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Online-Ratgeber Mikrofonzubehör
Popschutz, Windschutz – Was ist was?

 
Poplaute entstehen durch die kleinen Windstöße, die der Mensch produziert, wenn er Konsonanten wie P, B, D und T spricht. Man nennt diese Konsonanten auch „Verschlusslaute,“ „Plosivlaute,“ manchmal auch „Explosivlaute“ Und wie eine kleine Explosion hören sie sich auch an, wenn der Windstoß direkt auf die Membran des Mikros trifft.


Windschutz

Redet man von einem Popschutz, meint man meist die Schaumstoffüberzüge für Gesangs- und Reportermikrofone. Viele Mikros sind bereits durch die Konstruktion des Mikrofonkorbs vor Poplauten geschützt, hier bringt ein zusätzlicher Schaumstoffüberzug nur noch wenig Verbesserung. Anders sieht es aus bei Mikrofonen, die primär für Instrumentenabnahme gedacht sind, aber auch für Gesang oder Sprache benutzt werden sollen. Das Beyerdynamic M201 wird z.B. wegen seines exzellenten Klanges auch gerne für Interviews benutzt. Hier hilft ein Schaumstoffüberzug sehr.

Windschutz


Für fast jedes Mikrofon gibt es einen passenden Windschutz

Die Schaumstoffüberzüge, die der Volksmund Popschutz nennt, werden von den Herstellern normalerweise als Windschutz bezeichnet. Das hat seinen Grund, denn Windgeräusche bei Außenaufnahmen oder Liveauftritten halten solche Schaumstoffüberzüge viel besser ab als Poplaute.

Ein Schaumstoff-Windschutz kann trotzdem auch im Innenbereich nützlich sein. Viele Sänger können sich nicht angewöhnen, etwas Abstand zum Mikrofon einzuhalten. Ein Windschutz dämpft die Atemgeräusche etwas und schützt den Sänger vor rauhen Lippen durch das Drahtgeflecht des Mikrofonkorbs.


Plopkiller (Popschirm)

Der Popschirm hat viele Namen: Plopkiller, Popstopper oder oft auch Popschutz. Im Thomann-Katalog laufen Popschirme unter „Plopkiller.“ Aus Gründen der Eindeutigkeit habe ich mir angewöhnt, Schaumstoff-Verhüterli „Windschutz“ zu nennen und die vor Studiomikros montierten Vorrichtungen „Popschirm.“ Schirm deutet schon an, dass da was aufgespannt ist, außerdem klingt der Plural Popschirme nicht annähernd so doof wie Popschütze.

Der Popschirm ist historisch gesehen noch gar nicht so alt, vielleicht 20 Jahre. In den 70er Jahren arbeitete man entweder ohne jeden Schutz vor Poplauten, was einen etwas größeren Mikrofonabstand bedingt, oder man benutzte einen Schaumstoff-Windschutz. Wenn Sie sich Platten aus jener Zeit anhören, können Sie durchaus den ein oder anderen „Plop“ auf der fertigen Aufnahme ausmachen. Anfang der 80er Jahre war man um einen transparenteren, höhenreicheren Sound bemüht. Man bemerkte, dass Schaumstoff-Windschütze Höhen klauen. Da inzwischen kürzere Mikrofonabstände bevorzugt wurden, weil sie einen direkteren Sound ergaben, suchte man nun nach neuen Lösungen. Irgend jemand entdeckte, dass ein Damenstrumpf über einen Kleiderbügel gezogen und vor dem Mikrofon montiert ganz ausgezeichnet Plosivlaute ausbremste und dabei die Höhenwiedergabe nur wenig bedämpfte. Wenn Sie beim Video zum Benefizsong „We Are the World“ von 1984 genau aufpassen, sehen Sie solche rustikalen Damenstrumpf-Konstruktionen. Da nur geschätzte 14,3 % aller Männer und 5,4 % aller Frauen beim Singen gerne an Damenstrümpfen schnüffeln, kamen bald Lösungen auf den Markt, die diese Konstruktion in ein salonfähiges Design überführten. Et voilà: der Popschirm.

Popschirm


Ein Popschirm aus Metall

Popschirme gibt es inzwischen in verschiedensten Ausführungen. Der beliebte K&M Popschim besteht aus zwei Lagen Gewebe, manch andere nur aus einer Lage, wieder andere gestatten durch Klappmechanismen die Zahl der „Filterstufen“ zu variieren. Seit jüngerer Zeit gibt es auch Popschirme aus Metall, die den Luftstrom nicht stoppen, sondern nur umleiten, sodass er die Mikrofonmembran nicht trifft. Metallpopschirme gelten als besonders transparent klingend. Gewebepopschirme haben sich als sehr sicher bewährt; sie schützen auch besser vor ungewollten Spuckattacken auf die Mikrofonmembran.


Fellwindschutz (Windjammer)

Bei Film, TV und Rundfunk benützt man bei Außenaufnahmen oft einen speziellen Fellwindschutz, im Fachjargon auch „Windjammer“ genannt. Ein solcher Fellwindschutz ist noch effektiver als ein Windschutz aus Schaumstoff. Der Wind fängt sich in den feinen Haaren und wird auf diese Weise verwirbelt und ausgebremst, bevor er die Mikrofonmembran erreichen kann. Schon an schwach windigen Tagen ist ein Fellwindschutz eigentlich unerlässlich für saubere Aufnahmen. Ein Fellwindschutz ist in der Regel recht teuer und passt nur auf wenige Mikrofontypen.

Windjammer


Mikrofon mit Halterung und Windjammer - ein spezieller Käfig hält das Fell in Form, das Mikrofon im Inneren der Konstruktion wird mittig montiert.

 
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