Musikvideo und Interview mit Toxic Insanity [mehr]
[B]Als Einstieg nehmen wir uns gleich mal das Spektakel vor: wie war es, einen Auftritt vor über 20.000 Besuchern beim Champions League Qualifikationsspiel Red Bull Salzburg vs. Maccabi Haifa im August 2009 in der Salzburger Arena hinzulegen? War das Headbanging der Crowed wie eine auf die Band zurollende Welle voller Energie, oder haben alle Stadionbesucher ungeduldig an ihrem Bier genuckelt, nur heiß auf den
Kick, nicht auf den nächsten Track? Wie ist es überhaupt zu diesem Merge aus Sport & Konzert gekommen?[/B]
TOXIC INSANITY: Wir sind ja Salzburger und Sänger Simon im speziellen Fußballfan des größten Salzburger Vereins FC Salzburg, der vor einigen Jahren von Red Bull übernommen wurde. Der Verein hatte in dem Sinn noch keine "Hymne" ? und da lag die Idee nahe, eine solche zu machen. Das haben wir dann gemeinsam mit den Fanclubs gemacht. Auch der Verein hat uns unterstützt. Nachdem man so eine Hymne nicht einfach aus dem Boden stampft und in die Köpfe der Fans bringt haben wir den Song zu verschiedenen Anlässen präsentiert. Das war einer davon. das heißt, wir haben nur diesen Track in der Südkurve gespielt und kein Set. Und die Fans kannten den Song da auch noch nicht wirklich. Die Fans waren daher eher zurückhaltend. Zumal noch niemand zuvor mitten auf der Tribüne performed hatte. Dass da 20.000 im Stadion sind merkt man ja kaum. Ab einer gewissen Anzahl ist das ja nicht wirklich mehr fassbar. Aber es ist schon ein cooles Gefühl zu wissen, dass da jetzt 20.000 zuhören.
Die Partie ging 1 zu 2 für die Israelis aus, Salzburg schied aus. Sind aus dieser Monsterperformance trotzdem weitere Möglichkeiten für euch entstanden, wie z. B. Folgeauftritte in weiteren Stadien, Festivalangebote, etc.?
TOXIC INSANITY: Die ganze Sache ist ein reines "Salzburg-Ding", aber verhilft uns natürlich schon zu überregionaler Beachtung. Der Song ist auch als CD erschienen. Darauf ist auch einer unserer regulären Songs vom aktuellen Album. Außerdem wurde der Song z.B. vom TV für die Berichterstattung verwendet oder ist auch beim Cupfinale 2012 im Happel Stadion in Wien gelaufen. Bei jedem Heimspiel geht er mittlerweile mindestens zweimal über die Lautsprecher. Am Tag der offenen Tür haben wir schon mehrmals gespielt? Geplant ist auch, dass wir mal mit dem Red Bull Brandwagen auf dem Weg zu einem Auswärtsmatch spielen. Aber als Visitenkarte für Festivals bringt das eher nix?
In diesem Zusammenhang lässt sich ganz wunderbar diese Frage platzieren: wie sehen die Top 3 eurer Konzerterlebnisse aus? Wo brannte die Gitarre? Wovon werdet ihr bezüglich Konzert-Happening auch euren Enkeln noch erzählen?
TOXIC INSANITY: Puhhh. Das waren doch schon eine Menge Gigs... Und zur Bewertung muss man da ja alles reinnehmen. Nicht nur den Gig allein. Also auch das rundherum? Ich würde sagen der Support von unseren Heroes "Such a Surge" in den Anfängen 1998 im Rockhouse in Salzburg. Oder auch der für Biohazard. Dann dieses Jahr der Auftritt am Wurmfestival. Unglaublich, was da abging. Aber auch der Auftritt anlässlich er EURO in Österreich in der Fanzone war was Besonderes. Oder die ersten "Guerilla-Gigs" mit dem Red Bull Brandwagen am Frequency Festival, das Finale eines Band Contest in Wien mit Soulfly oder einer der ersten Gigs am "Open Your Mind"-Festival ? das gäbe es so viele Geschichten rund herum zu erzählen?
Wer managed eure Business-Angelegenheiten, Anfragen, Bookings usw.? Seid ihr da selbst hineingewachsen oder arbeitet ihr mit einer oder mehreren Agenturen zusammen, die die Dinge für euch regeln?
TOXIC INSANITY: Ein leidiges Thema? Grundsätzlich machen wir das selber. Sind aber immer froh, wenn uns jemand z. B. beim Booking hilft. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass es am besten klappt wenn man´s selber macht. Zumindest in unserer Konstellation. Wir haben ja Familie und Job. Da ist man nicht mehr ganz so flexibel als in "jungen" Jahren. Was Management an sich betrifft: Also Label, Produktion, Merch etc. machen wir immer schon alles selber. Das funktioniert gut. Und das wenige das an Kohle über bleibt muss nicht geteilt werden ;-)
Der Namen eures eigenen Labels WizKid Music steht mit eurem Bandnamen unserer Meinung nach in einem in einem krassen Gegensatz. Während wir bei WizKid Music an einen blassen Nerd denken der mit Traktor-DJ oder echtem Vinyl so lange scratched und breaked bis der Mixer raucht, muss man bei Toxic Insanity (sinngemäß: Giftiger Schwachsinn) eher an einen gemeinen Splatter- oder Zombie-Film denken. Oder? Wie seht ihr das? Beschreibt uns doch mal den Namenfindungsprozess für Band und Label?
TOXIC INSANITY: Ehrlich gesagt haben wir auf den Namen nie viel Wert gelegt. War vielleicht ein Fehler. Fakt ist, dass wir vor dem ersten Gig noch keinen hatten. Und "Toxic Insanity" ist bei einem "Instant Brainstorming" auf dem Balkon auf die geringste Ablehnung gestoßen. Warum wir darauf gekommen sind, wissen wir nicht mehr. Dass auch eine Langzeit-Nebenwirkung von THC Missbrauch so genannt wird wussten wir damals noch nicht. Natürlich gab es später Überlegungen uns umzubenennen. Vor allem, weil wir ja immer schon deutsche Texte haben ? und sich den Namen kaum jemand auf Anhieb merkt. Diese Überlegungen waren auf zum Teil schon weit gediehen. Am Ende war´s dann so, dass wir uns nicht umbenannt haben, weil wir halt immer schon so heißen und ein neuer Name die Musik auch nicht besser macht ;-) WizKid Music ist einfach ein Anlehnung an einen unserer großen Söhne in Salzburg ? dem Wunderknaben Mozart. Also wenig spannend, aber mit Bezug.
