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Test: Yamaha Tyros 4

: Thorsten Walter
22.12.2010




Dem langjährigen Leser erscheint es sicher ungewöhnlich, dass nun auch ein Yamaha Arranger-Keyboard bei Amazona unter die Lupe genommen wird. Und ganz ehrlich, bis vor ca. zwei Jahren hatte ich selber komplett den Überblick verloren, was die Weiterentwicklung der Yamaha PSR-Serie betrifft. Da ich bis dato nur die so genannten "Tischhupen" der 80er und 90er Jahre kannte, habe ich mich mit dem Thema erst wieder beschäftigt, als ich ein Musikinstrument suchte, das sofort nach dem Einschalten betriebsbereit war – ohne langes Booten. Der primäre Zweck sollte zunächst nur das schnelle Festhalten von musikalischen Ideen in akzeptabler Qualität sein. Zu dieser Zeit war gerade der Tyros 2 zu günstigen Konditionen erhältlich, und ich wagte mich trotz komplett alleinunterhalterischer Talentfreiheit an dieses Gerät. Ich war zunächst über den Klang erstaunt, denn er erschien mir zunächst extrem weichgespült, mit enormem Hallanteil und gänzlich ohne Ecken und Kanten. Als ich dann vergleichbare Geräte anspielte ist mir klar geworden, dass es für die Zielgruppe scheinbar genau so klingen muss.

Mein erster Eindruck war also: "Schlagerparade par exellence!" Für mich war das eine vollkommen neue Welt, und die machte mich neugierig, also spielte ich weitere Sounds an – zunächst ohne die Begleitautomatik anzuschalten. Und siehe da, es ist im Tyros 2 (T2) eine erstaunlich breite Klangpalette vorhanden, vom Piano über Orgeln, Streicher, Synthesizer bis zum verstimmten Sägezahn ist alles dabei. Beim Durchhören der Klänge ist mir direkt aufgefallen, dass es im T2 Klangfarben gibt, um die ich bislang einen riesengroßen Bogen gemacht habe. Umso mehr war ich verblüfft, wie authentisch diese Multisamples klangen. Sie werden in keinem anderen Gerät derart gut gesampelte Trompeten, Saxophone, Orgeln, Akkordeons finden, wie man sie für Volkmusik benötigt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Da Volksmusik sofort mit Attributen wie zum Beispiel "uncool" (andere Begriffe spare ich mir) verbunden wird, ist dieses Thema in meinem Bekanntenkreis nahezu tabu – schade eigentlich, denn die Klänge inspirieren zu neuen Ideen, auch wenn das Ergebnis absolut gar nichts mit Volksmusik zu tun hat. So findet man in einem Yamaha Motif bei weitem nicht so gute per Klaviatur spielbare Naturinstrumente und die Technik, die diese Spielweise ermöglicht, ist bis dato einzig und alleine in der Yamaha Tyros Serie zu finden. Warum andere Hersteller kaum Wert darauf legen, ist weitestgehend klar: Wer ernsthaft Musik produziert, kauft sich lieber echte Musiker ein, als zu versuchen Naturinstrumente mühsam elektronisch zu emulieren. Daran rüttelt übrigens auch ein Tyros nicht, aber er erlaubt mir Ideen relativ nuanciert festzuhalten, die später von Musikern eingespielt werden können.


Der Tyros 4

Wer den vorherigen Abschnitt aufmerksam gelesen hat, wird verstehen, dass dieser Testbericht nicht aus Sicht eines Alleinunterhalters geschrieben ist, sondern aus der eines Songwriters und Producers. Insofern werden einige Features anders gewertet, als es für die eigentliche Zielgruppe zuträglich wäre. Außerdem werde ich leider nicht auf jedes Feature eingehen können. Da ich selber nie einen Tyros 3 von nahem gesehen habe, vergleiche ich mit dem Tyros 2.

Der Tyros 4 ist, so viel sei vorweg gesagt, ein Feature-Monster. Er beinhaltet quasi die Technik eines kompletten Tonstudios und verfügt darüber hinaus über eine ausgefuchste Echtzeit-Arranger-Funktion.
Gegenüber dem Tyros 2 fällt auf, dass ein verbessertes TFT-Display zum Einsatz kommt und auch der verwendete Prozessor für die Grafik und Benutzeroberfläche scheint etwas schneller zu sein. Das Gehäuse ist vom T3 übernommen worden, ist jedoch qualitativ von der gleichen Güte wie das des Tyros2.

