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Passiver Humbucker Tonabnehmer

  • mit überwickelten Spulen und keramischen Magneten
  • die Kraft des aktiven EMG 81 Tonabnehmers mit der Seele eines passiven PAF
  • erzeugt einen ausgewogenen Klang mit straffer Basswiedergabe, glasigen Mitten und knackigen Höhen
  • Stegposition
  • Farbe: Schwarz
  • inkl. EMGs lötfreies Einbausystem: 500k Volume Poti, 500k Tone Poti, Output Jack, Two Pickup In/Out Bus, Befestigungsschrauben & Federn, Tonabnehmer Kabel, 2x Verbindungskabel, Ausgangskabel & Erdungskabel

Weitere Infos

Aktiv Nein
Verdrahtung 4-adrig
Output High
Kappe Ja
Farbe Schwarz
Position Bridge

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Gesamt
Sound
Verarbeitung

Passive Metal-PickUps ? Sagt wer ???

Axel482, 21.07.2014
Ach ja...EMG sagt das...passive Version des Metallica-Sounds...
Dummfug, kann ich so nicht bestätigen. Ich spiele auf den Dingern eigentlich so ziemlich alles, außer Metal vielleicht...aber ich kann sagen: die HZ 4s sind keinen passiven Kopien der aktiven 81er oder 85er. Obwohl man das marktschreierisch als Hersteller ja mal durchaus verkünden darf und Metallica ja nun ein werbeträchtiger Image-Transporteur ist.
Die HZ H4 und H4A sind, mal rein vom Output betrachtet, im Prinzip einzuordnen in der Kategorie der Super Distortion PickUps und genau so benehmen sie sich auch. Als Vergleichswert wird, auch wenn dieses einigermaßen ungenau ist, ja gern der Gleichstromwiderstand herangezogen. Das ist längst nicht alles, was einen Pickup charakterisiert, aber beschränken wir uns mal darauf....PAF liegt so bei 8,5 bis 10 kOhm,
Distortion bei 10 bis 12, Super Distortion bei 12 bis 16....die HZ H4 und H4A haben 13,65 Kilo Öhme, was, nachgemessenerweise, einfach mal so stimmt. Es gibt auch noch Pickups mit WESENTLICH mehr Widerstand, wie den DiMarzio X2N oder den Activator oder den Tesla Plasma 3, DAS sind wirklich passive Metal-Pickups. Wobei allerdings nicht nur die Ausgangsleistung für die Klassifizierung gültig ist...was selbst EMG einfach mal so einräumt.
Die sagen selbst, dass es etliche passive PickUps mit mehr Output gibt, und der typische EMG-Aktiv-Sound mehr auf andern Faktoren beruht.
Wie auch immer...statt Seymour Duncan oder DiMarzio wollte ich mal EMG passiv ausprobieren. Nach reiflichem Studium der diversen Vergleichstests in dem Schrammeleriker-Foren und aufgrund der technischen Daten auf der EMG-Homepage wurden es dann ein HZ 4 in Stegposition und ein HZ4A am Hals einer gebraucht ersteigerten Ibanez GAX 30....ja ja...ich weiß, was ihr jetzt sagen werdet : Agathis...klingt doch nach nix...lackiertes Brennholz.
Auch da wieder der Einwand : Dummfug...klar ist das nix für Paula-Puristen...aber Holz ist kein Stahl, bei dem klar ist : wenn ich dieses und jenes in den Ofen kippe, kommt genau DAS mit diesen und jenen Eigenschaften dabei heraus. Bei Holz kann man Glück haben, oder eben nicht. Vernünftig getrocknetes Agathis klingt in etwa wie Linde, etwas weniger höhenlastig. Das oft angeprangerte Manschen im Sound konnte ich bei der GAX 30 nicht bestätigen...
Jedenfalls nach dem Umbau nicht mehr.
Allerdings ist die Klampfe definitiv von 2004, und da waren laut Ibanez nicht alle GAX 30 aus Agathis, teilweise war es tatsächlich Linde. Möglicherweise ist das eine davon.
