Presonus StudioLive AR8 USB

8-Kanal-Analogmischpult mit USB-Audio-Interface

  • 8x4 USB 2.0 Audio-Interface (24 Bit/96 kHz) zur Mehrspuraufnahme auf Mac und PC
  • SD-Card-Recorder/Player (Aufnahme: WAV (24 Bit/44,1 kHz), Wiedergabe: WAV und MP3)
  • Bluetooth-4.1-Empfänger für Audiosignale vom iPhone/Smartphone
  • 4 Mikrofoneingänge (XLR) mit Class-A-Mikrofonvorverstärkern
  • 48 V-Phantomspeisung zuschaltbar
  • 6 symmetrische Line-Eingänge (TRS-Klinke)
  • Super-Kanal 13/14: Cinch-Eingang (L/R)
  • 3,5-mm-Stereoklinkenbuchse
  • zuschaltbare Wiedergabe von Bluetooth-Quelle und SD-Card bzw. USB-Playback-Stream (1/2) vom Rechner, die Eingangssignale werden summiert
  • Main-Ausgang L/R (XLR) mit LED-Aussteuerungsanzeige
  • Stereo-Kopfhörerausgang
  • symmetrischer Monitor-Ausgang MON (TRS-Klinke)
  • Digitaleffekt (16 Presets)
  • Stromversorgung: internes Netzteil (Leistungsaufnahme 15 W)
  • inkl. Studio One Artist (DAW-Software) und Capture (Mitschnitt-Software)
  • Systemvoraussetzungen: Mac OS X 10.8.5 oder neuer/ Win 7 32bit/64bit SP1, Win 8 x86/x64, Win 10 x86/x64
  • robustes Metallgehäuse
  • Abmessungen: 305 x 305 x 95 mm
  • Gewicht: 3,2 kg

Weitere Infos

Anzahl der Eingangskanäle 8
Anzahl der Mikrofoneingänge 4
Anzahl der Lineeingänge (Mono/Stereo) 6
Anzahl der Auxwege 1
Phantomspeisung Ja
Klangregelung Ja
Audiointerface USB 2.0

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Presonus AR8 im Vergleich zu Allen&Heath ZED10FX

Wernie, 25.07.2017
Als Gitarrist und Singer/Songwriter habe ich mir vor Jahren einen Allen&Heath ZED10FX als Bühnenmixer zugelegt, ihn aber auch ab und zu für Aufnahmen zuhause verwendet. Jetzt kam der Presonus mit mehr features auf den Markt und ich habe beide getestet und verglichen, mit überraschendem Ergebnis.

Benutzeroberfläche:
Beide Mixer sind fast gleich groß, allerdings hat der Presonus Hochformat, der Allen&Heath ist etwas schlanker und hat Breitformat, was ich besser finde. Der Presonus hat dafür eine hübsche, aufgeräumte und sehr übersichtliche Pultoberfläche mit 43 Potis und 21 Buchsen. Im Vergleich wirkt sie beim Allen&Heath etwas chaotisch und unübersichtlich, was zum Teil durch die höhere Zahl von 58 Potis und 27 Buchsen auf der fast gleichen Fläche bedingt ist.

Roadtauglichkeit:
Beide Mixer sind recht stabil gebaut. Der Allen&Heath hat verschraubte Potis, die sitzen bombenfest. Die Potis beim Presonus wackeln etwas und sind nicht verschraubt. Das ergibt ein billiges Plastikgefühl und nervt mich bei der Bedienung.

Preamps:
Die Qualität eines Mixers steht und fällt mit den Mikrofonvorverstärkern. Der Presonus hat 2 Mikroeingänge mit 50 dB Gain, umschaltbar auf HiZ (1 MegaOhm, 50 dB Gain) und zwei weitere mit 45 dB, umschaltbar auf Stereo. Außerdem gibt es noch den sogenannten Superchannel, einen Stereoeingang mit zusätzlichem Bluetooth und Return für den Zweispur SD Recorder. Leider mangelt es an Verstärkung. Bei dynamischen Mikros und sogar bei manchen Kondensatormikros muss man die Eingänge beim Presonus fast voll aufreißen. Die doppelt belegten MIC/Stereo-Eingänge 3/4 und 5/6 sind besonders schwachbrüstig. Das schränkt die Verwendung im Studio m.E. stark ein.

