Klark Teknik 76-KT

Transistoren-Kompressor / Limiter

  • mit Class-A line Level Verstärker und MIDAS-Übertragern
  • vollständig diskreter Signalweg
  • Auswählen der Ratio per Druckschalter: 4:1, 8:1, 12:1, 20:1
  • extrem schnelles Attack von 20 bis 800 Mikrosekunden
  • einstellbares Release von 80 bis 700 Millisekunden
  • VU-Meter im Vintage-Style
  • trafosymmetrierte Ein- und Ausgänge mit Neutrik XLR-Buchsen
  • eingebautes Universal-Schaltnetzteil 100-240 V / 50-60 Hz
  • Format: 19" / 2 HE
  • Gehäusetiefe: 130 mm
  • Gewicht: 2,8 kg

Weitere Infos

Kompressor Ja
Gate Nein
PEAK Limiter Ja
2-Kanal Nein
Attack/Release regelbar Ja

Hommage zum Kampfpreis

Der Klark Teknik 76-KT ist angelehnt an den legendären Hardware-Kompressor/-Limiter Urei 1176. Das Original stammt in seiner Urform bereits aus dem Jahre 1967 und war er der erste Kompressor auf Transistorbasis. Gerade die Revisionen D und E erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie im Gegensatz zu ihren Vorgängern über rauschärmere Schaltungen und noch über Class-A-Verstärker verfügen. Beim Nachbau orientiert sich Klark Teknik an diesen beiden Modellen, vereint deren Vorzüge mit moderneren Bauteilen (unter anderem von Midas) und dürfte so für preisbewusste Produzenten interessant sein, die weg von den zahlreichen Softwareemulationen wollen.

Attack und Release

Der Attackregler des 76-KT stellt die Zeit ein, die der Kompressor benötigt, um auf Audiosignale zu reagieren, die den Schwellenwert überschreiten. Die Reaktionszeit ist links langsamer und bei Drehung im Uhrzeigersinn schneller. Der Releaseregler stellt ein, wie lange der Kompressor drauf bleibt, nachdem das eingehende Audio den Schwellenwert unterschritten hat. Hier erzeugt eine Drehung zum rechten Anschlag hin eine längere Releasezeit. Im Vergleich zu anderen Hardware-Kompressoren/-Limitern zeichnet sich der Mono-FET-Kompressor durch äußerst schnelle Reaktionszeiten aus.

Einfach zu bedienen

Das Kompressionsverhältnis wird durch Drücken einer oder aller Ratiotasten links neben dem einstellbaren VU-Meter ausgewählt. Die verfügbaren Kennzahlen sind: 4:1 für moderate Kompression, 8:1 für starke Kompression, 12:1 für softes und 20:1 für hartes Limiting. Wie beim Urei 1176 gibt es den damals zufällig entdeckten und äußerst zügellosen „All button“-Modus, der besonders effektiv ist, wenn er auf Drums, Bass, Gitarre und Raummikrofone angewendet wird. Eine Spezialanwendung des „All button“-Betriebs sind die berühmten „In your face“-Vocals.

Über Klark Teknik

Klark Teknik wurde 1974 von den Brüdern Terence und Phillip Clarke gegründet und entwirft und produziert professionelles Audioequipment, das vor allem in der Veranstaltungsbranche zum Einsatz kommt. Das Unternehmen mit Sitz in Kidderminster, Worcestershire, Großbritannien entwickelte eine Reihe neuer Gerätetypen im Audiobereich (unter anderem den DN60 Real Time Analyzer und den DN300 Graphic Equalizer) und gewann 1986 einen der Queen's Awards for Enterprise. Heute ist es zusammen mit Midas im Besitz der Music Group, zu der unter anderem Behringer gehört.

One for the road

Der Klark Teknik 76-KT ist in ein solides Rackgehäuse eingebaut, zwei Höheneinheiten hoch und bietet stabile XLR- und Klinkenbuchsen von Neutrik auf der Rückseite. Das Gerät sollte also gerade im rauen Bühnenalltag und nicht nur im Studio eine gute Figur machen. Im Unterschied zum Original bekam der 76-KT einen Padschalter spendiert, der sehr laute Eingangssignale um 20 dB abdämpfen kann. Ein praktisches Detail ist auch der neu dazugekommene Powerschalter auf der Vorderseite. Das VU-Meter im Vintage-Style ist aber zum Glück geblieben.

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4.5 /5
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Hervorragender FET-Kompressor
Alemao, 13.02.2020
Ich benutze das Gerät in erster Linie direkt vor der AD-Wandlung. Ich habe früher zu meinen Analogzeiten verschiedene Originale gehabt, 1176 LN, 1178 usw. Die Bauausführung steht diesen Originalen in nichts nach. Damals gab es einen Bypass, der aktiviert wurde, indem man die Attackzeit ganz nach links drehte. Beim Klark Teknik 76-KT muss man nun eben die Ratio ausschalten – was den Vorteil hat, dass man sich die Attack-Zeit nicht verstellt. Deshalb hat man das früher auch meist so gemacht.

