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Online-Ratgeber: E-Gitarren Recording

5. Alternativen

Verstärkerabnahme mit einem guten Mikrofon ist zwar der prinzipiell hochwertigste Weg zum ultimativen Gitarrensound, aber auch der zeitraubendste und lauteste. Nicht ohne Grund gibt es inzwischen einige Alternativen, die schneller und/oder mit geringerer Lärmbelästigung für die Nachbarschaft zu guten Ergebnissen führen.

Das Zusammenspiel zwischen Verstärker (insbesondere eines Röhrenverstärkers) und dem Lautsprecher können jedoch die wenigsten Geräte wirklich nachempfinden. Das liegt darin begründet, daß die Speaker bei hohen Lautstärken Eigenresonanzen erzeugen, die in der Endstufe Arbeitspunkt-Sprünge verursachen - und das macht Sound ;-).

Direktbox / Recording-Ausgang am Amp

Elektrische Bässe werden oft mit DI-Box abgenommen. Bei der Gitarre ist das nicht so einfach, speziell nicht bei verzerrten Sounds. Der Speaker ist ein enormer Faktor im Gitarrensound. Ein typischer Gitarrenlautsprecher macht bei ca. 7 kHz dicht. Und das ist gut so, denn ohne diese Höhenbegrenzung klingt selbst ein feiner Mesa Boogie wie eine fiese Kreissäge. Bei cleanen Sounds benötigt man diese Frequenzbegrenzung nicht zwingend, aber meist klingt's auch hier runder und harmonischer, wenn die Höhen gekappt werden.

Schon vor einiger Zeit sind verschiedene Hersteller auf den Gedanken gekommen, eine Lautsprechersimulation in eine DI-Box zu integrieren. Zwei der bekanntesten Exemplare sind die Hughes & Kettner Red Box und die Behringer Ultra GI-100.

Manche Gitarrenamps besitzen sogar ab Werk schon einen Recording-Ausgang mit lautsprecherähnlicher Frequenzkorrektur - oft verrät dies schon die Bezeichnung des Ausgangs. Direktabnahme mit Lautsprechersimulation klingt anständig, aber ein gut mikrofonierter Amp klingt deutlich besser. Einige hochwertigere Gitarrenverstärker verwenden spezielle Preamps für den Recording-Ausgang (mehr dazu weiter unten). Außerdem gibt es dann noch die Modeling-Amps - kompakte Combos oder Topteile mit Ampsimulation. Hier werden ensprechende Geräte durchaus auch in professionellen Studios eingesetzt, vor allem wenn's schnell gehen soll. Ein guter Modeler klingt besser als ein schlecht mikrofonierter Amp.

Beachten Sie unbedingt, dass man Röhrenverstärker nicht ohne Lautsprecher betreiben darf. Die Endstufe würde Schaden nehmen. Wenn Sie die Lautstärke reduzieren möchten, ohne den Master-Volumeregler zurückzudrehen (das Strampeln der Endstufe unter Vollast klingt halt geil), benötigen Sie einen so genannten "Power Attenuator", der die Endstufenleistung in Form von Wärme verbrät (daher auch der Name "Hot Plate" bei den THD-Geräten).

Recording Preamps

Einen besseren Sound als ein Amp mit frequenzkorrigierter DI-Box erzielt man mit einem speziell für Recordingzwecke entwickelten Gitarrenpreamp. Bekannte Vertreter sind z.B. Hughes & Kettner Tubeman oder die verschiedenenen Modelle von Tech 21/SansAmp. Viele User schwören auf diese Teile. Auch den ehrwürdigen Tom Scholz Rockman kann man in diese Kategorie einordnen, obwohl der sehr charakteristische Rockman-Sound vielleicht nicht mehr ganz dem aktuellen Zeitgeschmack entspricht. Wer auf klassischen 80er Rock steht, kann ihm aber ruhig eine Chance geben.

