Wir glauben an die Kraft der Musik

Wir glauben an die Kraft der Musik

Musik ist die ganz besondere Sprache, die schlichtweg jeder versteht. Es gibt kein Gefühl, das sich mit Musik nicht beschreiben und transportieren ließe. Sie konserviert Erinnerungen für die Ewigkeit, macht Träume zur Realität. Sie streichelt die Seele oder schreit unüberhörbar auf. Musik besiegt Angst, trocknet Tränen, macht Mut und gibt Kraft. Sie ist das geborgene und ausdrucksvolle zu Hause unserer Emotionen – mit allen Facetten zwischen Freude und Schmerz, unbändiger Lebenslust und Nachdenklichkeit.

Wir Musiker leben von diesen Emotionen. Von unseren eigenen, von denen, die wir bei unserem Publikum auslösen, und denen, die das Publikum bei uns selbst auslöst. Ein permanentes Wechselspiel, von Geben und Bekommen. Der pausenlose Austausch von Vibes. Nicht zu vergleichen, diese unbeschreibliche Übereinstimmung mit den Bandkollegen, wenn sich Harmonien, Melodien, Grooves und Hookes wie naturgewollt ineinander verflechten und uns die Power der Musik fühlen lassen.

Mag sein, dass es uns Musikern auch um Applaus und Anerkennung geht. Schließlich ist ein Musiker ein Held wie jeder andere. Und Menschen wollen gesehen und gehört werden. Das muss nicht gleich Ruhm oder Weltkarriere sein, ein kleines Lächeln ist schon eine tolle Sache. Vielleicht kriegt man damit auch mal jemanden unter die Bettdecke. Aber eben auch zum Zuhören, Feiern und zum Nachdenken. Geld? Wäre schon nicht schlecht. Aber das ist ohnehin nicht planbar und darum geht es nicht. Es geht um weitaus mehr: um die Größe der Musik.

Musik kann Feinde zu Freunden machen und Grenzen überschreiten. Sie kann dafür sorgen, dass die Ungerechtigkeiten dieser Welt gehört und gesehen werden, und vereint Generationen, Nationen und Kulturen auf unvergleichliche Weise. Sie kann ihre Stimme erheben, ihren Finger direkt in die Wunde der Missstände legen und Menschen in ihre behütenden Arme nehmen.

Wie ein Duft hat die Musik Zugriff auf versteckte Ecken unserer Psyche, die für uns selbst im Verborgenen liegen. Sie zaubert Erlebnisse aus unserer eigenen Vergangenheit wieder hervor und komponiert die gelebte Zeit noch einmal neu. Sie kann die Heilung von Erkrankungen unterstützen oder zumindest Symptome lindern und schafft zuweilen das scheinbar Unmögliche.

So viel ist mal sicher: Solange es die Musik gibt, gibt es auch immer einen Weg. Und weil wir daran glauben, wollen wir hier Geschichten erzählen. Davon, wozu die Musik imstande ist, welch außergewöhnliche Kraft sie hat und warum sie einfach das Großartigste auf der Welt ist.

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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 6 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

2 Kommentare

    Ich danke dir für diese präziesen und doch so liebevollen Worte…während ich sie las kam es mir so vor als würden sie gerade aus meinem kopf fallen…😚
    …lass dir diese Liebe zur Musik und was sie dir gibt nie nehmen oder kaputt machen…😊
    Diana

    Danke an die Thomänner für dieses wunderbare Manifest. Erst seit Februar 2017 haben wir über 100 Musikveranstaltungen ausschließlich ehrenamtlich durchgeführt und haben noch weitere 50 für den Rest diesen Jahres auf dem Plan – mit Highlights wie Pat Vonne, Birthcontrol, Henrik Freischlader, Rob Mo, Aynsley Lister, Sophia Wahnschaffe, Wrecia Ford, Julian und Roman Wasserfuhr, Frank Haunschild, Gwyn Ashton uvm

    Wir haben ein wunderschönes leer stehendes Ausflugslokal mit Biergarten und Saalkapazität für 200 Gäste im Februar 2017 vor dem Verfall gerettet. Nun lebt es wieder mit über 150 Musikveranstaltungen in zwei Jahren, mit voll eingerichteter, immer spielbereiter Bühne, mit Konzertflügel und B3 Hammond, Schlagzeug, Amps, hochwertiger PA. Mit über 150 Musikveranstaltungen – aus eigenen Mitteln, ehrenamtlich, ohne Förderung.

    Nun will der Eigentümer es verkaufen und es soll wieder zu einer Gaststätte werden. Das Haus ist aber keine Gaststätte mehr. Es ist auch keine „kultige Kneipe“. Es ist viel mehr. Es ist ein Ort, in dem DIE KRAFT DER MUSIK wirkt.

    Werden wir in Anbetracht der politischen weltweiten Zerwürfnisse noch viele Möglichkeiten haben, uns an solchen Orten zu treffen?

    Wir möchten dieses letzte Refugium in unserer Region für musikalische Erlebniskultur ERHALTEN. Als autonomes soziokulturelles Begegnungszentrum Haus Eifgen, Wermelskirchen.

    Der Eigentümer möchte die Immobilie bis zum Jahresende ‚los werden‘. Er hat uns als Verein ein gutes Angebot gemacht und geht mit uns sehr fair um. Nun überlegen wir, was wir tun können. Die wahrscheinlich einzige Chance: WIR – die Kulturinitiative Wermelskirchen e.V. (gemeinnütziger Verein) – kaufen es.

    Dazu brauchen wir Öffentlichkeitsarbeit und Hilfe. Z.B. (unsere derzeitigen Überlegungen) mit Anteilsscheinen an einer geplanten Genossenschaft, Spenden oder dem Kauf eines Platzes im Biergarten (jeder Euro zählt), mit Benefizkonzerten, Mieten für Recording Sessions (Audio und Video), Mieten der Räume und/oder des Biergartens für eigene Feste, Workshops oder oder oder…. . Und natürlich mit dem Besuch unserer Konzerte und Sessions, der Nutzung unserer ständig bespielbaren Bühne, der Wiederbelebung des Biergartens – nein, nicht für Fußball. Für’s miteinander. Für die Kultur. Für die Musik. Für den Nachwuchs. Für den Frieden.
    Für Lebensqualtität in unserer auseinander driftenden Gesellschaft. Mit der Kraft der Musik.

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