So, wie der Klark Teknik 76-KT dasteht, ist das ein ganz hervorragender FET-Kompressor, der genau das bietet, was man von dieser Schaltung erwarten darf: Das Signal (schnell) weit abregeln, ohne dass sich der Klang maßgeblich ändert. Bei diesem Preis nach einer Alternative zu suchen ist sinnlos.

Ein Wort zum „Mojo“, weil das natürlich viele beschäftigt. Vorweg aber zur Bauausführung, den 2 HE. Da wird gerne mal kritisiert, dass die Kiste zu sperrig sei. Man konnte die UREIs früher nicht in 1 HE bauen, weil schon die Übertrager-Trafos dafür zu hoch gebaut waren.

Die 2HE machen das Gerät super bedienbar und übersichtlich. Das VU ist die 2 HE wert, es arbeitet sauber und ist auch aus der Entfernung sehr gut zu sehen. Ich meine, das war schlau, die Auslegung nicht zu verändern. Die ist eben bewährt.

Bill Putnam hätte seine UREIs damals genau so gebaut, wie das Klark Teknik heute macht, wenn er gekonnt hätte: Clean.

Das "Mojo" der Originale kommt natürlich vor allem durch die Verzerrungen, also das Klirren zustande. Dies ist zum einen den Übertragern geschuldet gewesen, die man heute allerdings wesentlich besser machen kann. Ein „schlechterer“ Trafokern geht schneller in die Sättigung. Besseres (Kern-) Material und präzisere Dimensionierung vermeidet diesen Effekt weitgehend.

Weiters produziert eine FET-Schaltung ungradzahlige Harmonische, K3, K5 usw. Also ähnllich wie eine Penthodenröhre, die genau deshalb gerne in Git-Amps eingesetzt wird. Ungradzahlige Harmonische sorgen für „Präsenz“. Dieses Problem so einigermaßen in den Griff zu bekommen und so die Vorteile des FET (Feldeffekttransitors) nutzen zu können war der Trick Putnams und seiner UREIs und begründete deren großen Erfolg.

Dabei gilt grundsätzlich für diese Schaltung: je schneller die Release-Zeit, desto mehr Harmonische (also „Klirren“) werden erzeugt. Diesen Effekt nutzt man gerne und bezeichnet ihn als Mojo, denn das bringt Signale im Mix nach vorne. Wenn es also scheppern soll, ist die Attack langsam und Release schnell einzustellen. Und dann kann so ein Original auch richtig schlecht klingen.

Klark Teknik hat meines Erachtens nach die Release-Zeit etwas verlangsamt, um genau zu viel Klirren zu vermeiden. Ein LN war gefühlt schneller, der 1178 (also die Stereo-Version) ohnehin.

Man sollte von Klark Teknik allerdings nichts anderes erwarten, als eine Schaltung möglichst optimiert auf den Markt zu bringen. Was absolut gelungen ist, natürlich.

Man kann Harmonische nämlich auch anders erzeugen. Und man sollte sich lieber die Signatur des Mikros oder Preamps erhalten, als nun immerzu mit einem Kompressor immer dieselbe Signatur zu erzeugen.

Ich komme deshalb zu dem gleichen Schluss, wie viele Kollegen, die früher mit den Originalen gearbeitet haben: Cleaner ist besser, ist universeller einsetzbar.

Vor dem Hintergrund des äußerst attraktiven Preises vielleicht noch folgender Hinweis: Man kann sich zwei Units besorgen. Die erste Unit fängt die Transienten (etwas) ab – Limiter. Und die zweite verdichtet – Kompressor. Schön ist auch die Kombi mit dem Röhrengerät von Klark Teknik, also dem KT-2A hinter dem 76-KT, wenn beide Geräte moderat eingestellt sind. Und dann ab auf die Festplatte. Eine solche Signalkette (Limiter-Kompressor) verleiht dem Signal ordentlichen Druck, ohne es tontechnisch zu zerstören.

Vielleicht helfen meine Ausführungen dem einen oder anderen beim Kaufentscheid. Von mir jedenfalls bekommt dieses Gerät die volle Punktzahl. Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine Stereo-Version, so wie ein 1178. Es würde mich wenig wundern, wenn die auch noch kommt.

