Great River PWM-501

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1-Kanal Pulsweitenmodulierter Kompressor/Limiter

  • ermöglicht eine schnelle Ansprache wie bei einem FET- und VCA-Kompressor
  • Sidechain-Filter: Hochpass, 20 bis 600 Hz, schaltbar
  • Regler für Ausgangspegel, Threshold, Ratio, Attack, Release
  • Regler für eine stufenlose Feedback/Feedforward-Mischung
  • LED-Meter
  • Stereo-Verkoppelung mit zwei Geräten
  • Bauform: 500er Modul
Erhältlich seit Oktober 2019
Artikelnummer 476131
Verkaufseinheit 1 Stück
Pre-Amp Nein
48 V Phantomspeisung Nein
Kompressor Ja
Limiter Ja
Equalizer Nein
De-Esser Nein
Sonstige Prozessoren Nein
Rack/Frame Nein
Zubehör Nein
999 €
1.284,01 €
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1 Kundenbewertungen

1 Rezension

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Geheimtipp
Fabian79 15.11.2021
Ein Jahr lang habe ich mit mir gerungen, ob ich ich mir dieses Teil holen soll oder nicht. Letztendlich konnte ich nicht widerstehen, jetzt isses hier in meinem Rack und, nach anfänglichem fremdeln, wächst so langsam meine Beeindruckung.

Der PWM-501 verwendet also für die Regelung eine Pulsweitenmodulierung und soll damit, so sagt man uns, extrem schnell sein. Stimmt's? Jep. Das isser. Jeeeeesus effing Christ, das Teil ist SCHNELL! Also ich würd sagen... Attack ist gefühlt INSTANTANEOUS. Wenn man will kann man damit wirklich jede Transiente plattbügeln...und was davon noch an Nanosekündchen übrigbleibt futtert der transformer weg und shaped daraus höchstens angenehme Sättigungsfrequenz-Energie, die das Signal wohltuend artikuliert und präsent macht. Auch die Release Zeiten können wirklich ultraschnell sein, und das beste daran: alles bleibt sauber, es gibt absolut KEINE Verzerrungen, der gesamte Regelbereich ist vorbehaltlos einsetzbar.

Aber der PWM-501 ist nicht einfach *nur* *extrem*, er ist dabei auch saumusikalisch. Die Release-charakteristik ist so ziemlich das musikalischste was ich je gehört habe. Vielleicht nicht in dem Sinne, dass sie der Hüllkurve einen bestimmten "Swing" verpasst, aber definitiv in dem Sinne, dass man den Kompressor praktisch nicht arbeiten hört, selbst bei schnellstem Release-setting. Entspannt man das Release dann etwas, klingt es nochmal smoother. Insgesamt kann man schnell vergessen, dass überhaupt ein Kompressor an ist, so organisch ist das...bis man dann den bypass drückt und denkt "ooohh, okay, SO klang das ohne!...".

Ich möchte das ganze jetzt aber auch nicht zu paradiesisch malen: Der PWM-501 ist schon tricky einzustellen. Man muss schon ein bisschen fummeln und man braucht buchstäblich Fingerspitzengefühl, denn die Regler sind empfindlich, und praktisch alle Parameter hängen interaktiv miteinander zusammen. Besonders Threshold, FeedBack/FeedForward und Attack (im Bereich der schnellsten Zeiten) beeinflussen sich gegenseitig extrem. Dadurch ist der PWM nicht wirklich das optimale tool zum schnell mal draufknallen beim tracking, definitiv kein set-and-forget, es sei denn, man belässt es bei moderaten Settings (aber dann täte es auch was billigeres). Er ist eher ein Präzisions-Werkzeug im Mix, für die kritischen Tracks, bei denen es sich lohnt, über Standard-Plugin-Behandlung hinauszugehen.

Ein Aspekt, der beim PMW-501 anscheinend schnell etwas übersehen wird, weil seine extremen Fähigkeiten in der Gain-Regelung so dominant sind: Der output transformer macht hier wirklich sound und kann einiges an Pegel einstecken! Dementsprechend steht bei mir der output regler auch default-mäßig auf max, und die output meter sind immer im roten bereich. Hier wird nichts matschig, hier zerrt nichts vordergründig, der sound wird einfach nur voller und tighter. Analoge Sättigung so wie man sie sich vorstellt und mit Plugins mit stundenlangem fummeln NICHT hinkriegt.

Der PWM-501 kann schnell und kann kräftig, klingt aber tendenziell nicht so aggressiv wie ein 1176, eher etwas eleganter, etwas "kultivierter". Vocals werden definitiv dick und präsent, um sie aber 1176-mäßig maximal nach vorne zu bringen braucht man vergleichsweise mehr Geduld und muss die Parameter wirklich optimieren. Für maximal pushende Rockvocals ist ein 1176 also schon noch im Vorteil würde ich sagen, aber wenn es das nicht unbedingt sein muss dann kann diese Kultiviertheit auch sehr gut passen. Die Vocals werden dann einfach dick, stehen vielleicht nicht maximal VORNE, aber sehr gut IM Mix...und lassen sich wahrscheinlich umso besser layern. Dabei entstehen pralle WAV-Würste ohne sichtbare peaks, die troztzdem nicht totkomprimiert klingen. Absolut hohes crest factor/loudness-Potential. Auch mit Bass hab ich schon gute Erfahrungen gemacht. Hier ist der stufenlose HPF im sidechain Gold wert. Insgesamt konnte ich Basslines auf eine unauffällige Art unter Kontrolle kriegen, wie ich es, selbst mit Renderzeiten eingerechnet, mit keinen mir bekannten Plugins schneller oder besser hinbekommen hätte. Anyway, Ich bin noch im Anfangsstadium meiner Reise mit diesem Kompressor, aber die Tendenzen zeigen sich halt schon recht deutlich.

Insgesamt von mir eine eindeutige Empfehlung. Great River hat bei mir Eindruck gemacht und ich beäuge auch schon den MP-500NV...


Verdict:

+ fetter, musikalischer transformer Sound
+ super Verarbeitung, hohe Wertigkeit (Kassette ist richtig schwer)
+ unschlagbar schnelle Zeiten
+ verzerrungsfreie Extrem-compression möglich
+ unauffällige, musikalische "Verdichtung" möglich
+ stufenlos regelbarer sidechain Filter
+ sehr gutes metering
+ Transienten-Killer

- nicht für Schnellschüsse
- schwierig zu recallen (da extrem sensible Potis)
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
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