Solodallas Schaffer Replica Tsr

Effektpedal für E-Gitarre

  • Boost
  • 1:1 Replica der originalen SVDS Schaltung - genutzt von u.a. Van Halen, Angus Young, Muse und David Gilmour
  • Kompressor / Expander mit Enhancer-Signalverstärkung um bis zu 30 dB
  • LED-Netzanzeige
  • LED-Boost Anzeige
  • True Bypass
  • Abmessungen (B x H x T): 9 x 3,5 x 11.5 cm
  • Gewicht: 296 g
  • inkl. 12 V Netzteil
  • handgebaut in USA
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Soundbeispiele

 
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  • Hazey On/Off
  • Metal On/Off
  • Rock On/Off
  • Solo On/Off

Weitere Infos

Art des Effekts Booster

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23 Kundenbewertungen
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4.7 / 5.0
  • Bedienung
  • Features
  • Sound
  • Verarbeitung
13 Textbewertungen Alle Bewertungen lesen
Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Instant Angus! Oder: Guter Clean-Boost mit Nuancenfärbung
Fabian M, 12.08.2016
Kurz zur Information: Angus Young war mit einer der Gründe, weshalb ich überhaupt angefangen hatte eine Gitarre in die Hand zu nehmen. Später bin ich dann auf den Geschmack von Led Zeppelin, Aerosmith, Airbourne und Co. gekommen und suche seit dem nach einem möglichst authentischen Sound, der mich damals so in seinen Bann gezogen hat. Der Referenzsound für mich war bisher dennoch schon immer das Album 'Back in Black' und 'For those about to Rock' von AC/DC, der offensichtlich entscheidend durch das Schaffer Vega Diversity System beeinflusst wurde.

Mittlerweile würde ich behaupten bin ich auch mit profanen Mitteln relativ nah an eben diesen Sound ran gekommen. Mein bisher heiliger Gral bestand aus einem Blackheart Handsome Devil (BH15H), der im Übrigen ein wirklich geiler 15 Watt Plexi-Clone ist, an einer 2x12 V30 von Thomann, einem Spark Clean-Booster von TC und einem Nova Compressor des gleichen Herstellers. Deshalb sei mir verziehen, dass ich eben dieses Setup als Referenz dafür hernehme und einige Vergleiche ziehe.

Optik und Haptik:
Das SoloDallas Schaffer Replica Pedal kommt in einer schwarzen Box, eingetütet in rosa Luftpolsterfolie und mit eigenem Netzteil (offenbar 12V und Center Positive). Dazu liegt außerdem eine Kurzanleitung mit Anschlussbelegung bei, ansonsten nichts. Das Gehäuse scheint mir aus Aluminium gefertigt, Anschlüsse alle an der Stirnseite. Die Potis drehen relativ leichtgängig, allerdings noch im vertretbaren Rahmen und ist beim Spark auch nicht anders. Allerdings musste ich feststellen, dass der Outputregler meines SDSR zwischen der 13 und 15 Uhr Stellung etwas stärker schleift.
Ansonsten lässt die Verarbeitung kaum Kritik zu. Einzig zu erwähnen ist noch, dass das SDSR über zwei Statusleuchten verfügt, was bei mir anfänglich gleich mal für etwas Verwirrung sorgte (Power und Pedal Enabled).

Das SDSR fordert auf dem Board insgesamt 115x90x34mm an Platz, positiv ist allerdings, dass sich zu den benachbarten Pedalen, aufgrund der an der Stirnseite angebrachten Ein- und Ausgänge, etwas Platzersparnis ergibt.

Sound und Spielverhalten:
Nun, hier wird es schon schwieriger. Angeschlossen hatte ich fast den Eindruck, dass das SDSR im ausgeschalteten Zustand den Klang schon minimal beeinflusst, kann aber aufgrund des TrueBypass eigentlich gar nicht sein.