Aber zurück zu den PickUps.
Punkt 1. Lieferumfang und Einbau :
Der Lieferumfang ist erfreulich komplett, inklusive Potis, Kontrollplatte für 2 Pickups und alle notwendigen Kabel für den Schnell-Umrüster mit wenig Lust auf Löten. Die Kabel haben vernünftige Längen, sind ausreichend flexibel und einigermaßen vernünftig abgeschirmt.
Allerdings ist es nur der Tatsache zu verdanken, dass die Ibanez das Elektrik-Fach ihrer größeren Schwestern geerbt hat, dass die von mir erweiterte Schaltung hineingepasst hat. Ich hab das Ding erweitert auf ne typisch Paula-Schaltung mit zusätzlichem Out-of-Phase ? Switch und es ist immer noch gut Platz frei...den werde ich allerdings schon noch voll kriegen * lach *.
Man befolge den Rat aus der umfangreichen englischsprachigen Einbauanleitung und parke den überstehenden Teil der recht langen Pickup-Kabel unter den Pickups selbst statt im Elektrik-Fach und dann sollte der Platz auch in engeren Fächer ausreichen. Wer von den Standard-Schaltungen abweichen will, muß auf das EMG-Stecksystem verzichten und eben doch löten und/oder sich kreative Lösungen einfallen lassen. Ist alles machbar, aber es würde zu weit führen, hier jetzt näher darauf einzugehen.
Soviel aber für Bastler : das Rastermaßmaß der EMG-Steckverbinder ist 1 Zehntel Zoll, also 2,54 Millimeter...passende Steckverbinder gibt es als Leiterplattenverbinder oder Modellbauzubehör bei diversen Elekronik-Versendern. Damit kann man seine EMGs samt Potis gleichzeitig steckbar flexibel halten, aber auch individualisieren. Ich habe damit meinen Out-of-Phase-Switch aufgebaut als anschlussfertiges Steckmodul und kann ihn so jetzt jederzeit entfernen, in ein anderes EMG-System integrieren oder austauschen gegen nen Booster, ein Mastervolumen-Poti oder was auch immer....reinschrauben, Stecker umgruppieren, gut ist...
Apropos Stecker : einmal aufgesteckt halten die Dinger bombenfest. Was soll auch passieren?
Wenn man bei der Montage die Potis und Schalter vernünftig angezogen und gegen verdrehen gesichert hat, löst sich da nix. In der Haltbarkeit stehen die Steckverbinder konventionellen Lötverbindungen in nix nach, möchte ich mal so behaupten....
Die Potis funktionieren auch einwandfrei. Zunächst hatte ich mit einem Volumen-Poti am Brigde-Pickup Aussetzer, die mir nicht erklärbar waren...Tausch der Platine und des Potis brachten auch keine Abhilfe...nachdem ich den PickUp-Switch ausgetauscht und die Verkabelung auf Reserved wired gewechselt hatte, haben sich die Probleme plötzlich in Nichts aufgelöst, obwohl der gewechselte Switch laut Messgerät eigentlich in Ordnung war und in einer anderen Gitarre nun auch problemlos vor sich hin switched....
Aber, wer mal Gitarren gekabelt hat, weiß : es gibt Dinge zwischen Stimm-Mechanik und Ausgangsbuchse, die sind weder mit physikalischen Kenntnissen, noch mit Messergebnissen, dem Kamasutra, dem Koran oder dem altem Testament zu erklären...
Allerdings offenbarte das auch eine, leider momentan noch vorhandene Schwächen derPassiven EMGs...nämlich die Ersatzteilversorgung. Offiziell findet die nicht statt. Es ist kein Problem, für AKTIVE EMGs ein einzelnes Poti zu bekommen... Für passive ist es in Deutschland nicht möglich, nicht einmal der deutsche Generalvertrieb kann Ersatz liefern.
