{"id":30336,"date":"2021-08-19T13:00:05","date_gmt":"2021-08-19T11:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/?p=30336"},"modified":"2021-08-24T17:55:20","modified_gmt":"2021-08-24T15:55:20","slug":"der-balanceakt-mit-der-symmetrie-von-kabelverbindungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/gear\/der-balanceakt-mit-der-symmetrie-von-kabelverbindungen\/","title":{"rendered":"Der Balanceakt mit der Symmetrie von Kabelverbindungen"},"content":{"rendered":"<p>Um <strong>Audiosignale<\/strong> per Kupferkabel von A nach B, von B nach C oder zu sonstigen Buchstaben des Alphabets zu schicken, gibt es zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Arten, von denen so gut wie jeder Musiker schon einmal geh\u00f6rt haben d\u00fcrfte: <strong>symmetrisch oder unsymmetrisch<\/strong>, in feinstem Denglisch auch \u201e<strong>balanced<\/strong>\u201c und \u201e<strong>unbalanced<\/strong>\u201c genannt. Mythen ranken sich um diese Symmetrie wie die Kabel von <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/in_ear_hoerer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>In-Ear-H\u00f6rern<\/strong><\/a> um den Schl\u00fcsselbund in der Hosentasche. Dabei ist das alles gar nicht so kompliziert.<\/p>\n<p><strong>Symmetrische Kabelverbindungen<\/strong> wurden einst erdacht, um eine Grundproblematik beim Verkabeln von Audiosignalen m\u00f6glichst gering zu halten: <strong>St\u00f6rger\u00e4usche<\/strong>, die von au\u00dfen auf das <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/kabel_stecker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Kabel<\/strong><\/a> einwirken. Dass sie <em>entstehen<\/em>, l\u00e4sst sich nicht vermeiden, dass man sie nachher <em>h\u00f6rt<\/em> hingegen schon: Dazu wird das Audiosignal, bevor es auf die Reise geschickt wird, dupliziert und \u00fcber zwei separate Adern geschickt. Die Tatsache, dass es immer auch einen \u201eR\u00fcckweg\u201c geben muss, kann man bei dieser Betrachtung erst einmal au\u00dfen vor lassen. Wichtiger: Eines der beiden Signale wird <strong><em>invertiert<\/em><\/strong>, also in der Phase gedreht. Diesen Vorgang nennt man <strong>Symmetrierung<\/strong> \u2013 wenn man sich die zugeh\u00f6rige Grafik ansieht, versteht man, wo dieser Begriff herkommt:<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_a2_symmetrisch_rz_deu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30337 alignleft\" src=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_a2_symmetrisch_rz_deu-300x276.jpg\" width=\"323\" height=\"286\" \/><\/a><\/em>Am anderen Ende des<a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/kabel_stecker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong> Kabels<\/strong><\/a> k\u00f6nnen nun nicht beide <strong>Signale<\/strong> einfach zusammengemischt werden, denn dann w\u00fcrden sie sich gegenseitig ausl\u00f6schen. Stattdessen wir das <strong>phaseninvertierte Signal<\/strong> wieder zur\u00fcckgedreht und mit dem \u201erichtig gepolten\u201c addiert. Damit ist nichts gewonnen? Doch! Wenn n\u00e4mlich ein St\u00f6rsignal w\u00e4hrend des <strong>Kabelwegs<\/strong> auf das Signal einwirkt, dann tut es das bei beiden Signalteilen, also dem \u201e<strong>richtig<\/strong>\u201c und dem \u201e<strong>verkehrt<\/strong>\u201c <strong>gepolten<\/strong>, in die gleiche Richtung. Bei der <strong>Desymmetrierung<\/strong> im Empfangsger\u00e4t wird durch das Invertieren das St\u00f6rsignal auf der zweiten Ader pl\u00f6tzlich negativ und l\u00f6scht sich mit dem positiven aus \u2013 schwuppdiwupp, das St\u00f6rsignal ist weg. Das kennt auch jeder aus dem Matheunterricht: x + (-x) = 0. Dem Audio-Nutzsignal ist das egal, denn es wurde vorsichtshalber ja zuvor schon invertiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_b_stoersignal_02_rz_deu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-30339 alignright\" src=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_b_stoersignal_02_rz_deu-300x276.jpg\" alt=\"\" width=\"233\" height=\"221\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ihr seht: <strong>Symmetrische Verbindungen<\/strong> sind eine pfiffige L\u00f6sung und n\u00fctzlich. Sie lohnen sich vor allem dann, wenn <strong>l\u00e4ngere