
Thomann DP-25
Nach den ersten eigenen Stagepiano Modellen bringt das Musikhaus Thomann nun mit dem DP-25 eine neue Baureihe auf den Markt. Ob die Qualität gegenüber den Geräten SP-5100 / SP-5500 gesteigert werden konnte, soll der folgende Test zeigen.
Optik & Ausstattung
Das Thomann DP-25 ist wie die Vorgänger auch mit einer 88-tastigen Hammermechanik Klaviatur ausgestattet. Entsprechend der Preiskategorie sind die Tasten aus Plastik gefertigt. Verglichen mit den Vorgänger Tastaturen macht das DP-25 einen stabileren und qualitativ hochwertigeren Eindruck als bspw. das Thomann SP-5100. Durch das Gewicht von rund 16kg bringt das Gerät auch genug Masse mit, so dass es auch bei härterem Spiel standhaft bleibt. Die Anschlagsstärke kann individuell eingestellt werden, von der Abschaltung der Anschlagsdynamik bis hin zu schwereren Einstellungen sind vier Abstufungen möglich. Insgesamt ist die Tastatur jedoch zu leichtgängig. Vor allem in leiseren Passagen hat man Schwierigkeiten, genau den entsprechenden Druckpunkt zu erwischen. Hier merkt man einfach den (preislichen) Unterschied zu den Einsteigergeräten der namhaften Hersteller. Sicherlich darf man für den veranschlagten Preis keine Wunder erwarten, aber hier kann Thomann bei möglichen Nachfolgern sicherlich die Qualität noch steigern.
Das Stagepiano macht ansonsten einen guten Eindruck, und das Gehäuse ist stabil verarbeitet. Die Oberfläche teilt sich in zwei Bereiche auf. Auf der rechten Seite finden sich die acht Tasten zur direkten Soundanwahl sowie ein kleiner Endlosdrehregler für die Menüeinstellungen. Auf der linken Seite befinden sich die Menütasten für die globalen Funktionen sowie der On/Off Button und der Volume-Regler. Genau dazwischen findet man das LED-Display, welches maximal drei Zeichen anzeigen kann.

Display mit Endlosdrehregler
Ebenso wie das SP-5100 bietet das DP-25 auch eine interne Verstärkung. Die Lautsprecher bieten eine Leistung von 2x 10 Watt. Der Klang ist annehmbar, bietet aber ein eher eingeschränktes Frequenzspektrum. Tiefe Basstöne werden leider nicht gut abgebildet und insgesamt klingt alles ein wenig blechern.

Interne Lautsprecher
Auf der Rückseite des Gerätes hat der Hersteller alle notwendigen Anschlüsse untergebracht. Zunächst findet man hier den Anschluss für das externe 12V-Netzteil, einen Kopfhöreranschluss, ein Stereo-Klinkenpaar als Ausgang zu externen Verstärkern / PA sowie den Anschluss für das zum Lieferumfang gehörende Sustain-Pedal. Zur Kommunikation mit anderen MIDI-fähigen Geräten bietet das DP-25 auch jeweils einen MIDI Ein- und Ausgang.

Anschlüsse
Sounds
Obwohl das SP-5100 noch insgesamt 20 Sounds geboten hat, bringt das DP-25 nun grade einmal acht interne Sounds mit. Darunter befinden sich zwei klassische Klaviersounds, zwei E-Pianos, zwei Orgeln (Kirchen / Rock Orgel), ein Streicher Ensemble und ein Upright Bass. Die Qualität der Klänge ist für diesen Preisbereich absolut in Ordnung. Natürlich werden die Klänge nicht so originalgetreu abgebildet, wie man das vielleicht von anderen größeren Geräten kennt, aber beim DP-25 handelt es sich nun mal um ein Einstiegsgerät im untersten Preisbereich. Die Sounds sind insgesamt sehr einfach gehalten und entsprechen daher nicht mehr dem aktuellen Qualitätsstandard von guten Samples. Die zwei akustischen Klaviere unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht wirklich viel voneinander. Das zweite klingt ein wenig härter, aber soweit ich das beurteilen kann, wurde hier nur ein wenig am Equalizer gedreht. Bei den E-Pianos sieht das schon anders aus. Zum einen bekommt man hier einen Fender Rhodes ähnlichen Klang geboten sowie der zweite Sound, der eher für die seichteren Songs zuständig sein wird und dementsprechend nach einem glockigen FM-Sound klingt.

