Musiker und ihr Pakt mit dem Bösen

Musiker und ihr Pakt mit dem Bösen

Als Inbegriff des Bösen stiehlt der Teufel die Seelen, verleiht Menschen angeblich übernatürliche Kräfte und fordert dafür einen Preis, den er wie der Kredithai der Hölle mit unerbittlicher Härte und Grausamkeit eintreibt. Auch legendäre Musiker sollen einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben. Lustige Halloweengruselstory oder Wahrheit? Wir begeben uns in diesem Blogartikel auf teuflische Spurensuche. ?

Happy Halloween, Leute!


Über Nacht plötzlich wahnsinnig talentiert: Teufelszeug?

Wenn die dunkle Macht einem Musiker einen Pakt mit dem Bösen vorschlägt, ist uns allen bewusst, dass das nicht gut enden kann. Was sich viele Musiker wünschen, ist klar: virtuoses Talent und damit verbunden gigantischen Erfolg. Der Spruch, dass noch kein Virtuose vom Himmel gefallen ist, ist nicht neu. Aber haben manche unter ihnen ihr außergewöhnliches Können möglicherweise direkt aus der glühenden Hölle empfangen? ? Man weiß es nicht. Aber Mythen darüber existieren reichlich.

 

Niccolo Paganini – der geniale und unkonventionelle Teufelsgeiger

So beispielsweise über den Geiger Niccolo Paganini, der sein Publikum zwischen 1820 und 1840 mit seinem virtuosen Spiel in wahre Trance versetzte, mit seinen Konzerten eine Hysterie auslöste und Frauen scharenweise in Ohnmacht fallen ließ. Keine Geringere als Fanny Mendelssohn, die größere Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, bezeichnete ihn als höchst wunderbares, unbegreifliches Talent mit dem Aussehen eines wahnsinnigen Mörders und den Bewegungen eines Affen.

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Paganini mischte die Musikwelt mit seinem unfassbaren Können kreuz und quer durch Europa auf, war so gar nicht angepasst und wurde sogar zeitweise des Mordes beschuldigt. Er trat in verstörendem Outfit mit zuckenden Bewegungen auf und erweckte den Anschein, als wäre ein Toter aus der Gruft gestiegen. Er sicherte sich einen zweifelhaften Ruf, war dem Glückspiel und den Frauen gleichermaßen verfallen.

Und dabei wurde er aufgrund seiner brillanten Spieltechnik als Vampir auf der Violine bezeichnet, der nahezu über Nacht eine kometenhafte Karriere startete. Ob ein Mensch allein aus sich heraus eine solche musikalische Genialität entwickeln kann? Die Menschen damaliger Zeit waren überzeugt, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben musste. ?

 

Robert Johnson und die Geschichte vom Pakt mit dem Satan

Aus einer vollkommen anderen musikalischen Ecke stammt die Story von Robert Leroy Johnson, dem legendären Bluesmusiker, dem nachgesagt wird, er habe mit dem Teufel im Bunde gestanden. Immer wieder steht die Frage nach den Umständen seines Todes im Raum. Nachdem er 1938 einen Auftritt abgebrochen hatte, verlor sich seine Spur. Und auch heute noch wird hartnäckig behauptet, es stünden dunkle Mächte im Spiel. Tatsächlich galt der 1911 geborene Johnson als einer der bekanntesten Gitarristen, Sänger und Songwriter in der Geschichte des Blues.

Es war die pure Genialität, mit der der King des Delta Blues sein Publikum in seinen Bann zog. Insbesondere bei den Abergläubigen hat er mit seinen Texten und Songthemen abstruse Theorien befeuert. So sang er beispielsweise häufig den Song „Hellhound on My Trail“ (Höllenhund auf meinen Fersen) oder „Me an the Devil Blues“ (Ich und der Blues des Teufels). Mit den Tönen, die er auf seiner Gitarre spielte, konnte er vermeintlich Menschen in den Wahnsinn treiben. Ernstgemeinten Mythen zufolge soll er sich selbst in ein Höllentier verwandelt haben und wie ein Hund bellend auf allen Vieren gestorben sein. Robert Johnson wurde nur 27 Jahre alt und gehört damit zum Club 27. War das sein Preis für den Pakt mit dem Bösen? Hatte er seine Seele gegen seine erstaunliche Genialität eingetauscht?

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Tommy Johnson – ein selbsterklärter Seelenverkäufer

Noch vor Robert Johnson prägte Tommy Johnson den Delta Blues. Ein Gitarrist und Sänger, der nicht nur durch sein Können und seine speziellen Interpretationen auffiel. Stattdessen hatte er auch ein unbequemes Ego, beeindruckte durch geradezu artistische Auftritte und zeichnete sich durch schweren und ausartenden Alkoholkonsum aus, der so weit führte, dass er billigen Brennspiritus als Schnapsersatz mit Wasser verdünnte. Bitte auf keinen Fall nachmachen!

Tommy Johnson badete sich selbst in dem Mythos, er habe seine Seele dem Teufel verkauft. Er strickte eine Legende und befeuerte die auch mit voller Inbrunst immer wieder. Tommy behauptete, den Pakt eingegangen zu sein, um den Blues richtig spielen zu können. Offensichtlich war es eine frei erfundene Geschichte. Aber wenn der Satan eine passende Seele gesucht hätte, an die Tür von Tommy Johnson hätte er vermutlich nicht lange anklopfen müssen. ?

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Legenden für die Ewigkeit

Klar ist, dass sowohl Paganini als auch die Johnsons unvergessliche Spuren hinterlassen haben. Die Kompositionen von Paganini werden von klassischen Musikern immer wieder neu interpretiert. Selbst virtuose Geiger kommen dabei leicht an ihre teuflischen Grenzen. Tommy Johnson war der lediglich namensverwandte Vorreiter von Robert Johnson und hatte extremen Einfluss beispielsweise auf Canned Heat, die sich nach einem höllischen Song von ihm benannten.

Die Songs von Robert Johnson wurden und werden von den Rolling Stones, Eric Clapton, Muddy Waters und zahlreichen weiteren Musikern gecovert. Jimi Hendrix, John Fogerty, Bob Dylan und etliche andere wurden von ihm inspiriert. 1980 wurde Johnson in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Ob das alles nach derart kurzer Zeit mit rechten Dingen oder mit verkauften Seelen zuging? Man weiß es nicht.

 

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Mehr Schmökerstoff aus der Hölle

? Noch mehr Grusel gefällig? Hier geht’s zum Blogartikel „Rückwärts abgespielte Songs: Sind teuflische Botschaften in ihnen versteckt?“

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Author’s gravatar
Dominic hat als E-Gitarrist einer Alternative-Rockband etliche Clubs im deutschsprachigen Raum unsicher gemacht (die wenigsten davon mussten anschließend zu machen). Mit seiner Unplugged-Band steht er auch heute noch regelmäßig auf der Bühne.

Ein Kommentar

    „Me and the Devil Blues“ kann übersetzt werden mit „Blues über mich und den Teufel“. Sonst müsste es heißen: „Me and the Devil’s Blues“.

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