Angeschaltet tut es auf jeden Fall genau das, was es soll. Das Pedal reagiert, wie man es von einem analogen Booster auch erwarten kann, seeeeeehr dynamisch auf das Spielverhalten. Der Spark reagiert an dieser Stelle ähnlich. Allerdings muss man festhalten, dass dieser deutlich weniger Einfluss auf den eigentlichen Ausgangsklang nimmt. In 12 Uhr Stellung am SDSR merkt man sofort, dass die Bässe und Tiefmitten deutlich abgesenkt und die Mitten wesentlich hervortreten.

Regelt man den Input etwas nach oben komprimiert der Sound deutlich stärker, am Ausgang dagegen erhöht sich der Pegel deutlich vernehmbar und gibt den Amp den gewollten Push. Allerdings jedoch auch mit deutlich vernehmbarem Rauschen, das bei dem TC Spark nicht ganz so ausgeprägt auftritt.

An meinem Blackheart BH15 (Mastervolume) tat ich mich bisher etwas schwer bei leiser Wohnzimmerlautstärke einen krassen Unterschied zwischen dem TC und dem SDSR festzustellen.... Mit der Zeit und bei zunehmender Lautstärke kristallisiert sich allerdings heraus, dass sich das SDSR wesentlich besser ins Gesamtgefilde integriert. Scheinbar findet die Komprimierung nicht über das komplette Frequenzspektrum statt, sondern konzentriert sich vor allem auf die Mitten. Mal ganz davon abgesehen wirkt der gesamte Output wesentlich reicher an Obertönen.

Alles in allem gefällt mir der Sound seeeeehr gut und ich kann mir vorstellen, dass das SDSR an jeglichem Röhrenverstärker das letzte Quäntchen herausholen kann.

Ergänzung:
Mittlerweile noch ein paar neue Eindrücke gewinnen und hab das ganze Mal noch etwas auf mich wirken lassen.
Es ist tatsächlich so, dass sich mit einem Clean Booster in Zimmerlautstärke, wie dem TC Spark, ähnliche Ergebnisse erzielen lassen, wenn man zusätzlich einen Kompressor verwendet und ansonsten mit seinem Grundsound relativ zufrieden war.

Allerdings macht das Schaffer Replica tatsächlich noch mehr und das ist eben das, was mich an diesem Pedal im Moment so fasziniert. Der Klang wird vor allem bei höheren Lautstärken wesentlich direkter und präsenter, vor allem in den Mitten und ist reicher an harmonischen Obertönen. Es entsteht sofort der Eindruck, als würde der Amp schneller ansprechen und der Gewinn an Dynamik ist tatsächlich phänomenal. Im Gegensatz zu einem reinen Clean-Booster wie dem Spark erscheint mir der Gesamtsound wesentlich runder und für das menschliche Ohr auch angenehmer.

Verträglichkeit mit anderen Pedals:
An dieser Stelle sei gesagt, dass sich das SDSR in seiner Funktion als Booster wie jeder andere Booster auch verhält. Manche Pedale kommen damit klar, manche profitieren gar davon und andere wiederum vertragen den zusätzlichen Pegel eher weniger oder mit Abstrichen im Klang. Außerdem spielt die Position im Signalweg natürlich eine große Rolle. Aktuell hängt bei mir das SDSR zwischen den Modulations- und Laufzeiteffekten und den Verzerrern, quasi direkt in der Mitte. Mein Wah der Marke Vox kommt damit gut klar und harmoniert erstaunlich gut mit dem SDSR, sowohl vor, als auch nach dem Booster. Der TC Arena dagegen verträgt sich am Ende der Kette dagegen eher nicht so gut mit dem SDSR. Vermutlich wäre es besser das Delay und den Reverb in die FX-Loop zu packen, dazu bin ich allerdings noch nicht gekommen.

Fazit:
Meiner Meinung nach liegt hier auch das Geheimnis des SDSR: Die Frequenzanpassungen, die mit dem Pedal einhergehen, und die daraus resultierende Klangverbesserung sind einfach optimal abgestimmt und die Dynamik sorgt sofort für ein besseres Spielgefühl. Soundveredeler und Amppolitur trifft es als Bezeichnung hierfür recht gut. Insgesamt lässt sich festhalten, dass SoloDallas für Soundpuristen, die nach dem ultimativem 70?s/80?s Klang suchen die perfekte Vorlage geliefert hat. Zwischen meiner SG und dem BH15H von Blackheart sorgt das Schaffer Replica tatsächlich für den ausgerufenen ?Instant Angus?-Effekt.