Soundauswahl
Bei den Orgeln bietet das DP-25 zunächst eine klassische Kirchenorgel, die annehmbar klingt und für entsprechende Begleitungen eingesetzt werden kann. Die Rock/Jazz Orgel klingt ebenfalls gut. Der Sound ist jedoch sehr statisch und daher ein wenig eintönig. Würde das DP-25 über die entsprechenden Effekte verfügen, könnte man den Sound jedoch ein wenig aufpeppen. Weiterhin gibt es noch das Streicher-Ensemble, was sehr synthetisch klingt und daher eher als Layer-Stimme zum Klavier / E-Piano hinzugemischt werden sollte, als es als eigenständiges Instrument zu nutzen. Und zu guter Letzt bietet das DP-25 noch einen gezupften Kontrabass. Der Sound geht in Ordnung, aber leider haben die internen Lautsprecher wie bereits oben erwähnt erhebliche Probleme, die tiefen Frequenzen zu übertragen. Das gilt ebenso für das glockige E-Piano. Schließt man das Stagepiano an eine externe Verstärkeranlage an, klingt das Ganze schon bedeutend besser. Allerdings ist das keine echte Alternative, denn die Käufer eine Pianos entscheiden sich wohl nicht ohne Grund für ein Gerät mit interner Verstärkung. Insgesamt schade, denn die Sounds des DP-25 klingen nicht unbedingt schlecht, werden aber durch die internen Lautsprecher maßgeblich beeinträchtigt.
Zur Soundgestaltung stehen dem Anwender noch zwei Effekte zur Verfügung. Diese können leider nicht in ihrer Charakteristik verändert werden, jedoch ist die Dosierung von 0-127 einstellbar. Die Effekte beschränken sich auf Reverb und Chorus, die beide gleichermaßen passabel klingen. Der Reverb wird bis auf die Ausnahme Piano 1 immer automatisch bei einer Soundanwahl aktiviert, der Chorus muss bei allen Sounds extra hinzugeschaltet werden.
Weitere Funktionen
Wie bereits weiter oben erwähnt, befinden sich auf der linken Seite der Geräteoberfläche die Tasten für die weiteren Funktionen. Das DP-25 lässt sich zunächst einmal in zwei Zonen aufgliedern. Der Split-Punkt kann mit Hilfe des Endlosdrehreglers frei bestimmt werden. Die Anzeige verwundert zunächst einmal, da der Splitpunkt in Form einer Zahl zwischen 0 und 87 angegeben wird. Nach kurzem Ausprobieren war dann klar, dass es sich hierbei um die Anzahl der unteren Tasten bis zum Splitpunkt handelt. Erwähnenswert ist, dass die Lautstärke der beiden Split-Sounds extra geregelt werden kann. Dies ist auch im Layermodus möglich, so dass man bspw. die Streicher ganz leise zum E-Piano hinzumischen kann. Das Ganze funktioniert zunächst nur mit Hilfe des Handbuchs, denn für die beiden angewählten Sounds muss man eine bestimmte Tastenkombination drücken, um die Lautstärke einzustellen (für Layersound 1 bspw. Function + F#0 + Endlosdrehregler bedienen und gewünschte Lautstärke einstellen). Etwas umständlich, aber nach ein paar Übungen funktioniert das Ganze ohne Probleme. Ebenso mit an Bord sind eine Transpose/Octave-Funktion. Transponiert werden kann im Bereich zwischen -12 und +12, die Oktavierung erfolgt von maximal -3 bis +3.

Globale Funktionen und Volume-Regler
Durch die MIDI-Schnittstellen bietet auch das Instrument einige wenige MIDI-Funktionen an. Bspw. kann die interne Tonerzeugung von der Tastatur entkoppelt werden (Local on/off) oder aber der MIDI-Sendekanal eingestellt werden.
Zu guter Letzt bietet das Thomann DP-25 noch einen internen Recorder. Die gespielten Noten werden als MIDI-Daten aufgenommen und können auf zwei getrennten Spuren aufgenommen werden. Jede Spur bietet eine maximal Kapazität von 10.000 Noten. Zur Aufnahme bzw. Üben kann auch ein Metronom hinzugeschaltet werden.
Mit dem DP-25 erweitert Thomann seine hauseigene Produktpalette der Stagepianos. Sounds, Tastatur und Funktionen sind allesamt akzeptabel, aber nicht herausragend. Die Verarbeitung ist jedoch gut und für den Wohnzimmerbereich bzw. gelegentliche Auftritte gut geeignet. Die erwähnten Kritikpunkte müssen natürlich immer in Verbindung mit dem veranschlagten Preis gesehen werden. Für Einsteiger ist das DP-25 gut geeignet, wer schon etwas geübter ist und einen größeren finanziellen Spielraum hat, sollte sich durchaus mal die Einstiegsgeräte der namhaften Hersteller anschauen.
- günstiger Preis
- passable Sounds
- Qualität der internen Lautsprecher
- Tastatur nicht sehr hochwertig