Klangerzeugung

Die Basis der Klangerzeugung bildet Yamahas AWM2 Sampleplayer-Technik, die allerdings vom Funktionsumfang bei weitem nicht mit einem Motif mithalten kann. Die Klangarchitektur erinnert eher an einen (nicht negativ gemeint) GM-Player als an einen Synthesizer. Zwar sind bis zu acht Layer möglich, aber in Punkto Modulationen, vor allem Echtzeitmodulation, muss die Tyros-Engine klar zurückstecken. Auch ist das Editieren eines Klangs am Gerät selber nur extrem rudimentär möglich. Es gibt jedoch eine Editiersoftware, mit der man den Tyros über einen angeschlossenen PC editieren kann. Diese Software ist allerdings nicht wirklich benutzerfreundlich und nicht mit dem Niveau aktueller Synthesizer-Oberflächen vergleichbar, sie tut aber ihren Dienst. Man erkennt daran, dass die Hauptzielgruppe eines Tyros keinen großen Wert darauf legt, eigene Klänge zu erstellen.


Super Articulation

Die absoluten Stärken spielt der Tyros bei seinen Presets aus. Diese basieren teilweise auf den nicht editierbaren "Super Articulation" Presets. Die SA-Presets ermöglichen ein relativ authentisches Spielen von Naturinstrumenten über die Klaviatur. Während des Spielens analysiert die Super Articulation Technik (SA) in Echtzeit die Spielweise und schaltet automatisch die Multisamples um. Im Kern basiert ein SA-Preset aus verschiedenen Multisamples für verschiedene Spielweisen, so wie es von Software-Samplern her bekannt ist. Das manuelle Umschalten entfällt aber weitensgehend (siehe SA2). Die automatischen Features der SA-Presets spielen andere Samples ab, wenn man zum Beispiel Oktaven oder Terzen (oder andere Tonabstände) legato spielt. Dann werden entsprechende Slide-Samples automatisch ausgewählt. Das hört sich zunächst einfach an, funktioniert aber perfekt und ist sehr leicht spielbar. Das klangliche Ergebnis ist ohnehin eindrucksvoll.
Die Weiterentwicklung der SA-Presets sind SA2-Presets. Diese ermöglichen über zwei Tasten neben dem Modulationsrad zusätzliche Spielweisen, die nicht automatisch erkannt werden können. Um beispielsweise eine Note mit einem Triller zu beginnen, betätigt man eine dieser Tasten, bevor man diese Note spielt. Genauso kann man bei gehaltener Note eine der beiden Tasten betätigen, und in der Release-Phase wird ein anderes Sample abgespielt.
Damit die beiden SA2 Tasten bei den normalen SA Presets nicht ungenutzt bleiben, wurden diese mit einfachen aber nützlichen Effekt-Samples belegt, um dem Spiel von SA-Presets noch mehr Leben einhauchen zu können. Bei Chor-Samples sind dies z.B. Atmengeräusche, bei Gitarrensamples z.B. Klopfen auf den Korpus.
Yamaha versteht es wie kein anderer Hersteller, die Samples so zu produzieren, dass ein flüssiges, echtzeitfähiges Spielen möglich ist. Bei ähnlichen Verfahren anderer Hersteller kann man zwar auch zwischen Spielweisen umschalten, jedoch muss man dies für ein authentisches Ergebnis nach der Aufnahme manuell editieren.


Presets

In den knapp 1800 (!) Presets finden wir sowohl herkömmliche Multisamples mit und ohne Velocity-Switch von allen Instrumenten, die man sich vorstellen kann. Von Modell zu Modell werden die einzelnen Instrumente immer weiter verfeinert und zu aufwendigen SA-Presets umgebaut.
Eine wichtige Neuerung seit des Tyros 3 ist, dass man nun auch weitere Presets (Premium Voices) käuflich bei Yamaha erwerben und diese nun auch im optionalen Flash-RAM des T4 nichtflüchtig speichern kann. Im Flash-RAM können auch eigene Multisamples abgelegt werden, aber der Tyros bietet leider keinerlei Importmöglichkeiten für Multisampleformate an. So muss man den Umweg über optionale Software wählen oder manuell einzelne Wav-Dateien importieren und diese dann über die Tastatur mappen.

Piano

Neben dem alten Piano gibt es nun eine neues Multisample mit Velocity-Split für einen natürlicheren Klang. Auf diesem neuen Sample basieren nun viele neue Voices. Vergleichen wir mit aktuellen Plug-ins, so sind die Loops relativ kurz, das Spielgefühl ist aber recht gut. Zwar kann ich mir ein besser klingendes Piano leicht vorstellen, aber das aktuelle ist eine willkommene Bereicherung. Unter dieser Rubrik finden wir auch ein mittelmäßiges CP80-Sample und ein sehr gutes Harpsichord.



