Coole Dämpfer für besseren (Blechblas-)Sound

Coole Dämpfer für besseren (Blechblas-)Sound

Hauptsächlich bei Trompetern und Posaunisten dürfen sie einfach nicht fehlen: Dämpfer gehören zur Pflichtausstattung von Blechbläsern. Müßig zu erwähnen, dass sie die Lautstärke dämpfen. Sagt ja schon der Name. Das ist aber beileibe nicht ihre einzige Aufgabe. Ansonsten könnte man einfach die Handfläche über den Trichter halten und gut. Mindestens genauso wichtig ist die Klangfrage. Dämpfer verändern den Sound. Und zwar je nach Modell, Material, Bauweise und Hersteller vollkommen individuell. Hier ein paar Tipps und Tricks, mit denen ihr euch auf die Reise zum außergewöhnlichen Klang begeben könnt! 🎺🎶


Die gängigsten und vermutlich wichtigsten Dämpfer, die in keiner Grundausstattung fehlen dürfen, sind der Straight, der Cup, der Harmon und der Bucket. Angeboten werden sie von vielen Herstellern, die mit unterschiedlichen Soundnuancen vermutlich auch allesamt ihre Existenzberechtigung haben. Bisweilen entscheidet über das passende Modell auch der gesamte Bläsersatz. Also nicht durch Fingerheben oder Abstimmung im Wahllokal. Oftmals spielen mehrere Instrumente im Satz das identische Modell. Damit der Satz in Dynamik, Lautstärke und Sound harmonisch bleibt, holt man sich sinnvollerweise den gleichen, oftmals sogar unabhängig von den eigenen Vorlieben. Auf der einen Seite haben wir also die Abteilung Grundausrüstung. Die Frage, ob du dir das zulegen musst, erübrigt sich. Du kommst gar nicht drum herum. Beispielsweise der Straight steht ja sogar in den Notenanweisungen. Dann wiederum die experimentellen Varianten. Die besonderen Outlaws mit hohem Kreativitätspotenzial und ganz eigenständiger Klangfärbung.


1. Unverzichtbarer Begleiter: Straight-Dämpfer

Der Straight ist die unbedingte Domäne von Tom Crown. Der Tom Crown Trompete Straight Aluminium fällt besonders positiv auf, weil er den Originalton so gut wie gar nicht verändert – die Lautstärke schon. Er zeichnet sich durch präzise Ansprache über sämtliche Register bei relativ wenig Widerstand aus, und ermöglicht eine sehr gute Intonation. Vor allem in der Klassik, im Orchester, in der Gala-Band und ähnlichen Genres, wo vor allem nach einem zwar gedämpften, aber dennoch klaren Klang verlangt wird, wird er gerne eingesetzt. Zu seinen Vorzügen zählen die solide Bauweise und der feste Sitz. Unter dem Strich steht, dass das Spiel mit diesem Straigt-Dämpfer kaum schwerer wird.

Tom Crown Trompete Straight Aluminium

Vergleichbar mit den Modellen von Tom Crown ist beispielsweise der Straight-Dämpfer von Denis Wick. Der Unterschied – und der kann ja durchaus gewünscht sein – ist, dass der Ton dabei dünner und gefühlt kühler ist. Also bereits ein Hauch von Effekt, mit dem der Spitzdämpfer sich eher für jazzorientierte Stücke und Ähnliches empfiehlt. Eben überall dort, wo nicht ausschließlich notierter Gleich- oder Originalklang, sondern eher Individualität verlangt wird. Ausprobieren könntet ihr zum Beispiel den Denis Wick Trumpet Straight DW5504Copper, der über ein Bodenteil aus Kupfer verfügt.

 

Denis Wick Trumpet Straight DW5504Copper

Denis Wick Trumpet Straight DW5504Copper


2. Cup-Dämpfer – dem Instrument harmonische Wärme geben

Besonders weich und harmonisch kann der Ton durch einen Cup Mute werden. Die Besonderheit: Auf der Innenseite befinden sich ein gummierter Rand und ein Filzbelag. Das Ergebnis ist ein gedämpfter, aber zugleich voller und warmer Klang. Ein interessanter Effektton – vor allem bei Balladen aus Jazz, Pop, Musical oder Filmmusik.

