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Online-Ratgeber Einsteiger Drumsets
Snare

 
Den wohl entscheidensten Einfluss auf den Klang (nicht nur vom Drumset selbst, sondern auch vom Gesamtsound der Band bzw. der Formation) hat mit Sicherheit die kleine Trommel oder Konzerttrommel, wie auch die Snaredrum genannt wird. Sie hat einen eigenen besonderen charakteristischen Klang. Ihr Name leitet sich durch den von einem Spiralteppich erzeugtem Schnarrgeräusch ab. Der Spiralteppich wird mittels einer justierbaren Mechanik unter dem Resonanzfell gespannt und reagiert sofort mit einem Rasseln, sobald die Trommel angespielt wird. Je nachdem, wie sehr man den Teppich spannt, kann dieses Rasseln sehr trocken und kurz oder sehr ausgedehnt und verwaschen klingen.

Snare

Ihr besonderer Klang und auch ihre Position innerhalb des Sets machen die Snare sozusagen zur Zentrale des Ganzen. Die Arbeit an der Snare entlarvt schnell, ob der Drummer etwas kann oder nicht. Ein Könner bewirkt an der Snare mehr als ein Dilettant an einem zwanzigteiligen Drum-Set. Der Schlag auf die Snare hebt sich innerhalb einer Band immer aus dem Klangbild heraus und hat so etwas wie eine Signalwirkung. Wirbel klingen durch den Spiralteppich auf der Snare anders als auf Toms, so dass an ihr eine feinere Arbeit geleistet werden kann.

Ob man eine Metall- oder eine Holzsnare wählt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks im Hinblick auf den Grundklang. Metallsnares klingen im Allgemeinen heller und durchdringender. Holzsnares haben wärmere Klangeigenschaften. Auch die Kesseltiefe hat ihre Bedeutung. Sie wird in Zoll angegeben. Es gibt sehr flache Snares. Sie waren in den 60er Jahren üblich, werden aber jetzt wieder modern. Sie entfalten natürlich kein großes Klangvolumen. Auf der anderen Seite gibt es Snares, die so tief wie Hängetoms sind und im Klang einen ganz schönen ´Bauch´ bringen.

Für die spätere Entwicklung ist es daher ratsam, eine Snare zu kaufen, die eher universell ist. Oft ist es auch so, dass man sein Anfänger Drum-Set verkauft, um sich weiter zu entwickeln oder den Drumsound eine eigene, neue Richtung zu geben. Eine einmal gekaufte „Spitzensnare“ aber behält man sein Drummerleben lang, man hat dadurch keine Verluste bei Verkauf und Neukauf.

Was eine Snare teuer macht, ist die Art der Konstruktion, mit der der Spiralteppich vom Resonanzfeil abgehoben wird. In der Geschichte der Snare gibt es einige Beispiele für den Erfindungsgeist der Trommelbauer, etwa bei der legendären US-Firma Rogers Drums. So wurde der Spiralteppich der Rogers Dynasonic Snare durch einen massiven Gussrahmen gehalten. Das muss man als Drummer einfach mal gesehen haben.

Die exklusivste Möglichkeit ist die der echten Parallelabhebung. Dabei geht vom Bedienhebel ein Gestänge quer durch die Snare zur gegenüberliegenden Seite, wo noch einmal die entsprechende Vorrichtung angebracht ist. Wenn man also auf der einen Seite den Hebel bewegt, so bewegt er sich auf der anderen ebenso und der Teppich kann äußerst genau und gleichmäßig abgehoben bzw., aufgelegt werden. Mittels einer Stellschraube kann zudem die Teppichspannung feinreguliert werden. Eine weitere Art ist die Pseudo-Parallelabhebung. Bei ihr wird mit dem Umlegen des Bedienhebels durch den entstehenden Zug oder die Entlastung eine gegenüberliegende Federvorrichtung ausgelöst. Schließlich gibt es noch die einfache Spannvorrichtung, bei der der Spiralteppich einfach ge- oder entspannt wird. Das kann manchmal dazu führen, dass die Sache insgesamt ausleiert, wenn der Teppich durch die Feinregulierung zu sehr angespannt wird. Bei modernen Snarekonstruktionen wird für den Teppich in die Fellauflage eine Einbettung eingearbeitet, so dass die Spirale absolut eben auf dem resonierenden Teil des Felles aufliegt.

Bei den Snares ist es fast immer nötig, sie ein wenig abzudämpfen, damit der Sound knackig und trocken wird. Aber erst, nachdem man sie sorgfältig gestimmt hat! Vielleicht ist dann das Dämpfen schon überflüssig. Falls nicht, reicht es, wenn man etwas Klebeband (Gaffa-Tape) an den Rand des Schlagfells klebt. Oder man nimmt ein kaputtes, altes Fell und schneidet daraus einen Kreis aus, wobei am Rand 3-4 cm stehen bleiben. Den Fellreifen schneidet man natürlich vorher ebenfalls ab. Den so erhaltenen Fellring legt man einfach auf das Schlagfell auf und erreicht so die Dämpfung.

Die Bedeutung eines guten Snare-Ständers sollte man hervorheben. Er muss äußerst standfest sein. Die Snare muss in alle Richtungen eingestellt werden können, um ihre Neigung den individuellen Wünschen anpassen zu können. Das Gleiche gilt auch für den Drummersitz. Hier sieht man manchmal bei Amateurgruppen die abenteuerlichsten Sitzgelegenheiten. Wenn man bedenkt, wie lange man beim Üben oder auch bei einem Auftritt darauf sitzen muss, dann sollten dem Rücken zuliebe schon ein paar Euro mehr investiert werden.

 
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