Leider muss man noch dazu sagen, dass der ausgerufene Preis doch relativ hoch ist. Bedenkt man jedoch, dass man für einen Kompressor und Clean-Booster meistens auch nicht weit günstiger weg kommt und das SDSR in den USA handgefertigt wurde, erscheint es nicht mehr ganz so teuer, auch, wenn die Einstellungsmöglichkeiten des SDSR relativ beschränkt sind.

Es lohnt sich auf jeden Fall das Pedal anzuspielen, da es in meinen Augen nicht nur mit einer SG an einem Plexi-Clone Spaß macht. Meine Strat profitiert an dem Fender Super Champ X2 ebenfalls von der Klangfärbung und dem Dynamikboost. Ob es jemandem dann tatsächlich wert ist den Straßenpreis für letztlich nur Soundnuancen zu bezahlen, muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Für mich hat es sich in meinen Ohren auf jeden Fall gelohnt :) Bei mir liegt es mittlerweile im Dauer-On im Effektweg auf dem Pedalboard!


Abzug bei der Verarbeitung gibt es für das Schleifen des Reglers, für die Bedienung ziehe ebenfalls einen Stern ab, weil es im Eifer des Gefechtes teilweise etwas verwirrend sein kann, wenn ständig eine Status-LED auf dem Board leuchtet, obwohl es sich gerade nicht im Effektweg befindet. Features sind in Ordnung, bedenkt man, dass es sich dabei um eine 1:1-Kopie der Audio-Unit des SVDS handelt.
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Gesamt
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
So gut wie erhofft - Oder?
Peer-Hendrik, 07.05.2018
Das Solodallas TSR-Pedal schlägt mit 349,- zu Buche und auch wenn mittlerweile Boutique-Effekte zu Dutzenden auf dem Markt sind, Custom-Shop-Gitarren jenseits der Fünftausendeuro-Marke nicht mal mehr Stirnrunzeln hervorrufen und Instrumente schon immer und grundsätzlich ein kostspieliges Hobby waren, ist das einfach viel Geld.

Dem muss man entgegenhalten, dass man mit dem TSR ein Pedal erhält, das dann zur Grundausstattung des Setups gehört. Allenfalls bei der Nutzung eines zusätzlichen Verzerrers würde ich auf den Kasten verzichten wollen, da man sonst in einem Krachgewiter unterginge.

Zum TSR selbst:
Input regelt hier eine Kompressorfunktion, Output eine Boosterfunktion. Je nach eingestelltem Zerrgrad des Amps sind beide Regler über ihren ganzen Regelweg nutzbar und das Pedal klingt immer gut. Wenn der Amp schon an sich eine satte Zerre hat, neigt der Ton ab 15 Uhr etwas zum Matschen, aber auch das klingt für gewisse Sachen noch brauchbar.

Eingeschaltet greift das Pedal grundsätzlich in den Ton ein und filtert Bassfrequenzen heraus, betont die Mitten im tieferen Frequenzbereich und schiebt den Ton insgesamt nach vorne. Beim Hochregeln reagiert das Pedal dann eben so, wie man es von der Kombination Booster/Kompressor erwarten kann. Töne kommen direkter, sind tragender und man kann die Gitarre schön zum Singen bringen. So einfach die Funktionsbelgung ist, so merkwürdig ist der umständliche Aufbau mit dem LED-Licht für ?Ja, ich habe Strom!? und einem identisch aussehenden Licht ?Und jetzt bin ich sogar an!?
Wenigstens denkt man so daran, schön den Stecker zu ziehen. Übrigens ist der 12V-Anschluss mit center positive auch nicht der praktischste und erschwert die Integration auf dem Pedalboard. Aber das Ergebnis rechtfertigt auch das.

