
von vorne...
Das Ultralite MKIII geht in die nächste Runde. MOTU spendiert dem Firewire-Interface im halben 19“-Format statt der zweiten FW-Buchse einen USB-Anschluss. Ansonsten ist das mobile Firewire-Interface mit dem Vorgänger nahezu identisch. Wie bei MOTU ?blich, kann dieser kleine schwarze Kasten mit einer integrierten DSP-/Mischpult-Einheit dienen. Latenzfreies Monitoring mit Effekten ist somit auch hier möglich. Zwar bieten einige Interfaces sehr ausgefuchste DSP-Mixer, teilweise sogar ausgefuchster als die des MOTU (man denke hier nur an die Firefaces und Hammerfalls von RME oder die ONYX-Serie von Mackie), aber eine Effekt-Sektion ist -leider- immer noch nicht der Standard, schade - gut für MOTU.
Features:
Das Ultralite MkIII hat einiges für seine 500 Euro Straßenpreis unter der Haube:
bis zu 24Bit Auflösung
bis zu 192 kHz Abtastrate
zwei Mikrofon-/Instrument-Eingänge
6x symmetrische Analogeingänge
10x Ausgänge mit Klinkenbuchsen
48V Phantomspeisung
S/PDIF-Ein/Ausgang
Kopfhörerausgang
theoretisch Stand-Alone als „Mischpult“ nutzbar
CueMix FX - Steuersoftware
DSP
LCD-Display
WDM/ASIO/CoreAudio-Treiber
AudioDesk Software f?r Mac
MIDI I/O
verbunden ?ber USB 2.0 oder Firewire 400
192 kHz sind, ganz speziell in dieser Gewichtsklasse, noch lange kein Standard und die Dreingabe „AudioDesk“ macht aus einer „einfachen Soundkarte“ ein Produktionstool. Äußerlich hat sich zu dem Vorgänger aus dem Vorjahr nicht viel getan. Als „neues Feature“ wurde hauptsächlich die USB-Buchse installiert. Speziell nach dem Fireface UC, ist das nicht mehr der große Wurf. Insgesamt finde ich den „quasi Stillstand“ bei diesem Produkt sehr schade, wenig Verbesserung, obwohl, meiner Ansicht nach, das Ein oder Andere Not getan hätte: Die Oberfläche wäre deutlich aufgeräumt deutlich ergonomischer, wie das die Konkurrenz bereits (meist bei den „reinen“ USB-Interfaces) vormacht.
Praxis
Verbindung mit dem Rechner bekommt das Ultralite ganz bequem per Firewire oder USB2.0. Sollte die Bus-Power von Firewire hier nicht vorhanden sein (wie das bei Notebooks üblich ist), liegt ein Netzteil bei. Auch hier läuft das Interface an Mac und PC auf Anhieb, zumindest was den USB-Teil angeht. Via Firewire konnte ich an zwei Windows-Rechnern mit zwei FW-Chipsätzen (NEC und TI) keine Verbindung herstellen. Selbst der Support konnte mir nicht weiterhelfen. Zwar scheint Firewire etwas an Bedeutung zu verlieren, eine Funktion der Schnittstelle sollte doch wohl auch unter Windows möglich sein. Bei meinen Tests und Versuchen mit unterschiedlicher Firewire-Hardware beschlich mich jedoch der Eindruck, dass Firewire unter Windows weit seltener rund läuft als unter MacOS. Die properitäre Hardware/Software-Kombination mag durchaus ein Grund dafür sein.
Das Einschalten ist, wie beim Vorgänger, mit einem langen Druck auf das Volume-Rad zu bewerkstelligen. Ich persönlich mag solche Doppelbelegungen eher weniger. Auf die gleiche Weise wird dem Interface der Feierabend bekannt gegeben.