Strecken zur\u00fcckgelegt<\/strong> werden m\u00fcssen und wenn <strong>andere Ger\u00e4te st\u00f6rend<\/strong> sein k\u00f6nnen \u2013 also prinzipiell schon in jedem <strong>Heimstudio<\/strong>. Aber: Das leidliche <strong>Netzbrummen<\/strong> von 50 Hz l\u00e4sst sich durch symmetrische Verbindungen nicht beerdigen, denn das hat etwas mit der Masseverbindung zu tun. Und das steht auf einem anderen Blatt \u2026<\/p>\n<p>Damit symmetrische Verkabelung zwischen Ger\u00e4ten funktioniert, m\u00fcssen sowohl das <strong>Quell-<\/strong> als auch das <strong>Zielger\u00e4t<\/strong> mit dieser <strong>Option<\/strong> ausgestattet sein. <strong>Mikrofonsignale<\/strong> sind eigentlich immer symmetrisch, weil sie durch den niedrigen Level vor dem Preamp extrem niederpegelig und damit anf\u00e4llig sind. Instrumentensignale hingegen sind so gut wie immer unsymmetrisch. Die Wahl hat man bei <strong>Line-Signalen<\/strong>, zum Beispiel vom Hardware-Synth zum <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/audiointerfaces1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Audiointerface<\/strong><\/a>. Sind Line-Buchsen als <strong>XLR<\/strong> ausgef\u00fchrt, kann man von symmetrischer \u00dcbertragung ausgehen, ebenso, wenn sie als <strong>TRS<\/strong> gekennzeichnet sind, was auch \u201esymmetrische (aha!) Klinke\u201c genannt wird. \u201eTS\u201c hingegen bezeichnet eine gro\u00dfe Klinke, der der zus\u00e4tzliche Kontakt f\u00fcr das invertierte Signal fehlt \u2013 die \u00dcbertragung ist dann unsymmetrisch. Vor allem preiswerte <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/audiointerfaces1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Audiointerfaces<\/strong><\/a> und manche <strong>Audiohardware<\/strong> verzichten auf Symmetrierung, denn diese kostet den Hersteller Geld f\u00fcr die notwendigen Bauteile.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_a1_unsymmetrisch_rz_nl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-30338\" src=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/blog_sym_a1_unsymmetrisch_rz_nl-300x138.jpg\" width=\"324\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/blog_sym_a1_unsymmetrisch_rz_nl-300x138.jpg 300w, https:\/\/www.thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/2\/2016\/08\/blog_sym_a1_unsymmetrisch_rz_nl.jpg 760w\" sizes=\"(max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/a>Aber keine Angst: Falls man irgendwelche Komponenten \u201emischt\u201c, also ein unsymmetrisches Kabel oder ein unsymmetrisches Ger\u00e4t mit symmetrisch arbeitenden kombiniert, kann nichts kaputtgehen, im ung\u00fcnstigsten Fall w\u00fcrde man einfach nichts oder fast nichts h\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens gibt es den Unterschied von \u201e<strong>balanced<\/strong>\u201c zu \u201e<strong>unbalanced<\/strong>\u201c auch bei <strong>Digitalsignalen<\/strong>, denen St\u00f6rger\u00e4usche insofern etwas anhaben k\u00f6nnen, als dass das Signal beim Empf\u00e4nger nicht mehr korrekt gelesen und fehlerfrei rekonstruiert werden kann: <strong>Koaxiales S\/PDIF<\/strong> und <strong>AES\/EBU<\/strong> unterscheiden sich in ihrem Datenformat fast gar nicht, daf\u00fcr aber in der <strong>Schnittstelle<\/strong>: Ersteres nutzt eine unsymmetrische <strong>Cinch-Buchse<\/strong> (\u201eRCA\u201c), <strong>AES\/EBU<\/strong> hingegen die dreipolige, symmetrische <strong>XLR-Verbindung<\/strong>.<\/p>\n<h3><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n<p><strong>Symmetrische \u00dcbertragungswege<\/strong> sind \u00fcberall dort angesagt, wo es auf eine m\u00f6glichst <strong>st\u00f6rungsfreie Signalf\u00fchrung<\/strong> ankommt. Bei <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mikrofone.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mikrofonen<\/strong><\/a> ist diese Art der Signalweiterleitung <strong>Standard<\/strong>, bei sonstigen Anwendungen, wo Signalquelle und -ziel \u00fcber die entsprechende Ausstattung verf\u00fcgen (<strong>XLR- oder\u00a0 TRS-Anschl\u00fcsse<\/strong>) sehr oft sinnvoll. Vor allem dann, wenn es um <strong>lange Kabelwege<\/strong> geht oder die Umgebung f\u00fcr <strong>St\u00f6reinstreuungen<\/strong> sorgt, sind symmetrische Verbindungen das Mittel der Wahl. Zus\u00e4tzlich transportieren symmetrische Kabel bei Bedarf die <strong>Versorgungsspannung<\/strong> (Phantomspeisung) f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mikrofone.