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Unbekannt am 11.12.2010


Online Ratgeber Delay-/Echoeffekte
Einsatzmöglichkeiten

 


Slapback:

Der klassische Breitmacher seit den frühen Rock’n’Roll-Tagen. Man nehme eine einzelne Verzögerung zwischen 50 und 150 ms (nach Belieben) und dann knallt es. Bei so kurzen Zeiten kann das Echosignal ruhig deutlich hörbar sein.


Breitmacher:

Fantastisch bei Stereo-Setups; funktioniert aber auch mono, nur wird’s dann mehr voll als breit. Kurze Delayzeiten – links und rechts unterschiedlich, wenige Repeats – das ergibt einen sehr räumlichen Sound. Bestens geeignet für Leute die stereo spielen, dabei aber keinen Modulationseffekt wabern hören wollen.


Raum und Zeit:

Gerade bei stärker verzerrten Leadsounds ist ein längeres Delay oft die bevorzugte Wahl, Räumlichkeit und Tiefe zu erzeugen. Ein starker Hall würde das bereits komprimierte Gitarrensignal noch undifferenzierter klingen lassen, sodass sich die Gitarre im Bandsound kaum noch durchsetzen kann. Mit einem Delay mit wenigen Wiederholungen (´repeats´, ´feedback´) bleibt der verzerrte Sound viel klarer und setzt sich besser durch. Der Effektanteil sollte dabei so niedrig gehalten werden, dass die Wiederholungen nur dann wirklich hörbar sind, wenn der Gitarrist einmal Pausen lässt (was er auch wirklich tun sollte, damit die Musik ´atmen´ kann.) In diesem Fall spielt es keine so große Rolle, ob die Delay-Zeit dem Tempo angepasst wird, Einstellungen sind hier reine Geschmackssache. Viele Gitarristen (z.B. Gary Moore) bevorzugen ca. 400 ms. Ganz protzig wird es, wenn man das stereo macht – z.B. mit einer Ping-Pong-Einstellung oder einfach mit unterschiedlichen Zeiten links und rechts.


Rhythmische Spielereien:

Sobald der Effektanteil so hoch eingestellt wird, dass die Wiederholungen deutlich hörbar sind, sollte das Delay ge´timed´ werden; d.h. die Delays sollten auf musikalisch relevanten Zählzeiten kommen. 1/8, ¼ oder ½ (hier tritt dann schon der Kanoneffekt auf, man erinnere sich an Brian Mays geniale Kanon-Orgien aus den 70er Jahren!) sind gängig, aber auch geshuffelte Varianten sind sehr beliebt und erzeugen eine Extraportion Groove (zu hören unter anderen bei David Gilmoure). Diese Variante bietet sich auch bei Rhythmusgitarren an, auf The Wall von Pink Floyd hat David Gilmoure das sehr deutlich angewendet. Heute ist dieser Effekt auch live wesentlich leichter zu erzielen, da viele Digital Delays über eine Tap-Funktion verfügen. Die Delayzeit kann über 2 oder mehrmaliges Betätigen des Pedales oder eines externen Fußtasters genau dem aktuellen Songtempo angepasst werden. Ein sehr beliebtes Pedal, das diese Funktion anbietet, ist das Boss DD6, bei dem ein Anschluss für einen externen Taster vorgesehen ist. Auch das Delay im Line6 POD verfügt über diese Möglichkeit, wenn man das optionale Floorboard verwendet.

Eine Spezialanwendung ist die Möglichkeit, mit sich selber im Duett oder Terzett einen mehrstimmigen Kanon zu spielen; bestens zu hören bei Brian May auf Queen Live Killers. Selbstredend muss das Tempo hier ganz genau eingetappt werden (oder man spielt nach Klick und hat es auch beim Effekt schon richtig programmiert.


Flächen:

Längere, eventuell auch stereo verteilte Delays können z.B. aus cleanen Arpeggi ein herrlich verträumtes Muster erzeugen; je nach Geschmack und Songanforderung dezent im Hintergrund oder auch ganz schön laut.

 

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