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Ein wirklich schönes Stück. Solide gebaut und ideal für kleinere Projekte - was bei zwei Eingängen klar sein sollte. Für die Bedienung gibt's "nur" vier Sterne, da die übrigens sehr schmeichelnden Preamps sich - im Mic-Modus - ein wenig ungemütlich einpendeln lassen, da der Regelweg der Potis nicht allzu gleichmäßig verläuft. Aber das ist nur ein kleines Manko und lässt sich im Zweifelsfall in der DAW besser regeln. Auch der Inst-Modus ist ein wenig irreführend, ich hatte diverse E-Gitarren dran und schon bei niedrigster Potistellung war man sofort übersteuert, das Beispiel in der mitgelieferten Leporello-Schnellstart-Anleitungs-Dingens ist da etwas suboptimal gewählt. Das war aber sonst auch schon alles negative, für den kleinen Heimrecorder ist es ideal, lässt im Klang nichts negatives von sich hören und ist durch die USB-Power ist es ideal zum Mitnehmen und Recorden ohne Stromanschluss wie z.B. bei Unpluggedsessions im Park. Latenz habe ich unter Win 7 64 Bit mit der beigelegten Ableton Live und den neusten Treibern von der Homepage auf eine In/Out von knapp 10 ms bekommen, knackserfrei, bei Betrieb beider Kanäle gleichzeitig auf 24 Bit/96 Khz mit Monitoring, Software-Hall (Die beigelegte Software Suite ist übrigens auch sehr nett) und Backing-Track. Windows hingegen kann noch nicht so gut mit dem Interface, hier muss man in der Steuerungssoftware schon auf 3-4ms Latenz hochziehen, damit das Interface bei Flashvideos o.ä. nicht dicht macht. Aber die zwei Mausklicks machen den Bock auch nicht fett und ich zweifele daran, dass jemand sein Interface ständig in Betrieb halten will und es nicht abschließt, wenn es nicht genutzt wird. Ein weiteres Plus: Das Gerät wirkt sehr solide (bis auf den Monitor-Regler der ein großes, holes Stück Plastik zu sein scheint, aber das geht) und - perfekt für's Wohnzimmer - gibt es mit dem gebürsteten Metall, den Ring-LEDs und einfach generell einen super Einrichtungsgegenstand ab. Trotzdem hab' ich meins zurückgeschickt. Ich hab' zwar ein bisschen geweint, gerade weil's ein so schöner Einrichtungsgegenstand ist, aber ich brauchte dann doch mehr Eingänge. Deshalb bin ich - jetzt von der Scarlett-Reihe überzeugt - aufs 8i6 umgestiegen. Gut gemacht, Focusrite. =)
Arg viel Besonderes muss man ja nicht erwarten, schließlich ist dieses Interface keine sonderliche "Feature-Bombe", dafür funktioniert aber alles so, wie es soll. Die Verarbeitung ist hervorragend, die anderen Interfaces dieser Preisklasse wirken zudem auch wesentlich billiger, da sie meistens relativ biegsame Plastikgehäuse haben. Das ist hier nicht der Fall. Das Gehäuse macht einen unzerstörbaren Eindruck, die Regler sitzen fest und an den Buchsen lässt sich auch nicht wackeln. Die Einstellung der Gainregler ist sehr angenehm, die "Meter" an den Reglern haben auch eine sehr sinnvolle Sensibilität, praktischer ist allerdings natürlich immer noch die Anzeige in der DAW. Klasse ist auch der große Lautstärkeregler, da kann man sich den Monitorcontroller im kleinen, wenig anspruchsvollen Heimstudio sparen. Der Treiber läuft unter Win7 64Bit sehr gut, nur wenn andere Audiogeräte aktiviert sind, verabschiedet er sich gerne mal, wenn vom Browser Anwendungen wie Java oder Flash Player benutzt werden. Wer das Interface also auch am normalen Heim-PC verwenden will, sollte seine Onboard-Soundkarte einfach deaktivieren. Die Verwendung mit anderen Interfaces zusammen über Asio4all funktioniert auch fabelhaft. Letztendlich kann ich also eine bedingungslose Kaufempfehlung aussprechen. Inserts wären noch praktisch, aber das ist ja, glaube ich, in der Preisklasse auch nicht unbedingt üblich.
Habe das Scarlett 2i2 als Nachfolger eines anderen USB-Interfaces, Creative EMU 0404, erworben, und bin leider sehr enttäuscht von den bisher damit gemachten Aufnahmen. Unter absolut gleichen Bedingungen wie mit dem Creative (gleiche Neumann KM184-Mikros, gleicher Aufbau) ist der Klang im direkten Vergleich mit dem anderen Gerät dürr, überschärft in den Höhen und insgesamt kalt. Das Creative lieferte dagegen einen Ton, der sowohl detailliert als auch harmonisch ausgeglichen war und sehr viel näher an dem tatsächlichen Höreindruck im selben Raum war. Auch mit Filtern in der Nachbearbeitung lässt sich das nicht korrigieren. Neben dem Creative habe ich schon mit dem weit höherpreisigen RME Fireface gearbeitet, das sich aber leider nicht für meine begrenzten Platzverhältnisse im Büro eignet. Ansonsten ist das Gerät top verarbeitet und hat einige pfiffige Details (wie die Rund-LED zur Aussteuerungskontrolle) - die beigepackte Recordingsoftware konnte mich nicht überzeugen, da völlig überladen und kleinteilig, somit schwer zu bedienen. Da arbeite ich lieber mit Reaper oder Audacity (beides Share- bzw. Freeware). Leider geht das Scarlett wohl zurück.
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