E-Piano

In diesem Bereich finden wir nahezu alles, was das Herz begehrt: Rhodes, Wurlitzer und FM-Pianos jeglicher Art und in sehr guter Qualität. Hier hat seit dem Tyros2 jedoch keine merkbare Entwicklung stattgefunden, die Klangqualität des T2 ist aber schließlich auch heute noch top.

Organ

Der T4 verfügt über mehr SA-Orgeln, die über ein gesampeltes Leslie verfügen, welches über das Modulationsrad eingeblendet wird. Die Geschwindigkeit ist zwar nicht regelbar, aber dafür klingt es sehr authentisch. Ansonsten waren auch die Orgeln des T2 optimal und sind weiterhin im T4 vorhanden, wie übrigens alle anderen Klänge auch. Nicht unerwähnt darf die Zugriegelabteilung bleiben: Der Tyros bietet nämlich auch eine echte Orgelemulation mit Zugriegeln an, die neben den normalen Orgeln existieren.

Strings

Auch hier finden wir ein neues sehr gutes SA-Preset eines Streicher-Ensembles sowie zwei exzellente SA2 Solo-Violinen mit Trillern und Slides, die ein sehr realistisches Spielen ermöglichen.


Choir

Im Chor-Bereich ist die wohl größte Weiterentwicklung zu finden. Die älteren Tyros Modelle boten hiermit vergleichen nur seichte und synthetische Kost, die zwar immer noch vorhanden ist, aber von den neuen Chor-Samples deutlich im Regen stehen gelassen werden.
Die erstklassig gesampelten Chöre sind in jazzigen Scat-Varianten aufgenommen und geben Scats wie Schu-Bi-Du-Wapp wieder. Dabei wird bei jedem Tastenanschlag ein neues Multisample getriggert, um die Scats zu erzeugen. Roland hat bereits seit einigen Jahren diese Scats, jedoch sind die Yamaha-Scats durch SA2 besser spielbar. Darüber hinaus sind auch "einfache" gemischte oder Knabenchöre sowie eine tolle Gospel-Abteilung vorhanden.
Hören Sie sich die Klangbeispiele an! Von den neuen Chören wird in den Styles exzessiv Gebrauch gemacht, für meinen Geschmack ist das hin und wieder etwas zu viel, aber die Chorabteilung hilft dem neuen Tyros wieder ein Stück in Richtung Perfektion. Wo so viel Licht ist, ist aber auch Schatten: Obwohl die Chöre absolut erstklassig gesampelt sind, so klingen sie doch immer noch leicht synthetisch, alleine deshalb weil durch den begrenzten ROM-Speicher einfach nicht genügend Einzelsamples vorhanden sind, um bei jedem Tastenanschlag andere Multisamples abzufeuern (Round-Robin). Einfacher gesagt nutzt sich das erfrischende Neuheitsgefühl der Chorsamples schnell ab. Man sollte die Chöre daher mit Bedacht und im Hintergrund einsetzen, so kommen sie am besten zu Geltung. Ich weiß, das klingt jetzt wieder nach dem berüchtigten kleinen Finger und der ganzen Hand, aber hören Sie selber.

Brass

Die sehr guten Bläsersätze des T2 wurden nochmals durch neue Samples verbessert. Insbesondere die neuen sehr cineastisch klingenden Hörner sind wirklich der Hammer. So bekommt man eine echt heroische Atmosphäre à la Hans Zimmer oder Steve Jablonski.


Trumpet

Wer die Trompeten des T2 kennt, weiß diese sicher zu schätzen. Die neuen sehr guten SA2 Trompeten bieten erweiterte Spielweisen, können die bekannten SA-Presets ob deren guter Qualität aber nicht verdrängen. Gleiches gilt für die Saxophon Abteilung.

Flute

Auch bei den Holzblasinstrumenten hat SA2 Einzug erhalten und kann durch die Spielweisen voll überzeugen.

Gitarren

Die Gitarren sind ebenfalls sehr stark erweitert worden und bieten eine nie dagewesene Bandbreite (unter anderem eine Telecaster) an verzerrten und cleanen Gitarren. Im Vergleich mit den anderen Instrumenten sind Gitarrenakkorde nicht befriedigend über eine Klaviatur spielbar. Solo-Gitarren können jedoch sehr überzeugend über SA und SA2 gespielt werden. Auch hier ist eine echte Weiterentwicklung hörbar.


