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BANDINTERVIEW: MONTAG

03.11.2009

Musikvideo und Interview mit Montag

 
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Interview:

Wie setzt sich euer Equipment zusammen, was verhilft euch zu euerm Klang?

Julian: Oha, das wird jetzt ´ne lange Liste. Wir haben uns dazu entschlossen einen geraden, erdigen und direkten Sound zu finden. Dazu haben wir gitarrenmäßig folgendes Equipment angehäuft und benutzen es glücklich: Fender Hot Rod Deluxe und einen alten Vox AC 30 aus den 70ern. Meistens hat Dominik nicht alle Gitarren dabei, aber eigentlich immer die Fender und American Stratocaster Baujahr 1976 und die Takamine Westerngitarre EF 341 C. Dominik hat noch folgende Schätzchen in seiner Sammlung, muss man schon geradezu sagen. Hieraus haben wir so einiges auf dem aktuellen Album "Montag" verwendet: Hohner Professional, Telecaster The Prinz, Bj. 1989, Epiphone ES-295 Archtop mit Bigsby Tremolo, Bj. 2002, Gibson, Les Paul Custom Plus, Baujahr 1991, Gibson SG, Baujahr 1980 und seine olle Yamaha Wanderklampfe. Effekte hat Dominik auf der Platte größtenteils weggelassen und mit aufgerissener Amp-Zerre gearbeitet. Live benutzt er einen Vox Tonelab SE als FX-Board und seinen Hot Rod Deluxe. Für Akustikgitarre verwendet er einen AER Alpha Amp. Plektren sind fast immer Dunlop 0.88mm Stärke - Saiten D´Addario 10er Sätze für elektrische und 12er Sätze EXP Bronze für Westerngitarre.

So, nun zum Piano! Das war speziell mir sehr wichtig. Es ist ein 20 Jahre altes Grotrian Steinweg Klavier, ein "Concertino", 400 Kg schwer! Zieht mal mit so einem Monstrum zwischen um Leute! Live geht das natürlich nicht. Darum hab ich mich für einen Würfel entschieden. Würfel? Ein Rack natürlich. Genannt wird es: der Würfel! Jeder flucht wenn er das aus unserem Bandauto auf die Bühne tragen musste. Also in diesem Rack befindet sich folgendes: ein Muse Receptor über den ich Native Instruments abspiele (Klaviere und Moogs mit GuitarRig Hall oder Zerre), dann ein dbx 166A, sonst hat selbst so eine hochwertige Piano Simulation nicht genug Sustain für live. Dann folgt ein Westhills 500HR in dem ich einen 550b von API und einen MA5 von Avedis parke. Vocals sing ich eben am liebsten über ein altes MD441, das ich durch den MA5 jage und in manch kleiner Lokation gern auch den 550b anschmeiße, um Störfrequenzen rauszufischen. Dieses Signal läuft durch nen Palmer PMS-02 Splitter. Ein Kanal zur PA andere in einen DI8 SM Pro Audio, in dem ich mir meinen Inear Sound zusammenmische. Gerade auf Festivals muss alles immer sehr schnell gehen und seinen Livemischer hat man nich immer dabei. Darum schicke ich den Muse Rezeptor durch nen "Radial JPC" der mich dann über den THRU plus DI8 SM Pro Audio mit meinem Klaviersound versorgt. Ich benutze manchmal auf großen Bühnen ein ganz einfaches Shure PSM200 Inear aber meist geh ich aus dem DI8 SM Pro Audio direkt in ein Verlängerungskabel in meinen Kopfhörer, um Batterien zu sparen. Ich benutze ein offenes angepasstes Inear von Ultimate Ears UE7 pro, so dass ich, wenn der Stage Monitor anständig laut ist eigentlich so gut wie alles von der Bühne und den Klakören in der Menge höre.

Jo benutzt klassisch, einen Fender Jazz Bass den er durch einen Alten Bass Man 100 mit dazugehöriger original 2mal 18" Box jagt. Dazwischen hängt allerdings noch eine Loadbox vom TubeDoctor, die dann die PA versorgt.

So nun aber zu unseren Drums. Robin benutzt Tama Starclassic Maple 22"/12"/14"/16", Ludwig Super Sensitive Snaredrum. Und natürlich als Eisen dazu eine Zildjian K HiHat, A-Custom: 22"Medium Ride, 18" Crash, 16" Crash, 19" Chinaboy (Stack). Robin spannt sich für die Toms "Remo Emperor coated", die "Snare Remo Ambassador CS" und die Bassdrum "Evans E-Mad" drauf. Hardware und Parts sind von Pearl 1000er Harware (HiHat, Beckenstative, Clamps) sowie DW 9002 Doppelfuschmaschine und nen Tama 1st Chair. So die Sticks sind von Pro Mark die "The Natural" 2B. Live ist Robin die Schaltzentrale, das Herz sozusagen. Wie fast jede Band spielen auch wir ab und an Sachen vom einem Sampler hinzu. Nicht häufig, denn das wirkt unnatürlich. Aber es ist eine tolle Möglichkeit das Soundspektrum zu erweitern. Außerdem benutzt Robin noch einen In Ear Verstärker "Amps Body Pack XL" und den "SF5 Pro". Beide von Ultimate Ears.