Es gibt das Montage-Set für aktive EMGs in Amerika auch in passiv, aber hierzulande kommt man da nicht dran. Wenn man da ein Poti in Verdacht hat, muß das gesamte Set komplett raus und wird ausgetauscht...wenn EMG ernsthaft Fuß fassen will auf dem passiven Sektor, muß sich da ganz heftig etwas tun...um das mal klar rauszustellen : THOMANN kann nichts dafür, das liegt an EMG selbst...ich kann nicht Produkte vermarkten wollen, aber möglicherweise nötige Ersatzteile gleichzeitig nicht zur Verfügung stellen...so was stößt, zumindest MIR ganz bitter auf. Mal als Tipp nebenbei : Als Händler würde ich mir auf eigene Kosten ein kleines Lager an Komplettsätzen ins Regal packen und dem Kunden sagen : okay, schick mir das Poti, wir tauschen dir das aus....es bei mir im Lager in einen Satz, aus dem ich das intakte entnommen habe, zurücklegen und an den Hersteller zur Reklamation einsenden.
Kann nicht sein, dass man den Endkunden da DERARTIG hängen lässt....nichtsdestrotrotz liegt die Schuld immer noch beim Hersteller....und wenn EMG da nix ändert, werden die passiven EMGs nicht wirklich ne Chance haben...vielleicht sollte das denen mal irgendwer klar machen...
Punkt 2 : Verarbeitung
Die EMG kommen im Komplettset, chic verpackt und mit abgezählten, gruppenweise einzeln verpackten Zusatzteilen...da gibt´s nix zu maulen...Alle Steckverbinder packen ordentlich zu und wenn man die Gitarre nicht gerade 36 Stunden auf einer bei 1800 Umdrehungen pro Minute schleudernden Waschmaschine mit schlecht ausgewuchteter Trommel stehen lässt, sollte sich da auch nix lösen.
Von den Maßen her passen sie problemlos in jede Standard-Humbuckerfräsung, so diese eben paßgenau gemacht ist. Da die Pickups allerdings als Austausch-Pickups gedacht sind ist zu beachten: Unbedingt die mitgelieferten Schrauben benutzen. Die Schrauben der auszutauschenden Pickups weisen wahrscheinlich metrisches Gewinde auf, die EMGs hängen an Zollgewinde-Schrauben. Wer versucht, DA metrische Schrauben in die Löcher zu bekommen, kommt maximal 2 Gewindegänge weit, bis gar nix mehr geht...anders sieht es mit den Federn aus. Die EMG-Federn rein stur zylindrisch und sehen aus, wie aus einem Kugelschreiber entlaufen...bei dem mag das ja auch Sinn haben. Wer an den alten Pickups einseitig oder beidseitig konische Federn hat, sollte die weiter benutzen. Hat den Vorteil, das man oben und/oder unten größere Auflagen hat, was die Neigung des Pickups, im Einbauschacht zu kippeln, ein wenig reduziert. Bei nur einseitig konischen Federn gehört die ?dickere? Seite überings nach oben...ich baue generell straffere Federn aus dem Modellbau oder dem Werkzeugbau ein, die über die gesamte Breite des Haltebügels gehen und gewöhne damit schon seit Jahrzehnten allen Pickups das Kippeln ab.
Sowohl der HZ H4 als auch der HZ 4A sind Klingenhumbucker und verzichten auf einstellbare Polepieces, was bei komplett vergossenen Pickups, die sowohl am Hals, als auch in Stegposition zum Einsatz kommen können Sinn macht, die beweglichen Teile auf Null reduziert und damit auch das Vergießen und Versiegeln extrem erleichtert und den Effekt optimiert. Das minimiert die Mikrofonie und die Dinger dürften nebenbei auch noch einigermaßen unkaputtbar sein.