Euch gibt es bereits seit 1995 (!!!), aber Alben zählen wir zwei. Wie können wir uns das erklären? Das Debüt "Zur Sonne" 2007 hätte damit 12 Jahre benötigt. Erzählt uns bitte alles vom Beginn eurer Bandgeschichte bis zur Produktion des aktuellen Albums "Herz in der Hand".
TOXIC INSANITY: Das wären ja dann 20 Jahre? Also am Beginn waren wir recht flott, was das erste Demo betrifft. Ich glaube als wir fünf Nummern zusammen hatten gingen wir ins Studio (was für ein Erlebnis!). Die ersten drei Demos waren allesamt noch Tapes mit kopierten Covern. Da war das mit Aufnehmen etc. auch noch nicht so einfach wie heute. Jetzt bekommet ja mit Mac schon im Wohnzimmer ganz gutes Zeug raus ? und kann sich nebenbei noch ein schönes Cover bauen? Irgendwie haben wir uns immer selber überholt und so ein Demo nach dem andern raus gelassen. Die brauchten wir ja auch um live zu spielen. Und darum ging´s. Erste Airplays waren eine schöne Nebenwirkung ? aber eigentlich ging´s nur darum live zu spielen. Und eine LP war uns schlicht zu teuer, wenn wir sie selber hätten zahlen müssen. Und jemand anderes hat´s nicht gezahlt. Wir haben hunderte Demos konfektioniert und kistenweise auf die Post getragen. Mit ordentlichem Bandinfo etc. - da war man damals noch vor dabei, wenn man am Tape sogar die Telefonnummer hatte ;-) "Zur Sonne" war dann das erste Album. Aufgenommen im Wohnzimmer bei unserem Drummer ? mit Computer? Das ging dann auch mit den Kosten. "Herz in der Hand" war dann das erste "richtige" Studioalbum mit entsprechenden Videos. Aufgenommen im Studio eines Freundes. Sehr relaxed. Masterspur und dann schön langsam jedes Instrument dazu. Wir waren da nicht alle immer gleichzeitig im Studio wie früher? Aktuell überlegen wir, ob´s wieder ein Album wird (das Material dazu hätten wir schon am Start) ? oder nur eine EP. Eventuell mit Songs aus unserm Akustik Set, das wir zwischenzeitlich auch arrangiert haben. Das besteht aus "normalen" Songs die entsprechend umgeschrieben wurden. Aber auch aus neuen Songs nur für das Akustik Set.
Oben haben wir etwas über die Produktion erfahren. Aber wie entsteht so ein fetter Toxic Insanity-Track? Teamwork? Jam Session? Musikalische Skizzen im stillen Kämmerlein bis zur Bandprobe? Worauf achtet ihr? Ab wann ist ein Track einer, der auch in einem Stadion bestand haben würde?
TOXIC INSANITY: Das ist in jedem Fall Teamwork. Das ist zwar nicht immer der einfachste Weg. Aber es soll ja allen Spaß machen. Im Normalfall kommt Aleks, unser Gitarrist, mit Riff-Ideen und einer Grundidee. Da kommen dann die Inputs und Einfälle aller anderen dazu ? also ein Art Jamsession. Running Gag bei den Proben: Die Idee bekommen wir auch noch kaputt ;-) Nein im Ernst: Im Idealfall flutscht das Ganze und nach 30 Minuten steht ein Song, der in den weiteren Proben dann Arrangement technisch ausgefeilt wird. Oder es klappt gar nicht und die Idee wird verworfen. Manchmal kommt am Ende ganz was anderes raus, als ursprünglich im Kopf von Aleks war? Grundsätzlich wollen wir einfach Spaß am Spielen haben. Und den haben wir, wenn es ordentlich rockt und das Arrangement ein wenig Druck macht. Komplizierte Songs sind nicht so unser Ding. Keine X-Teile und wenig Gefrickel. Man sollte schon wissen wo es lang geht. Wobei die eine oder andere Überraschung dazwischen schon sein darf. Das ändert sich natürlich auch im Lauf der Zeit. Und selten ist ein Track wie der andere. Die Mischung der Songs ist dann am Ende doch wieder irgendwie "Toxic". Auch wenn wir selber von dem einen oder anderem Track sagen, dass sich der aber gar nicht "Toxic" anhört? Da ist es auch so, dass ein Song durchaus ein "Ablaufdatum" hat. Die Tracks ohne Ablaufdatum sind dann die Stadionsongs.
Und jetzt würden wir gerne mit euch euren Proberaum besichtigen! Welche Instrumente, Verstärker und Effekte finden wir da? Was macht euren Sound so besonders und warum unterscheidet er sich von anderen Bands?
TOXIC INSANITY: Also besetzungstechnisch sind wir klassisch unterwegs. 2 x Gitarre, Bass, Drums & Gesang. Mit technischen Spielereien und Effekten (inkl. DJ & Drumcomputer) haben wir natürlich experimentiert. Aktuell beschränken wir uns aber auf klassische Effekte, die ohnehin nicht fehlen dürfen. Tretminen-Batterien sucht man vergeblich. Basis des Sounds sind zwei Mesa Boogie Dual Rectifier. Das sagt, denke ich, schon einiges. Dazu ein Marshall Bass-Topteil ? plus ein "Geheimteil" das Frequenzen säubert, das extra aus Dubai eingeflogen wurde, weil es ein Prototyp aus den 1980ern ist, von dem es angeblich nur noch 2 gibt? Unser Drummer setzt auf TAMA, Pearl und Sabian.
Wie lässt sich der Traum als Band in Österreich Erfolg zu haben, aufrecht erhalten, wenn der Konzertkalender nicht monatlich mit 10 Gigs oder mehr zu füllen ist? Was macht ihr abseits der Musik um an der Musik festhalten zu können?
TOXIC INSANITY: Erfolg ist relativ. Der Spaß an der Sache war immer der Antrieb. Klar stand auch die Möglichkeit im Raum richtig durchzustarten. Aber es stand eigentlich nie wirklich zu Debatte, das "bürgerliche" leben - Greenkeeper, Servicetechniker, Koch, Selbständiger und Marketingleiter - hin zuschmeißen und auf´s Ganze zu gehen. Dazu fehlte die Gelegenheit. Dem trauern wir nicht wirklich nach ? wenngleich es sicher Spaß gemacht hätte mal einige Monate nur Rock N Roll zu leben. Der größte Erfolg ist eigentlich, dass wir immer noch zusammen sind und spielen. Und das eine oder andere größeren Konzerte kommen immer wieder. Unsere Musik ist nach all den Jahren wahrscheinlich authentischer als je zuvor. Und das ist mitunter das Wichtigste um erfolgreich sein zu können. Wir denken nicht, dass die Decke was Popularität betrifft erreicht ist. Und wir werden daran arbeiten. Aber eine monatelange Ochsentour durch die Clubkeller Europas können wir uns aktuell nicht vorstellen. Was machen wir abseits der Musik? Genau das ist der Punkt: wir stehen alle voll im Leben. Da braucht man Ausgleich! Unsere Band ist gleichsam Therapie. Manchmal muss man sich einfach bewusst machen, wir wertvoll das ist.
