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Test: American Audio Radius 3000

: Florian Damm
01.04.2010



Der Markt der Tabletop CD-Player ist überfüllter denn je. Von nahezu jedem Hersteller gibt es mehrere Modelle in verschiedenen Preiskategorien, siehe all die Tests auf Amazona.de. Dem einen fehlt dies, dem anderen das. Der eine punktet mit ausgefallenen Features, der andere mit solider Verarbeitung. Sich in diesem Dschungel zurecht zu finden, ist nicht immer einfach.

Auch der kalifornische Hersteller American Audio hat in diesem Segment drei Kandidaten ins Rennen geschickt. Neben dem CDI 300, dem Radius 1000 und dem Radius 2000 wollen die Amerikaner vor allem mit ihrem Zugpferd aus der Radius Serie, dem Radius 3000, auf sich aufmerksam machen.



Von der Beschreibung her ein wirklicher Allrounder und Alleskönner. Schauen wir uns einmal an, ob er halten kann was er verspricht.

Optisch

Der Radius 3000 ist in edlem Schwarz gehalten und macht rein optisch schon etwas her. Neben vielen bunten LEDs gibt es eine Menge Buttons und Potis. Auffällig sind derUSB-Port und SD/HC Card-Slot am oberen Ende des Gehäuses. Ein ausreichend großes Display wurde direkt darunter integriert. Darunter findet der DJ die Effekt- und Control-Sektion mit sechs auffälligen Buttons, auf die ich noch zu sprechen komme. Darunter findet sich das Herzstück des Players, sein Jogwheel, wieder, an der linken Seite die Navigationselemente, rechts der Pitchfader samt seinen Parametern und am unteren Ende der Cue- und Play/Stop-Button.

An der Frontseite finden wir den CD-Slot. An der Rückseite des Players ist der Netzsanschluß, der Powerschalter und der Cinch- und Digitalausgang untergebracht. Damit können die Mixe parallel mit einen passenden Recorder mitgeschnitten werden. Auch ein USB-/MIDI-Ausgang steht hier zur Verfügung. Mit aktivierter MIDI-Taste sendet der Player MIDI-Signale und kann somit auch als Controller benutzt werden. Dazu findet sich ein Anschluss mit der Bezeichnung "Relay" wieder. Hier können mehrer "Radien" verbunden werden oder an einen American Audio Mixer angeschlossen werden. Damit kommt man in den Genuss des American Audio Fader-Q-Starts.

Kompatibilität

Der Radius 3000 liest MP3- und WAV-Files von drei unterschiedlichen Medien: USB Sticks/HDs, SD/SDHC Karten und üblichen CDs. Um die USB-Devices zu nutzen, muss sichergestellt sein, dass ausschließlich MP3-Files auf dem Speichermedium vorhanden sind. Sobald sich ein anderes Format außer MP3 oder WAV darauf befindet, wird der Radius den Speicher nicht akzeptieren.

Effekte

In Sachen Effekten wird dem Effekt-affinen DJ einiges geboten: Zur Auswahl stehen ein Panning-Effekt, Skid-Effekt (Simulation eines stoppenden Turntables), Filter (Lowpass), Phaser, Flanger, Echo, Trans und ein Reverse-Effekt. Gehen wir etwas genauer auf die Effekte ein:

Panning
Zu dem Prinzip, das hinter diesem Effekt steckt, bedarf es wohl keiner Erklärung. Sowohl die Zeit als auch die Intensität dieses Effektes lassen sich regeln und auch zum Beat synchronisieren.

Skid
Dieser Effekt simuliert einen Turntable, d.h. hier lassen sich die typischen Start- und Stopp-Effekte, die bei einem Plattenspieler durch das Drehmoment resultieren, nachbilden. Eine durchaus nette Spielerei.

Filter
Hier bietet uns American Audio zwei justierbare Parameter an, nämlich Parameter-Time und Parameter-Ratio. Parameter-Time erfüllt die Aufgabe eines bekannten LFOs, also die periodische Bewegung des Filters. Die Ratio bestimmt die Frequenz. Daneben lässt sich die Parameter-Time durch eine Beat-Synchronisation ersetzen. Hier trifft man auf die üblichen Verdächtigen wie 1/1, 1/2, 1/4, usw.

Phaser/Flanger
Diese beiden Effekte dürften den Lesern dieses Reviews auch ein Begriff sein. Auch hier trifft man wieder auf Parameter-Time und Ratio. Genauso lassen sich diese beiden FX zum Beat synchronisieren.

Echo/Delay
Auch hier wieder Parameter-Time und Ratio, und auch wieder lässt sich das Delay zum Beat synchronisieren.

Trans
Im Handbuch wird er als "Transformer-Effekt" betitelt. M.E. nach ist ein einfacher Stutter-Effekt, der sich in seiner Intensität und der Schnelligkeit regeln und zum Beat synchronisieren lässt.

Reverse
Auf Knopfdruck wird das Audiosignal hier umgekehrt.

Die Synchonisiation zum Beat erfolgt über die beiden "Beat-Buttons".