Im Vergleich dazu hat der Allen&Heath 4 Mikroeingänge mit immerhin je 60 dB Gain, wovon 2 umschaltbar sind auf HiZ (FET input class A) mit 10 MegaOhm und bis zu 66 dB Gain für passive Gitarrenpickups. Außerdem gibt es noch 3 Stereo-Eingänge, wovon einer den USB-Return bildet. Damit schlägt er den Presonus um gute 10 dB, wenn es darum geht, schwachbrüstige Signalquellen zu verstärken und liegt damit im Bereich von preiswerten Studiomixern.

Klang:
Der Presonus klingt sehr sauber und transparent, während der Allen&Heath ein klein wenig fetter daher kommt, besonders der HiZ-Eingang.

EQ: Hier hat der Allen&Heath die Nase vorn mit durchstimmbaren Mitten, der Presonus hat nur eine feste Mittenfrequenz von 2,5 kHz.

Effekte:
Diese klingen bei beiden Mixern sauber und die Presets sind ganz gut gewählt. Höhere Erwartungen erfüllen sie nicht. Für meinen Geschmack klingen die Lexicon-Presets des A&H deutlich lebendiger. Der besondere Vorteil beim A&H ist aber, dass jeweils ein Effektparameter editierbar ist, beispielsweise Nachhallzeit oder Delay. Das ist entscheidend und damit geht hier der Etappensieg an Allen&Heath.

Interface:
Dieser Punkt geht eindeutig an Presonus. Der AR8 hat ein 8x4 kanaliges USB-Interface und unterstützt 24bit/96k. Das Summensignal liegt auf 7/8, man kann es aber auf 1/2 routen, wenn man die Kanäle 1/2 nicht separat aufnehmen will. Außerdem geht die Summe immer auf den SD-Recorder.

Der ZED hat nur 2x2 Kanäle und nur 16bit/44,1/48 kHz. Der ZED hat Record-Tasten um die gewünschten Kanäle auf den Stereo-Aufnahmebus zu routen, der AR8 braucht das nicht, weil man das am Computer macht. Mehrkanalaufnahmen kann man mit dem ZED nicht machen, weil er keine direct outs hat. Beide Pulte sind leider nicht iOS-kompatibel, wohl aber Windows (mit Treiber) und Mac (Plug & Play).

SD-Recorder und Bluetooth:
Diese Features hat nur der Presonus AR8. Man hat aber den Eindruck, dass es sich hier eher um verkaufsfördernde Zugaben handelt, die nicht ganz ausgereift sind. Der Recorder erlaubt es, Live-Sound in 24bit-Stereo mit 44,1 kHz mitzuschneiden. Dabei ist der Aufnahmepegel relativ niedrig, um den Recorder nicht zu übersteuern. Leider ist die Bedienung ziemlich unkomfortabel, weil ein Display fehlt, um wenigstens die Tracknummer anzuzeigen.

Der eingebaute Bluetoothempfänger des AR8 arbeitet nicht ganz nebengeräuschfrei und ist brauchbar für Pausenmusik oder Karaoke mit dem Handy, aber wegen der beschränkten Reichweite kann man sich nicht allzu weit vom Mixer entfernen.

Kopfhöreranschluss:
Beide Mixer liefern ausreichend Saft für einen 250 Ohm Hörer. Allerdings hat der A&H eine praktische Kopfhörerschaltmatrix, die dem Presonus fehlt.

Fazit:
Während der Presonus durch sein 8x4 kanaliges Interface und die einfache Bedienung besticht, kann der Allen&Heath durch verschraubte Potis, bessere Mikrofon- und Gitarren-Vorverstärker, EQs und Effekte glänzen. Die Bezeichnung StudioLive steht somit eher dem A&H zu als dem Presonus. Ich persönlich habe mich entschieden, den Presonus zurückzuschicken und den A&H zu behalten. Nicht zuletzt ist dieser auch preisgünstiger.
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Tolles kleines Helferlein

AndreasSchiro, 25.07.2017
Ich möchte vorausschicken, dass ich bereits den "großen Bruder" des AR8 besitze - den AR16 - und beim Kauf ungefähr wusste, worauf ich mich eingelassen habe.