Welche Rolle spielt das Internet für euch? Wie nutzt ihr es für eure Zwecke? Was geht euch gehörig auf den Keks?
TOXIC INSANITY: Na ja. Internet hat vieles einfacher gemacht. Mit ein paar Handgriffen sehen die Online-Präsenzen der Bands aus wie direkt aus den USA von Virgin oder Universal unterstützt. Dahinter ist dann aber? Es wird halt viel geblufft im Netz. Auf der anderen Seite war es noch nie so einfach an "neue" Leute zu kommen. Da kann es schon sein, dass man mit der richtigen Nummer auch ohne "Ochsentour" an die Oberfläche geschwemmt wird. Wenn man dann nicht nur die eine Nummer sondern eine funktionierende Band mit authentischem Material hat, kann einem das Tür und Tor öffnen. Trotzdem (Gott sei Dank) wird es immer Fleiß brauchen, um dem Zufall eine Chance zu geben. Facebook macht schon Sinn. Youtube auch. Wir haben trotzdem immer noch eine klassische Online Präsenz. Damit waren wir 1995 auch eine der ersten Bands in Salzburg? Was uns auf den Keks geht: Wettbewerbe, bei denen es den Veranstaltern nur darum geht, Traffic auf die eigenen Seiten zu bekommen.
Die c-tube Redaktion hat vorgeschlagen euren aktuellen Clip "Mine", der mit dem inszenierten Handlungsstrang als Metal-Vokuhila-Comedy gesehen werden könnte, eher als Drama um Kurt Cobain neu zu drehen - einer der Protagonisten hätte zu dessen Lebzeiten als sein Doppelgänger ein gutes Auskommen erzielen können. Was haltet ihr von diesem (ehrlich gesagt nicht ganz ernst gemeinten ;-) Vorschlag eines Videoremixes?
TOXIC INSANITY: Wir sind für alles zu haben! Vor allem für Spaß. Und der Dreh für das Video hat jede Menge Spaß gemacht? Es stimmt schon, dass wir das auch anders umsetzten hätten können. Das wäre aber denken wir ungleich schwerer gewesen. "Drama" ist nicht so leicht zu spielen wie Comedy. Und gerade unsere Protagonisten hätten da mit Sicherheit enorme Schwierigkeiten gehabt. Aber wenn jemand kommt und sagt: "Die Nummer ist super ? aber es braucht ein besseres Video", dann würden wir nicht nein sagen. Nur muss die Person dann von der Nummer so überzeugt sein, dass sie auch das "finanzielle" Risiko übernimmt. Wir brauchen die Euro aktuell für Proberaum, Treibstoff und den nächsten Studioaufenthalt. Die nächsten Aufnahmen sollen ja besser werden, als die letzten. Und so schlecht waren die nicht. Und Video gibt?s dann natürlich auch wieder.
Zum Ausstieg noch mal der Einstieg = Fußball: welche Top 3-DVDs berühmter Fußballspiele würdet ihr mit auf die einsame Insel nehmen? Der "Hansi Burlie" von 1978 Argentinien ist doch bestimmt dabei, oder? ;-))
TOXIC INSANITY: Gar keine wäre dabei. Aber eine "Wuchtel" zum selber spielen! Haben wir im Übrigen gerne auch bei Gigs dabei. Die Warterei ist ja mitunter Nerv tötend. Und die Zeit mit Bier totschlagen ist zwar lustig ? wirkt sich aber nachteilig auf die Performance beim Gig aus.
Eure Top 3-Alben aller Zeiten! Oder anders ausgedrückt: kommt der Tag des irdischen Abschieds, müssen diese drei Teile mit ins Grab (nur für den Fall, dass es auf der anderen Seite tatsächlich eine göttliche Stereoanlage geben sollte)?
Simon (Sänger):
1. Deftones ? White Pony
2. The Wallflowers ? Bringing Down the Horse
3. Smashing Pumpkins ? Siamese Dream
Aleks (Gitarre):
1. Guns N Roses ? Appetite for Destruction
2. Korn ? Issues
3. Finch ? What it is to burn
Mines (Bass)
1. Metallica - Kill ´em All
2. Foo Fighters - Wasting Light
3. All Faces Down - Face the Truth
[B]Als Einstieg nehmen wir uns gleich mal das Spektakel vor: wie war es, einen Auftritt vor über 20.000 Besuchern beim Champions League Qualifikationsspiel Red Bull Salzburg vs. Maccabi Haifa im August 2009 in der Salzburger Arena hinzulegen? War das Headbanging der Crowed wie eine auf die Band zurollende Welle voller Energie, oder haben alle Stadionbesucher ungeduldig an ihrem Bier genuckelt, nur heiß auf den
Kick, nicht auf den nächsten Track? Wie ist es überhaupt zu diesem Merge aus Sport & Konzert gekommen?[/B]
TOXIC INSANITY: Wir sind ja Salzburger und Sänger Simon im speziellen Fußballfan des größten Salzburger Vereins FC Salzburg, der vor einigen Jahren von Red Bull übernommen wurde. Der Verein hatte in dem Sinn noch keine "Hymne" ? und da lag die Idee nahe, eine solche zu machen. Das haben wir dann gemeinsam mit den Fanclubs gemacht. Auch der Verein hat uns unterstützt. Nachdem man so eine Hymne nicht einfach aus dem Boden stampft und in die Köpfe der Fans bringt haben wir den Song zu verschiedenen Anlässen präsentiert. Das war einer davon. das heißt, wir haben nur diesen Track in der Südkurve gespielt und kein Set. Und die Fans kannten den Song da auch noch nicht wirklich. Die Fans waren daher eher zurückhaltend. Zumal noch niemand zuvor mitten auf der Tribüne performed hatte. Dass da 20.000 im Stadion sind merkt man ja kaum. Ab einer gewissen Anzahl ist das ja nicht wirklich mehr fassbar. Aber es ist schon ein cooles Gefühl zu wissen, dass da jetzt 20.000 zuhören.
Die Partie ging 1 zu 2 für die Israelis aus, Salzburg schied aus. Sind aus dieser Monsterperformance trotzdem weitere Möglichkeiten für euch entstanden, wie z. B. Folgeauftritte in weiteren Stadien, Festivalangebote, etc.?
