Eine der besten Möglichkeiten einer Aufnahme mehr Lebendigkeit und Bewegung zu verleihen, ist der Einsatz eines Phasers. Mit dem MF-103 kann man eine ganze Reihe interessanter Wirbel-, Schimmer- und Vibrationseffekte erzeugen, eben ganz neue Klangstrukturen. Mit dem MF-103 lassen sich einerseits langsame, feine Phaserklänge, die auf unterbewusstem Level ablaufen, erreichen, andererseits aber auch so schnelle, dass der Klang des Instruments nicht wiederzuerkennen ist.
Gehäuse: schwarze Bedienoberfläche mit Seitenteilen aus Hartholz - hervorragend analoges Design
Abmessungen: 22,8 x 15,2 x 6,3 cm
Nettogewicht: ca. 1,0 kg
Frachtgewicht: ca. 2 kg, inklusive Netzteil und Bedienungsanleitung.
Stromversorgung: 9V AC Netzteil
Bedienoberfläche:
Amount: Drehregler zur Einstellung des Phaser Effekts durch den LFO Ausgang
Lo/Hi: Schalter zum Wählen des tiefen LFO Bereichs (0.01Hz bis 2.5Hz) und des hohen Bereichs (1.0Hz bis 250Hz)
Rate: Drehregler zur Einstellung der LFO Frequenz von einem Regelbereich 250:1
Drive: Drehregler zur Steuerung des Phaser-Eingangsignals
Output Level: Drehregler zum Mischen des Phaser-und Bypass-Signals
On/Bypass: robuster, knacksfreier Fußschalter
Sweep: Drehregler zur Einstellung der Phaser Frequenz in einem Bereich von sechs Oktaven
6/12-Stage: Schalter zum wählen zwischen 6-stufigem bzw. 12-stufigem Modus
Resonance: Drehregler zur Einstellung der Höhe und Stärke der Peaks des Phaser Frequenzgangs
Level-LED: dreifarbiges LED zur Steuerung der Stärke des Eingangssignals
LFO-LED: zur Anzeige der LFO Rate
Bypass: zweifarbige LED zur Anzeige des Phaserstatus An oder Bypass
Anschlussfeld:
Audio In: geeignet für Instrumenten- oder Linesignale von -16dBm bis +4dBm. Die Eingangsimpedanz beträgt 1mOhm
Audio Out: zum Anschluss an einen Mixer oder Verstärker, Nennwert beträgt -4dBm. Ausgangsimpedanz beträgt 5kOhm
Aux Out: Nennwert beträgt -4dBm, Maximalpegel beträgt +8dBm, Ausgangsimpedanz beträgt 5kOhm
Sweep In: zur Einspeisung eines externen Signals +/-2,5 Volt für den zweiten 6-Stage Phaser-Schaltkreis, anstelle des LFO Eingangs. Die Eingangsimpedanz beträgt 50kOhm
LFO Out: liefert LFO-Wellenform (Dreieck-Wellenform, +/- 2,8 V) oder zum Anschluss anderer spannungssteuerbarer Geräte. Die Ausgangsimpedanz beträgt 600Ohm
Sweep, Resonance, Rate, Amount: für den Anschluss der Moogerfooger EP-1 oder eines baugleichen Expression Pedales sowie Steuerspannungen über Mono- oder Stereoklinkenstecker
+9V: Netzteil Buchse zum Anschluss des mitgelieferten AC 9 Volt Netzteils
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Der MF-103, mehr als nur ein Phaser!
Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Gesamtbewertung
Das erste was einem nach der rasanten Lieferung und dem hektischen Auspacken bei dem Moogerfooger MF-103 natürlich ins Auge springt ist die solide Verarbeitung. Massives Holz, robuste Drehregler mit angenehmen Drehwiderstand (da wackelt nichts), eine ganzer Haufen stabiler Ein/Ausgangsbuchsen und präzise Beschriftungen (insbesondere bei Frequenzangaben). Netzteil ist inklusive (was heute ja leider kein Standard ist) und der MF-103 steht fest und sicher auf dem Boden oder Tisch. Schlägt man dann das sehr informative Handbuch auf, wir einem auch sogleich bewusst, was das Hauptmerkmal der Foogers ist: ihre Modularität! Durch die strikte Trennung des MF-103 in eine Filtersection und eine Controlsection baut man sich im Gerät seinen Effekt erst zusammen und entwickelt eine technischere Denkweise im Bezug auf den Sound, den man erschaffen möchte. Zunächst werden Eingangs- und Ausgangspegel angeglichen was mit den eingebauten, dreifarbigen LEDs sehr gut in weiten Bereichen von statten geht. Dabei kann man den Eingang über den DRIVE-Regler auch gerne ein wenig übersteuern (LED ist Orange bis Rot), denn dadurch erhält man einen sehr weichen und warmen Overdrive auf sein Signal. Die LED sind durchaus präzise und man muss beim ersten orangenen Flackern schon sehr genau horchen, um die Verzerrungen zu hören. Gerade bei Recording-Sessions macht die Pegeleinstellung sowohl auf Eingangs als auch auf der Ausgangsseite das Leben sehr viel leichter und der MF-103 kann bequem in FX-Loops eingeschleift werden. Und dann geht es los: Wie soll der Filter aussehen? 6-Stage oder 12-Stage (3/6 Kammspitzen bei dem NotchFilter)? Welches soll die Mittenfrequenz sein, um die sich der Filter bewegt (SWEEP-Regler), wie stark die Filterung (RESONANCE-Regler). Unter diesen ganzen Möglichkeiten möchte ich die "12-Stage" Einstellung besonders betonen. Hier passiert etwas faszinierendes was ich so von keinem anderen Phaser kenne. Man stelle sich dazu den Sound eines gewöhnlichen Phasers vor, bei dem der Filter mit einer eingestellten Geschwindigleit durch den Frequenzbereich hoch und runter wandert. Bei "12-Stage" bekommt diese Wanderung an einer Stelle eine Art "Wobble" in seinem Gang durch die Frequenzen bei der der Filter (mit doppelter Geschwindihgkeit?!) vor und zurück wackelt. Das hört sich einfach irre an! Aber nun geht es weiter: Die Control-Section! Sie steuert die Wanderung des Filters durch den Frequenzbereich. Dabei erlaubt der RATE-Regler in Verbindung mit dem Lo/Hi-Switch einen extrem hohen Einstellbereich. Gewöhnlich Phaser haben hier nur einen Bruchteil davon. Dreht man die Geschwindigkeit hoch, wird der MF-103 auf einmal zum RingModulator. Der MF-103 ist einfach mehr als ein Phaser. Die Möglichkeiten, die sich durch die 4 Kontrollspannungseingänge ergeben (z.B. durch Fußpedale oder weitere Fooger), sind schier endlos. Diese Kontrollspannungen muss man sich dabei wie unsichtbare Hände vorstellen, die an den Knöpfen drehen. Und zu guter letzt: der Klang. DER Klang.... ;-)
Ich bin so glücklich, dass ich die Moogerfooger entdeckt habe, weil sie einfach das hochwertigste und vielseitigste darstellen, was ich bisher an Effektpedalen kennen gelernt habe. Da ist zum Einen die imposante Erscheinung der hochwertig verarbeiteten, aus Holz und Metall und stabilen Drehknöpfen und Schaltern bestehenden Gehäuse, die doppelt so groß sind, wie ein übliches Effektpedal. Der Faktor zwei reicht allerdings bei Weitem nicht, um die überlegene klangliche Qualität zu beschreiben und die Flexiblilität der Einstellmöglichkeiten, um sowohl Anpassungen an den persönlichen