
Komfort fürs iPad: Alesis iO Dock
Wenn es etwas gibt, das an Apples Mobilgeräten nervt, dann sind es die Adapter. Sie sind fisselig, teuer und was das Schlimmste ist: Man braucht alle paar Minuten einen anderen. Speziell das iPad 2 mit seinem leistungsfähigen Prozessor ist mit vernünftigen Adaptern zu Höherem berufen. Das hat man sich auch im Hause Alesis gedacht und mit dem iO Dock eine ordentliche Dockingstation mit brauchbaren Anschlüssen entwickelt. Wir haben das Gerät für Euch unter die Lupe genommen.
Aufbau
Das Dock wird ohne großes Tamtam mit einem externen Steckernetzteil und einer Kurzanleitung ausgeliefert. Auch im Netz gibt es keine ausführliche Anleitung, aber zum Glück ist die Bedienung selbsterklärend. Das iPad wird mit dem Dock-Anschluss zuerst in den Schacht geschoben. Für den Test stand uns ein iPad 2 zu Verfügung, das bekanntlich etwas dünner ist als sein Vorgänger. Um mit beiden Versionen kompatibel zu bleiben, liefert Alesis einen Adapter mit, der beim iPad 2 für festen Sitz sorgt.

Die neue Generation: iPad 2 passt dank Adapter auch rein
Die meisten Anschlüsse des iO Dock liegen an der Geräterückseite. Es gibt zwei kombinierte XLR-/Klinkenbuchsen mit Gain-Regler für Line- und Mikrofon-Signale, von denen die zweite umschaltbar ist zwischen Mic/Line- und Instrumenten-Impedanz. Beide Inputs besitzen eine zentral schaltbare Phantomspeisung - die Buchse packen ordentlich zu. Der DC-Stecker kann mit einer kleinen Klammer gegen Herausrutschen gesichert werden und das iO Dock verfügt immerhin über einen On/Off-Schalter - ein internes Netzteil wäre trotzdem besser für die Mobilität. Videoseitig gibt es eine einsame Cinch-Buchse - hier bietet Alesis dem bildaffinen Nutzer leider keine Profi-Ausstattung. Statt dem durchaus möglichen DVI- oder HDMI-Output muss man sich mit SD Composite begnügen.

Anschlussfreudig: Rückseite
Sehr viel besser sieht es bei den MIDI-Optionen aus. Hier verfügt das iO Dock über je eine Standard-DIN-Buchse für In- und Output sowie einen USB-B Anschluss. Der Main Audio Out schließlich ist als Klinkenbuchsenpaar ausgelegt - der Ausgangspegel wird dabei über einen seitlichen Main-Regler eingestellt. Ebenfalls seitlich liegt der Kopfhörerausgang, der einen separaten Lautstärkeregler besitzt.

Outputs rechts ...

... MIDI links.
Praxis
Beim Aufstellen und Verkabeln der Dock/iPad-Kombi hat man das Gefühl, ein völlig neues Gerät vor sich zu haben. Sicher gibt es diverse Haltevorrichtungen für das iPad, aber die Pult-Bauweise des iO Dock ist in jedem Fall eine der ergonomisch sinnvollsten für die Studioanwendung.
Diverse Recordingaufgaben erledigt das iPad in diesem Dock mit links. Aufnahme- und Wiedergabequalität sind sehr gut, im Test war weder störendes Rauschen noch andere Nebengeräusche zu vernehmen, die bei Mobilgeräten gerne auftreten. Es ist schon erstaunlich - vor einigen Jahren musste man für einfache Aufnahmen im Proberaum noch viel Geld in Equipment stecken. Wer sich nun für andere mobile Anwendungen und entspanntes Couch-Surfen ohnehin ein iPad gönnt, schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Bei Gigs oder im Studio ist der Recorder mit dem iO Dock sofort startklar. Dank der diversen Eingänge lassen sich mit Garage Band oder etwas professionelleren Apps wie MultiTrack DAW recht gute Ergebnisse erzielen. Keine Frage, es existieren auch kompaktere Standalone-Recorder zu vernünftigen Preisen, aber das iO Dock in Kombination mit dem App-Wunder iPad leistet eindeutig mehr und ist komfortabler in der Bedienung.
Für Gitarristen ist das iO Dock ebenfalls interessant - diverse Modeling-Apps unterstützen das iO Dock. Peaveys AmpKit lief problemlos im Test und ist in der einfachsten Version sogar kostenlos. Die Sound-Möglichkeiten dieser Apps sind bekanntlich enorm.

Man versteht sich: Peavey AmpKit
Als MIDI-Controller macht das Testgerät eigentlich die beste Figur: CoreMIDI macht's möglich. Weil das iPad dank Touchscreen auch die Stärke des Drucks erkennt, kann es zusammen mit dem iO Dock durchaus ein MIDI-Pad vertreten. Wer will, kann aber auch umgekehrt verschiedenste Apps per MIDI-Keyboard steuern. Beep Streets Horizon Synth etwa wird so zum „vollwertigen“ Synthesizer.
Es zeigt sich schnell: Das wirklich Praktische am iO Dock sind nicht seine einzelnen Schnittstellen, sondern deren Kombination in einem Gerät. Müsste man die diversen benötigten Adapter alle einzeln kaufen, wäre das eine teure und umständliche Angelegenheit. Die Verarbeitung ist übrigens insgesamt ordentlich, allerdings hätte man sich für das hübsche Alu-iPad auch ein wenigstens teilweise metallenes Dock gewünscht. Damit würde das Gerät aber sicher auch wesentlich teurer. Regler und Schalter sind nicht sonderlich groß, erfüllen aber zuverlässig ihren Zweck.

Leider extern: Stromversorgung
Alesis bietet mit dem iO Dock die erste vernünftige Docking-Station für das iPad an. Das iO Dock ist mit überwiegend professionellen Anschlüssen ausgestattet und ermöglicht zu einem fairen Preis die Integration in bewährte Arbeitsplätze. Die Kompatibilität mit einer Vielzahl von Apps ist gewährleistet und macht das Gerät zu einem klaren Kauftipp nicht nur für Recording-Freaks. Für die nächste Version fehlt nur noch ein Kartenleser und ein HDMI-Ausgang, dann bleiben keine Wünsche mehr offen.
- Konzept
- Preis/Leistung
- Vielfalt Audioausstattung
- Phantomspeisung
- Material
- externes Netzteil
- kein HD-Videoausgang
