Synthesizer Arten Erklärung
Synthesizer – Welche Arten gibt es?

Synthesizer – Welche Arten gibt es?

Synthesizer gibt es viele – für jeden Geschmack und jeden Musikstil. Doch welcher ist der richtige Synthi für dich persönlich? Mit seinen speziellen Eigenschaften kann ein Synthesizer für bestimmte Zwecke perfekt sein, während er für andere Klänge oder Anwendungsbereiche nicht die richtige Ausstattung mitbringt. Um dir die Wahl des richtigen Synthesizers zu erleichtern, werfen wir einen Blick auf verschiedene Arten von Synthesizern und erklären die Unterschiede. 🎹🎧


1. Monophone Analogsynthesizer

Bei einem analogen Synthesizer werden die Klänge durch analoge Schaltungen erzeugt und geformt. Viele sind der Ansicht, dass dieses Verfahren besonders organische, kraftvolle Klänge liefert, die sich trotz aller Fortschritte mit digitalen Mitteln nicht erreichen lassen. Egal, wie man zu dieser Frage steht – in den letzten Jahren sind analoge Synthesizer deutlich günstiger geworden und haben einen unvergleichlichen Höhenflug erlebt. Die Bezeichnung „analog“ bezieht sich übrigens nur auf die Klangerzeugung des Synthesizers. Auch analoge Synthesizer können durchaus digitale Teile beinhalten, etwa zum Speichern von Klängen, zur MIDI-Steuerung oder für den Sequenzer. Analoge Synthesizer eignen sich generell vor allem für Sounds, die bewusst elektronisch klingen sollen – für authentische Nachahmungen akustischer Instrumente sind sie nicht geeignet.

Moog Mother-32

Moog Mother-32

Monophone Analogsynthesizer sind heute oft vergleichsweise günstig. Das liegt daran, dass sie monophon sind, also nur einen Ton gleichzeitig erzeugen können. Somit ist man zwar etwas eingeschränkt, was das Spielen von Akkorden angeht; für Bässe, Lead-Sounds und Sequenzen ist ein monophoner Synthesizer aber genau das Richtige. Dass sie monophon waren, hat Synthesizer-Legenden wie dem Minimoog oder dem Korg MS-20 jedenfalls nicht geschadet! Ein weiterer Vorteil ist, dass monophone Analogsynthesizer oft recht einfach zu bedienen sind und auch Einsteiger schnell zu interessanten Sounds kommen.

Korg MS-20 mini

Korg MS-20 mini

 

Behringer Model D

Behringer Model D

 

 

2. Polyphone Analogsynthesizer

Polyphone Analogsynthesizer erzeugen ihre Klänge ebenfalls auf analogem Weg, aber mit mehreren Stimmen, wodurch das Spielen von Akkorden möglich wird. Das bedeutet, dass die entsprechenden elektronischen Schaltungen für jede Stimme einzeln vorhanden sein müssen, weshalb polyphone Analogsynthesizer in der Regel deutlich aufwendiger sind und entsprechend mehr kosten als ihre monophonen Geschwister.

Behringer Pro-800

Behringer

Einige der berühmtesten Synthesizer der Geschichte waren polyphone Analogsynthesizer, etwa der Sequential Circuits Prophet-5, der Oberheim OB-8 oder der Roland Jupiter-8. Heute bieten einige Hersteller wieder Instrumente dieser Gattung an, die heute wie damals zum Edelsten gehören, was der Synthesizermarkt zu bieten hat. Viele davon gehören heute wie damals zum Edelsten, was der Synthesizermarkt zu bieten hat. Es gibt aber inzwischen durchaus auch einige günstige Alternativen mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sequential Take 5

Sequential Take 5

 

Oberheim OB-X8

Oberheim OB-X8

 

3. Virtuell-analoge Synthesizer: analog, aber digital

Bei einem virtuell-analogen Synthesizer entstehen die Klänge nicht auf analogem Weg, sondern werden von einem Prozessor berechnet, der die Eigenschaften analoger Schaltungen digital emuliert. Der größte Vorteil dieser Technik ist, dass sich auch größere Stimmenzahlen relativ preisgünstig realisieren lassen. Die Struktur und Bedienung virtuell-analoger Synthesizer ist meist den analogen Vorbildern nachempfunden. Zu den größten Klassikern dieser Gattung gehören der Clavia Nord Lead, Roland JP-8000 und der am längsten ununterbrochen produzierte Synthesizer der Geschichte: der Korg microKORG.