Digitale Modeling Preamps

Obwohl es sie noch gar nicht so lange gibt, haben sich digitale Modeling Preamps in kürzester Zeit am Markt durchgesetzt. Kein Wunder, die Teile klingen gut, sind leicht zu bedienen und ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Sounds. Digitale Modeling Preamps wie der Line 6 POD (bzw. seine Nachfolgemodelle) werden durchaus auch in professionellen Studios eingesetzt, vor allem wenn's schnell gehen soll. Ein guter Modeler klingt besser als ein schlecht mikrofonierter Amp. Zu dieser Gerätekategorie gibt's einen eigenen Online-Ratgeber [http://www.thomann.de/mspecial4-1.html], der Ihnen alles Wissenswerte erläutert.

Modeling Software

Eine noch neuere Entwicklung sind Softwarelösungen wie Native Instruments Guitar Rig oder Amplitube von IK Multimedia. Hier wird es in den nächsten Jahren sicher noch Zuwachs geben. Im Prinzip funktionieren diese Software-Modeller wie POD & Co. Ein entscheidender Vorteil liegt in der Möglichkeit, die Gitarren unbearbeitet aufzunehmen und nachträglich den Verstärkersound zu manipulieren. Natürlich kann man so aus einer Jazzgitarre kein Metallbrett formen, aber man kann z.B. Powerchords wahlweise mit einem Mesa-Boogie Rectifier oder einem Marshall JCM900 Sound ertönen lassen. Wenn man will auch mit beiden gleichzeitig.

Die Möglichkeit der nachträglichen Bearbeitung öffnet natürlich ein enormes Klangpotenzial. Ideal sind diese Softwarelösungen daher für Anwender, die mehr im (heimischen) Tonstudio arbeiten als auf der Bühne oder im Proberaum abzurocken. Für den Blues-Puristen eignet sich eine solche Lösung naturgemäß weniger als für den gepflegten Nu-Metal Technokraten.

Obacht: Das Einspielen von Gitarrenparts mittels Modeling Software erfordert eine Soundkarte mit sehr niedrigen Latenzen. Mit Latenz bezeichnet man die Verzögerung zwischen Ein und Ausgabe. Niedrige Latenzen sind nur mit einem dafür geeigneten speziellen Treiber zu erreichen (z.B. ASIO). Für typische Musiker-Soundkarten kein Problem, die werden mit entsprechender Treibersoftware geliefert. Man sollte aber nicht erwarten, mit der Onboard-Soundkarte oder einem billigen Consumermodell für 20 Euro praxistaugliche Latenzwerte zu erreichen. Bei Modeling Software sind die Anforderungen an die Soundkarte noch höher als bei Softsynths, da hier ein Audiosignal erst in den Rechner rein muss und dann bearbeitet wieder ausgegeben wird. Es kommt also an zwei Stellen zu Verzögerungen: Eingabelatenz + Ausgabelatenz. Bei Softsynths fällt dagegen nur die Ausgabeverzögerung ins Gewicht. Für ein griffiges Spielgefühl sollte Eingabelatenz + Ausgabelatenz möglichst nicht über 10 ms liegen. Außerdem sollte der Rechner schon ein paar PS unter der Haube haben, sonst kann es zu Aussetzern kommen. Niedrige Latenzen stressen nämlich auch die CPU, da die sich permanent um die Audio-Ein- und Ausgabe kümmern muss wie die Mutter um das schreiende Kind. Das aber nur zur allgemeinen Warnung für die (noch) Nicht-Computermusiker. Mit einem halbwegs aktuellen Rechner und einer musikertauglichen Soundkarte ist man im grünen Bereich. Eine geschickte Lösung ist zum Beispiel das oben abgebildete Guitar-Rig System von Native Instruments. Die im Floorboard eingebaute Soundkarte samt Ein- (selbstverständlich mit integrierter DI-Box)und Ausgängen wurden optimal aufeinander und speziell für die Gitarrenfraktion abgestimmt

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