Auto-Tune Was ist das
Auto-Tune und moderne Musik: Ist das schlecht?

Auto-Tune und moderne Musik: Ist das schlecht?

Der Auto-Tune-Effekt ist einer der am häufigsten eingesetzten Effekte in moderner Musik. In nahezu jeder Pop-Produktion kommt er vor. Doch was ist das überhaupt, wie funktioniert Auto-Tune und ist der Einsatz von Auto-Tune in moderner Musik schlecht? Schauen wir uns das mal genauer an!

 

Was ist Auto-Tune überhaupt?

Auto-Tune ist zunächst einfach mal eine Tonhöhenkorrektur, die in Echtzeit eingehende Signale auf eine gewünschte Tonhöhe verschieben kann. Der Name setzt sich zusammen aus der Abkürzung Auto (= automatisch) und dem Wort Tune (vom englischen to tune = stimmen). Erfunden wurde die Technik von Andy Hildebrand für einen amerikanischen Ölkonzern zur Auswertung von seismischen Daten. Okay, das hat nicht gerade viel mit Musik zu tun. Doch die Firma Antares stellte dann 1996 die erste für uns passende Version in Form des längst nicht mehr erhältlichen 19-Zoll-Geräts ATR1 vor, das sich in vielen Studio- und Live-Racks teilweise bis heute findet.

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Heutzutage wird Auto-Tune in der Regel als Plugin im Rechner verwendet. Neben verschiedenen Versionen von Antares gibt es weitere Hersteller wie Waves mit Waves Tune oder Celemony mit Melodyne, die ähnliche Plug-ins anbieten. Manche von ihnen können sogar mehrstimmige Signale verarbeiten. Viele DAWs haben passende Effekte bereits von Haus aus integriert, und auch Bühnen-Effekte wie die Vocal Performer von Boss oder die VoiceLive-Geräte von TC Helicon können mit entsprechenden Funktionen aufwarten.

Boss VE-500 Vocal Performer

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Was macht Auto-Tune denn nun genau?

Auto-Tune und seine Kollegen analysieren die Tonhöhe eines eingehenden Signals und verschieben es dann bei Bedarf auf eine der vorher vom User festgelegten Frequenz. Dabei kann man entweder einzelne Töne oder ganze Skalen festlegen und dann bestimmen, wie schnell und wie starr der Zielton erreicht werden soll. Manche Plugins bieten auch an, dass man von Hand über ein einmal analysiertes Signal die Korrektur „einzeichnet“, was genauer und flexibler ist, aber auch viel mehr Arbeit bedeutet.

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Und wie wurde Auto-Tune berühmt?

Auto-Tune ist ja eigentlich ein Effekt, der, sofern er wie vom Hersteller ursprünglich gedacht eingesetzt wird, möglichst nicht zu hören sein soll. Aber wenn man es „übertreibt“ und Auto-Tune so einstellt, dass es ganz schnell loslegen und ganz exakt die Tonhöhe halten soll, die im Ausgangssignal vielleicht gar nicht drin ist, erklingen deutlich hörbare Sprünge. Das machten sich die Produzenten des Songs „Believe“ von Cher im Jahr 1998 zunutze. Der Song war der erste, in dem man die Vocals so brutal hörbar manipulierte, wodurch Auto-Tune umgangssprachlich bis heute auch „Cher-Effekt“ genannt wird. Ein typisches Auto-Tune-Beispiel ist daher Chers Song „Believe“.

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Und ist Auto-Tune denn nun schlecht?

Tja, nachdem Cher mit „Believe“ so einen riesigen Erfolg hatte – Platz 1 in den USA, in GB, D usw, dazu unzählige Gold- und Platin-Auszeichnungen – dachten sich andere Produzenten: „Damit hat man Erfolg, das machen wir auch!“ Und so erschienen in den folgenden Jahren hunderte Songs mit entsprechend manipulierten Vocals. Daft Punk, Chris Brown, Rihanna, Britney Spears, Black Eyed Peas oder Kesha – sie alle veröffentlichten Songs mit hörbarem Effekt. Bis heute erscheinen immer mal wieder Songs, in denen Auto-Tune als Stilmittel eingesetzt wird, auch wenn wir das vielleicht schon viel zu oft gehört haben.