Bass

Zu den sehr gut klingenden Bässen sind jetzt auch gute SA-Presets hinzugekommen. Überzeugende Basssolos sind damit aber noch nicht möglich.

Drums und Perkussives

Während perkussive Instrumente wie Vibraphon und Xylophon in Zukunft wohl nur noch durch erweiterte Velocity-Switches authentischer reproduzierbar sind, können die neuen Drums überzeugen, die ebenfalls aus noch mehr Einzelsamples bestehen. Gerade bei den akustischen Drums würde ich mir für die Zukunft eine Round-Robin Funktion wünschen, um Schläge gleicher Anschlagstärke authentischer klingen zu lassen. Die neuen Drums sind übrigens maßgeblich mit für den frischeren Sound der Styles des T4 verantwortlich.

Begleitautomatik

Mit 500 verschiedenen Styles ist der Tyros4 wirklich sehr üppig bestückt. Man beachte dabei, dass jeder Style aus drei verschiedenen Intros und Endings sowie vier Main-Parts samt Fill-Ins und einem Break besteht. Die Qualität der Styles ist durch die Bank weg sehr gut und teilweise sogar verblüffend authentisch.
Der Kern der Begleitautomatik ist eine Art Midifile-Player, der mit einer Akkorderkennung und der Klangerzeugung eng verknüpft ist. Der Begriff "Midifile-Player" ist zwar technisch korrekt, man kann aber in die Begleitautomatik keine Midifiles importieren, da ein Midifile nicht über die Steuerinformationen verfügt. Die einzelnen Spuren des dem Style zugrunde liegenden "Midifiles" sind darüber hinaus mit Zusatzinformationen gespickt, wie die Mididaten je nach gegriffenem Akkord abgespielt werden sollen. Das Gesamtkonstrukt ist mittlerweile derart ausgefeilt, dass sich realistisch klingende Jazz-Bands genauso hervorzaubern lassen wie ein einfacher 80er Jahre Song.


Die Gesamtheit aller Styles bietet fast für jeden musikalischen Geschmack die geeignete Begleitung, wobei die besten Styles aus den Rubriken Pop, Ballade, Movie und Ballroom stammen. Der Dance- und Elektronik-Bereich ist eindeutig nicht die Stärke der Tyros-Reihe, auch wenn es viele neue gut gemeinte Klänge aus dieser Richtung gibt. Gitarrenakkorde aus der Begleitautomatik klingen jedoch, obwohl sie gute Fortschritte machen, verglichen mit einem Steinberg Virtual Guitarist 2 immer noch sehr steril und synthetisch. Auf dem Hardware-Markt findet sich hingegen keine wirklich Konkurrenz zum T4.
Auffällig ist für Einsteiger, dass vor allem die Intros und Ending derart gut produziert sind, dass beim Umschalten auf die Main-Parts teilweise "Löcher" im Arrangement entstehen können, wenn man nicht gleich mit den richtigen Instrumenten dazu spielt oder der Gesangspart einsetzt.
Zudem können die Styles auch als Inspirationsquelle beim Songwriting dienen. Es ist sehr einfach, mal eben den Stil zu ändern und zu sehen, wie ein Song, der zunächst aus Akkorden, Text und Melodie besteht, in einem anderen musikalischen Stil zur Geltung kommt. Manchmal ist es einfach nur lustig, manchmal aber auch einfach nur gut! Es ist kaum einfacher und schneller möglich, Demoversionen für eine richtige Produktion zu erstellen wie mit so einem Gerät. Auch im Verbund mit einem Audio- und MIDI-Sequenzer lassen sich die Demos quasi schon in Echtzeit erstellen, und können so noch mehr Individualität erhalten, wenn man Spuren der Begleitautomatik stummschaltet oder Plug-in Klänge (über einen PC) von der Begleitautomatik spielen lässt.

Wem die Styles im Tyros nicht ausreichen, der kann weitere Styles hinzukaufen. Das komplett eigene Erstellen eines Styles macht Yamaha durch den internen Style-Creator möglich. Dabei nimmt man wie bei einem Sequenzer die einzelnen Spuren in der C7 Tonleiter auf und kann diese anschließend wie einen Style spielen. Alternativ kann man Spuren vorhandener Styles auswählen und in den neuen Style einbauen. Leider fehlen dem Style-Creator aber wichtige Funktionen, wie z.B. Zugriff auf Mischpultfunktionen, und so wird ein Style der auf diese Weise erstellt wird, qualitativ nie an die Werksstyles heranreichen können. Eine gut bedienbare Software, die über USB auf einem PC läuft, könnte da Abhilfe schaffen.