Punkt 3. Der Sound:
Wie eingangs schon erwähnt : die Dinger sind kein passiver Abklatsch ihrer aktiven Originale.
Sie weisen tatsächlich eine extreme Dynamik in der Lautstärke auf, die über die mitgelieferten, den Messungen nach erstaunlicherweise offensichtlich linearen Potis überraschend gut dosierbar ist. Ich spiele auf den beiden Klampfen, die ich bisher damit ausgerüstet habe, hauptsächlich Blues sowie Soft- und Hardrock...da ich nicht mehr ganz der Jüngste bin, so in Richtung Deep Purple, Jethro Tull, Cream, The Doors, Grateful Dead aber auch den leider kürzlich verstorbenen Johnny Winter, Gary Moore oder Gun´s n´Roses...
Das können sie perfekt...die Dinger können sowohl brüllen, als auch singen. Die Pickups selbst lasse ich in der Lautstärke so mit etwa 60 bis 70 % in den Amp schwappen und stelle den Gain da auf gerade beginnende Verzerrung ein, dabei klingen sie wunderbar klar und differenziert. Voll aufgedreht liefern sie dann ein richtiges Brett ab mit Feedback, umkippenden Obertönen und allem was einem die persönliche Sonne aufgehen lässt und die Nachbarn in den Wahnsinn treibt....und in die Frage ?Wie kann denn DER alte Knochen noch so nen Krach machen...und sich darüber auch noch freuen??
Ich habe mich für die Kombination HZ 4 am Steg und HZ 4A am Hals entschieden aufgrund der Daten des Herstellers...der HZ4 am Steg und der HZ3 am Hals wären sich einfach zu ähnlich gewesen in Sachen Resonanzfrequenz und Output...aber genauso ist der H3 ja definiert : Klingt wie´n H4 , nur nicht ganz so Vollgas. Im Prinzip also zwei gleiche Pickups mit auf die Einbaupositionen kalibrierten Outputs.
Genau das wollte ich nicht, da kommt dann leicht Langeweile auf, daher der H4A am Hals.
Die heben sich einzeln voneinander wirklich gut ab. Der H4 am Steg ist sehr höhenbetont und liefert verzerrt brilliante Höhen mit umkippenden Obertönen und messerscharfen Bässen.
Der H4A am Hals ist eher mittenbetont, liefert satte Bässe und ein massives Mittenfundament.
Beide Pickups bleiben jedoch immer sehr differenziert und liefern keinen manschigen Einheitsbrei ab sondern tatsächlich vernünftige Akkorde, egal wie hoch man sie aussteuert.
Auf jeden Fall keine Pickups für Leute die meinen, sie müssten nur verzerrt genug spielen, dann hört man die Fingerpatzer nicht mehr. Weit gefehlt, die Dinger verzeihen auch verzerrt nix an abgerutschten Fingern, ungewollten Bendings oder ähnlichem.
Trotz, oder vielleicht gerade aufgrund der durchgehenden Polbalken werden auch bei verzerrten Akkorden die Einzelsaiten überraschend gut definiert abgebildet. Als positiver Nebeneffekt der durchgehenden Polbalken gibt es auch bei extremen Bendings keine Lautstärkespannungen wie sie beim Ziehen (oder besser: Drücken) der Saite über einzelne Polepieces bei Pickups herkömmlicher Bauweise auftreten können. Generell sind die EMG PickUps auch in der Ansprache sehr empfindlich und reagieren sehr gut und spontan auf Änderung der Anschlagweise oder Anschlagstärke. Ebenso reagieren sie sehr empfindlich auf die Höheneinstellschrauben der Rahmen und lassen sich damit gut untereinander dosieren, wobei der Halspickup doch deutlich weiter als sonst in den Korpus hereingeschraubt werden muß um die Lautstärken anzugleichen. Ebenso wie an den unterschiedlichen Charakteristika der Sounds dürften die verbauten Magnete daran nicht unschuldig sein. Subjektiv ist der HZ4A mit den Alnico-Magneten in beiden Einbaupositionen entschieden lauter und dominanter, vom Sound her passt er aber nun einmal in Halsposition besser, zumindest was meine Vorstellungen angeht.
Vom Sustain her gibt es auch nicht wirklich etwas zu meckern. Je nach Einstellung von Volumenregler und Gainregler am Amp irgendwas zwischen ausreichend bis unendlich.
Dabei muß man sich aber eines immer vor Augen führen: egal, was da hinten am Kabel dranhängt oder was da unter den Saiten verbaut ist: zu 98,7 % macht der Finger den Sound.
