet (siehe "Alles geht" unten).

Konfiguration und Stabilität:
Wenn man mal alles richtig konfiguriert hat, dann laufen die XTCs einwandfrei und total zuverlässig stabil. Allerdings empfand ich das erste Einrichten selbst nur mit anfänglich einem XTC und einem RME MADIFace USB doch viel komplizierter als es sein müsste. Doch zu diesem Thema habe ich schon ausführlich in meiner Rezension zum RME MADIFace USB geschrieben, also für mehr Details zum Thema Konfiguration einfach mal meine Rezension dort lesen.

Klang:
Wer einen absolut natürlichen und ungefärbten Klang möchte, der liegt allgemein bei Wandlern von RME richtig, und so liefert auch das Octamic XTC klanglich genau das was man von RME gewohnt ist. Die Besonderheit des XTC im Vergleich zu anderen RME Produkten liegt aber wo anders ...

Alles geht (theoretisch):
Genau das ist (nach wie vor anno 2018) das Alleinstellungsmerkmal des Octamic XTC. Es verfügt über so ziemlich alle im Audio Bereich existierenden Anschlussvarianten, und man kann (zumindest theoretisch) zwischen all diesen unterschiedlichen Ein- und Ausgangsformaten (MADI, ADAT, AES/EBU (und SPDIF mit Adapter), Wordclock, Unsymmetrisch/Symmetrisch XLR, Hi Z Klinke, etc.) beliebig hin und herrouten. Theoretisch deshalb, da man in der Praxis immer mal wieder das Problem mit dem XTC bekommt, dass bei bestimmten Setups im Verbund mit anderen digitalen Kollegen auf einmal einfach z.B. die MADI LED am XTC blinkt und TotalMix auf dem Mac/PC dann rumspinnt. Das Problem nur dabei ist, man erkennt zwar anhand der blinkenden LED am XTC natürlich das *etwas* faul ist, aber das XTC gibt einem keinerlei Hinweis *was* denn genau faul sein könnte. Ich meine das Gerät verfügt über ein TFT Display, da hätte es schon Sinn gemacht wenn man als Nutzer auch irgendwo eine einfache Fehlermeldungen lesen könnte oder gar ein Diagnose Tool integriert hätte. Dieses "Wtf" Problem kann nicht nur mit Geräten anderer (gar exotischer) Hersteller auftreten sondern z.B. auch wenn man die XTCs mit einem Micstasy von RME im MADI Verbund betreiben möchte, also selbst bei einem reinen RME Familientreffen.

USB Audio/MIDI Class Unterstützung:
Das XTC verfügt außerdem über einen USB Anschluss. Damit kann man das XTC ohne Installation von Treibern z.B. sofort als Audio und MIDI Schnittstelle an einem Mac, iPad oder iPhone betreiben, einfach per USB (und ggf. Lightning Adapter bei iPad/iPhone) anschließen und fertig. Das ganze hat jedoch ein paar Haken: der Betrieb über den direkten USB Anschluss des XTCs hat diverse Einschränkungen. Z.B. sind die *insgesamten* Audio Kanäle über USB auf 8 Eingänge & 4 Ausgänge bei 192 kHz, bzw. 24 Eingänge & 24 Ausgänge bei 96 kHz beschränkt. Des Weiteren ist die Verwendung von TotalMix über diese direkte USB Verbindung ausgeschlossen, und letzteres ist mir doch etwas schleierhaft und kann ich mir nur als bewusste produktpolitische Entscheidung durch RME erklären, da ja TotalMix lediglich MIDI Daten zur Fernsteuerung verwendet. Wer also auf TotalMix nicht verzichten möchte und mehr als ein XTC gleichzeitig verwenden möchte, der kommt im Grunde nicht um den Betrieb über MADI und dem weiteren Kauf eines RME Gerätes wie dem MADIFace USB (oder gar ein noch teureres Gerät) herum. Was ich auch suboptimal gelöst finde, ist dass im USB Class Betrieb das XTC automatisch die Standard Samplerate von der jeweiligen Software auf PC/Mac/iOS übernimmt. Und da kommt jetzt wieder die blinkende "Wtf" LED ins Spiel: Meine anderen XTCs laufen z.B. fest mit 96 kHz hin zum Mac, wenn ich jetzt einfach eines der XTCs direkt über USB z.b. als Brücke zu einen anderen PC anschließe, dann schaltet dieses XTC automatisch auf 44.1 kHz, die MADI LEDs fangen an zu blinken und alles spinnt, da sowohl die Clock Raten zwischen den Geräten, als auch die Verteilung der Daten über die einzelnen digitale Kanäle nicht mehr stimmt. Wenn man eine gute und brave Software auf dem PC hat, kann man die Samplerate zwar von dort wahrscheinlich ändern, aber besser wäre es gelöst gewesen, wenn man in den Einstellungen direkt am XTC optional selber die Samplerate im USB Class Betrieb fest auf eine bestimmte Samplerate forcieren könnte. Dann würde das über USB angeschlossene iPad/iPhone/Mac/PC einfach die am XTC festgelegte Samplerate verwenden und man könnte sich diversen Ärger ersparen.