Warum Montag und nicht Dienstag?

Julian: Ich weiß, die meisten Menschen bevorzugen eine irrsinnige Geschichte hinter einem Namen. So nach dem Motto, eines Tages teilte sich das Wasser meines Darjeeling Bio Tees, und ich wusste wir heißen Montag. So war es auch fast. Wir hatten einen anderen Namen, der wurde uns geklaut, wir waren traurig und irgend so ein Freizeithippie riet uns zu Montag.


Was macht den Montag-Sound so unverwechselbar?

Julian: Montag ist elegisch, klar, poppig, manchmal streicherlastig. Im besten Sinne ein Kreuzzug aus Ben Folds und Coldplay. Unverwechselbarkeit, so wie es die Frage stellt, kann nur die Hauptstimme aufbieten und die Kompositionsweise.


Ist es überhaupt erstrebenswert einen unverwechselbaren Sound vorweisen zu können?

Julian: Sound und Arrangement entscheiden, welche Zielgruppe du erreichst. Echte Indierock-Fans haben ein Problem mit 80er Jahre Chorusgitarren und werden schnell das Weite suchen, auch wenn die Songs vielleicht gut sind. Ein unverwechselbarer Sound ist vielleicht hilfreich, aber nicht essentiell. Was zählt ist der Song und die Melodie, zumindest in der Popmusik.


Werdet ihr bei der Arbeit als Musiker professionell unterstützt von Agenturen in den Bereichen Promo, Tourbooking usw.?

Julian: Unser Label tapete records hat auch eine interne Bookingagentur, tapete booking. Sie übernehmen für uns das Buchen von Tourneen und Festivals. Die Promo liegt in Labelhand, obwohl Dominik da auch gerne mitredet, da er früher bei Universal Music in der Musikbranche gejobbt hat.


Kann man es heutzutage überhaupt noch mit der DIY Vorgehensweise schaffen einigermaßen nach vorne zu kommen?

Julian: Bis zu einem bestimmten Punkt ja, doch haben wir in früheren Jahren gemerkt, dass gerade im Konzertbereich Veranstalter einfach eine professionelle VÖ erwarten. Da sie nicht glauben, dass Bands ansonsten Leute ziehen könnten. Ein fataler Irrglaube meiner Ansicht nach. Es bleibt aber essentiell, viele Sachen selbst zu gestalten, um eine individuelle Band mit eigenem Gesicht bleiben zu können. Wir stellen uns häufig die Frage, warum so große Acts wie Grönemeyer, Wir Sind Helden etc. nicht auch mal anregen, mehr Support zuzulassen. Ein Localsupport wäre spannend. Lasst die Leute auf die Bühne! Es gibt einen ganz einfachen kausalen Zusammenhang, alles was gesehen und gehört wird, wird auch gekauft.


Erzählt uns die Geschichte eurer Bandgründung!

Julian: In unserer jetzigen Konstellation gibt es uns erst seid knapp einem Jahr. Allerdings ist der harte Kern Dominik und ich seid sicherlich 16 Jahren am rummusiziern, aber kochen können wir auch ganz gut. Dominik polnisch, Julian Hausmannskost.


Was ist euer bis dato größter Erfolg als Montag?

Julian: Ich glaube wenn man es als Band heutzutage schafft drei Alben zu überleben, bei allen Steinen die dir brav in den Weg gerollt werden, ist das ein Erfolg. Aber der Erfolg so tolle Fans zu haben, die 3 Stunden Fahrt in Kauf nehmen, um Dich zu sehen, ist das kaum zu topen. Vielen Dank für Eure Unterstützung, ohne Euch hätte wir häufig schon das Handtuch geworfen.


Wie seid ihr auf c-tube aufmerksam geworden?

Julian: Eine Freundin hat mir mal ein Video gezeigt. Ich weiß gar nicht von wem das war. Genau das was auf der Website steht, hab ich mir in diesem Moment auch gedacht: c-tube fängt da an, wo MTV aufgehört hat. Das mit MTV ist ganz nebenbei echt eine Schande.


Ist das Internet für die Musik eher Segen oder Fluch?

Julian: In Bezug auf Selbstpräsentation und Marketing ist es ein Segen. Den Tauschbörsen würde ich allerdings am liebsten den Garaus machen. Das zeugt von keinerlei Wertschätzung gegenüber Musikschaffenden und der Arbeit die dahinter steckt. Illegales herunterladen zerstört zudem den Fokus auf neue Musik. Man überschwemmt sich selbst mit neuen Alben oder Songs, und verliert den Überblick.


Was versprecht ihr euch in Zukunft von Portalen wie c-tube?

Julian: Ich verspreche mir eine Partnerschaft und ein Interesse an der Arbeit von Bands. Große Formate und Sender wissen doch gar nicht mehr was los ist und erreichen zudem die völlig falsche Zielgruppe!


Was macht c-tube gut, was könnte besser sein?

Julian: Ich finde c-tube gut wie es ist. Vor allem, dass sich Meinungen von Musikproduzenten und User-Comments mischen finde ich spannend. Wichtig wäre, die sympathische Unabhängigkeit zu wahren. Aber ich könnte mir Vorstellen, dass das schwierig wird. Wir drücken euch alle Daumen!


LINK:
c-tube Profil von MONTAG

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