{"id":249486,"date":"2018-07-26T11:00:50","date_gmt":"2018-07-26T09:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/?p=249486"},"modified":"2023-05-04T12:07:32","modified_gmt":"2023-05-04T10:07:32","slug":"8-abgedrehte-und-informative-fakten-zum-mysterium-ohrwurm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/inspire\/8-abgedrehte-und-informative-fakten-zum-mysterium-ohrwurm\/","title":{"rendered":"8 abgedrehte und informative Fakten zum Mysterium Ohrwurm"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eine Melodie, die man stunden- oder tagelang nicht mehr loswird. Ein Song, der langsam anf\u00e4ngt zu nerven, weil er sich wie eine Klette an die Hirnwindungen klammert. Aber du findest in dir selbst keinen Knopf zum Ausstellen. Anfangs war\u2019s ja ganz witzig. Aber ab der sechsundneunzigsten Wiederkehr w\u00fcrdest du die Melodie am liebsten erw\u00fcrgen. Ist nun mal ein wenig problematisch, mit der Endlosschleife von \u201eDie immer lacht\u201c oder dem gr\u00f6lenden D\u00f6pd\u00f6pd\u00f6p D\u00f6b\u00f6d\u00f6pd\u00f6pd\u00f6p aus \u201eMaria I like it loud\u201c von Scooter einzuschlafen oder treffender ausgedr\u00fcckt: nicht einzuschlafen. Hier ein paar Informationen zum Thema Ohrwurm &#8230;<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>1. Eine Ohrwurm-Formel gibt es nicht<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>K\u00f6nnte man exakt definieren, wie ein Ohrwurm funktioniert, w\u00fcrde man damit vermutlich einen Haufen Geld verdienen. Schlie\u00dflich w\u00e4re damit das Geheimnis gel\u00fcftet, wie man einen Welthit schreibt. Funktioniert so nat\u00fcrlich nicht. Zwar gibt es Studien von diversen Wissenschaftlern. Da wird \u00fcber spezielle Intervalle, die Reduktion auf das Wesentliche und vieles mehr gefachsimpelt. Theorien k\u00f6nnen das Ph\u00e4nomen nur oberfl\u00e4chlich eingrenzen und sind f\u00fcr uns Musiker schwer greifbar.<\/p>\n<div style=\"width: 100%; height: 0; padding-bottom: 75%; position: relative;\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"giphy\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBjbGFzcz0iZ2lwaHktZW1iZWQiIHN0eWxlPSJwb3NpdGlvbjogYWJzb2x1dGU7IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vZ2lwaHkuY29tL2VtYmVkL2t1NUVjRmU0UE5HV0EiIHdpZHRoPSIxMDAlIiBoZWlnaHQ9IjEwMCUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49ImFsbG93ZnVsbHNjcmVlbiI+PC9pZnJhbWU+\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/5\/2025\/06\/cb-no-thumbnail.png')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Giphy<\/strong>. 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Musikalischer Minimalismus<\/strong><\/h2>\n<p>Das Kuriose an Ohrw\u00fcrmern: Es sind meistens die besonders einfachen Melodien, die uns nicht mehr loslassen. Laut dem kognitiven Musikwissenschaftler Dr. John Ashley Burgoyne von der Universit\u00e4t Amsterdam ist die m\u00f6glichst simple Melodie \u2013 und nur die Melodie (!) \u2013 ausschlaggebend f\u00fcr die Geburt eines Ohrwurms. Leicht nachvollziehbar, dass Schlager und Co. sich eher zum Ohrwurm eignen als komplexe Jazz-St\u00fccke, der Raver-Teppich oder Rap-Songs.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>3. Hommage an die Komplexit\u00e4t des Gehirns<\/strong><\/h2>\n<p>Einige der Ohrwurmklassiker schlechthin stammen interessanterweise aus Kindergeschichten und Kinderfilmen. Kindermusik ist leicht verst\u00e4ndlich und f\u00fcr das Gehirn geradezu barrierefrei. Wer hat nicht das legend\u00e4re \u201eMahna Mahna\u201c von den Muppets mitgetr\u00e4llert oder den Pippi-Langstrumpf-Song \u201eZwei mal Drei macht Vier. Widdewiddewitt und Drei macht Neune!\u201c Erkennt man sofort. Und schon steckt der Ohrwurmspeicher wieder voll. Und nun alle mal raten, weshalb deutsche Schlager derartiges Ohrwurm-Potenzial haben.<\/p>\n<div style=\"width: 100%; height: 0; padding-bottom: 67%; position: relative;\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"giphy\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBjbGFzcz0iZ2lwaHktZW1iZWQiIHN0eWxlPSJwb3NpdGlvbjogYWJzb2x1dGU7IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vZ2lwaHkuY29tL2VtYmVkL1lHWVl1UWhwS0hPVTAiIHdpZHRoPSIxMDAlIiBoZWlnaHQ9IjEwMCUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49ImFsbG93ZnVsbHNjcmVlbiI+PC9pZnJhbWU+\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/5\/2025\/06\/cb-no-thumbnail.png')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Giphy<\/strong>. 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Unfertiges haftet im Kopf<\/strong><\/h2>\n<p>Und verlasst euch drauf: Ist der Ohrwurm erst mal da, geht er auch nicht so schnell wieder weg. Das liegt am sogenannten Zeigarnik-Effekt, benannt nach der russischen Psychologin Bljuma Wulfowna Zeigarnik. Die Theorie besagt, dass man sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben und unvollendete Gedanken besser erinnert als an abgeschlossene, erledigte Aufgaben. Meistens erinnert man sich nur an ein kurzes Fragment des Songs. In unserem Hirn ist der Song also nicht vollendet. Das Resultat ist die nervige Dauerschleife.