Geschmack und die Stilrichtung, wie auch an das Instrument optimal gestalten zu können. Ich spiele einen 7-saitigen Fretless-Bass und hatte bisher auch mit speziell für Bassinstrumente deklarierten Effekten so meine Probleme ob des mächtigen Tonumfangs meines Instruments. Das ist anders geworden, seit ich die Moogerfooger benutze. Die tiefgreifenden Modulationseffekte, vor allem des 12-Stage-Phasers bei hoch aufgedrehter Resonanz und großer Modulationsweite bei gleichzeitig sehr niedriger LFO-Frequenz und an den Tonumfang des tiefen Bassinstruments angepasstem Frequenzbereich des Filters (Sweep) ist ein Klang, der mich tief beeindruckt hat und meinem Instrument zu einer klanglichen Intensität verhilft, die ich noch von keinem anderen Effektpedal oder elektronischen Multieffekt gehört habe. Dabei behält die Musikalität und Wärme des Klanges immer die Oberhand und nichts wirkt (auch bei noch so extrem eintestellten Parametern) irgendwie künstlich oder aufgesetzt. Und man erkennt noch gut den Eigenklang des ursprünglichen Instruments. Für ein modales Solo mit über dessen Dauer gleichbleibender Tonalität bietet sich auch ein anderer Betriebsmodus an, der an den Klang eines Frequenzmodulators erinnert: Die Frequenz des LFO auf den Grundton des Solo-Akkordes einstellen (der LFO lässt sich durch Wahlschalter und Drehregler zwischen 0,01 und 250 Hz stufenlos einstellen) und einfach darüber solieren. Sogar hier ist dem Gesamtklang eine Musikalität nicht abzusprechen bei aller Abgefahrenheit eines frequenzmodulierten Klanges, der sich dabei ergibt. Insgesamt finde ich die Moogerfooger als das flexibelste und bestklingende, was ich jemals gehört habe (vielleicht abgesehen von einem echten Moog-Synthesizer, der in meiner Jugendzeit gerade erfunden worden war und dessen Faszination ich schon damals erlegen bin, mir aber niemals ein solches Instrument leisten konnte). Im Zusammenspiel mit meinem 7-Saiter-Fretless-Bass ist das eine erhebliche Erweiterung meines klanglichen Spektrums (sicherlich auch für jedes andere elektronische Instrument), die praktisch für jedes Stück einen andersklingenden, aber immer passenden Sound bereithält.
Der Moogerfooger ist nicht "nur" ein normaler Phaser, sondern er erlaubt es, in sämtliche Parameter in einem sehr weiten Bereich einzugreifen. Dabei können auch Klänge herauskommen, die man traditionell nicht als Phaser-Klänge indentifizieren würde. Z.B. ein astreiner Ringmodulator- Sound, wenn man die LFO-Rate sehr schnell einstellt... Dazu ist es schon hilfreich, die Grundfunktion eines Phasers und die Bedeutung der Parameter zu kennen - kein Einsteiger-Gerät. Aber der Sound und die Regelmöglichkeiten sind kaum zu überbieten. Z.B. ein feature, das meistens bei Phasern fehlt, ist hier die Regelung der Sweeping-Frequenz. Ich gehöre zu den Anhängern einer eher tieferen Sweeping-Frequenz, die einen weniger künstlichen, altmodischeren Phaser-Sound hervorbringt - ist hier alles drin. Deshalb gefällt mir auch der 6-Stage-Phaser besser als der 12-Stage-Phaser - das Gerät enthält durch einen Umschalter beides. Mehr als hier geboten wird, kann man von einem Phaser kaum verlangen. Die Anpassung an verschiedene Pegel ist ebenfalls in einem weiten Bereich möglich, und so eignet sich dieser Moogerfooger sowohl als Vorschaltgerät für Instrumente, als auch in Einschleifwegen oder sogar zum Verphasen des Gesamtmix' eines Songs (da bräuchte man für stereo halt dann zwei Stück..). Mein Moogerfooger hat nie dem Signal seine Direktheit genommen, wie es bei den meisten anderen Phasern der Fall war. Fazit: besser geht's kaum. Auch Preis-Leistung ist gut.
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