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Nach langer Wartezeit kam gestern das Tweaker-Topteil ins Haus. Erster Eindruck: Mann, ist das Paket klein. Tatsächlich verbarg sich aber das neue Minitopteil von Egnater im Karton. Also erst einmal auspacken (Der sieht aber süß aus!), Spannungswahlschalter checken: korrekt auf 230 Volt eingestellt. Dann den Impedanzschalter: 8 Ohm. Auf 16 Ohm umschalten, Stromkabel rein und auf die 212er Marshallbox mit zwei Jensen CN gestellt. Kurzer Blick von oben auf die End- und Vorstufenröhren: Alles sitzt fest, wie es sich gehört: 3x Sovtek AX7, 2x Ruby 6V6. Also anstellen. Ich habe den Amp dann ausgiebig mit Tele, Strat, Halbacoustic und Les Paul Jr. auf seinen Grundsound getestet, alle Gitarrenmodelle kamen dabei soundlich gut herüber. Die Fülle an Minischaltern verwirrt zwar auf den ersten Blick ein bisschen (aber kein Vergleich zu Mesa oder Acoustic), allerdings kann man die gewollten Veränderungen im Sound deutlich hören. Vintage/Modern: Modern ist so eine Art "Loudness", der Amp klingt fetter, was bei leisen Lautstärken gut einzusetzen ist. USA/AC/Brit: Ich will mich nicht darüber auslassen, ob da tatsächlich Fender, Vox und Marshall in Reinkultur produziert werden (Welches spezielle Verstärkermodell hat man dabei überhaupt im Sinn?), Tatsache ist aber, dass "USA" Biss hat, "AC" sehr fein "zeichnet" und "Brit" mit einem deutlichen Mittenschub für Druck sorgt. Was mich aber störte, waren die recht harschen Klänge, wenn man den Gain mit dem "Hot"-Schalter in die Verzerrung brachte. Irgendwie klang es steril und künstlich. Das war ein deutlicher Gegensatz zu dem ausgezeichneten Clean-Klang. Wenn man die Höhen an der Gitarre zurücknahm, wurde es besser, aber nicht voll überzeugend. Ich hatte dabei den Sound des Egnater Renegade 112 im Ohr, den ich als Hauptamp spiele und der mich regelmäßig aus den Socken haut mit seinem Ansprechverhalten und sahnigen Sound. Schließlich hatte ich mir ja den Tweaker als Stellvertreter für Zuhause gedacht... Was konnte die Ursache sein? Sovtek AX7 Vorstufenröhren gezogen, JJ's hinein und die Sonne ging auf. Mit dieser kleinen Veränderung hat man den hochwertigen Sound, den ein Egnater auszeichnet. Der Amp ist durchaus nicht nur für das Schlafzimmer zu verwenden. Er kann richtig laut und dürfte sich mit Übungsraumlautstärken problemlos arrangieren, wenn der Trommler sein Set nicht noch über die PA laufen lässt... Für die Bühne halte ich ihn auch für geeignet, wenn man die passende Box anschließt. Fazit: Der Tweaker bietet sehr gute Röhrensounds zum Üben und für das Studio, er verträgt sich ausgezeichnet mit einem Booster, wenn man damit Solopassagen "anblasen" will. Ein prima Amp mit ungeheurer soundlicher Bandbreite, den man mal schnell unter den Arm klemmen kann, wenn es zu einer Session geht.
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