TOXIC INSANITY: Die ganze Sache ist ein reines "Salzburg-Ding", aber verhilft uns natürlich schon zu überregionaler Beachtung. Der Song ist auch als CD erschienen. Darauf ist auch einer unserer regulären Songs vom aktuellen Album. Außerdem wurde der Song z.B. vom TV für die Berichterstattung verwendet oder ist auch beim Cupfinale 2012 im Happel Stadion in Wien gelaufen. Bei jedem Heimspiel geht er mittlerweile mindestens zweimal über die Lautsprecher. Am Tag der offenen Tür haben wir schon mehrmals gespielt? Geplant ist auch, dass wir mal mit dem Red Bull Brandwagen auf dem Weg zu einem Auswärtsmatch spielen. Aber als Visitenkarte für Festivals bringt das eher nix?
In diesem Zusammenhang lässt sich ganz wunderbar diese Frage platzieren: wie sehen die Top 3 eurer Konzerterlebnisse aus? Wo brannte die Gitarre? Wovon werdet ihr bezüglich Konzert-Happening auch euren Enkeln noch erzählen?
TOXIC INSANITY: Puhhh. Das waren doch schon eine Menge Gigs... Und zur Bewertung muss man da ja alles reinnehmen. Nicht nur den Gig allein. Also auch das rundherum? Ich würde sagen der Support von unseren Heroes "Such a Surge" in den Anfängen 1998 im Rockhouse in Salzburg. Oder auch der für Biohazard. Dann dieses Jahr der Auftritt am Wurmfestival. Unglaublich, was da abging. Aber auch der Auftritt anlässlich er EURO in Österreich in der Fanzone war was Besonderes. Oder die ersten "Guerilla-Gigs" mit dem Red Bull Brandwagen am Frequency Festival, das Finale eines Band Contest in Wien mit Soulfly oder einer der ersten Gigs am "Open Your Mind"-Festival ? das gäbe es so viele Geschichten rund herum zu erzählen?
Wer managed eure Business-Angelegenheiten, Anfragen, Bookings usw.? Seid ihr da selbst hineingewachsen oder arbeitet ihr mit einer oder mehreren Agenturen zusammen, die die Dinge für euch regeln?
TOXIC INSANITY: Ein leidiges Thema? Grundsätzlich machen wir das selber. Sind aber immer froh, wenn uns jemand z. B. beim Booking hilft. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass es am besten klappt wenn man´s selber macht. Zumindest in unserer Konstellation. Wir haben ja Familie und Job. Da ist man nicht mehr ganz so flexibel als in "jungen" Jahren. Was Management an sich betrifft: Also Label, Produktion, Merch etc. machen wir immer schon alles selber. Das funktioniert gut. Und das wenige das an Kohle über bleibt muss nicht geteilt werden ;-)
Der Namen eures eigenen Labels WizKid Music steht mit eurem Bandnamen unserer Meinung nach in einem in einem krassen Gegensatz. Während wir bei WizKid Music an einen blassen Nerd denken der mit Traktor-DJ oder echtem Vinyl so lange scratched und breaked bis der Mixer raucht, muss man bei Toxic Insanity (sinngemäß: Giftiger Schwachsinn) eher an einen gemeinen Splatter- oder Zombie-Film denken. Oder? Wie seht ihr das? Beschreibt uns doch mal den Namenfindungsprozess für Band und Label?
TOXIC INSANITY: Ehrlich gesagt haben wir auf den Namen nie viel Wert gelegt. War vielleicht ein Fehler. Fakt ist, dass wir vor dem ersten Gig noch keinen hatten. Und "Toxic Insanity" ist bei einem "Instant Brainstorming" auf dem Balkon auf die geringste Ablehnung gestoßen. Warum wir darauf gekommen sind, wissen wir nicht mehr. Dass auch eine Langzeit-Nebenwirkung von THC Missbrauch so genannt wird wussten wir damals noch nicht. Natürlich gab es später Überlegungen uns umzubenennen. Vor allem, weil wir ja immer schon deutsche Texte haben ? und sich den Namen kaum jemand auf Anhieb merkt. Diese Überlegungen waren auf zum Teil schon weit gediehen. Am Ende war´s dann so, dass wir uns nicht umbenannt haben, weil wir halt immer schon so heißen und ein neuer Name die Musik auch nicht besser macht ;-) WizKid Music ist einfach ein Anlehnung an einen unserer großen Söhne in Salzburg ? dem Wunderknaben Mozart. Also wenig spannend, aber mit Bezug.
Euch gibt es bereits seit 1995 (!!!), aber Alben zählen wir zwei. Wie können wir uns das erklären? Das Debüt "Zur Sonne" 2007 hätte damit 12 Jahre benötigt. Erzählt uns bitte alles vom Beginn eurer Bandgeschichte bis zur Produktion des aktuellen Albums "Herz in der Hand".
TOXIC INSANITY: Das wären ja dann 20 Jahre? Also am Beginn waren wir recht flott, was das erste Demo betrifft. Ich glaube als wir fünf Nummern zusammen hatten gingen wir ins Studio (was für ein Erlebnis!). Die ersten drei Demos waren allesamt noch Tapes mit kopierten Covern. Da war das mit Aufnehmen etc. auch noch nicht so einfach wie heute. Jetzt bekommet ja mit Mac schon im Wohnzimmer ganz gutes Zeug raus ? und kann sich nebenbei noch ein schönes Cover bauen? Irgendwie haben wir uns immer selber überholt und so ein Demo nach dem andern raus gelassen. Die brauchten wir ja auch um live zu spielen. Und darum ging´s. Erste Airplays waren eine schöne Nebenwirkung ? aber eigentlich ging´s nur darum live zu spielen. Und eine LP war uns schlicht zu teuer, wenn wir sie selber hätten zahlen müssen. Und jemand anderes hat´s nicht gezahlt. Wir haben hunderte Demos konfektioniert und kistenweise auf die Post getragen. Mit ordentlichem Bandinfo etc. - da war man damals noch vor dabei, wenn man am Tape sogar die Telefonnummer hatte ;-) "Zur Sonne" war dann das erste Album. Aufgenommen im Wohnzimmer bei unserem Drummer ? mit Computer? Das ging dann auch mit den Kosten. "Herz in der Hand" war dann das erste "richtige" Studioalbum mit entsprechenden Videos. Aufgenommen im Studio eines Freundes. Sehr relaxed. Masterspur und dann schön langsam jedes Instrument dazu. Wir waren da nicht alle immer gleichzeitig im Studio wie früher? Aktuell überlegen wir, ob´s wieder ein Album wird (das Material dazu hätten wir schon am Start) ? oder nur eine EP. Eventuell mit Songs aus unserm Akustik Set, das wir zwischenzeitlich auch arrangiert haben. Das besteht aus "normalen" Songs die entsprechend umgeschrieben wurden. Aber auch aus neuen Songs nur für das Akustik Set.