Nachtrag 10/2020: Leider, leider fällt auch mein Gerät nun Stück für Stück aus. Zunächst begann das VU-Meter zu "tanzen", hernach war kaum noch auszumachen, ob und wie das Gerät überhaupt noch komprimiert. Wahrscheinlich nach Lust und Laune? Wirklich schade (!), denn der KT wäre auch ein guter Line-Driver und ich hätte mir schon deshalb jetzt fast noch einen Zweiten bestellt. Den Fehler habe ich heute an Thomann gemeldet und werde hier berichten, wie das nun weitergeht.

Da das Netz ist mittlerweile voll von solchen Fehlerbeschreibungen ist, muss auch ich nun annehmen, dass der Hersteller die Produktion nicht voll im Griff hat.

Stand 02.01.2021, nach Anruf meinerseits: Keinerlei Infos seitens Thomann verfügbar, ich muss halt weiterhin warten. Ich bin... erstaunt.

Einige Tage später: Eine freundliche Servicemitarbeiterin von Thomann ruft mich zurück. Sie hätten noch immer nichts vom Hersteller gehört. Um mich nicht weiter warten zu lassen werde man mir das Gerät nun selbst erstetzen. Zwei Tage später war das neue Gerät da.
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Begeistert!
Brüllwürfel, 30.07.2019
Ich habe bisher immer ITB gemischt und die Emulationen der Kompressoren genutzt. Angesichts der Kampfpreise und guten Bewertung habe ich mir je einen 76-KT und einen KT-2A bestellt. Eigentlich mit der Überzeugung, dass kaum ein Unterschied zu den Plugins zu hören sein wird und dass ich einen oder beide wieder retournieren werde. ITB hat halt doch praktische Vorteile vom Workflow her gegenüber der Hardware. Meine Bewertung muss ich dahingehend relativieren, dass ich noch keinen anderen HW-Kompressor gehabt habe und somit keinen Direktvergleich habe.

Nun bin ich einfach nur begeistert. Es IST definitiv ein Unterschied zu den Plugins. Letztlich habe ich beide behalten. Z.B. Vocals zuerst mit dem KT-2A dezent andicken, danach mit dem 76-KT voll nach vorne bringen. Es ist einfach ein Traum. In jedem Fall ist mir das mit der Hardware besser, intuitiver und schneller gelungen als mit den Plugins. Und JA, die Teile klingen irgendwie einfach besser als die Plugins. Kanns nicht beschreiben, wird wohl das vielgerühmte "mojo" sein. Erstaunlich, wie das für den Preis möglich ist.

Ganz grosse Klasse wäre noch ein Blend-Regler um direkt parallele Kompression zu machen, geht aber auch so. Und beim 76-KT der Stereo Link. Deswegen bei den Features nur 4 Sterne.

Sound, Verarbeitung und Bedienung für diesen Preis unglaublich.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.
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Kaufempfehlung
HSR Studio, 27.01.2019
Bin absolut vom KT 76 beeindruckt, Denn im Vergleich besaß ich auch den Warm Audio 76, der deutlich teurer ist. Vielleicht war das ein Montags Gerät, denn ab den mittleren Einstellungen hatte ich ein gut hörendes Eigenrauschen, was beim KT 76 überhaupt nicht ist. Selbst in den höheren Einstellungen ist kaum was zu hören. Wie andere Bewerter schon schrieben, kommt Software an die Hardware nicht ran. Der Klang des KT 76 ist für mich überzeugend, denn das Gerät macht das was es soll. Komprimieren: Und das wirklich gut. Die Verarbeitung ist für Preisklasse hochwertig. Die Drehpotis lassen sich angenehm drehen. Keine Rastereinstellung, die ich persönlich auch besser finde. Der An/Aus Schalter mit der orangen Leuchtdiode geben dem Gerät den gewissen Vintage Charakter. Die Druckknöpfe hätten vielleicht aus Metal sein können. Alles in allem würde ich jedem empfehlen sich das Gerät an zu schaffen, da der Sound und die Verarbeitung bei so einem günstigen Gerät eigentlich in einer höheren Preiskategorie an zu setzen ist
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Nicht nur gut für das Geld
WillBloke, 20.10.2018
Der 76-KT ist nicht nur gut für das Geld, sonder kann auch mit deutlich teureren Vertretern seine Zunft mithalten. In der Hardware Liga konnte er sich mit dem WA76 vergleichen. Hier hatte für mich der 76-KT die Nase vorne. Im Bereich Software habe ich ihn mit einem Waves CLA 76 und einem Slate FG-116 verglichen. Die Plugins sind gut, aber die Hardware ist besser. Bei subtilen Einstellungen ist der Unterschied nicht so groß, aber je extremer die Einstellungen werden, desto größer wird der Vorsprung der Hardware. Im Moment, wenn die Sättigung einsetzt können die Plugins deutlich nicht mehr mit der Hardware mithalten.
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