
Hier nun der 2. Teil des Testberichtes über die kürzlich erweiterte "Perception"-Serie von AKG. Diese wird ja nicht in Wien, sondern im Reich der Mitte gefertigt und bewegt sich in Preisregionen von eigentlich fragwürdigen Billig(st)-Mikrofonen. So bin ich auch diesmal gespannt, ob das Gütesiegel des Namens AKG dennoch spürbar ist.
Im Teil 1 waren es die Gesangs-/Sprachmikrofone der Perception-Serie, die ich für Amazona.de unter die Schöbelsche Audiolupe genommen habe, diesmal sind die Instrumentalmikros an der Reihe.
Grundsätzlich ist die Perception-Serie die Gegenantwort von AKG auf die Flut von NoName-Produkten, die seit einigen Jahren den Markt regelrecht überfluten. Leider lassen sich viele zukünftigen Anwender von dem meist ansprechenden Äußeren dieser unter oft fragwürdigen Bedingungen und mit drittklassigen Materialien hergestellten Schallwandler blenden und wissen oft nicht, wie sorgfältig ein wirklich gutes Mikrofon hergestellt sein muss, um auch audiotechnisch zu überzeugen.
Perception P 2
Dieses Mikrofon ist ein ganz schöner Brocken und laut AKG für alles basslastige eine gute Wahl: Bassdrum, Posaune, Bassverstärker etc. sind die geeigneten Schallquellen vor dem dicken Einsprechkorb. Besonders gefallen hat mir das Kombigelenk, das neben dem Stativgewinde auch gleich den XLR-Anschluss beinhaltet. Die Richtcharakteristik ist "Niere".

Die "Anfassqualität" ist hochwertig, und wenn man nicht über den beinahe schon lächerlichen Preis informiert ist, hält man es von der äußeren Erscheinung her für ein professionelles Mikrofon für den täglichen Einsatz.
Das Mikrofon habe ich bei einem Auftritt einer meiner Kunden live in einer Kick Drum eingesetzt und war wirklich erstaunt, dass ohne jeglichen Einsatz eines EQs ein sauberer und konturierter Ton aus der PA herausschallte. Das hätte ich bei diesem preiswerten Mikrofon in dieser Form und Qualität nicht erwartet. Den unvergleichlichen Punch eines AKG D 112 erreicht es freilich nicht, das wäre auch etwas zuviel für den Preis verlangt.
Das bereits erwähnte Kombigelenk hat sich im Praxistest als ausgesprochen nützlich herausgestellt, da das Mikrofon durch den fehlenden XLR-Anschluss an seinem Ende sehr kompakt baut und dadurch ausgezeichnet zu positionieren ist.

Perception P 4

Das erste, was einem nach dem Auspacken des P4 in den Sinn kommt: "Ist das Ding aber süüüß". Das kleine Kompaktmikrofon mit Nierencharakteristik wird gleich mit einer Halteklammer für Snare-/Tombefestigung ausgeliefert und lässt sich aufgrund der knappen Größe bestens am Schlagzeug integrieren. Es wirkt trotz seiner Kompaktheit sehr robust und wertig , auf seinen extrem günstigen Preis würde man zuerst nicht tippen.

Auch dieses Mikrofon habe ich live getestet, es hing an einem Standtom während eines Konzertes von "Pete Louis & den scharfen Karpfen". Schlagzeuger "Hasi" Walter und ich waren einer Meinung, dass der Tom-Sound sehr klar und konturiert übertragen wird, zudem lässt sich das P 4 über die mitgelieferte Klammer einfach und sicher befestigen. Erstaunlicherweise hatten wir auch hier (wie schon beim P 2) den EQ am Mischpult völlig neutral gestellt und bekamen dennoch einen überzeugenden Sound. So etwas funktioniert selten.

Auch hier gilt: Mit einem deutlich teureren Mikrofon lassen sich noch bessere Ergebnisse erzielen, aber das P 4 liefert eine rundum überzeugende Performance, besonders in Anbetracht dieses unglaublich günstigen Preises.
Für wen sind diese Mikrofone richtig?
Für live auftretende Bands und Musiker mit knappem Budget, die aber auf Qualität Wert legen und/oder keine unbekannten und/oder fragwürdigen Billigmarken verwenden wollen, sind diese Instrumentalmikrofone eine sehr gute Wahl. Insgesamt präsentieren sich sowohl P 2 als auch P 4 in ihrem angestrebten Einsatzbereich noch überzeugender als ihre Vocal-Brüder P 3S und P 5 und dürften damit grundsätzlich auch professionelle Ansprüche im Live-Bereich zufrieden stellen. Im Homerecording kann ich mir die beiden Testkandidaten ebenso gut vorstellen, und ich selbst hätte keine Scheu, sie bei einer professionellen Aufnahme in meinem eigenen Laden mit einzusetzen.
Das Testfazit ist fast mit dem 1. Teil identisch, nur haben diese Mikrofone insgesamt noch mehr überzeugt und im Test überhaupt keine Schwachstellen aufgezeigt. Die Testkandidaten sind sehr gut verarbeitet und machen einen überaus stabilen Eindruck. Die Preise sind für so robuste Mikrofone mit dem AKG-Zeichen geradezu lächerlich günstig, so dass hier meiner Ansicht nach bedenkenlos zugegriffen werden kann. Auch für diese "Perceptions" gilt: Wenn man später auf höherwertige Modelle um- bzw. aufsteigt, werden einem diese Mikrofone dennoch immer wieder nützlich sein, da man immer wieder einen Einsatz für sie finden kann.
- extrem preiswert für Markenmikrofone
- sehr gute Klangqualität
- sehr gute Verarbeitung
- vielseitig in der Anwendung
- relativ hoher Ausgangspegel aller Modelle
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