Tonabnehmer in deine Akustikgitarre einbauen
Tonabnehmer in deine Akustikgitarre einbauen – Tipps

Tonabnehmer in deine Akustikgitarre einbauen – Tipps

Ein Tonabnehmer in einer Akustikgitarre ist ein Muss, wenn man sie verstärken möchte, und in vielen Gitarren ist ein solcher bereits eingebaut. Was aber macht man, wenn er es nicht ist? Nachrüsten ist die Methode der Wahl. Das kann man einem Gitarrenbauer übergeben, oder man kann es selbst machen. In beiden Fällen ist dieser Beitrag nützlich für euch, um zu verstehen, was genau an und mit eurer Gitarre passiert. Das ist nämlich zum Teil ganz schön tricky, speziell wenn man sich für einen Undersaddle Piezo Pickup entscheidet. Dieser Typ hat sich auf breiter Front durchgesetzt, weil er vergleichsweise natürlich klingt und, einmal eingebaut, unkompliziert in der Handhabung ist.


 

Tonabnehmer in Akustikgitarre einbauen: unter der Stegeinlage

Noch ein Wort zu den Begriffen: Das Bauteil, das im englischen „saddle“ genannt wird, heißt auf Deutsch „Stegeinlage“, während der deutsche „Sattel“ im englischen „nut“ heißt. Der „undersaddle pickup“ befindet sich also unter der Stegeinlage. Bevor der Tonabnehmer für die Akustikgitarre bestellt wird, sollte man die Dicke der Stegeinlage messen, denn er muss natürlich genau in den Schlitz passen.

Fishman AGX125

Under saddle pickup Fishman AGX125

Nun geht es an den Einbau. Zuerst werden die Saiten sowie die Stegeinlage entfernt. In das eine Ende des Schlitzes im Steg wird nun ein Loch mit etwa zwei bis zweieinhalb Millimetern Durchmesser für das Kabel des Pickups gebohrt. Natürlich muss man beim Bohren darauf achten, dass keine der Leisten im Inneren der Gitarre angebohrt und beschädigt wird. Das Loch befindet sich üblicherweise auf der Seite der tiefen E-Saite. Je nach Pickup-Typ wird es senkrecht oder schräg gebohrt – letzteres dann, wenn es sich um einen Tonabnehmer handelt, der wie ein dickerer, geflochtener Draht aussieht, wie er beispielsweise von LR Baggs angeboten wird. Dieser „Draht“ darf nicht geknickt werden!

L.R.Baggs Element Active System VTC

L.R.Baggs Element Active System VTC

 

Tonabnehmer in Akustikgitarre einbauen: die Buchse fürs Kabel

Den meisten Tonabnehmern für Akustikgitarre liegt eine so genannte Endpin-Buchse bei; ein Bauteil, das aussieht wie ein Gurtknopf, aber in der Mitte ein Loch besitzt, in das man den Klinkenstecker einstecken kann. Dezenter geht es kaum! Zur Montage muss man den alten Gurtknopf entfernen – er ist üblicherweise nur eingesteckt – und das Loch mit einem passenden Bohrer auf einen Durchmesser von einem halben Zoll bringen. Das sind umgerechnet 12,7 mm. Hierfür kann man einen Bohrer verwenden oder eine Reibahle. Sehr praktisch sind auch 90°-Senker aus dem Baumarkt mit dem passenden Durchmesser, denn hiermit beschädigt man weder den Lack noch das Holz.

Allparts Endpinbuchse Chrom T-Style

Allparts Endpinbuchse Chrom T-Style

Nun kann man den Endpin des Tonabnehmers für Akustikgitarre einbauen. Dafür muss er durch das Schallloch von innen durch die Bohrung gesteckt werden. Das kann je nach Größe des Korpus knifflig sein, aber es geht leichter, wenn man die Buchse auf ein von außen eingeführtes Hilfswerkzeug steckt, beispielsweise einen sechs Millimeter starken Holzstab, wie man ihn im Baumarkt bekommt.