Oben haben wir etwas über die Produktion erfahren. Aber wie entsteht so ein fetter Toxic Insanity-Track? Teamwork? Jam Session? Musikalische Skizzen im stillen Kämmerlein bis zur Bandprobe? Worauf achtet ihr? Ab wann ist ein Track einer, der auch in einem Stadion bestand haben würde?
TOXIC INSANITY: Das ist in jedem Fall Teamwork. Das ist zwar nicht immer der einfachste Weg. Aber es soll ja allen Spaß machen. Im Normalfall kommt Aleks, unser Gitarrist, mit Riff-Ideen und einer Grundidee. Da kommen dann die Inputs und Einfälle aller anderen dazu ? also ein Art Jamsession. Running Gag bei den Proben: Die Idee bekommen wir auch noch kaputt ;-) Nein im Ernst: Im Idealfall flutscht das Ganze und nach 30 Minuten steht ein Song, der in den weiteren Proben dann Arrangement technisch ausgefeilt wird. Oder es klappt gar nicht und die Idee wird verworfen. Manchmal kommt am Ende ganz was anderes raus, als ursprünglich im Kopf von Aleks war? Grundsätzlich wollen wir einfach Spaß am Spielen haben. Und den haben wir, wenn es ordentlich rockt und das Arrangement ein wenig Druck macht. Komplizierte Songs sind nicht so unser Ding. Keine X-Teile und wenig Gefrickel. Man sollte schon wissen wo es lang geht. Wobei die eine oder andere Überraschung dazwischen schon sein darf. Das ändert sich natürlich auch im Lauf der Zeit. Und selten ist ein Track wie der andere. Die Mischung der Songs ist dann am Ende doch wieder irgendwie "Toxic". Auch wenn wir selber von dem einen oder anderem Track sagen, dass sich der aber gar nicht "Toxic" anhört? Da ist es auch so, dass ein Song durchaus ein "Ablaufdatum" hat. Die Tracks ohne Ablaufdatum sind dann die Stadionsongs.
Und jetzt würden wir gerne mit euch euren Proberaum besichtigen! Welche Instrumente, Verstärker und Effekte finden wir da? Was macht euren Sound so besonders und warum unterscheidet er sich von anderen Bands?
TOXIC INSANITY: Also besetzungstechnisch sind wir klassisch unterwegs. 2 x Gitarre, Bass, Drums & Gesang. Mit technischen Spielereien und Effekten (inkl. DJ & Drumcomputer) haben wir natürlich experimentiert. Aktuell beschränken wir uns aber auf klassische Effekte, die ohnehin nicht fehlen dürfen. Tretminen-Batterien sucht man vergeblich. Basis des Sounds sind zwei Mesa Boogie Dual Rectifier. Das sagt, denke ich, schon einiges. Dazu ein Marshall Bass-Topteil ? plus ein "Geheimteil" das Frequenzen säubert, das extra aus Dubai eingeflogen wurde, weil es ein Prototyp aus den 1980ern ist, von dem es angeblich nur noch 2 gibt? Unser Drummer setzt auf TAMA, Pearl und Sabian.
Wie lässt sich der Traum als Band in Österreich Erfolg zu haben, aufrecht erhalten, wenn der Konzertkalender nicht monatlich mit 10 Gigs oder mehr zu füllen ist? Was macht ihr abseits der Musik um an der Musik festhalten zu können?
TOXIC INSANITY: Erfolg ist relativ. Der Spaß an der Sache war immer der Antrieb. Klar stand auch die Möglichkeit im Raum richtig durchzustarten. Aber es stand eigentlich nie wirklich zu Debatte, das "bürgerliche" leben - Greenkeeper, Servicetechniker, Koch, Selbständiger und Marketingleiter - hin zuschmeißen und auf´s Ganze zu gehen. Dazu fehlte die Gelegenheit. Dem trauern wir nicht wirklich nach ? wenngleich es sicher Spaß gemacht hätte mal einige Monate nur Rock N Roll zu leben. Der größte Erfolg ist eigentlich, dass wir immer noch zusammen sind und spielen. Und das eine oder andere größeren Konzerte kommen immer wieder. Unsere Musik ist nach all den Jahren wahrscheinlich authentischer als je zuvor. Und das ist mitunter das Wichtigste um erfolgreich sein zu können. Wir denken nicht, dass die Decke was Popularität betrifft erreicht ist. Und wir werden daran arbeiten. Aber eine monatelange Ochsentour durch die Clubkeller Europas können wir uns aktuell nicht vorstellen. Was machen wir abseits der Musik? Genau das ist der Punkt: wir stehen alle voll im Leben. Da braucht man Ausgleich! Unsere Band ist gleichsam Therapie. Manchmal muss man sich einfach bewusst machen, wir wertvoll das ist.
Welche Rolle spielt das Internet für euch? Wie nutzt ihr es für eure Zwecke? Was geht euch gehörig auf den Keks?
TOXIC INSANITY: Na ja. Internet hat vieles einfacher gemacht. Mit ein paar Handgriffen sehen die Online-Präsenzen der Bands aus wie direkt aus den USA von Virgin oder Universal unterstützt. Dahinter ist dann aber? Es wird halt viel geblufft im Netz. Auf der anderen Seite war es noch nie so einfach an "neue" Leute zu kommen. Da kann es schon sein, dass man mit der richtigen Nummer auch ohne "Ochsentour" an die Oberfläche geschwemmt wird. Wenn man dann nicht nur die eine Nummer sondern eine funktionierende Band mit authentischem Material hat, kann einem das Tür und Tor öffnen. Trotzdem (Gott sei Dank) wird es immer Fleiß brauchen, um dem Zufall eine Chance zu geben. Facebook macht schon Sinn. Youtube auch. Wir haben trotzdem immer noch eine klassische Online Präsenz. Damit waren wir 1995 auch eine der ersten Bands in Salzburg? Was uns auf den Keks geht: Wettbewerbe, bei denen es den Veranstaltern nur darum geht, Traffic auf die eigenen Seiten zu bekommen.
Die c-tube Redaktion hat vorgeschlagen euren aktuellen Clip "Mine", der mit dem inszenierten Handlungsstrang als Metal-Vokuhila-Comedy gesehen werden könnte, eher als Drama um Kurt Cobain neu zu drehen - einer der Protagonisten hätte zu dessen Lebzeiten als sein Doppelgänger ein gutes Auskommen erzielen können. Was haltet ihr von diesem (ehrlich gesagt nicht ganz ernst gemeinten ;-) Vorschlag eines Videoremixes?