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mikrofone<\/strong><\/a> oder aktive <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/search_dir.html?bf=&amp;sw=DI-Box\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>DI-Boxen<\/strong><\/a>. Grunds\u00e4tzlich gilt: Bei <strong>Musikern<\/strong>, die ihr Instrument mit einem <strong><a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mikrofone.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mikrofon<\/a> abnehmen<\/strong>, sind <strong>symmetrische Kabel<\/strong> Pflicht.<\/p>\n<p><strong>Gitarristen<\/strong> und <strong>Bassisten<\/strong> kommen mit symmetrischen Kabeln eher seltener in Ber\u00fchrung, denn von der <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/gitarren_baesse.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Gitarre<\/strong><\/a> zum <strong>Pedalboard<\/strong> oder <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/e-gitarren_verstaerker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Amp<\/strong><\/a> wird mit unsymmetrischen Kabeln gearbeitet. Bei langen Kabelwegen kann man zur Aufrechterhaltung der <strong>Klangstabilit\u00e4t<\/strong> unter Umst\u00e4nden noch einen <strong>Buffer-<a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/e-gitarren_verstaerker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amp<\/a><\/strong> zum Einsatz bringen. Lediglich bei der <strong>Mikrofonierung des <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/e-gitarren_verstaerker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amps<\/a><\/strong> oder der<a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/lautsprecher.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong> Lautsprecherbox<\/strong><\/a> oder wenn das Gitarrensignal per Line-Out in den <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mischpulte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mixer<\/strong><\/a> gesendet wird, sind symmetrische Kabel notwendig.<\/p>\n<p><strong>Keyboarder<\/strong> nutzen f\u00fcr <strong>kurze Kabelwege<\/strong> ebenfalls <strong>unsymmetrische <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/kabel_stecker.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kabel<\/a><\/strong>, an den Keyboards ist aber meist auch ein <strong>TS-Anschluss<\/strong> zu finden. Bei <strong>l\u00e4ngeren Wegen<\/strong> wird oft eine <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/search_dir.html?bf=&amp;sw=DI-Box\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>DI-Box<\/strong><\/a> zwischengeschaltet \u2013\u00a0und dann geht es mit <strong>symmetrischer Verkabelung<\/strong> in die Stagebox und weiter zum <a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mischpulte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mischpult<\/strong><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Balanced oder unbalanced? Das ist hier die Frage. Wir haben euch ein paar Gedanken zu diesem Thema zusammengetragen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":30814,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"tblog_post_audio_url":"","footnotes":""},"categories":[922],"tags":[],"class_list":["post-30336","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gear"],"category_colors":{"color_key":"gear","css_classes":{"text":"cat-gear","text_light":"cat-gear-light","bg":"cat-bg-gear","bg_light":"cat-bg-gear-light","border":"cat-border-gear","text_on_bg":"cat-text-on-gear"}},"reading_time":{"minutes":4,"formatted":"4 Min."},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30336","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30336"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30336\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30814"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30336"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30336"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30336"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}