Jog Wheel

Das Jog-Wheel hat eine angenehme Größe. Besonders nett ist eine weiße LED, die während des Betriebes im Uhrzeigersinn läuft. Beim Stoppen über das Jogwheel stoppt auch die LED, und beim Backspinnen läuft sie gegen den Uhrzeigersinn, wie das Jogwheel selber auch. Optisch sehr nett, dient es dem ein oder anderen auch sicherlich zur Orientierung. Die Oberfläche des Jog-Wheels ist ganz normales Plastik. Hier würde sich der ein oder andere womöglich eine andere Beschaffenheit wünschen. Ich persönlich empfinde das nicht als sehr störend, denn die Seite des Wheels ist mit einem griffigen Gummi überzogen, das auch die typischen Einkerbungen bietet. In Sachen Mixing wird es hier also keinerlei Probleme geben.


The Ring


Sampler

Richtig, der Radius 3000 stellt uns einen eingebauten Sampler zur Verfügung! Am Player selber stehen dem DJ vier freie Speicherplätze zur Verfügung, d.h. es können bis zu vier Samples gespeichert werden. Diese dürfen jedoch nicht länger als 5,5 Sekunden sein. Ist das Sample länger, speichert der Player automatisch einen Cuepoint ab. Die vier Speicherplätze haben durchnummerierte Buttons. Daneben gibt es noch einen Memory- und einen Sample-Button.

Hiermit sind auch die anfangs erwähnten sechs auffälligen Buttons erklärt. Der ganze Vorgang wird detailliert im Handbuch erklärt, und verschieden leuchtende Buttons helfen bei der Navigation. Ein durchdachtes Konzept!

Mittels der In- und Out-Buttons lassen sich Loop-Punkte im laufeneden Betrieb setzen und somit auch Loops während des laufenden Betriebes sampeln. Klasse!

Scratch Mode

Am unteren Ende der Oberfläche finden sich drei Buttons wieder: Normal, Scratch, CUE Scratch.

Im normalen Modus lässt sich das Audiosignal durch das Jog-Wheel pitchbenden. Man kennt das von vielen anderen Playern.

Im Scratch Modus lässt sich das Signal mit dem Jog-Wheel scratchen. Hier geht ein großes Lob an die Entwickler. Es gibt nicht viele Player, die so genau reagieren wie der Radius 3000!

Im  CUE Scratch Modus wird nochmals zwischen zwei Modi unterschieden. Einerseits kehrt der Player durch ein einfaches Berühren des Jog-Wheels zu einem CUE-Punkt zurück, andererseits spielt der Player nur so lange ein Signal ab, wie das Jog-Wheel berührt wird. Wird es losgelassen, kehrt der Player wiederum zu einem CUE-Punkt zurück. Eine nette Sache, es gibt durchaus Situationen, in denen dieses Feature sinnvoll ist.

Pitchslider

Das Signal kann am Radius 300 um jeweils 4%, 8%, 16% und 100% nach oben bzw. unten gepitched werden. Er lässt sich dazu komplett deaktivieren. Mit der Tempo-Lock-Funktion lässt sich das Signal sogar ohne Heschwindigkeitsunterschied pitchen. Der Algorithmus klingt erstaunlich gut, eine wirklich tolle Sache!

Sonstiges
  • Die CUE-Features unterscheiden sich nicht wirklich von den bekannten.
  • Es gibt auch einen integrierten Beatcounter, der entweder komplett autark arbeitet oder man ihm durch die Tab-Taste manuell auf die Sprünge helfen kann. Dieser scheint wirklich genau zu arbeiten.
  • Nachdem der Player 15 Minuten nicht genutzt wurde, schaltet er sich automatisch ab.


Der Radius 3000


In the Mix

Mixen mit dem Radius 3000 macht wirklich eine Menge Spaß! Die Pitch-Punktionen, das Scratch-Feature, der Sampler, die Effekte - da geht einiges! Die Handhabung an sich erfordert anfangs sicherlich den ein oder anderen Blick ins Handbuch. Dort findet sich dann ausführliche Hilfe. Hat man ihn erst einmal durchschaut, ist der Radius 3000 eine Waffe!

An allen Ecken und Enden leuchten und blinken LEDs und Buttons, was einem nach einiger Zeit wirklich hilft, sich zurecht zu finden und schnell zu verstehen. Der Player macht einfach Spaß!

Verarbeitung

Die Verarbeitung des Radius 3000 ist solide und stabil. Beim Abspielen von CDs bringt den Player so leicht nichts aus der Ruhe. Die Potis und Fader machen einen wirklich stabilen Eindruck. Durch die gummierten Füße steht er auch im Setup stabil. Nichts zu beanstanden.


auch im Dunkeln hübsch anzusehen



Ein absolut solides Gerät aus dem Hause American Audio. Jeder, der auf Mixen mit Playern steht und zudem nach einem Gerät mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten sucht, sollte sich den Radius 3000 genauer anschauen. Ich wüsste nicht, was dem Player fehlt. Hier sind der Kreativität eines DJs absolut keine Grenzen gesetzt! Und das Ganze zu einem angemessenen Preis. Ich bin begeistert!

Für Einsteiger ist dieser Player möglicherweise etwas überdimensioniert, sowohl vom Preis als auch von den Features her betrachtet. Ich sehe die Zielgruppe daher mehr bei wirklich professionellen DJs.




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Features
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Qualität
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Handling
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Display



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Oberfläche des Jog Wheels u.U. nicht griffig genug
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