In dieser Familie drängt sich der Cup-Dämpfer Denis Wick DW5531 förmlich auf. Eigentlich ein mehrfunktionaler Zwitter – ein Kombimodell. Er lässt sich sowohl als Cup-, Straight- oder Punger-Dämpfer verwenden – also für WahWah-Effekte. Dabei überzeugt er durch die solide Bauweise und das verwendete Material. Gefertigt ist er komplett aus Aluminium. Der Cup wird sich also nicht bei nächster Gelegenheit mit der fröhlich winkenden Friedensflagge verabschieden. Dabei besitzt er eine weitere spezielle Eigenschaft: Durch einfaches Verschieben in Richtung Trichter sind diverse Klangvariationen möglich. Kombi-Varianten hatten in der Vergangenheit immer wieder gewisse Schwierigkeiten. Mehrfache Funktionalität bedeutet eben auch oftmals umständlichere Bedienbarkeit. Außerdem: Lassen sich mehrere Klänge darstellen, kann das für den jeweils einzelnen auch einen abgespeckten Kompromiss bedeuten. Nicht so bei dem DW5531. Passt alles bestens zusammen.

Denis Wick DW5531 Dämpfer für Trompete

 


3. Bucket-Dämpfer – ein Eimer voll Sound

Man ist ja gerne mal metaphorisch, wenn man Instrumenten und Zubehör Namen verpasst. Der Bucket-Dämpfer bringt das unmissverständlich auf den Punkt. Bucket heißt übersetzt Eimer. Und genauso sieht er auch aus. Innendrin befindet sich irgendein weicher Stoff – in den allermeisten Fällen ist das Filz. Und diese „Füllung“ sorgt in Kombination mit der Eimerform für einen weichen Klang. Blicken wir mal der Bassposaune in den Hals:

Big-Band-tauglich mit angenehmem Sound präsentiert sich der Bucket Mute von Jo-Ral für Bass-Posaune: Gefertigt ist er komplett aus Aluminium. Das Klangergebnis könnt ihr euch schon denken: Angenehm weich und rund. Der erste Eindruck, dass er etwas unhandlich sein könnte, trügt. In der Realität zeigen sich die Vorzüge dieser Variante, die direkt in den Trichter gesteckt wird. Auf diese Weise müssen die üblichen Füße des Buckets nicht filigran aufs Instrument gesteckt werden. Oftmals habt ihr nur wenig Zeit, um euren Dämpfer aufzustecken. Die nächsten Takte nahen bestimmt.

Jo-Ral Bass Trombone Bucket Mute

Ein Klassiker ist auch der Cupdämpfer für Trompete New Stone Lined ST-102 von Humes & Berg. Gefertigt wird er aus Vulkanfiber. Entsprechend stabil und widerstandsfähig ist er auch. Aber die Stabilität ist nicht der Hauptgrund, warum der Hersteller dieses Material verwendet. Vielmehr unterstützt das den schönen und weichen Dämpfer-Sound. Perfekt passend für die Jazz-orientierte Mucke oder die Big-Band.

Humes & Berg New Stone Lined ST-102


4. Harmon-Dämpfer – pure Harmoniesucht

Wenn ihr eurer Instrument nicht mit Melodie- bzw. Solopassagen nach vorne schieben wollt, sondern vielmehr einen Klangteppich legen wollt, dann trefft ihr die richtige Wahl mit dem Harmon-Dämpfer. Seine evolutionäre Aufgabe findet sich in seinem Namen: Harmon. Pure Harmonie soll her. Ehrlich gesagt, kommt er in der Realität nicht besonders häufig zum Einsatz. Aber wenn, dann liefert er einen tollen Klang und wird von den Hörern – und auch den Instrumentalisten selbst – als besonders schön klingend empfunden. So nett unaufdringlich, einfach angenehm.

