Beim Shure DFR22E handelt es sich um einen digitalen Audioprozessor mit zwei Ein- und Aus-gängen, die mit XLR und Euroblock-Steckern ausgestattet sind. Durch vordefinierte Presets kann er entweder als unmittelbar betriebsbereiter 2-Kanal Feedback-Reducer genutzt oder als vollständig programmierfähiger 2x2 Matrix-Mischer oder Insert-Prozessor eingesetzt werden. Bis zu 16 Konfigurationen können als Presets abgespei-chert und mit Tastern an der Frontseite sowie mit Hilfe der Steuereingänge auf der Rückseite aufge-rufen werden. Die Steuereingänge bieten neben diesem Preset Wechsel weitere Prozessorsteuerfunktionen wie Lautstärkeregelung und Stumm-schaltung von einzelnen Kanälen und können mittels Potentiometer, Schalter und Taster angesprochen werden. Darüber hinaus bietet der DFR22E die Steuerung über AMX und Crestron. Durch verschiedene Sicherheitsebenen kann der Zugriff für Unbefugte untersagt oder eingeschränkt werden.
Mit Hilfe der mitgelieferten Windows-Software stehen zur Konfiguration des DFR22E zwei Modi zur Verfügung. Im Design Mode wird ein Setup am Rechner programmiert, das später als Preset in das Gerät geschrieben werden kann. Im Live Mode werden alle Änderungen sofort im Gerät umgesetzt. Die flexible Matrix Sektion erlaubt eine freie Signalverteilung der Eingänge auf die Ausgänge inklusive einer individuellen Pegelanpassung und Polaritätsumschaltung. Die einzelnen Prozessorblöcke lassen sich einfach per drag-and- drop in den Signalfluss integrieren. Die benötigte Prozessorleistung sowie verfügbare Delay-Zeit und einzelne Pegel werden in der Software angezeigt.
5, 10 oder 16 Notchfilter
Filterbreite 1/10 bis 1/70 Oktave
adaptive Filtertiefe bis zu -18 dB
einstellbare Auto-Clear-Funktionen
grafischer EQ (10 und 30 Band)
parametrischer EQ (3, 5, 7 oder 10 Filter mit einstellbarer Bandbreite)
Delay bis zu 2 Sekunden pro Delay-Block (insg. 10 s)
Frequenzweichen/Mono-Sub 2 Wege Butterworth-, Bessel- oder Linkwitz-Riley-Filter mit bis zu 24 dB Flankensteilheit und umschaltbarer Polarität
Kompressoren/Limiter Soft-/Hard-Knee Option sowie Stereoversionen und Peak-Limiter
AGC Automatische Lautstärkeanpassung
Ducker mit regelbare Bedämpfung -100 bis 0 dB
Abtastfrequenz / Auflösung 48 kHz/24 Bit
Signallaufzeit <1,5 ms
RS-232 Front-Schnittstelle
Windows-Software
je zwei In- und Outputs auf XLR und Euroblock
Abmessungen (HxBxT) 44 x 483 x 248 mm, (19” Rackformat mit 1 HE)
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Das Gerät wartet mit einer Vielzahl an Funktionen auf, die sich durch die hauseigene Software sehr übersichtlich auswählen lassen. Hierzu wird eine serielle Schnittstelle benötigt, was sich heutzutage durch entsprechende USB Adapter gut bewerkstelligen lässt. Übertragungsraten von 9600 Bps erinnern an alte Modemzeiten... Shure gibt nicht an, was man hier einstellen soll/kann. Dennoch funktioniert die Live Steuerung sehr spontan, inklusive Pegelanzeigen. Hochsetzen der Baudrate machte subjektiv keinen Unterschied, funktionierte aber. Man hat also 2 Eingänge und 2 Ausgänge. Das hängt man z.B. zwischen den Mastermix und Endstufe. Will man nur Feedbackunterdrückung, dann provoziert man Feedback, und die Filter setzen sich automatisch. Das funktioniert ganz gut und dazu bräuchte man keinen PC. Man sollte etwas zurückhaltend sein mit der Provokation, denn sonst sind bald alle Filter voll und der Frequenzgang ordentlich verbogen. Will man mehr, so kann man dies (nur) über den PC steuern. Man kann in jeden Kanal die gewünschten Module einschleifen, also z.B. Feedbackkiller, parametr. und grafische Equalizer, Kompressor, Ducker. Die Vielfalt der möglichen Module entsteht durch Vorgabe verschiedener Anzahl Filter/Frequenzen usw. Ich habe mich gefragt, was man mit dem Duckingmodul anfangen soll, wenn man doch keinen weiteren (Mikrofon) Eingang hat? Und was soll man mit einer Frequenzweiche anfangen, wenn man insgesamt nur 2 Ausgänge hat? 1150 Euro für eine Mono-/2-Kanal Frequenzweiche? Naja... Gut funktioniert indes der Feedbackkiller. Am PC sieht man dann die vergebenen Frequenzen und man könnte sie noch bearbeiten. Auch die Equalizer funktionieren natürlich gut. Was fehlt ist eine Einmessfunktion. Sehr enttäuscht war ich von dem doch relativ hohen Grundrauschen des Geräts, was sich beim Zuschalten des Feedbackkillers und weiteren Modulen noch erhöht. Dadurch ist das Gerät weniger studiotauglich. Das sollte bei so einem Preis anders sein! Man kann es also wirklich nur vor der Endstufe einschleifen. Das widerspricht eigentlich dem Gedanken der Bearbeitung eines Mikrofonsignals, mit dem ich den Namen 'Shure' verbinde. Spasseshalber habe ich mal meine Funkmikrofone auf höchsten Ausgangspegel (+6db) gestellt und das Gerät damit angefahren. Das Rauschen stört. Besonders, wenn einer leise singt. Bei einer Live Veranstaltung wird man es nicht bemerken, aber mich stört so was. Weiterhin gibt es noch einige Möglichkeiten, Funktionen von aussen zu steuern oder zu beeinflussen. Mit externen Potentiometern oder Schaltern kann man dies bewerkstelligen, es gibt hierfür hinten eine Klemmleiste bzw. Stecker. Interessant für Festinstallationen, liest sich aber total kompliziert in der Anleitung. Einen Ein-/Ausschalter besitzt das Gerät nicht. So geheimnisvoll sich das Gerät hier in der Beschreibung und auf sämtlichen recherchierten Internteseiten präsentiert, so geheimnisvoll ist auch die Bedienungsanleitung. Sie geht auf die einzelnen Funktionen nicht näher ein und verweist auf die Hilfe in der Software. Diese wiederum funktioniert unter Windows 7 nicht, da die Hilfedateien für eine andere Windowsversion gemacht wurden. Bleibt noch die Frage, warum hier DFR22E angeboten wird, das Gerät dann aber nur DFR22 heisst? Wahrscheinlich heisst 'E', dass es eine europäische Version sein soll. Auf dem Gerät steht halt nix davon drauf. Fazit: Es gibt Konkurrenzprodukte, die mehr bieten (und auch gut rauschen ;-) ), günstiger sind, kompakter sind und Standalone bedient werden können. Mein persönliches Fazit ist, dass man eigentlich keinen Feedbackkiller braucht, sondern einfach gezielt die 1-2 Frequenzen schon am Kanal rausnimmt bzw. dämpft. Stichwort Digitalmixer, da geht erheblich mehr!
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