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BANDINTERVIEW: THOR BRAARVIG

14.01.2011

Musikvideo und Interview mit Thor Braarvig

 
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Interview:

Als Norweger bist du in Dortmund gelandet. Wie kam es dazu?

THOR BRAARVIG: Ich bin vor sechs Jahren mit meiner Frau von Norwegen nach Dortmund gezogen, um in einem sozial schwachem Viertel der Stadt zu wohnen, dabei etwas ganz Neues erleben und um zu schauen, wie man in einem solchen Umfeld einen positiven Beitrag leisten kann. Ein paar Jahre später haben wir einen Verein gegründet, der das Ziel hat einzelne Menschen im Not zu helfen und neue Perspektive zu geben. Mittlerweile haben wir auch drei Kinder bekommen und können uns nicht mehr vorstellen wieder nach Norwegen zu ziehen. Dafür gefällt es uns zu gut hier.


Du bist im Sound ein klassischer Singer/Songwriter. Welchen Weg bist du als Musiker gegangen, um "deine Musik" zu finden? Warum ist es nicht nordischer Stadionrock a la HIM?

THOR BRAARVIG: Bis vor kurzem habe ich nur hobbymäßig und in kirchlichen Zusammenhängen Musik gemacht. Musik war eigentlich schon immer eine große Leidenschaft für mich, aber als ich Ende 2009 die Musik von Jason Mraz entdeckt habe, hat es mich so was von fasziniert, wie er bei seinen Live-Auftritten teilweise nur mit seiner Stimme und der Gitarre so einen wahnsinnigen gefühlvollen Sound hinbekommt. Daraus hat sich bei mir eine Liebe zur akustischen Musik entwickelt, durch die ich auch andere großartige Künstler entdeckt habe, wie unter anderem auch Phillip Poisel. In dieser Zeit habe ich auch immer mehr eigene Songs geschrieben, und schnell wurde mir auch klar, dass ich mein Hobby zum Beruf machen möchte.


Wie sieht die Singer/Songwriter-Szene in Norwegen eigentlich aus?

THOR BRAARVIG: Die gibt es so gut wie gar nicht. Ich kenne mich allerdings auch nicht so gut aus, aber die Musikszene in Norwegen an sich ist so klein, dass nur die ganz großen Namen von ihrer Musik leben können, es sei denn man hat im Ausland Erfolg. Es ist sogar so, dass viele norwegische Bands, die keine Mainstreammusik machen, hier in Deutschland in den entsprechenden Musikszenen bekannt sind, in Norwegen aber kaum einer kennt.


Du singst auf deutsch und nicht auf norwegisch. Wieso bevorzugst du die deutsche Sprache um dich auszudrücken und nicht deine Heimatsprache?

THOR BRAARVIG: Weil ich in Deutschland lebe und auch hier die Menschen mit meinen Liedern erreichen möchte.


Wie entsteht so ein THOR BRAARVIG-Lied? Was inspiriert dich? Träumst du von Melodien in der Nacht oder sind es Worte, die dich nicht mehr loslassen?

THOR BRAARVIG: Hmm... Das ist ganz unterschiedlich, aber oft sitze ich mit meiner Gitarre und spiele einfach was. Dann singe ich eine spontane Melodie dazu und wenn die mir gut gefällt, versuche ich dann auch einen Text dazu zu schreiben. Der Inhalt des Liedes stammt dann meistens von Gedanken oder Themen die mich in der letzten Zeit beschäftigt haben, er wird aber oft auch von der Melodie beeinflusst.


[B]Wie schafft man es als Familienpapa mit drei Kids zum Musikmachen zu kommen? Bitte beschreib uns mal so einen ganz alltäglichen Singer/Songwriter-Tag mit deiner Family...[B]

THOR BRAARVIG: Das frage ich mich auch manchmal! Nein, das klappt eigentlich meistens ganz gut. Ich bin halt nur freiberuflich tätig und kann mir so die Zeit sehr gut einteilen. Außerdem arbeitet meine Frau nicht und unterstützt mich sehr gut, damit ich genügend Zeit für die Musik habe. Tagsüber arbeite ich dann oft daran neue Lieder zu schreiben, oder ich bin in meinem Studio am Aufnehmen, während ich dann nachmittags oder abends versuche Zeit mit der Familie einzuplanen.