Wie man sich das vorstellen muss? Nun, Klang lässt sich selten in Worte fassen. Hier schon. Der unvergleichliche Miles Davis ist für diesen Sound bekannt. Wer von einem Miles-Dämpfer spricht, meint automatisch einen Harmon- bzw. Wah-Wah-Dämpfer. Ein Beispiel dafür kommt denn auch von der Firma Harmon: Der Harmon Wow Wow Dämpfer für Bb-Trompete stellt ein angenehmes Klangerlebnis zur Verfügung und ist mit einem Innenzug ausgestattet. Immer dran denken, was per Korken reingesteckt wird, muss im Laufe des Musiktitels irgendwann auch schnellstens wieder raus. Feuchtet den Korken zuvor einfach ein wenig an, dann klappt das schon.

 

Harmon Wow Wow Dämpfer für Bb-Trompete


5. Silent Brass Systeme – die andere Perspektive

Eine vollkommen andere Herangehensweise an das Thema individueller Ton zeigen die Silent Brass Systeme. Es handelt sich um die elektronisch gestützte Form von Dämpfern und die gibt es auch für die unterschiedlichsten Blechbläser. Innovation pur. Die Innovation ist allerdings nicht mehr neu; sie wird lediglich permanent verbessert und weiterentwickelt. Zunächst hauptsächlich dafür konzipiert, wirklich zu jeder gewünschten Tages- oder Nachtzeit üben zu können, ohne den Zorn der Familie oder der Nachbarn auf sich zu ziehen, dichtet sie den Trichter nach vorne wirkungsvoll ab, sodass – wenigstens aus dieser Richtung – eigentlich nichts mehr zu hören ist. (Vom Rest des Instrumentes schon, aber das hält sich in zimmerverträglichen Grenzen.) Der Klang der Trompete, des Flügelhorns, der Euphoniums – oder was auch immer – abgenommen, geht durch die interne Simulation und wird dann über die Kopfhörer wieder ausgegeben. Und kann natürlich auch auf jede andere Weise abgegeben werden. Per Controller lassen sich auch Schleifen einspielen, Effekte simulieren und vieles mehr.

Schaut zum Beispiel auf das Silent Brass System für Trompete SB-7X-2 von Yamaha. Ein leichter Dämpfer mit annähernd natürlichem Blaswiderstand. Außerdem enthalten ist das Personal Studio mit Yamahas Brass Resonance Modeling Technologie. Ein „Spopfen“ für das Instrument mit Ohrhörern, der Blechbläsern großen Freiraum ermöglicht. Wer schon länger dabei ist, kennt solche Systeme und experimentiert auch gerne mal damit. Neulinge und Musikschüler sollten das unbedingt mal kennenlernen.

Yamaha SB-7X-2

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PS: Es existieren zahlreiche weitere Spezial-Dämpfer am Markt: HushHush Mute, WahWah-Dämpfer, Plunger,Clear-Tone-Mute, Whisper-Mute oder der summende Wee-Zee. Die allesamt zu beleuchten, würde hier vermutlich den Rahmen deutlich sprengen. Und Klangempfinden – gerade in Kombination mit eurer einzigartigen Spielweise und eurem ebenso speziellen Instrument – ist eine ganz persönliche Sache. Ein Gefühl eben. Insofern kann ich euch als musikalisches Fazit empfehlen: Probiert es einfach aus. Die kreativen Möglichkeiten können durch die passenden Dämpfer nur bereichert werden.

👉 Mit diesem Link kommst du zu allen Dämpfern auf thomann.de

👉 Hier geht es zu allen Blasinstrumenten 

👉 Mehr Informationen rund um Dämpfer findest du in unserem Online-Ratgeber unter diesem Link.


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Franziska startete ihre Musiklaufbahn an der Violine und ist heute musikalisch zwischen Smetana und In Flames zu Hause. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in allerlei Kulturbereichen und lebt ihre Leidenschaft - die Kunst - in all ihren Facetten.

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