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Fender Squier Vintage Modified Strat – mehr Original als Kopie
Features
Sound
Verarbeitung
Gesamtbewertung
Da schleppt mein zweiter Gitarrist ne neue Strat an und legt los, wow ... Gesehen, gehört, gespielt, will ich auch. Gibt`s die auch für`n erschwingliches Budget? Auch als Kopie von Squier zu haben, sagt er und schon isse bestellt. Optik: In metallicrot, versteht sich, ich liebe rote Gitarren. Aber die Optik muss eh jeder selbst bewerten. Vorausschicken muss ich noch, dass ich eingefleischter Paulafan bin. Das war also meine erste Strat. Ganz nah hingesehen, mit Brille versteht sich, der halbblinde Altrocker will`s genau wissen: astreine Verarbeitung. Der Lack ist perfekt in Deckung und Finish, keine Leimwürste, alle geschraubten Teile fest. Die Mechaniken sind leichtgängig und trotzdem stabil. Im Probenraum bei bunter Scheinwerferbeleuchtung funkelt sie richtig schön. Klang: Nun aber schnell rangekoppelt an meinen Johnson 15 W Übungsverstärker und ... schwer enttäuscht. Schnarren statt Zerren. Nur mit Halspickup kommt ein einigermaßen ordentlicher Sound. Nun, Blödi, sind ja auch Singlecoils, also Distortion runter und siehe da, es wird besser. Clean gespielt klingen alle 5 Pickupschaltungen schön knöck und twang und echt original vintagemäßig. Jimmy wäre auch sehr zufrieden gewesen. Mit Zerre eines billigen Transitors habe allerdings ich keine befriedigende Einstellung gefunden. Später im Probenraum am Marshall JVM210H ein superklasse Sound. Sowohl leicht angezerrt als auch clean klingen alle Einstellungen absolut geil. Nur wirklich warm wird`s eben nicht mit den Singlecoils. Volldistortion ist und bleibt für meinen Geschmack ein ziemlicher Brei. Den Vergleich mit der Orginalen meines Bandkollegen braucht die Squier insgesamt allerdings nicht scheuen, meine alten Ohren hören da keinen Unterschied. An meinem Line6 Spider III habe ich nicht so gute Ergebnisse erzielt. Es scheint so, als benötige diese Strat eine Vollröhre. Das gilt im Übrigen auch für die originale Vitage Modified, das habe ich später noch vergleichsweise getestet. Gut, damit sind meine Einsatzmöglichkeiten deutlich begrenzter. Aber ich bleibe am Ball. Einstellungen Recht früh stellte ich übrigens fest, dass die werksseitige Einstellung bescheiden ist. Die tiefe E-Saite schnarrt bei gegriffenen G bis A, die A-Saite scheppert etwas nach. Die Saitenlage war insgesamt nicht so toll. Also erst einmal die Anweisungen für`s Einstellen aus den alten Ordnern rausgesucht und losgeschraubt. Es gestaltet sich recht schwierig, da ich nicht der große Profi in solchen Sachen bin. Und eine Strat ist etwas komplizierter, noch dazu, weil sie ja über das Vintage Tremolo verfügt, da kann man ordentlich was falsch machen. Doch mit etwas Geduld wird`s besser und schließlich kann sich dass Ergebnis sehen lassen. Allerdings musste ich auch die Pickuphöhen noch etwas nachjustieren, da ich für meinen Geschmack etwas zu große Lautstärkeunterschiede zwischen den Saiten heraushörte. Handling Es muss wohl an der guten Ausgewogenheit liegen, die Vint. Mod. kommt mir deutlich leichter vor, als meine LP Std. Sie hängt sehr fluffig vor meinem Bauch. Ich greife das Griffbrett ab und meine Finger gleiten sehr leicht und treffsicher über die Seiten. Die Halswölbung ist sehr angenehm ergonomisch für meine mittelgroße Hand. Ein mindestens genauso gutes Spielgefühl wie bei meiner Paula. Die Saiten lassen sich sehr gut drücken und ziehen, die Bünde sind glatt und bieten einen guten Gegendruck. Die Bundstäbchen sind astrein. Ein wunderbares Bluesfeeling, zumal man hervorragend an die höchsten Bünde rankommt. Das Tremolo ist etwas einsatzbeschränkt, da es ja festgeschraubt ist. Divebombs und Ziehen sind daher nicht möglich. Neue Saiten aufziehen ist strat-typisch schwierig, da man von hinten durch den Korpus muss. Die Ballends haken sich schon mal so fest, dass man die alten Saiten schwer rausbekommt. Ist aber ein Phänomen, dass bei vielen Strats auftaucht. Und ein Problem habe ich nie in den Griff bekommen, ich drehe mir ständig beim Spielen den Lautstärkepoti zu. Die Potis sind insgesamt sehr leichgängig und damit auch sehr schnell verstellt. Vermutlich liegt es an meiner Handhaltung, aber ich hab auch schon von anderen gehört, dass es denen genauso geht. Man muss also offensichtlich gelernter Strat-Ego sein, damit einem das nicht geschieht. Bei der originalen Vint. Mod. passierte mir das allerdings nicht so, weil dort die Potis etwas schwergängiger waren und ich den Widerstand im Finger gespürt habe. Fazit: Die Fender Squier Vintage Modified Strat ist ihr Geld mehr als Wert. Im Vergleich zu der Originalen konnte ich nur wenige Unterschiede feststellen. Zugegeben, ich habe mich wieder von ihr getrennt, denn ich bleibe nun einmal doch ein Paulist. Und für mich sind die Einsatzmöglichkeiten zu beschränkt. Als No-go empfand ich übrigens die schlechte Werkseinstellung, das dürfte nicht passieren. Gerade in den unterpreisigen Gitarrensegmenten gibt es viele Guitarreros, die das Einstellen nicht hinkriegen und dann ist schnell noch `n Fuffi für den Guitardoc fällig. Als Highlight allerdings kann man die schönen knackigen Cleansounds bezeichnen. An Vollröhre klingt die Klampfe dann hammerhart.
2 weitere User haben zu Ihrer Meinung keinen Text bzw. einen Text in einer anderen Sprache geschrieben. Hier eine Zusammenfassung dieser 2 Bewertungen:
**Hinweis: Dieser Artikel wurde mit durchschnittlich 4.35 von 5 Sternen bewertet. Insgesamt wurden 1 Textbewertungen abgegeben. Die hier angezeigten Kundenbewertungen geben ausschließlich die persönliche Meinung der einzelnen Kunden wieder. Jeder Kunde kann seine Bewertung jederzeit ändern oder entfernen. Alle Rechte an den Inhalten der Bewertungen verbleiben bei den Kunden.
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