Das Gesamtpaket beschreibe ich mal so:
Das Pedal verbessert Sound und Ansprechverhalten für klassischen, alten Rocksound in Richtung Perfektion. Ich habe bis jetzt das Pedal über eine SG mit T-Top, einen Marshall Lead 1959, ein Powersoak und eine Box mit V30/Greenback-Mischung gespielt. Damit habe ich im Wohnzimmer AC/DC von 1978/79 erklingen lassen. Ich spielte zur Platte und muss sagen, dass Solodallas hier das Missionsziel eindeutig erreicht hat.
Die Gitarre klingt stromiger, drahtiger und es wirkt, als habe es vorher so etwas wie eine Latenz gegeben, die jetzt weg ist. Aber nicht nur für AC/DC-Fans sei das Teil empfohlen. Ich werde es noch an den anderen Verstärkern antesten und bin gespannt, wie sich meine 59er Reissue an dem Teil machen wird.
Den Proberaumtest an am Limit arbeitenden Speakern muss das Teil auch noch bestehen. Sollte das TSR dort an Eindruck verlieren, werde ich meine Rezension überarbeiten.

Aber so:
Ich würde diesen Preis jeder Zeit wieder investieren. Ein sehr gutes Pedal.

#Nachtrag
Ein halbes Jahr später muss ich meine Jubelarie etwas revidieren. Vorab: Das Gerät funktioniert noch wie am ersten Tag.

Ich werde einfach nicht müde, an meinem Sound herumzuarbeiten und habe eigentlich mittlerweile am meisten Spaß daran. Die Blaupause ist zur Zeit eben AC/DC?s Angus Young zu seinen wilderen Zeiten in den Siebzigern. Dafür ist nach längerem Herumprobieren der Solodallas TSR doch nicht der erwünschte heilige Grahl, wenngleich das Pedal insgesamt ein gutes ist.

Es wird über einen 1959er Marshall Super Lead ohne Mastervolume und eine 4x12er Matampbox mit der gleichen Speaker-Bestückung wie oben verstärkt; rein gehen SGs mit diversen T-Top Replicas.

Zuhause, bei moderater Lautstärke, bin ich nach wie vor begeistert. Im Proberaum jedoch merke ich mehr und mehr, dass bei Hinzuschalten des Effekts der Sound so beschnitten wird, dass die Mitten so schieben, als spielte ich einen JCM 800. Dem Ton wird grundsätzlich die Wärme genommen, die ein Plexi naturgegeben mit sich bringt. Als Soloboost nutze ich ihn, da ich sonst nicht ausreichend Kompression und Sustain für das Solospiel habe, aber es klingt selbst bei moderater Einstellung nicht ?vintage? genug. Der 80er Metalsound bleibt, obwohl ?Tone? bei der Gitarre auf 3 und Volume am Amp auf 5 stehen. Die Lautstärke und die dabei ordentlich ackernden Speaker scheinen der Grund zu sein. Aber gerade hier sollte der Angus-Sound ja zum Kochen kommen...
Jetzt habe ich einen sehr einfachen und mittelmäßigen Kompressor verwendet und siehe da: Das Frequenzspektrum ist insgesamt ausgewogener, der Ton für Soli bleibt stehen und schwingt (soweit meine mittelmäßige 90er Gibson SG es zulässt), aber die Dynamik geht natürlich verloren. Hier war der TSR etwas besser, komprimiert aber eben auch nicht so stark. An den Solosound der Radiokonzerte der späten Siebziger komme ich irgendwie nicht ran. Und es sind eben nicht nur die Finger.
Ein mit allen Wassern gewaschener Amp-Techniker meines Vertrauens, der das original Schaffer noch kennt, meinte, dass zwar der richtige Chip verwendet wird, die Widerstände etc. aber zu kostengünstig und ?modern? seien. Da der Chip (seiner Aussage nach) so bei 4 Euro liegt, lasse ich mir jetzt wohl Custom eine Replik des Schaffersystems in Form eines Compressor-Expanders mit Kohlewiderständen bauen. Angesichts des Preises, eines zu billigen und anfälligen Netzteils und der Zielsetzung des Geräts, setze ich die Gesamtwertung herab. Gefühlt handelt es sich um einen sehr teuren aber guten Tubescreamer...
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