Pad vs. Hi-Z:
Zu beachten ist auch, dass die Pad Option (also Abschwächung es Eingangssignals um -20 dB) nur auf den Eingangskanälen 1 bis 4 zur Verfügung steht. Und andererseits stehen die optionalen Hi-Z (Instrumenten) Eingänge nur auf den Eingangskanälen 5 bis 8 zur Verfügung. Ein Detail das man beim Erstkauf leicht übersehen kann.

Analoge Ausgänge:
Da gibt es nur zwei, nämlich die zwei Kopfhöreranschlüsse an der Front des XTC. Viele andere Geräte haben häufig zu ihren 8 analogen Eingängen auch 8 analoge Ausgänge, aber mal ehrlich, wer braucht die? Dass RME die analogen Ausgänge hier auf 2x Stereo (also 4x Mono) reduziert hat und das Gerät dafür auf 1 HE Platz hat, ist für mich ein sinnvoller Kompromiss. Ich habe ohnehin mehrere XTCs, und da ergo jedes XTC je 2 Stereo Ausgänge hinzufügt, habe ich insgesamt damit mehr als genug Ausgänge um selbst einzelne Künstler mit ihrem individuellen Live-Mix Monitor zu versorgen. Letzteres, also individuelle Mixes für die einzelnen Kopfhörerausänge ist nämlich sehr bequem und einfach über die TotalMix Software fernsteuerbar.

Fazit:
Ich möchte bei keiner Aufnahme mehr die XTCs missen. Mich hat das XTC voll und ganz überzeugt, auch wenn es hier und da gewisse kleinere Schönheitsfehler gibt. Aber natürlich ist das beim XTC schon eher Jammern auf hohem Niveau.
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Zugegeben, es ist 'ne Menge Geld - abe res lohnt sich!

Rainer & Carmen, 31.12.2013
Ich bin im klassischen Bereich unterwegs, und nutze seit einem guten Jahr schon ein fireface UFX, und bin mit diesem schon sehr glücklich.

Nun habe ich seit kurzer Zeit das Octamic XTC, und die ersten beiden Aufnahmen hinter mir.

Das wichtigste für mich ist der Klang, und der ist bei dem XTC einfach genial. Seit der Digitalisierung hatte ich immer mal wieder das Gefühl, dass trotz steigender Abtastraten und Bittiefen, der Klang einfach immer mal wieder unnatürlich wirkt.
Das ist beim Octamic XTC überhaupt anders, er klingt rein und absolut authentisch. Es ist einfach eine Wonne ihm zuzuhören. Schon bei niedrigen Abtastraten klingt es unvergleichlich, was sich bei höheren Abtastraten auch noch steigert.
Klanglich also über jeglche Zweifel erhaben.

Wichtig ist aber auch, dass das Gerät sich sehr sicher einbinden lässt. Ich steuere das XTC wie auch das UFX über firewire und TotalMix. UFX und XTC sind audiomäßig über Adat verbunden. Das Set bediene ich über TotalMix, dazu sind XTC und UFX über Midi verbunden.

Lobend erwähnen muß ich auch noch die Systemstabilität. Bei der letzten Konzertaufnahme schaltete mir jemand mehrfach kurz hintereinander die Sicherung aus. Notbook lief auf Batterie weiter, aber XTC und UFX, sowie die über den Memory-USB-Port angeschlossene Backup-Harddisk waren stromlos.
Ein echter Schock, von dem ich mich aber bald erholen konnte, da das ganze Set ca. 1 Minute später wieder synchron und ohne Sprünge zur Verfügung stand.

Die Phantomspannung macht selbst bei meinen stromhungrigen Mikros lange Kabelwege (> 100m) auch gut mit.

Ich bin also rundum zufrieden, und kann das Octamic XTC nur jedem empfehlen.
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