7. Stimmen des Fells

Jeder Kessel hat abhängig von Durchmesser und Tiefe, Material und Stärke einen eigenen Klang. Ziel des Stimmens ist es, den optimalen Ton und Lautstärke des Kessels (Resonanzton) einzustellen. Selbstverständlich soll der Ton zum Sound der anderen Trommeln passen. Oft wird der tiefstmögliche Ton angestrebt, bei dem das Fell noch vernünftige Spannung hat.

Grundsätzlich können zwischen Schlag – und Resonanzfell Unterschiede beim Stimmen von Toms, Snare und Bassdrum gemacht werden. Als Unterschied werden wegen der Harmonie oft 3 Ganztonschritte genommen.

Die unterschiedlichen Stimmungen:

  • Schlag – und Resonanzfell werden auf den gleichen Ton gestimmt – das bringt größtmögliche Lautstärke und Resonanz.
  • Das Resonanzfell wird höher als das Schlagfell gestimmt – Höhere Durchsetzungsfähigkeit und Transparenz.
  • Das Resonanzfell wird tiefer gestimmt – Mehr Bass Ende mit nachklingendem “BOOOOM”.

TIPP 1: Wenn der Kessel zu sehr nachhallt, hilft ein minimales Verstimmen des Resonanzfells.

Zum Stimmen geht man so vor:

Das Fell liegt gleichmäßig an und ist frei von Falten. Jetzt nimmt man den Finger und klopft das Fell ca. 3cm vom Rand an der Stelle an der man gerade schraubt. Die Schrauben werden wieder über Kreuz abwechselnd gedreht – der Finger folgt. Irgendwann erreicht man den Punkt, bei dem das Fell anfängt zu klingen – das ist der tiefstmögliche Ton. Allerdings hat das Fell jetzt relativ wenig Spannung. Man dreht die Schrauben jetzt mit 1/8 Drehungen (nicht mehr) abwechselnd weiter, bis der gewünschte Ton mit der nötigen Spannung erreicht wird. Der Finger – oder später das Ende des Stocks überprüft dabei den Ton. Das macht man nicht, indem man in die Mitte des Fells schlägt, sondern im zuvor erwähnten 3cm Abstand vom Rand. Korrekturen werden immer nach oben ausgeführt – so wie beim Stimmen der Gitarre. Wenn man also zurückschrauben muss, dann immer etwas mehr, um dann beim Zuschrauben das Spiel aus der Schraube zu nehmen.

Es ist von Vorteil, den Stimmvorgang mit dem Resonanzfell zu starten. Man kann sich so ganz auf den Resonanzton konzentrieren. Später kann man dann leicht von oben am Schlagfell arbeiten.

Snaredrum stimmen

Bei der Snare benötigt das Resonanzfell eine genügend hohe Spannung, damit der Snare Teppich richtig klingen kann. Ist das Resonanzfell zu wenig gespannt, würde der Snareteppich beim geringsten Geräusch zu scheppern anfangen. Außerdem stimmt man das untere Fell hier nicht auf Resonanz. So erhält man einen trockeneren Sound.

Beim Schlagfell muss man auf genügend Spannung achten, damit ein vernünftiger Rebound da ist. Die klassische Stimmung für die Snare ist C. Abgesehen von diesen Ausnahmen ist auch hier ganz wichtig: Stimmschrauben immer über Kreuz anziehen!

Bassdrum stimmen

Bei der Bassdrum will man einen gedämmten punchigen Klang mit großem Tiefenanteil. Dazu reicht es meistens, das Fell gleichmäßig so zu spannen, dass die Falten grade draußen sind. Es ist mehr ein Sound als ein Ton, den man hier anstrebt. Eine innenliegende Dämmung, eine Decke zum Beispiel, sorgt dann für den Rest.

Beim Resonanzfell der Bassdrum geht man genauso vor. Einige Bassdrum-Resonanzfelle haben ein großes oder mehrere kleine Löcher. Frontfelle mit bis zu 6” Löchern haben noch Resonanz. Ein großes Loch ist einerseits zur schnellen Entlüftung des Kessels und andererseits zur Mikrofonierung da. Noch größere Öffnungen, besonders zentral geschnittene Löcher geben dem Frontfell nur noch eine optische Aufgabe, am Klang ändert sich aber wenig. Eine Internetsuche nach “custom skins” lohnt sich.

Ihre Ansprechpartner