 

Tonabnehmer in Akustikgitarre einbauen: die kritische Phase

Jetzt kommt der kritischste Part des Einbaus, nämlich das Abrichten der Stegeinlage. Denn die muss um die Dicke des Tonabnehmers für Akustikgitarre niedriger geschliffen werden, um nach dem Einbau wieder dieselbe Saitenlage wie zuvor zu erhalten. Die Unterseite der Stegeinlage muss zudem absolut gerade sein, weil die Übertragung ansonsten ungleichmäßig ist und einzelne Saiten lauter oder auch leiser sind als der Rest.

Die Dicke des Pickups wird gemessen – sie liegt üblicherweise im Bereich von einem Millimeter – und auf der Stegeinlage mit einem Messschieber markiert. Mit einem Bogen Schleifpapier auf einer ebenen Fläche wird die Stegeinage nun bis zur Markierung abgeschliffen. Das Kabel des Pickups wird nun durch das Loch im Stegschlitz geführt und der Pickup sowie die Stegeinlage an ihren Arbeitsplatz gebracht. Damit nichts wackelt und wieder herausfällt, sichert man das Ganze beispielsweise, indem man die tiefe E-Saite aufzieht und leicht spannt.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Youtube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 

Tonabnehmer in Akustikgitarre einbauen: Elektronik

Wir reden hier von Tonabnehmern für Akustikgitarre, die nach der Montage weitgehend unsichtbar sind, also ohne Regelkasten in der Zarge auskommen. Manche dieser Pickups besitzen jedoch Lautstärke- und Tonregler, die man durch das Schallloch erreichen kann. Diese werden jetzt montiert. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht an den Leisten und Verstrebungen im Korpus aneckt und dennoch eine ebene Fläche für die Klebestreifen findet. Und man hat nur einen Versuch beim Platzieren …

Die meisten Tonabnehmer sind heutzutage vernünftigerweise aktiv, benötigen also eine Batterie für den Preamp. Wenn diese nicht in der Elektronik selbst untergebracht ist, muss man sie irgendwo im Korpus montieren. Die meisten Einbauanleitungen schlagen den Oberblock im Korpus als Position vor. Hierbei muss man darauf achten, dass man den Zugang zum Stahlstab zur Halseinstellung nicht verdeckt. Man kann die Batterietasche aber auch genauso gut links oder rechts davon an die Zargen kleben.

 

Tonabnehmer in Akustikgitarre einbauen: Finale!

Der letzte Schritt beim Pickup-Einbau in eine Akustikgitarre besteht darin, alle Kabel ordentlich zusammenzufassen und mit den meist beiliegenden Montagepads klappersicher an den Zargen zu befestigen. Nichts ist nervender als ein ständiges Nebengeräusch, das nicht zu orten ist, aber oft genau von freiliegenden Kabeln stammt. Alles klar? Dann wird es nun Zeit, alle Saiten aufzuziehen und einen ersten Testlauf am Verstärker zu machen.

Ihr seht, dieser Einbau eines Tonabnehmers in eine Akustikgitarre ist alles andere als trivial, und man sollte relativ genau wissen, was man so tut, bevor mal sich als Gitarrist an diese Arbeit wagt. Speziell bei einer ungleichmäßigen Übertragung der einzelnen Saiten liegt der Fehler nämlich in 99 Prozent aller Fälle im Einbau und nicht beim Pickup. Im Zweifelsfalle ist das hier also ein Job für den Meister.

Author’s gravatar
Dominic hat als E-Gitarrist einer Alternative-Rockband etliche Clubs im deutschsprachigen Raum unsicher gemacht (die wenigsten davon mussten anschließend zu machen). Mit seiner Unplugged-Band steht er auch heute noch regelmäßig auf der Bühne.

Schreibe einen Kommentar

ANZEIGE