Clavia Nord Lead A1

Clavia Nord Lead A1

 

Korg Micro Korg Analog Modelling Synthesizer

Korg Micro Korg Analog Modelling Synthesizer

 

4. Samplebasierte Synthesizer: klangliche Vielfalt für alle Einsatzbereiche

Auch samplebasierte Synthesizer gehören zu den digitalen Synthesizern. Anders als bei ihren virtuell-analogen Geschwistern wird hier aber nicht das Verhalten analoger Schaltkreise nachgebildet. Stattdessen erzeugen diese Synthesizer ihre Klänge, indem zuvor aufgezeichnete und im Speicher des Synthesizers abgelegte Samples in der jeweiligen Tonhöhe und Lautstärke abgespielt werden. Der größte Vorteil dieses in den 1980er-Jahren aufgekommenen Verfahrens ist, dass es sehr authentische Nachbildungen akustischer Instrumente ermöglicht. Neben einer großen Stimmenzahl zeichnen sich samplebasierte Synthesizer vor allem durch ihre Vielseitigkeit aus. Wenn der Synthesizer neben synthetischen Sounds auch täuschend echte Klavier- oder Streicherklänge liefern soll, ist ein samplebasierter Synthesizer das Instrument der Wahl. Deshalb sind diese Instrumente vor allem bei Live-Keyboardern beliebt, die auf der Bühne eine große Klangpalette benötigen.

Roland Juno-DS 61

Roland Juno-DS 61

 

Korg Kross 2-61

Korg Kross 2-61

 

5. Synthesizer-Workstations: Alleskönner für Studio und Bühne

Auch die meisten sogenannten Synthesizer-Workstations arbeiten überwiegend mit Samples – alles, was samplebasierte Synthesizer auszeichnet, gilt also auch für diese Instrumente. Einige moderne Workstations bieten zusätzlich weitere Verfahren der Klangerzeugung wie virtuell-analoge oder FM-Synthese.

Roland Fantom 8

Roland Fantom 8

Außerdem gehören zur Ausstattung einer Synthesizer-Workstation in der Regel ein integrierter MIDI-Sequenzer sowie eine umfassende Effektsektion. Manche Geräte der Oberklasse verfügen darüber hinaus über Funktionen wie Mehrspur-Audio-Recorder oder eine Sampling-Engine zum Erstellen eigener Sounds. Somit ermöglichen Synthesizer-Workstations das Erstellen kompletter Produktionen mit nur einem Gerät. Aufgrund ihrer Fähigkeit, so gut wie jeden Sound zu erzeugen, den man sich vorstellen kann, sind sie aber auch bei Live-Keyboardern sehr beliebt.

Korg Nautilus 88

Korg Nautilus 88

 

Kurzweil K2700

Kurzweil K2700

 

6. Sonstige digitale Synthesizer: FM und Wavetables

Neben der virtuell-analogen Synthese und der samplebasierten Synthese gibt es noch verschiedene andere digitale Verfahren zur Klangerzeugung. Die bekanntesten davon sind die FM-Synthese und die Wavetable-Synthese. Die FM-Synthese erlebte in den 1980ern mit dem Yamaha DX7 und seinen Geschwistern ihren Durchbruch – wer erinnert sich zum Beispiel nicht an den glockenklaren E-Piano-Sound, der praktisch alle Balladen der 80er von Phil Collins bis Whitney Houston veredelte? Heute ist die FM-Synthese wegen ihrer druckvollen Bässe und prägnanten Leads vor allem im Dance- und EDM-Bereich wieder sehr beliebt und es gibt wieder zahlreiche Synthesizer, die mit dieser Technik arbeiten.

Elektron Digitone

Elektron Digitone

Auch die Wavetable-Synthese erlebte ihren ersten Höhenflug in den 80ern und 90ern mit legendären Instrumenten wie dem PPG Wave und Waldorf Microwave. Diese Syntheseform basiert auf sogenannten Wavetables; das sind vordefinierte Sammlungen („Tabellen“), die viele verschiedene digital erzeugte Schwingungsformen enthalten. Diese Wavetables lassen sich dann manuell oder automatisch „durchfahren“, wobei stufenlos zwischen den einzelnen Schwingungsformen gemorpht wird. So kann diese Syntheseform eine sehr große Klangpalette abdecken. Besonders bekannt ist sie für synthetische Sounds mit viel Bewegung. Wie die FM-Synthese ist auch die Wavetable-Synthese inzwischen wieder sehr gefragt. Moderne Wavetable-Synthesizer ermöglichen meist den Import von Wavetables oder sogar das Erstellen eigener Wavetables, was die Klangpalette zusätzlich erweitert.

Korg Modwave

Korg Modwave

 

Waldorf M

Waldorf M

 

7. Hybridsynthesizer: das Beste aus beiden Welten

Unter einem Hybridsynthesizer versteht man einen Synthesizer, dessen Klangerzeugung sowohl aus digitalen als auch aus analogen Elementen besteht. Es gibt verschiedene Varianten, am häufigsten anzutreffen ist jedoch die Kombination aus digitalen Oszillatoren und analogen Filtern. So bekommt man das Beste aus beiden Welten: die Vielseitigkeit digitaler Oszillatoren und den organischen, druckvollen Klang analoger Filter. Vielleicht sind hybride Synthesizer deshalb so etwas wie die endgültige Antwort auf die ewige Diskussion, ob nun analog oder digital besser ist. Aus heutiger Sicht muss man sagen: Nicht die Funktionsweise der Klangerzeugung ist entscheidend, sondern der Sound, der am Ende herauskommt – und der ist bei modernen Hybridsynthesizern oft über alle Zweifel erhaben.

 

Arturia MiniFreak

Arturia MiniFreak

 

Novation Peak

Novation Peak

 

UDO Audio Super 6 Blue

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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 7 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

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