Und die EMGs geben das Wesen von Gitarre und Spielweise recht authentisch wieder, keineswegs kalt und ohne Dynamik. Vollgas können sie auch, aber man kann sie auch sehr gut für die nicht ganz so knallharte Gangart benutzen.
Es sind eben KEINE passiven Metallica-Abklatsche, sondern durchaus brauchbare Super Distortions.
Punkt 5. Nebengeräusche :
Sind die Dinger Nebengeräuschfrei ? Immerhin steht ja EMG drauf...
.....öhmmmm...nöö. Nicht wirklich. Sie sind leiser als vergleichbare andere Hi-Gain-Pickups, was der Bauweise geschuldet ist. Komplett geschlossen, vergossen, verkapselt und geschirmt.
Dennoch: hoher Gleichstromwiderstand = viel Spulendraht...somit viel antennenmäßige Empfindlichkeit für Einstrahlungen und bei hohem Gain am Ampeingang auch Geräusche...
Eigentlich.
Uneigentlich schirme ich alle meine Gitarren extremst gründlich ab. Zwar knipse ich die Stegerdung NICHT ab (warum sollte ich, wäre ja komplett hirnrissig) , aber trotzdem sind meine Gitarren derartig gut geschirmt, dass ich selbst bei extremstem Gain und extremstem Amp-Output keinen Unterschied höre zwischen Hand am Steg, bzw. Finger an den Saiten und beiden Händen von der Klampfe weg. Ich betreibe da auch ein kleines bisschen Aufwand...grundsätzlich, auch innerhalb des E-Faches und zwischen allen Bauteilen NUR geschirmte Kabel. Selbstklebende, extrem dicke Aluminium-Folie mit leitendem (!!!) Kleber (macht das setzen von Lötpunkten um einzelne Stücke zuverlässig elektrisch zu vernetzen überflüssig) darüber zusätzlich drei Schichten Abschirmlack und zwar in ALLEN Hohlräumen, in denen irgendwas stromführendes rumliegt... Um ungewollte Masseschlüsse zu vermeiden im Bereich der offenen Anschlussseiten von Schaltern oder Potis Isolierfolie über der Schirmung...
Da gilt halt : wenn du beide Hände von der Gitarre nimmst und sie wird dabei auch nur MINIMAL lauter, DANN stimmt irgendwas mit deiner Abschirmung nicht...also : Schraubenzieher inne Hand und alles noch mal auseinander, solange bis Ruhe herrscht.
Tendenziell sind passive EMG deutlich geräuschfreier als andere passive....aber um sie wirklich absolut ruhig zu stellen, braucht es eben eine sowieso gute Abschirmung. Und die kostet nicht wirklich Geld, nur ein bisschen Arbeit. Da schludern auch ALLE Hersteller, nicht nur die Billigheimer und auch etwas teurere Gitarren haben da noch einiges an Nachholbedarf....
6. Fazit :
Die passiven EMG sind wesentlich besser als ihr Ruf und allemal besser als viele standardmäßig verbaute PickUps in Gitarren der unteren bis mittleren Preisklassen. Sicher gibt es bessere, oder prestigeträchtigere für den doppelten oder dreifachen Preis. Aber die Kombination HZ H4 und H4A ist sehr vielfältig einsetzbar und deckt ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten ab. Wer mag, kann die Dinger auch noch splitten, Out-of-Phase schalten oder was auch immer. Da stößt dann allerdings das EMG-eigene Stecksystem an seine Grenzen und es ist Schluß mit lötfrei.
Für die gängigsten Standard-Schaltungsvarianten ist das Stecksystem allerdings gut ausgestattet und macht dadurch das Aufrüsten schwächelnder Klampfen zügig und einfach zu bewerkstelligen.
Ein Minuspunkt ist bei den passiven EMGs das weitgehende Fehlen von einzeln erhältlichen Komponenten oder Ersatzteilen, die derzeit nur in USA wirklich erhältlich sind, während die Teileversorgung bei den aktiven EMG-Systemen auch in Deutschland gewährleistet ist.
Da muß EMG eindeutig noch ganz heftig vertriebsmäßig dran arbeiten, sonst werden sich diese, vom Preis/Leistungsverhältnis her eigentlich hervorragenden passiven EMGs auf Dauer nicht wirklich am Markt halten können. Wenn es nicht möglich ist, aus welchem Grund auch immer, ein einzelnes Original-EMG-Poti in 500 KiloOhm zu bekommen, dann sagt sich der Kunde irgendwann ?Dann eben gar nicht, ihr könnt mich mal !? Wenn ich dann doch wieder löten muß....oder ALLES komplett ausbauen und einschicken, dann kann ich auch gleich was anderes kaufen.
Daher ein Punkt Abzug in der Verarbeitung.
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Metal pur inklusive Kabelsalat ;)

