Kleine bis kleinste Röhrenamps sind stark im Kommen. Früher hieß die Devise ja: Je größer (siehe Turmbau zu Babel), umso besser, und so manch ein ambitionierter Junggitarrist stürzte sich in Schulden, nur um später festzustellen, dass er sein Mega-Stack niemals und nirgends ausfahren konnte, weil die damit verbundene Lautstärke einfach Mitmusiker, Publikum und einem selber so gar nicht bekömmlich ist. Dank Mastervolume lässt sich das natürlich schon in den Griff bekommen, aber ”the real thing” ist halt immer noch die Endstufenzerre; und auch bei Amps mit gut abgestimmten Vorstufen schadet es nicht, wenn die Endstufe noch ein bisschen mitpumpen darf.
Was liegt also näher, als kleine Amps zu bauen, die beim Proben, im Studio oder auch zu Hause aufgerissen werden können? Der Fender Champion (einen Champ gab´s in Fender-Urzeiten schon mit 12”er; Eric Clapton verwendete den für seine legendäre Layla mit Derek & the Dominoes) bringt schlanke 5 Watt auf die Waage; ein Hi und ein Lo-Input lassen einen zwischen früherer und späterer Anzerrung wählen, und alles andere macht man mit dem Volume-Regler. Clean-Reserven für Bandlautstärke darf man sich natürlich keine erwarten, aber aufgedreht singt der Kleine dann schon ordentlich - also auch kein Amp für späte Sessions in der Mietwohnung.
Auf alle Fälle: Echte Endstufenzerre, die sich noch bezahlter macht, wenn man einen größeren Speaker an den 4 Ohm-Ausgang hängt
5 Watt
1x 6" Lautsprecher
Röhren: 1x 12AX7 und 1x 6V6
High/Low Eingang
Lautsprecher Ausgang für internen oder externen Lautsprecher (4 Ohm)
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Bedienung
Features
Sound
Verarbeitung
Gesamtbewertung
Na der schaut doch einfach schick aus,und ne 6V6 statt der üblichen EL84, das hörn wir uns doch mal an. Über Bedienung und Features brauchen wir nicht zu reden bei 2 Inputs und einem Regler (Volume). Einfach ne Gitarre von der selben Firma angeschlossen und abgerockt. Ums gleich zu sagen, ab Reglerstellung 12 uhr merkt man daß der bordeigene Lautsprecher etwas überforderd ist. Clean bleibt er nicht lange und die Zerre klingt n bißchen nach Big Muff,nicht so sehr nach Röhre. Nach ca. nem Jahr plötzlich Totalausfall mit Rauchwölkchen und dem Duft von gebratenen Elektronen. Kein Problem, Thomann Garantie sehr schnell sehr hilfsbereit. Amp innerhalb einer Woche wieder da von Fender. Funktioniert wieder aber jetzt brummt er. Fender angerufen, geben aber keine Auskunft über die Ursache des Schadens und die Repararur. Sehr freundlich!? Na gut dann eben Selbsthilfe und freiwilliger Garantiverzicht. Jensen 6"Zöller eingebaut und mit kleinem Eingriff in die Elektronik das Brummen entfernt und die Zerre gebändigt (Alles zusammen ca 40 Euro). Jetzt kriegt der Amp mit den mods 4 Sterne, der Thomann Service kriegt 5 und der Fender Service kriegt einen.
Wer einen klassischen und ehrlichen Blueston sucht, der sollte unbedingt den Champ testen (und kaufen;-)). Ersteinmal ein paar Worte zum Aufbau. Der Amp ist so SCHLICHT wie eben möglch und hat doch alles was man braucht. Das Gehäuse ist STABIL und der Griff hält die ca. 7kg locker und sieht schick aus, womit auch schon bei der Optik sind. Der zweitönig bezogene Amp ist einfach nur schön anzusehen und macht einiges im Wohnzimmer (und überall sonst) her. Auf dem Boden ist das Typenschild mit Seriennummer, Typ und Angabe der Röhrenbestückung angebracht. Oben hängen die Trafos und die Röhren, wobei die 6V6 mit einem Metallkäfig, der an der Rückwand angebracht ist, und die 12AX7 mit einer Kappe geschützt sind. Der Fender Lautsprecher sitzt auch fest an seimem Platz. bevor es endlich zum Sound geht sollte gesagt werden dass der Speakeranschluss nur mit viel Fummelarbeit entfernt werden kann. Stöpselt man die Strat in den High-Input, liegt die optimale Volumeeinstellung bei ca. 10. So kann man alles schön mit dem Git.-Volume regeln. LP und SG sind besser im LOW-Input aufgehoben. Da reicht dann auch schon Volume auf ca. 8, damit der Amp lebt und auch laut (!) werden kann. Mit einer Strat sind hervorragende Blues/Bluesrock Sunds das Ergebnis, welche der Amp von sich gibt. Der Speaker gibt tatsächlich mehr Bässe wieder als man denkt, so verkraftet er locker die LP oder SG. Auch die Mitten sind betont. Klassische Rock-Sounds sind ebenfalls eine Spezialität des Champs. Um völlig clean zu spielen muss man (gerade bei Powerchords mit LP, SG) das Volume etwas zurückdrehen. Eine externe Box anzuschließen ist nicht unbedingt besser, da erstens der Charme und zweitens der gute Ton flöten gehen. In einer Bewertung hier bei Thomann werden die Gummifüße bemängelt. Das ist auch mir aufgefallen und ich kann bestätigen, dass der Geruch dieser wahrlich keine Wonne ist. Das sollte sicherlich kein Grund sein umd diesen Amp nicht zu kaufen, denn er ist in jeder Hinsicht einfach nur GUT und KLASSISCH.
Der kleine Champion 600 überzeugt sofort schonmal durch sein kultiges Äußeres, da fühlt man sich doch in die Zeiten der eigenen Kindheit in den 50er Jahren zurück versetzt. Die Bedienung ist denkbar einfach, es gibt ja auch nur zwei Klinkeneingänge mit unterschiedlicher Empfindlichkeit, dazu ein Volumepoti (mit Chickenhead-Knopf drauf), eine rote Kontrolllampe und einen ebenfalls Retro-gerechten Knebelschalter aus Metall. Mit dieser Miniausstattung erzeugt der 600 einen erstaunlich runden, authentischen E-Gitarrenton, der bei weiter aufgedrehtem Volumepoti mehr und mehr in echte Röhrenverzerrungen übergeht. Und alles, was das Effektboard ihm vorsetzt, verarbeitet er ohne zu murren - natürlich nur bis zu einer bestimmten Gesamtlautstärke. Erstaunliche Erfahrung: Als einmal - bei einem sonst rein akustischen Auftritt - eine Ovation ein wenig unauffällige Verstärkung brauchte, erwies sich dieser kleine Kombo als die beste Alternative.
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