TOXIC INSANITY: Wir sind für alles zu haben! Vor allem für Spaß. Und der Dreh für das Video hat jede Menge Spaß gemacht? Es stimmt schon, dass wir das auch anders umsetzten hätten können. Das wäre aber denken wir ungleich schwerer gewesen. "Drama" ist nicht so leicht zu spielen wie Comedy. Und gerade unsere Protagonisten hätten da mit Sicherheit enorme Schwierigkeiten gehabt. Aber wenn jemand kommt und sagt: "Die Nummer ist super ? aber es braucht ein besseres Video", dann würden wir nicht nein sagen. Nur muss die Person dann von der Nummer so überzeugt sein, dass sie auch das "finanzielle" Risiko übernimmt. Wir brauchen die Euro aktuell für Proberaum, Treibstoff und den nächsten Studioaufenthalt. Die nächsten Aufnahmen sollen ja besser werden, als die letzten. Und so schlecht waren die nicht. Und Video gibt?s dann natürlich auch wieder.
Zum Ausstieg noch mal der Einstieg = Fußball: welche Top 3-DVDs berühmter Fußballspiele würdet ihr mit auf die einsame Insel nehmen? Der "Hansi Burlie" von 1978 Argentinien ist doch bestimmt dabei, oder? ;-))
TOXIC INSANITY: Gar keine wäre dabei. Aber eine "Wuchtel" zum selber spielen! Haben wir im Übrigen gerne auch bei Gigs dabei. Die Warterei ist ja mitunter Nerv tötend. Und die Zeit mit Bier totschlagen ist zwar lustig ? wirkt sich aber nachteilig auf die Performance beim Gig aus.
Eure Top 3-Alben aller Zeiten! Oder anders ausgedrückt: kommt der Tag des irdischen Abschieds, müssen diese drei Teile mit ins Grab (nur für den Fall, dass es auf der anderen Seite tatsächlich eine göttliche Stereoanlage geben sollte)?
Simon (Sänger):
1. Deftones ? White Pony
2. The Wallflowers ? Bringing Down the Horse
3. Smashing Pumpkins ? Siamese Dream
Aleks (Gitarre):
1. Guns N Roses ? Appetite for Destruction
2. Korn ? Issues
3. Finch ? What it is to burn
Mines (Bass)
1. Metallica - Kill ´em All
2. Foo Fighters - Wasting Light
3. All Faces Down - Face the Truth
[B]Als Einstieg nehmen wir uns gleich mal das Spektakel vor: wie war es, einen Auftritt vor über 20.000 Besuchern beim Champions League Qualifikationsspiel Red Bull Salzburg vs. Maccabi Haifa im August 2009 in der Salzburger Arena hinzulegen? War das Headbanging der Crowed wie eine auf die Band zurollende Welle voller Energie, oder haben alle Stadionbesucher ungeduldig an ihrem Bier genuckelt, nur heiß auf den
Kick, nicht auf den nächsten Track? Wie ist es überhaupt zu diesem Merge aus Sport & Konzert gekommen?[/B]
TOXIC INSANITY: Wir sind ja Salzburger und Sänger Simon im speziellen Fußballfan des größten Salzburger Vereins FC Salzburg, der vor einigen Jahren von Red Bull übernommen wurde. Der Verein hatte in dem Sinn noch keine "Hymne" ? und da lag die Idee nahe, eine solche zu machen. Das haben wir dann gemeinsam mit den Fanclubs gemacht. Auch der Verein hat uns unterstützt. Nachdem man so eine Hymne nicht einfach aus dem Boden stampft und in die Köpfe der Fans bringt haben wir den Song zu verschiedenen Anlässen präsentiert. Das war einer davon. das heißt, wir haben nur diesen Track in der Südkurve gespielt und kein Set. Und die Fans kannten den Song da auch noch nicht wirklich. Die Fans waren daher eher zurückhaltend. Zumal noch niemand zuvor mitten auf der Tribüne performed hatte. Dass da 20.000 im Stadion sind merkt man ja kaum. Ab einer gewissen Anzahl ist das ja nicht wirklich mehr fassbar. Aber es ist schon ein cooles Gefühl zu wissen, dass da jetzt 20.000 zuhören.
Die Partie ging 1 zu 2 für die Israelis aus, Salzburg schied aus. Sind aus dieser Monsterperformance trotzdem weitere Möglichkeiten für euch entstanden, wie z. B. Folgeauftritte in weiteren Stadien, Festivalangebote, etc.?
TOXIC INSANITY: Die ganze Sache ist ein reines "Salzburg-Ding", aber verhilft uns natürlich schon zu überregionaler Beachtung. Der Song ist auch als CD erschienen. Darauf ist auch einer unserer regulären Songs vom aktuellen Album. Außerdem wurde der Song z.B. vom TV für die Berichterstattung verwendet oder ist auch beim Cupfinale 2012 im Happel Stadion in Wien gelaufen. Bei jedem Heimspiel geht er mittlerweile mindestens zweimal über die Lautsprecher. Am Tag der offenen Tür haben wir schon mehrmals gespielt? Geplant ist auch, dass wir mal mit dem Red Bull Brandwagen auf dem Weg zu einem Auswärtsmatch spielen. Aber als Visitenkarte für Festivals bringt das eher nix?
In diesem Zusammenhang lässt sich ganz wunderbar diese Frage platzieren: wie sehen die Top 3 eurer Konzerterlebnisse aus? Wo brannte die Gitarre? Wovon werdet ihr bezüglich Konzert-Happening auch euren Enkeln noch erzählen?
TOXIC INSANITY: Puhhh. Das waren doch schon eine Menge Gigs... Und zur Bewertung muss man da ja alles reinnehmen. Nicht nur den Gig allein. Also auch das rundherum? Ich würde sagen der Support von unseren Heroes "Such a Surge" in den Anfängen 1998 im Rockhouse in Salzburg. Oder auch der für Biohazard. Dann dieses Jahr der Auftritt am Wurmfestival. Unglaublich, was da abging. Aber auch der Auftritt anlässlich er EURO in Österreich in der Fanzone war was Besonderes. Oder die ersten "Guerilla-Gigs" mit dem Red Bull Brandwagen am Frequency Festival, das Finale eines Band Contest in Wien mit Soulfly oder einer der ersten Gigs am "Open Your Mind"-Festival ? das gäbe es so viele Geschichten rund herum zu erzählen?
Wer managed eure Business-Angelegenheiten, Anfragen, Bookings usw.? Seid ihr da selbst hineingewachsen oder arbeitet ihr mit einer oder mehreren Agenturen zusammen, die die Dinge für euch regeln?
