
Erfolgreiche Produkte erkennt man daran, dass das Konzept immer wieder neu aufgelegt und verbessert wird. Genauso steht es auch um die Novation Automap Controller, die nun bereits in die dritte Gerätegeneration gehen. Mit der neuen MkII-Serie hat Novation seinen Controllern noch mehr Features auf den Weg gegeben.
Bitte lesen Sie auch unsere weiteren Tests zu den Novation-Controllern, die Sie im Archiv finden können.
Von der Ferne sieht auch der 25SL MKII typisch nach Novation Controller aus, und erst bei näherem Hinsehen fällt auf, dass sich die Benutzeroberfläche doch recht stark geändert hat. Die acht Endlosdrehgeber (Encoder) verfügen nun über LED-Kränze, damit man bei Bedarf auch ohne das Display ungefähr erkennt, auf welchen Wert sie eingestellt sind. Aus Kostengründen wurde auf das zweite Display verzichtet, ein, wie ich finde, schmerzlicher Verlust. Dafür sind sowohl die Encoder, die Potis als auch die Fader berührungsempfindlich. Sie merken also, wenn man sie anfasst, und das übrig gebliebene Display schaltet auf die jeweilige Reihe automatisch um. Wer nun denkt, dass dies auch bei den Buttons der Fall wäre, hat sich leider zu früh gefreut. Bei einem Druck auf einen der belegbaren Tasterreihen ist keine Touch-Funktion vorgesehen, wirklich sehr schade und inkonsistent in der Bedienung. Während sich die Fader für meine Begriffe besser anfühlen als die der MkI-Serie, haben die Potis einen viel höheren Drehwiderstand, was einerseits unbeabsichtigtem Verstellen vorbeugt, schnellen Parameteränderungen aber eher entgegenwirkt.
Einer weiteren Änderung, die ich sehr gelungen finde, sind die Transporttaster untergekommen: Mit dem neuen Transport-Taster kann man nun auswählen, ob die zweite Tasterreihe unter den Fadern als Transportleiste oder als frei zuweisbare Reihe arbeiten soll.

Wie auch die älteren Controller, besitzt die MkII-Serie ein MIDI-Trio nebst zweitem MIDI-Ausgang, Pedalanschlüsse und einen USB-Anschluss, der sogar für die komplette Betriebsspannung aufkommt. Auch das bekannte Speed-Dial mit all seinen Vor- und Nachteilen ist wieder an Bord. Leider hat sich hier konzeptionell seit der letzten Version der Controller nicht allzu viel getan. Ein Griffin Powermate ist für mich immer noch die bessere Wahl.

Der Automap3-Server arbeitet vom Anwender weitestgehend unbemerkt im Hintergrund zwischen der Host-Software und dem Plug-in. Eigentlich lädt der Host bei der Nutzung von Automap nicht direkt die Plug-ins, sondern den Server selbst der danach wiederum das Plug-in lädt. So trickreich umgeht Automap die Beschränkungen der Hosts. Seit Automap 3 können in der Pro-Version (19,95 Euro) auch mehrere Remote-Controller gleichzeitig eingesetzt werden, was die Möglichkeiten enorm erhöht. Allerdings muss ein Hauptcontroller zugewiesen werden. Dieser funktioniert in der Pro-Version genauso wie in der normalen. Die Zusätzlich angeschlossenen Remotes werden manuell an das zu steuernde Plug-in zugewiesen. Ich fände es angenehmer, wenn in der Automap-Leiste, die je unter jedem Plug-in erscheint, die einzelnen Controller mit einem Mausklick zuweisbar wären.

Zudem werden jetzt auch Keyboard-Kommandos akzeptiert. Man kann also nun auch Tastatur-Befehle in Automap einbinden, was die Steuerung noch weiter perfektioniert.

Zudem ist jetzt auch eine Mackie HUI Emulation eingebaut, so dass man nahezu sämtliche DAWs damit steuern kann. Sehr nett ist auch der neue Start-Screen, mit dem man direkt die neuste Version herunterladen kann. Endlich wurden auch das XY-Panel, die Pedale und die Drum-Pads in die Automap-Zuordnung mit einbezogen.
Die neue Drag&Drop Funktion ist ebenfalls sehr begrüßenswert. Man ist in der Lage, die Parameterzuordnungen auf dem Bildschirm einfach zu tauschen, was oft schneller vonstatten geht, als eine manuelle Neuzuordnung an der Hardware selber. Das Autoview-Feature blendet den Automap-Screen automatisch ein, wenn ein Parameter bedient wird. Auf unserem Testsystem, das mit 3 ms Latenz läuft, verursachte dies aber Audio-Clicks. Nur bei höheren Latenzen konnten wir damit gut arbeiten.

Novations Automap kann man als derzeit praxistauglichstes Controllersystem bezeichnen, klinkt es sich doch zwischen die Plug-ins und den Host ein und verwaltet seine Controllerzuordnungen selbstständig. Hat man das Prinzip einmal durchschaut, so ist es ein Kinderspiel damit zu arbeiten. Auch die neue MKII Serie kann mich voll überzeugen und ist als sehr sinnvolle Überarbeitung der Automap-Serie gelungen. So sinnvoll die neuen LED-Kränze um die Encoder auch sind, die technische Ausführung ist leider nicht komplett gelungen, da die einzelnen LEDs optisch nicht klar voneinander abgegrenzt sind, soll heißen: Sie strahlen ineinander über. Es ist also nur mit geringem Kontrast erkennbar, welche LED jetzt noch an ist und welche noch nicht. Das Touch-Feature entschädigt aber für alles: Die Programmierung geht noch leichter von der Hand, und auch die Übersichtlichkeit gewinnt hinzu, da man durch einfaches Berühren die Parameterbelegung überprüfen kann.
Für unseren Test stand die Remote SL25 MkII zur Verfügung. Während die größeren Versionen mit mehr Tasten ausgestattet sind, ist die Desktop-Variante ZeRO SL MkII mit noch mehr Bedienelementen, längeren Fadern und sogar einem Crossfader ausgestattet. Die generellen Funktionalitäten bleiben aber gleich.
Während das Update auf Automap3 für jeden Novation Remote-Anwender Pflicht ist, so sollten Neueinsteiger darauf achten, auch gleich die neue Version der Controller zu kaufen, da diese doch viel mehr praxisgerechte Features enthalten als die ersten beiden Generationen. Novation sehe ich in diesem Punkt als Paradebeispiel für eine Firma, die Kundenwünsche wirklich umsetzt, weiter so!
Was mir persönlich im Novation-Portfolio allerdings noch fehlt ist eine professionelle Version der Remote-Controller, also mit hochwertigen Tasten, Potis und Motorfadern sowie die Möglichkeit, auch externe MIDI-Befehle in Automap einzubinden. Was viele professionelle Anwender freuen wird, ist die verbesserte Unterstützung von Waves-Plug-ins, die nun korrekt gemappt werden.
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- konsequente Weiterentwicklung
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- viele Kundenwünsche integriert
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- Automap 3 Funktionalitäten
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- Speed Dial konzeptionell unausgereift
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- eng aneinander liegende Bedienelemente