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Und dann ist da ja noch der Einsatz von Auto-Tune, den man in einem fertigen Song gar nicht mehr hört. In nahezu jeder Produktion kommt Auto-Tune zum Einsatz. Selbst bei guten Sängerinnen und Sängern wird damit die Stimme auf absolute (Pop-)Perfektion getrimmt. Und das gilt längst auch für viele Rock-Genres. Nur wer die Möglichkeit hat, eine fertige Vocal-Spur solo ohne Playback zu hören, kann mit geschultem Gehör merken, dass hier doch etwas manipuliert wurde.

Gerade hier stellt sich die Frage, ob die Produzenten damit nicht viel Lebendigkeit und Individualität aus einer Stimme nehmen. Muss es immer bis ins kleinste Detail perfekt sein? Oder machen nicht gerade diese kleinen Schlenker in einer ausgebildeten und grundsätzlich sehr guten Stimme genau den Unterschied? Viele Produzenten überlegen da nicht lange und gehen stets auf Nummer sicher.

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Software & Plugins für Auto-Tune: So bekommst du den Effekt!

Du möchtest selbst Auto-Tune als Effekt einsetzen? Benutze einfach spezialisierte Software wie Antares Auto-Tune oder ähnliche Plugins als Insert-Effekt auf der Vocal-Spur. Sanft eingesetzt wird die Stimme grade, für den hörbaren Effekt stellst du die Bearbeitungszeit auf den minimalen Wert und lässt keine Abweichungen von der gewünschten Tonhöhe zu. Unten findest du ein paar Produktbeispiele. Bei Fragen melde dich gerne per E-Mail oder rufe einfach durch.

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Antares Auto-Tune Access

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Celemony Melodyne 5 studio

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Antares Auto-Tune Artist

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Du willst mehr über Gesangseffekte wissen? In diesem Blogartikel stellen wir dir vier weitere vor, einfach hier klicken.

Bei Fragen zu Produkten beraten dich die Kolleginnen und Kollegen aus den Fachabteilungen, unter diesem Link geht es zu den Kontaktdaten.

 

Auto-Tune muss nicht böse sein!

Doch Auto-Tune hat auch viele Vorteile. Am Anfang schrieben wir ja von Audiosignal und nicht nur von Vocals. Denn man ist schließlich nicht auf Gesang beschränkt! Viele akustische Instrumente können aus verschiedenen Gründen mal nicht perfekt gestimmt sein. Eine wunderschön klingende Akustikgitarre ist vielleicht ausgerechnet am Tag der Aufnahme nicht perfekt bundrein. Das merkt man dann erst später beim Mixdown des Songs. Mit Auto-Tune kann man die Aufnahme trotzdem retten und bei sanftem Einsatz den tollen Sound erhalten.

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Und auch bei Vocals kann es sein, dass man eine Stimmung eingefangen hat, die perfekt zum Song passt. Nur sind sie an ein paar Stellen vielleicht dann doch nicht genug auf dem gewünschten Ton. Durch sanften Einsatz von Auto-Tune, das dann nur langsam einsetzt und nicht übertrieben exakt den Ton verbiegt, kann man auch so eine Aufnahme retten.

 

Auto-Tune – was bleibt?

Egal ob als deutlich hörbarer Effekt oder sanft zur Perfektion eingesetzt, Auto-Tune ist aus der heutigen Musik nicht mehr wegzudenken. Es ist ein Industriestandard und kommt in nahezu jeder Musikrichtung vor. Ist Auto-Tune in moderner Musik nun schlecht oder gut? Das muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. 😉

 

Feedback: Auto-Tune

Und was denkst du über Auto-Tune? Gut oder böse? Benutzt du selbst eine Tonhöhenkorrektur oder müssen die Signale für dich unverfälscht sein? Lass es uns in einem Kommentar wissen!

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Franziska startete ihre Musiklaufbahn an der Violine und ist heute musikalisch zwischen Smetana und In Flames zu Hause. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in allerlei Kulturbereichen und lebt ihre Leidenschaft - die Kunst - in all ihren Facetten.

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