Schaffst du es denn schon von dieser Musik zu leben?Und falls die Musik noch nicht dazu reicht, womit verdienst du deine Brötchen?

THOR BRAARVIG: Ich arbeite auch als freiberuflicher Übersetzer/Dolmetscher und das lässt sich ganz gut mit der Musik kombinieren.


Welches Ziel verfolgst du als Künstler? Welche Vision treibt dich an?

THOR BRAARVIG: Es ist mir sehr wichtig etwas mit meinen Liedern zu vermitteln. Wenn ich Rückmeldungen von Menschen bekomme, dass meine Lieder für sie etwas bedeuten oder etwas in ihrem Leben bewirkt haben, dann gibt das eine unglaublich starke Motivation, weiter zu machen.


Du hast in 2010 deine erste Mini-EP herausgebracht. Worauf achtest du bei der Produktion?

THOR BRAARVIG: Ich versuche mit den einfachen Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, einen warmen akustischen Sound hinzubekommen.


Mit welchem Equipment hast du deinen kleinen Traum erfüllt. Mach mit uns bitte eine kleine Studiotour ;-)

THOR BRAARVIG: Die Mini-EP habe ich in meinem kleinen Studio zu Hause auf meinem MacBook mit Logic Studio und einem alten Edirol Interface, das früher meinem Vater gehörte, aufgenommen. Dazu kamen meine Girarre und eine Cajon zur Einsatz, die ich mit dem billigen Rode NT1-A Mikrofon aufgenommen habe, und ein E-Piano von Korg, das ich und meine Frau zur Hochzeit bekommen haben. Den Gesang, die Cajon und meine Gitarre habe ich in meiner selbstgebastelten Gesangskabine aufgenommen. Da ich handwerklich sehr ungeschickt bin, sieht diese Kabine nicht wirklich gut aus, aber sie tut ihren Job. Sie ist auch isoliert, damit Störgeräusche wie Kindergeschrei nicht mit aufgenommen werden!


Du bist noch relativ "neu im Geschäft", aber was möchtest du nie wieder erleben?

THOR BRAARVIG: Ich musste einmal Bußgeld bezahlen, weil ich irgendwelche Gerichtsverhandlungen in Duisburg gestört habe. Ich hatte ein Straßenkonzert gegeben und wusste gar nicht, dass ich vorm Gerichtsgebäude stand und das mein Verstärker so laut eingestellt war.


Zum Abschluss das THOR BRAARVIG-Interview-Potbourie ;-) Dein schönster Gig:

THOR BRAARVIG: Im Stadtkind Essen. Die hatten noch zwei andere Künstler eingeladen und haben so eine Art Talkshow ähnlich wie TV-Noir veranstaltet. Das ganze war einfach richtig gut gelungen und es war eine super Atmosphäre da.


Dein All-Time-Favourit-Song:

THOR BRAARVIG: Brighter Day von Kirk Franklin.


Dein All-Time-Favourit-Idol:

THOR BRAARVIG: Jack Johnson, weil er ohne Plattenvertrag seinen eigenen Weg gegangen ist und dabei auch so erfolgreich gewesen ist.


Dein aktueller Lieblingssong:

THOR BRAARVIG: "Bitte hör nicht auf zu Träumen" von Xavier Naidoo.


Deine Highlights für 2011?

THOR BRAARVIG: Ich bin gerade noch dabei die Arbeit mit meiner zweiten Mini-EP abzuschließen, die exklusiv über eine Spenden-Aktion auf der Homepage von "Aktion Deutschland Hilft" im Dezember erhältlich sein wird. Danach werde ich versuchen mir ein paar gute Leute auszusuchen die Lust dazu haben mit mir mein erstes Album zu produzieren. Das ist mein Ziel Nummer 1 für 2011.


LINK:
c-tube Profil von THOR BRAARVIG

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