DSP-Mischpult

Um den Klängen einen produktionsfertigen Schliff zu geben, ist im Tyros ein einfaches Digitalmischpult integriert. Es bietet pro Kanal immerhin einen halbparametrischen Zweiband-Equalizer und bis zu neun DSP-Effekte plus einen Reverb und einen Chorus. Als Mastereffekte steht ein Kompressor und ein Equalizer zur Verfügung. Interessant ist, dass sich die neun DSP-Effekte quasi automatisch auf die Instrumente verteilen. Die EQ-Settings, Pannings und Lautstärken sind ebenfalls in den Styles gespeichert.
Zusätzlich gibt es einen XLR-Mikrofoneingang (XLR-Kombibuchse, leider ohne Phantomspeisung), der ebenfalls über einen Equalizer, ein Gate, einen Kompressor und einen Effekt verfügt.


Vocal Harmony 2

Die Tyros-Serie verfügt serienmäßig über zuschaltbare künstlich erzeugte Harmoniestimmen, wie sie den meisten vom Vocalist bekannt sind. Diese mehr oder weniger realistisch klingenden Stimmen  können die Hauptstimme unterstützen, indem sie etwas leiser darunter gemischt werden. Je nach gegriffenem Akkord werden automatisch bis zu drei passende Stimmen erzeugt, was teilweise, je nach ausgewähltem Preset, wirklich gut klingt. Der Tyros 4 bietet eine etwas verbesserte Engine, die zusätzlich auch wirklich amtlich klingende Vocoder-Stimmen bereitstellt! Da ich selber sehr selten auf entsprechenden Veranstaltungen bin, kann mir nur  vorstellen, dass dieses Feature regelmäßig von Alleinunterhaltern genutzt wird, und dezent und korrekt angewendet kann man sicher eine sehr schöne Gesamtperformance erzielen.

AudioRecorder

Auch der bekannte Audiorecorder wurde überarbeitet. Es ist nun möglich, wie beim Harddiscrecording Overdubs oder Wave-Files auf schnelle Weise zu erstellen und MP3s wiederzugeben. So wurde endlich ein langjähriger Kundenwunsch erfüllt.




Auch wenn Sie bislang keine Berührungspunkte mit einem solchen Gerät hatten: Versuchen Sie es einfach mal! Die echten Stärken eines solch komplexen Keyboards offenbaren sich für den "Unwissenden" nämlich nicht in den ersten Minuten. Vordergründig erscheint der Tryros als reines Alleinunterhalter-Keyboard, auf den zweiten Blick eröffnet er aber Songwritern und Producern eine schnelle und einfache Möglichkeit, Ideen umzusetzen, auch wenn in diesem Arbeitsschritt Individualität natürlich nicht gegeben ist.
Vor allem die hohe Anzahl und Güte der Klänge ist bei Pop-Produktionen jeglicher Art immer eine Bereicherung, und auch die vielen sehr gut klingenden Begleitungen können als Inspirationsquelle dienen.
Für Auf- oder Umsteiger von älteren Tyros Modellen ist sicher interessant, ob es sich lohnt, ein komplett neues Gerät zu kaufen: Klar ist, dass der Tyros 4 im direkten Vergleich zum Tyros 2 eindeutig bessere Funktionen, Klänge und Styles vorweisen kann. Zwar wird ein Tyros 2 oder 3 dadurch finanziell abgewertet, jedoch werden beide dadurch keinesfalls schlechter klingen.

Daten:
Number of Voices 993 Voices + 30 Organ Flutes + 480 XG Voices + 256 GM2 Voices + 44 Drum/SFX Kits (And GS Voices for GS Song playback) Featured Voices 15 S.Articulation2! Voices (AEM technology), 164 S.Articulation Voices, 43 MegaVoices, 30 Sweet! Voices, 101 Live! Voices, 44Drums (including SFX Kits), 71 Cool! Voices, 30 Presets Organ Flutes, 500 Styles




eindeutig bestes Gerät seiner Klasse
erstklassige und große Auswahl an Klängen (vor allem SA+SA2)
einzigartige Super Articulation Presets
Qualität der Begleitautomatik
Vocal Harmony Funktion
optionaler Flash-Speicher und eingebaute Harddisk
Effekte
hoher "Spaßfaktor"



kein Multisample-Import für Fremdformate
Möglichkeiten in der Klangprogrammierung
Benutzerfreundlichkeit der Voice-Edit Software
nur rudimentärer Style-Creator
eingeschränkte Möglichkeiten der Individualisierung
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