...
Die Anschlüsse sind hinten angebracht, mit Ausnahme eines Mikrofon/Instrumenten-Anschlusses und der Kopfhörerbuchse. Kaum einer wird ein Rack sein eigen nennen, in dem man 1/2 19“-Geräte verbauen kann und daher liegen allerhand Schrauben, Schablonen und Adapter mit bei um das erworbene Stückchen Hardware mit dem heimischen Rack zu verheiraten. Bei so manchem Hersteller hätten diese Untensilien eine eigene Artikelnummer und einen eigenen Preis - sehr gut. Selbstverständlich ist das Ultralite mit Phantomspannung ausgerüstet. Noch beim Vorgänger wurden Kippschalter für Phantompower und der Vordämpfung angebracht. Diese waren derart eng platziert, dass die Bedienung, speziell in einer hitzigen Jam-Session, eine ganze eigene Challange darstellt. Hier hat MOTU dazugelernt und eine ganz passable Lösung ersonnen: Mit einem einfachen Druck auf den Drehgeber/Poti zur Vorverstärkung (Trim-Poti) wird die Vordämpfung ein- bzw. ausgeschaltet. Schafft man es den Druck länger (2 Sekunden) durchzuhalten, so wird man mit dem Ein- bzw. Ausschalten der Phantomspannung belohnt. Das ist eine klar bessere Lösung als die Kippschalter aus der Dampflok.

Latenzfreies Monitoring mit Hall und EQ
Die vier Drehgeber, mit welchen sich die internen Mischpult-Optionen direkt am Gerät steuern lassen, sind immer noch dicht beieinander. Dies erfordert sehr spitze oder auch sehr dünne Finger.
CueMix FX, die Software zur Steuerung des MOTU, ist nicht sehr intuitiv (wie hier mehrfach zu lesen war). Die ausgiebige Lektüre des Handbuches, welches durchweg einen guten Eindruck macht, ist also nötig. Prinzipiell kann das Interface mit der PC/Mac-Software die komplette Control-Room-Sektion eines Mischpultes überflüssig machen! Sogar Surroundmonitoring sowie TalkBack/ListenBack ist mit Boardmitteln machbar. Eine solche werksseitige Ausrüstung ist alles andere als üblich, selbst bei größeren Interfaces.

So schön ist es ohne Kippschalter
Ein wenig unglücklich finde ich in der Praxis, dass der eine Mikrofon/Instrumenten-Anschluss auf der Front zu Hause ist, während die restlichen Anschlüsse auf dem Heck Ihr Lager aufgeschlagen haben. Sinn macht diese Konfiguration allerdings, wenn der Front-Mikrofon-Anschluss als TalkBack-Anschluss Verwendung findet? Speziell bei einer Rackmontage finde ich diesen Ansatz nicht ganz so gut, da die Verkabelung dabei etwas unaufgeräumter ausfällt.

Viele Anschlüsse...
Die Audioqualität des Ultralite MKIII geht absolut in Ordnung, hier kann das kleine Interface punkten. DAS Kaufargument bei solcher Hardware, denn Dreingaben wie AudioDesk (genauere Beschreibung im Test des reinen Firewire-Vertreters) können immer nur ein „Zuckerl“ sein. Mit einem MacBook könnte das Ultralite MKIII via USB eine kleine „Wunderwaffe“ für einfache mobile Recording-Anwendungen sein. „AudioDesk“ ist für mich als „AddOn“ ein echter Schnäppchenfaktor. Leider kommen nur Mac-User in den Genuss dieser Software. Für PC-User dämpft das, meiner Ansicht nach, klar das Preis/Leistungsverhältnis. Auch dass es hier scheinbar nicht so einfach via Firewire anzubinden ist - komisch. Der Mac hat im Pro-Sektor die Nase vorn, allerdings nutzen die meisten Hobbyisten und Semi-Professionellen-Anwender verstärkt den PC, daher wäre eine Portierung von „Audiodesk“ und eine Optimierung des Firewire-Supports (NEC-Chipsätze werden derzeit wohl gar nicht unterstützt) ein klarer Schritt in die richtige Richtung.
Einen guten Eindruck macht die Verarbeitung. Die verbauten Komponenten erscheinen wertig. Besonders positiv fallen die durchweg symmetrischen Eingänge auf.
Für Mac-User scheint mir das Interface, dank der Software AudioDesk und der scheinbar unkomplizierteren Nutzung des Firewire-Ports, attraktiver als für PC-Anwender. Wer wirklich nie mehr Ein- bzw. Ausgänge braucht als die, die das Interface zur Verfügung stellt und auch nicht kompatibel zu Wordclock und ADAT sein will/muss, könnte mit diesem Interface glücklich werden.
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- AudioDesk (nur für Mac)
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- Wandler, Preamps
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- Qualität der DSP-Engine (bis auf Hall)
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- latenzfreies Monitoring mit Effekten im Interface möglich
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- kompakte Bauweise
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- Produkt-Design teilweise verbessert
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- Firewire-Support für Windows-Rechner
