Jim Morrison
Jim Morrison wäre 80 Jahre geworden

Jim Morrison wäre 80 Jahre geworden

Kaum einer hat die Fantasien, Visionen und Ängste der Generation der späten 1960er-Jahre in seinen Texten so beflügelt artikuliert wie Jim Morrison als Frontmann der „The Doors“. 🎤

Der Frontmann von „The Doors“, war als dichtender Sohn eines Offiziers aufgewachsen, immer auf der Suche und wollte die Pforten der Wahrnehmung durchschreiten. Bereits in seiner Kindheit war er ein echter Poet. Er wurde zum musikalischen Dichter, der die Pforten der Wahrnehmung überschreiten wollte und seine Fans in den Bann seiner begeisternden Aura zog. Am 8. Dezember 2023 wäre Jim 80 Jahre geworden. Grund genug, dem Rebellen posthum mit voller Hochachtung zu gratulieren.

Jim Morrison: Ikone der Hippie-Kultur und musikalischer Schamane

Berühmt geworden ist Morrison – mit vollem Namen: James Douglas Morrison – mit seinem exzessiven und unangepassten Leben als Sänger der Doors. Tatsächlich waren es nur wenige Jahre, nämlich von 1965 bis zu seinem Tod im Jahr 1971, in denen er seine unmissverständlichen Spuren hinterließ. Doch die hatten es zweifellos in sich. Schamane, Sexsymbol und Legende: Getrieben von Ehrgeiz und Verachtung wollte Jim ein Fels in der Brandung der damaligen Normen und Gesetze sein und etwas Neues entstehen lassen. Die Presse machte ihn zum Sexsymbol; er wurde zur Ikone der Hippiekultur in den späten 60ern.

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Grenzüberschreitend unangepasste Vorreiter ihrer Zeit

Mit „The Doors“ waren er und seine Bandkollegen Vorreiter ihrer Zeit und galten zeitweise als einflussreichste Band des Rock. Als charismatische Persönlichkeit ließ Jim Morisson mehrschichtige Konzeptstücke und Formen des Rocktheaters entstehen. Ebenso nutzte er die Doors-Konzerte regelmäßig für die spontane Rezitation poetischer Texte. Das Geheimnis lag in der Symbiose von mystisch-suchenden Texten, Morrisons sonorer Stimme und einem musikalischen Konstrukt, das damals schlichtweg einzigartig war. Jim war als Sänger das egozentrische Aushängeschild. Ray Manzarek war der Kapellmeister, als Organist maßgeblich prägend für den Sound und lieferte das Fundament mit dem E-Piano und seiner Vox-Columbia-Orgel.

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Drummer John Densmore zeichnete sich als Jazz-geschulter Rhythmiker und präziser Psychedelic-Perkussionist aus, exakt das was sich für die surreale, kaleidoskopische Musik der Band eignete. Er spielte das kleine Mod Orange Drum Set von Ludwig, in den frühen Doors-Jahren auch Gretsch Drums und Zildjian-Becken. Insbesondere seine Ride-Cymbal-Arbeit wurde als eine der markantesten im klassischen Rock bezeichnet. Gitarrist Robby Krieger, der eigentlich vorhatte, Flamenco-Gitarrist zu werden, steuerte auf seinem bevorzugten Instrument – einer typischerweise weinroten Gibson SG Standard – sowohl klassische als auch jazzige, funkige und rockige Elemente bei.

Gibson SG Standard HC

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Facettenreiches Charisma | Identifikationsfigur für alle

Jim Morrison war außerordentlich charismatisch, umgeben von einer Aura und Tiefsinnigkeit, mit der man geboren sein muss. Die zu lernen, ist sicherlich unmöglich. Er sprach das aus, was die Menschen der damaligen Generation fühlten. Dabei war er zugleich ein mehr als facettenreiches Chamäleon. Es scheint, dass er auf alle, die ihn jemals getroffen haben, einen unterschiedlichen Eindruck machte: Gentleman aus dem Süden, Dichter, Charmeur, dann wieder rebellisch und unangepasst. Möglicherweise war exakt das sein Geheimnis, dass er so endlos viele Charakterzüge in sich vereinte und so zum Idol von fast jedem werden konnte.

 

Jim Morrison: skandalträchtige Niederlage gegen sich selbst

Letztlich unterlag Jim Morrison dem Kult um seine Person und verlor sich im Sumpf aus Alkohol und Drogen. Etliche Skandale pflasterten seinen Weg. So etwa 1969, als er – aufgedunsen und kaum ansprechbar – für einen Eklat sorgte, als er bei einem Konzert in Miami seine Hosen fallen ließ. Es kam zur Massenschlägerei, die Polizei verhaftete ihn. Ein Jahr später gab es einen Prozess wegen öffentlichen Ärgernisses, bei dem er zunächst zu sechs Tagen Arbeitslager, sechs Monaten Haft und einer Geldstrafe von 500 Dollar verurteilt wurde. Schlussendlich kann Jim glimpflich davon und blieb auf freiem Fuß, zumal sein Anwalt in Revision gegangen war. Resultat des Spektakels in Miami war allerdings, dass die Radiosender seine Lieder nicht mehr spielten und die Konzerte abgesagt wurden.

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Jim Morrison als Grenzgänger zwischen Genialität und Wahnsinn

Für viele ist er der Gott, für andere eine Ausgeburt des Teufels. Augenzeugen berichteten von Voodoo-kultigen Bühnenshows, man huldigte dem neuen Messias. Jim Morrisons Leben war extrem und selbstzerstörerisch, eine Reise zwischen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Skandalen, Wut und Leidenschaft bis zum Untergang im Alkohol- und Drogenrausch. Die Geschichte wurde bereits 1991 von Regisseur Oliver Stone biografisch-dramatisch mit Val Kilmer als Jim Morrison und Meg Ryan als Pamela Courson verfilmt. Der Film heißt zwar „The Doors“, handelt bezeichnenderweise aber eigentlich von Jim Morrison und den Doors.

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Legendäre Spuren in nur wenigen Jahren hinterlassen

Jim Morrison starb am 03. Juli 1971 in Paris. Seine Freundin Pamela Courson hatte ihn leblos in der Badewanne seines Hotelzimmers gefunden. Obschon die im gerichtsärztlichen Bericht ein Herzstillstand als natürliche Todesursache attestiert wurde, konnten die Umstände niemals mit Sicherheit geklärt werden. Tatsache ist: Die Beerdigung erfolgte hastig und ohne vorherige Autopsie. Wie so viele jung verstorbene Stars wurde er nur 27 Jahre alt. Wir hätten ihm eindeutig mehr Lebenszeit gewünscht. Herzlichen Glückwunsch zum leider nicht mehr erlebten 80. Geburtstag! Deine Musik bleibt.


Welches ist euer Lieblingssong von „The Doors“. Wir freuen uns auf eure Kommentare!

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Meon ist Gitarrist und Blogger. Er arbeitet seit 7 Jahren bei Thomann und ist permanent von Musik, Musikern und Instrumenten umgeben.

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