Warum also noch ein kleines Pult, wenn man schon das große Teil hat? Ich betreibe neben meiner kleinen Medienhütte einen lokalen Radiosender und war es leid, bei kleineren Aussenterminen die Wahl zwischen dem riesigen AR16 oder der Kombi aus einem anderen Pult mit seperatem Recorder zu haben. Ein Recorder ohne Pult hat den Nachteil, dass man wirklich nur Mikros anschließen kann und keine zusätzliche Tonquelle anschließen kann (Musikeinspielungen etc.). Auch sind bei einem Standardrecorder keine Klanganpassungen möglich. Wenn man bedenkt, dass ein seperater brauchbarer Standardrecorder (z.B. Tascam DR 60) mindestens mit 200 Euro zu Buche schlägt, ist das Pult in der vorliegenden Ausstattung mal so ganz nebenbei auch noch ein Preisknaller.

Das AR8 ist in keine besondere Rubrik einzuordnen - ein Mixer mit Aufnahmeoption oder ein Recorder mit umfangreichen Tonoptionen - irgendwas dazwischen. Der Mischerteil ist analog, was ich eher positiv sehe. Die Eingänge sind ohnehin immer analog und für meinen Geschmack klingen Analogpulte (sofern sie so rauscharm sind wie die AR-Reihe von Presonus) sowieso immer natürlicher und satter. Im Digitalteil gibt es die beiden Optionen, das Stereo-Endergebnis ("Summe") über den eingebauten Recorder oder alle Spuren seperat über USB aufzuzeichnen. Man hat also die Wahl. Die zugehörige Software ist auch erste Sahne, auch wenn ich selbst aus Gewohnheit eine andere verwende. Was hier nicht geht (jedenfalls weiss ich nicht wie) ist eine Abnahme der Summe über USB. In unserem Fall ist das blöd, weil wir so über das Pult nur mit etwas Fummelei live streamen können. Bei Aussenterminen werden die Sendungen aber in der Regel eh fast immer aufgezeichnet.

Am AR8 lassen sich trotz der überschaubaren Anzahl der Eingänge eine ganze Reihe Sets realisieren. Bis zu vier Mikros und eine seperate Tonquelle, zwei Mikros mit drei Stereo- oder zwei Mono- und eine Stereoquelle (wenn man die Aux-Eingänge nutzt, auch mehr). Phantomspannung für Kondensatormikros - alles an Bord. Und angenehm rauschfrei. Über den Superchannel kann man mit einem einzigen Eingang alle möglichen Toinspender koppeln. Cinch, Miniklinke und auch Handies über Bluetooth. Telefonate kann man vom Handy übrigens nicht auf den Eingang schleifen, nur die Medienwiedergabe des Handies. Das aber dann in einer tollen Tonqualität. Genial finde ich auch die Option, einzelne Kanäle im laufenden Betrieb seperat anzuhören, ohne dass man das im Mix mitbekommt. Dass bietet nach meinem Kenntnisstand kein anderes Pult in dieser Klasse.

Am Ausgang des Pultes hängt der eingebaute Recorder, der Mehrspur-USB-Ausgang und für andere Spielereien auch ein Analogausgang. Der Recorder ist zugegebenermaßen etwas spartanisch ausgestattet, eine Anzeige wäre ganz nett, wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man das verschmerzen. Die Tonqualität der Aufnahmen ist jedenfalls absolut sauber. Aufgezeichnet wird auch nicht im MP3- sondern im WAV-Format. Mag etwas unpraktisch klingen, wenn man MP3 als Endprodukt benötigt, ist aber was den Klang angeht ein echter Gewinn.

Der einzige Punkt an dem sich in unserer Mannschaft die Geister scheiden, sind die Drehpotis, die aus Platzgründen die Fader ersetzen. Qualitativ nichts zu meckern - wer allerdings etwas dickere Finger hat, sollte etwas aufpassen - die Potis sind größer als bei anderen Mischern dieser Größe und man kommt gelegentlich an das Nachbarpoti, wenn man nicht aufpasst. Abgesehen davon - klare Kaufempfehlung!
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