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>5. Von der Endlos-Party zum Endos-Ohrwurm<\/strong><\/h2>\n<p>In den meisten F\u00e4llen verbinden wir mit dem Ohrwurm eine bestimmte Situation, ein Erlebnis, eine Emotion. Erleben wir das Gef\u00fchl nun in irgendeinem Kontext wieder neu, wird der Ohrwurm wieder abgerufen. Beispielsweise die Erinnerung an den letzten Party-Urlaub. Die berauschenden Substanzen flossen in Str\u00f6men; es war einfach eine geile Zeit. Bei der n\u00e4chsten Fete kommt die Erinnerung wieder zur\u00fcck. Im k\u00fchlsten Norddeutschland wird pl\u00f6tzlich \u201eSchei\u00df drauf, Malle ist nur einmal im Jahr\u201c gegr\u00f6lt und du bist gef\u00fchlt wieder in El Arenal.<\/p>\n<div style=\"width: 100%; height: 0; padding-bottom: 56%; position: relative;\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"giphy\" data-borlabs-cookie-content=\"PGlmcmFtZSBjbGFzcz0iZ2lwaHktZW1iZWQiIHN0eWxlPSJwb3NpdGlvbjogYWJzb2x1dGU7IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vZ2lwaHkuY29tL2VtYmVkLzNvaHpkUlp6OFlkaG5VQmpYTyIgd2lkdGg9IjEwMCUiIGhlaWdodD0iMTAwJSIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj0iYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuIj48L2lmcmFtZT4=\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/5\/2025\/06\/cb-no-thumbnail.png')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>Giphy<\/strong>. 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Keine Angst, du bist nicht allein<\/strong><\/h2>\n<p>Interessant ist, dass der Ohrwurm sich h\u00e4ufig bei mehreren Personen gleichzeitig wieder abrufen l\u00e4sst. Leicht nachvollziehbar, weil er meistens an eine bestimmte Situation und Erinnerung gekoppelt ist. Und wenn man gemeinsam gefeiert hat, hat man nun mal auch die gemeinsame Erinnerung, die sich immer wieder aktivieren l\u00e4sst. Stell\u2018 dir vor, du steigst in die U-Bahn und dir entschl\u00fcpft ein automatisiertes \u201eMahna Mahna\u201c. Schon brummeln mindestens zehn Leute neben dir: \u201eBa Dee Bedebe\u201c. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>7. Und wie werde ich das Ding wieder los?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine M\u00f6glichkeit ist es, Kaugummi zu kauen. Damit betr\u00fcgen wir uns vors\u00e4tzlich selbst. Das Kaugummikauen suggeriert dem Gehirn, dass wir etwas vor uns hermurmeln und beeinflusst das akustische Kurzzeitged\u00e4chtnis. Der aktive Abschied vom Ohrwurm.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-507671 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/lisa-meme-209x300.jpg\" alt=\"Meme Lisa Simpson\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/2\/2018\/07\/lisa-meme-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.thomann.de\/blog\/app\/uploads\/sites\/2\/2018\/07\/lisa-meme.jpg 697w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>8. Auch denken kann helfen<\/strong><\/h2>\n<p>Ideal ist es auch, wenn man dem Gehirn etwas zu denken gibt. Ein R\u00e4tsel, eine Besch\u00e4ftigung mit einem interessanten Thema. Ohrw\u00fcrmer treten vor allem dann auf, wenn das Gehirn gerade wenig zu tun hat wie bei monotoner Arbeit oder dem entspannten Autofahren. Gebt dem Denkapparat also Futter \u2013 m\u00f6glichst nicht zu leichte oder zu schwere Kost \u2013 dann schafft ihr den gedanklichen Reset.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Macht euch keine Gedanken; ihr seid ganz sicher nicht die einzigen Betroffenen, sondern um es mit den Worten eines immer noch aktuellen Ohrwurms zu sagen: \u201eEiner von 80 Millionen\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>Euer Feedback<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Welches sind eure nervigsten Ohrw\u00fcrmer und wie schafft ihr es, euch wieder davon zu befreien? Schreibt uns unten in den Kommentaren! \u270d<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">#ThePowerOfMusic<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D\u00f6pd\u00f6pd\u00f6p D\u00f6b\u00f6d\u00f6pd\u00f6pd\u00f6p &#8230; \ud83d\ude09 Der Ohrwurm: eine Melodie, die man stunden- oder tagelang nicht mehr loswird. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":249491,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"tblog_post_audio_url":"","footnotes":""},"categories":[10708,10686,10722],"tags":[5081,3746,2114,4069],"class_list":["post-249486","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-entertain","category-inspire","category-learn","tag-ohrwurm","tag-thepowerofmusic","tag-fun","tag-music-de"],"category_colors":{"color_key":"entertain","css_classes":{"text":"cat-entertain","text_light":"cat-entertain-light","bg":"cat-bg-entertain","bg_light":"cat-bg-entertain-light","border":"cat-border-entertain","text_on_bg":"cat-text-on-entertain"}},"reading_time":{"minutes":4,"formatted":"4 Min."},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249486"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249486\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/249491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thomann.de\/blog\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}