TOXIC INSANITY: Ein leidiges Thema? Grundsätzlich machen wir das selber. Sind aber immer froh, wenn uns jemand z. B. beim Booking hilft. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass es am besten klappt wenn man´s selber macht. Zumindest in unserer Konstellation. Wir haben ja Familie und Job. Da ist man nicht mehr ganz so flexibel als in "jungen" Jahren. Was Management an sich betrifft: Also Label, Produktion, Merch etc. machen wir immer schon alles selber. Das funktioniert gut. Und das wenige das an Kohle über bleibt muss nicht geteilt werden ;-)
Der Namen eures eigenen Labels WizKid Music steht mit eurem Bandnamen unserer Meinung nach in einem in einem krassen Gegensatz. Während wir bei WizKid Music an einen blassen Nerd denken der mit Traktor-DJ oder echtem Vinyl so lange scratched und breaked bis der Mixer raucht, muss man bei Toxic Insanity (sinngemäß: Giftiger Schwachsinn) eher an einen gemeinen Splatter- oder Zombie-Film denken. Oder? Wie seht ihr das? Beschreibt uns doch mal den Namenfindungsprozess für Band und Label?
TOXIC INSANITY: Ehrlich gesagt haben wir auf den Namen nie viel Wert gelegt. War vielleicht ein Fehler. Fakt ist, dass wir vor dem ersten Gig noch keinen hatten. Und "Toxic Insanity" ist bei einem "Instant Brainstorming" auf dem Balkon auf die geringste Ablehnung gestoßen. Warum wir darauf gekommen sind, wissen wir nicht mehr. Dass auch eine Langzeit-Nebenwirkung von THC Missbrauch so genannt wird wussten wir damals noch nicht. Natürlich gab es später Überlegungen uns umzubenennen. Vor allem, weil wir ja immer schon deutsche Texte haben ? und sich den Namen kaum jemand auf Anhieb merkt. Diese Überlegungen waren auf zum Teil schon weit gediehen. Am Ende war´s dann so, dass wir uns nicht umbenannt haben, weil wir halt immer schon so heißen und ein neuer Name die Musik auch nicht besser macht ;-) WizKid Music ist einfach ein Anlehnung an einen unserer großen Söhne in Salzburg ? dem Wunderknaben Mozart. Also wenig spannend, aber mit Bezug.
Euch gibt es bereits seit 1995 (!!!), aber Alben zählen wir zwei. Wie können wir uns das erklären? Das Debüt "Zur Sonne" 2007 hätte damit 12 Jahre benötigt. Erzählt uns bitte alles vom Beginn eurer Bandgeschichte bis zur Produktion des aktuellen Albums "Herz in der Hand".
TOXIC INSANITY: Das wären ja dann 20 Jahre? Also am Beginn waren wir recht flott, was das erste Demo betrifft. Ich glaube als wir fünf Nummern zusammen hatten gingen wir ins Studio (was für ein Erlebnis!). Die ersten drei Demos waren allesamt noch Tapes mit kopierten Covern. Da war das mit Aufnehmen etc. auch noch nicht so einfach wie heute. Jetzt bekommet ja mit Mac schon im Wohnzimmer ganz gutes Zeug raus ? und kann sich nebenbei noch ein schönes Cover bauen? Irgendwie haben wir uns immer selber überholt und so ein Demo nach dem andern raus gelassen. Die brauchten wir ja auch um live zu spielen. Und darum ging´s. Erste Airplays waren eine schöne Nebenwirkung ? aber eigentlich ging´s nur darum live zu spielen. Und eine LP war uns schlicht zu teuer, wenn wir sie selber hätten zahlen müssen. Und jemand anderes hat´s nicht gezahlt. Wir haben hunderte Demos konfektioniert und kistenweise auf die Post getragen. Mit ordentlichem Bandinfo etc. - da war man damals noch vor dabei, wenn man am Tape sogar die Telefonnummer hatte ;-) "Zur Sonne" war dann das erste Album. Aufgenommen im Wohnzimmer bei unserem Drummer ? mit Computer? Das ging dann auch mit den Kosten. "Herz in der Hand" war dann das erste "richtige" Studioalbum mit entsprechenden Videos. Aufgenommen im Studio eines Freundes. Sehr relaxed. Masterspur und dann schön langsam jedes Instrument dazu. Wir waren da nicht alle immer gleichzeitig im Studio wie früher? Aktuell überlegen wir, ob´s wieder ein Album wird (das Material dazu hätten wir schon am Start) ? oder nur eine EP. Eventuell mit Songs aus unserm Akustik Set, das wir zwischenzeitlich auch arrangiert haben. Das besteht aus "normalen" Songs die entsprechend umgeschrieben wurden. Aber auch aus neuen Songs nur für das Akustik Set.
Oben haben wir etwas über die Produktion erfahren. Aber wie entsteht so ein fetter Toxic Insanity-Track? Teamwork? Jam Session? Musikalische Skizzen im stillen Kämmerlein bis zur Bandprobe? Worauf achtet ihr? Ab wann ist ein Track einer, der auch in einem Stadion bestand haben würde?
TOXIC INSANITY: Das ist in jedem Fall Teamwork. Das ist zwar nicht immer der einfachste Weg. Aber es soll ja allen Spaß machen. Im Normalfall kommt Aleks, unser Gitarrist, mit Riff-Ideen und einer Grundidee. Da kommen dann die Inputs und Einfälle aller anderen dazu ? also ein Art Jamsession. Running Gag bei den Proben: Die Idee bekommen wir auch noch kaputt ;-) Nein im Ernst: Im Idealfall flutscht das Ganze und nach 30 Minuten steht ein Song, der in den weiteren Proben dann Arrangement technisch ausgefeilt wird. Oder es klappt gar nicht und die Idee wird verworfen. Manchmal kommt am Ende ganz was anderes raus, als ursprünglich im Kopf von Aleks war? Grundsätzlich wollen wir einfach Spaß am Spielen haben. Und den haben wir, wenn es ordentlich rockt und das Arrangement ein wenig Druck macht. Komplizierte Songs sind nicht so unser Ding. Keine X-Teile und wenig Gefrickel. Man sollte schon wissen wo es lang geht. Wobei die eine oder andere Überraschung dazwischen schon sein darf. Das ändert sich natürlich auch im Lauf der Zeit. Und selten ist ein Track wie der andere. Die Mischung der Songs ist dann am Ende doch wieder irgendwie "Toxic". Auch wenn wir selber von dem einen oder anderem Track sagen, dass sich der aber gar nicht "Toxic" anhört? Da ist es auch so, dass ein Song durchaus ein "Ablaufdatum" hat. Die Tracks ohne Ablaufdatum sind dann die Stadionsongs.
Und jetzt würden wir gerne mit euch euren Proberaum besichtigen! Welche Instrumente, Verstärker und Effekte finden wir da? Was macht euren Sound so besonders und warum unterscheidet er sich von anderen Bands?