11.02.2016
Ich habe mir den EMG H4 für ein spezielles DIY Projekt zugelegt. Er hat, zusammen mit den Seymour Duncan Hotrail-1B und -1N, in meiner Strat eine neue Heimat gefunden. Der H4 sollte an die Reihe kommen, falls es wirklich hart zur Sache geht.

Beim Einbau hatte ich jedoch so meine Probleme. Der H4 kommt mit extrem langen Schrauben die, zumindest in meiner Strat, nicht einmal unter das Schlagbrett passen wollen. Der dicke Seitenschneider löste dieses Problem aber schnell ;-). Ich habe das EMG eigene Steckverbinder-System nicht genutzt und den PU auf die althergebrachte Art mit dem Lötkolben verkabelt (Schande über mich, ich weiß :-)). Nach dem Einbau bemerkte ich dass der Pickup sehr dünn und fusselig klang (typisch für Out of Phase). Also Schlagbrett ab, Plan in die Hand und ab dafür. Laut Plan war alles richtig verkabelt. Mein Messgerät widersprach dem jedoch. In der Fertigung muss somit wohl ein Fehler bei der Verkabelung passiert sein. Alles halb so wild, dem Messgerät vertrauend schloss ich den PU wieder an und siehe da, er funktionierte.

Was den Sound angeht überraschte mich der kleine schwarze Kerl jedoch mehr als positiv. Er hat wirklich sehr viel von einem aktiven Pickup, vor allem das Attack ist erstklassig. Der H4 ist eine absolute Metalmaschine, was man am besten im High Gain Bereich sieht. Trotz Übersteuerung ohne Ende bleibt er erstaunlich klar und differenziert. Man hört bei Akkorden deutlich jeden einzelnen Ton heraus und bei einzel angeschlagenen Tönen (speziell am oberen Ende des Griffbrettes) fängt der H4 wunderschön das Singen an.
Aber auch clean kann der PU (überraschenderweise) sehr überzeugen. Was ihm fehlt sind die Mitten (klar, Metalpickup). Einen warmen Cleansound wird man nie herzaubern können. Aber man kann ihm, vor allem gesplittet, doch einen wirklich stratocasterähnlichen Ton entlocken (obwohl er doch etwas steriler klingt als das Original), was mir natürlich bei meiner Gitarre sehr entgegen kommt.

Daher mein Fazit, ich würde ihn mir jederzeit wieder kaufen. Die falsche Verkabelung ist zwar ärgerlich aber kein Weltuntergang und hoffentlich ein Versehen gewesen.
Der 1A Sound den dieser Pickup liefert entschädigt aber allemal für diesen Fehler.
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