TOXIC INSANITY: Also besetzungstechnisch sind wir klassisch unterwegs. 2 x Gitarre, Bass, Drums & Gesang. Mit technischen Spielereien und Effekten (inkl. DJ & Drumcomputer) haben wir natürlich experimentiert. Aktuell beschränken wir uns aber auf klassische Effekte, die ohnehin nicht fehlen dürfen. Tretminen-Batterien sucht man vergeblich. Basis des Sounds sind zwei Mesa Boogie Dual Rectifier. Das sagt, denke ich, schon einiges. Dazu ein Marshall Bass-Topteil ? plus ein "Geheimteil" das Frequenzen säubert, das extra aus Dubai eingeflogen wurde, weil es ein Prototyp aus den 1980ern ist, von dem es angeblich nur noch 2 gibt? Unser Drummer setzt auf TAMA, Pearl und Sabian.
Wie lässt sich der Traum als Band in Österreich Erfolg zu haben, aufrecht erhalten, wenn der Konzertkalender nicht monatlich mit 10 Gigs oder mehr zu füllen ist? Was macht ihr abseits der Musik um an der Musik festhalten zu können?
TOXIC INSANITY: Erfolg ist relativ. Der Spaß an der Sache war immer der Antrieb. Klar stand auch die Möglichkeit im Raum richtig durchzustarten. Aber es stand eigentlich nie wirklich zu Debatte, das "bürgerliche" leben - Greenkeeper, Servicetechniker, Koch, Selbständiger und Marketingleiter - hin zuschmeißen und auf´s Ganze zu gehen. Dazu fehlte die Gelegenheit. Dem trauern wir nicht wirklich nach ? wenngleich es sicher Spaß gemacht hätte mal einige Monate nur Rock N Roll zu leben. Der größte Erfolg ist eigentlich, dass wir immer noch zusammen sind und spielen. Und das eine oder andere größeren Konzerte kommen immer wieder. Unsere Musik ist nach all den Jahren wahrscheinlich authentischer als je zuvor. Und das ist mitunter das Wichtigste um erfolgreich sein zu können. Wir denken nicht, dass die Decke was Popularität betrifft erreicht ist. Und wir werden daran arbeiten. Aber eine monatelange Ochsentour durch die Clubkeller Europas können wir uns aktuell nicht vorstellen. Was machen wir abseits der Musik? Genau das ist der Punkt: wir stehen alle voll im Leben. Da braucht man Ausgleich! Unsere Band ist gleichsam Therapie. Manchmal muss man sich einfach bewusst machen, wir wertvoll das ist.
Welche Rolle spielt das Internet für euch? Wie nutzt ihr es für eure Zwecke? Was geht euch gehörig auf den Keks?
TOXIC INSANITY: Na ja. Internet hat vieles einfacher gemacht. Mit ein paar Handgriffen sehen die Online-Präsenzen der Bands aus wie direkt aus den USA von Virgin oder Universal unterstützt. Dahinter ist dann aber? Es wird halt viel geblufft im Netz. Auf der anderen Seite war es noch nie so einfach an "neue" Leute zu kommen. Da kann es schon sein, dass man mit der richtigen Nummer auch ohne "Ochsentour" an die Oberfläche geschwemmt wird. Wenn man dann nicht nur die eine Nummer sondern eine funktionierende Band mit authentischem Material hat, kann einem das Tür und Tor öffnen. Trotzdem (Gott sei Dank) wird es immer Fleiß brauchen, um dem Zufall eine Chance zu geben. Facebook macht schon Sinn. Youtube auch. Wir haben trotzdem immer noch eine klassische Online Präsenz. Damit waren wir 1995 auch eine der ersten Bands in Salzburg? Was uns auf den Keks geht: Wettbewerbe, bei denen es den Veranstaltern nur darum geht, Traffic auf die eigenen Seiten zu bekommen.
Die c-tube Redaktion hat vorgeschlagen euren aktuellen Clip "Mine", der mit dem inszenierten Handlungsstrang als Metal-Vokuhila-Comedy gesehen werden könnte, eher als Drama um Kurt Cobain neu zu drehen - einer der Protagonisten hätte zu dessen Lebzeiten als sein Doppelgänger ein gutes Auskommen erzielen können. Was haltet ihr von diesem (ehrlich gesagt nicht ganz ernst gemeinten ;-) Vorschlag eines Videoremixes?
TOXIC INSANITY: Wir sind für alles zu haben! Vor allem für Spaß. Und der Dreh für das Video hat jede Menge Spaß gemacht? Es stimmt schon, dass wir das auch anders umsetzten hätten können. Das wäre aber denken wir ungleich schwerer gewesen. "Drama" ist nicht so leicht zu spielen wie Comedy. Und gerade unsere Protagonisten hätten da mit Sicherheit enorme Schwierigkeiten gehabt. Aber wenn jemand kommt und sagt: "Die Nummer ist super ? aber es braucht ein besseres Video", dann würden wir nicht nein sagen. Nur muss die Person dann von der Nummer so überzeugt sein, dass sie auch das "finanzielle" Risiko übernimmt. Wir brauchen die Euro aktuell für Proberaum, Treibstoff und den nächsten Studioaufenthalt. Die nächsten Aufnahmen sollen ja besser werden, als die letzten. Und so schlecht waren die nicht. Und Video gibt?s dann natürlich auch wieder.
Zum Ausstieg noch mal der Einstieg = Fußball: welche Top 3-DVDs berühmter Fußballspiele würdet ihr mit auf die einsame Insel nehmen? Der "Hansi Burlie" von 1978 Argentinien ist doch bestimmt dabei, oder? ;-))
TOXIC INSANITY: Gar keine wäre dabei. Aber eine "Wuchtel" zum selber spielen! Haben wir im Übrigen gerne auch bei Gigs dabei. Die Warterei ist ja mitunter Nerv tötend. Und die Zeit mit Bier totschlagen ist zwar lustig ? wirkt sich aber nachteilig auf die Performance beim Gig aus.
Eure Top 3-Alben aller Zeiten! Oder anders ausgedrückt: kommt der Tag des irdischen Abschieds, müssen diese drei Teile mit ins Grab (nur für den Fall, dass es auf der anderen Seite tatsächlich eine göttliche Stereoanlage geben sollte)?
Simon (Sänger):
1. Deftones ? White Pony
2. The Wallflowers ? Bringing Down the Horse
3. Smashing Pumpkins ? Siamese Dream
Aleks (Gitarre):
1. Guns N Roses ? Appetite for Destruction
2. Korn ? Issues
3. Finch ? What it is to burn
Mines (Bass)
1. Metallica - Kill ´em All
2. Foo Fighters - Wasting Light
3. All Faces Down - Face the Truth
* Preise inkl. MwSt und Versandkosten. Lieferung innerhalb Deutschlands portofrei ab einem Mindestbestellwert von 25 EUR. Angebote solange Vorrat reicht. Für Druckfehler und Irrtümer wird keine Haftung übernommen. UVP=Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers