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BANDINTERVIEW: THE SECOND

05.04.2012

Musikvideo und Interview mit The Second

 
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Interview:

Dem Grunge seid ihr wirklich treu geblieben: Typische Dreier-Kombi, kein Elektroschnörkel und der Overdrive zum Refrain. Hab ich bei meiner Aufzählung was vergessen?

THE SECOND: Klar, so gesehen sind wir eine typische Grunge-Band - wenn man das so sagen will. Was in der Aufzählung fehlt ist die Gegenüberstellung von laut-leise, die den Songs ihre Dynamik verleiht, die Vordergründigkeit des Gesangs und die Tatsache, dass die Musik eine gewisse Einfachheit hat. Das macht sie gut zugänglich und eingängig. Es gibt sicherlich auch Stellen in unseren Songs wo eine weitere Gitarre noch etwas zusätzlichen Druck bringen kann. Wir haben zum Beispiel bei den Aufnahmen zu unserem Album vereinzelt eine zweite Gitarre eingespielt.


Ihr verlasst euch auf das gute, alte Rockequipment: Gitarre mit Tretmiene, Bass und Schlagzeug. Doch was genau erwartet uns wenn wir ins Detail gehen?

THE SECOND: Grundsätzlich ist es erst mal eine gute Sache, dass wir nicht mehr brauchen. Unsere Musik, die in dieser fast-minimal Besetzung entsteht, lebt gerade von den relativ begrenzten Mitteln des Equipments. Die Musik klingt nicht überladen, sondern bringt jedem Instrument seine individuellen Freiheiten. Das Zusammenspiel ist da natürlich sehr wichtig und muss passen. Wir kennen und verstehen uns gegenseitig schon lange. Die solide Basis der Songs aus treibendem Schlagzeug, drückendem Bass und eingängiger Gitarre bleibt bei uns immer erhalten und der Gesang schwebt über diesem Fundament der Musik. Es gibt doch nichts schlimmeres, als ein Konzert einer Band zu hören und sich danach an kein einziges Lied mehr zu erinnern, oder? Wir finden es nicht unbedingt sehr feinfühlig sich hinter unzähligen Effekthüllen und minutenlangen männlich-potenten Soli zu verstecken. Wir machen ehrliche Musik und dafür braucht man nicht viel. Nehmen wir beispielsweise mal Musiker wie Son House, auch wenn der aus einer anderen Musikrichtung kommt. Die brauchen manchmal sogar nur ihre Stimme und der Song ist unglaublich emotional und raffiniert.


[B]"THE SECOND" weil:

a) richtige Grunge-Klamotten aus dem Second Hand Shop kommen!
b) einmal keinmal ist!
c) nach Nirvana es doch irgendwie weitergehen muss![/B]

THE SECOND: d) ?sich dein Leben manchmal innerhalb einer Sekunde vollkommen ändern kann.


Euer erstes Musikvideo "Imagine" ist seit kurzer Zeit online. Was ist die Message des Videos?

THE SECOND: Die Message des Videos ist: Leg dein gesamtes Vermögen in Getreide an und warte bis die Welt an sich selbst zugrunde geht. Dann steige mit deiner Saat ein in die Flugobjekte die dich abholen kommen und gehe dahin in eine neue, bessere Welt. Alles Unfug. Jeder sollte selbst herausfinden was die Message des Videos ist. Da ist schon ein bisschen Interpretation gefragt, denn es hat, wie das Lied auch, verschiedene Bedeutungsebenen. Also anschauen: mehr Tipps gibt es an dieser Stelle nicht.


Wie lange hat die Produktion des Videos gedauert, einschließlich der Planung und Nachbearbeitung?

THE SECOND: Die Produktion des Videos hat insgesamt schon ca. drei Monate gedauert. Also zuerst Vorüberlegungen machen, die Story schreiben, geeignete Drehorte finden, Equipment suchen usw. Dann das Drehen des Films, was eigentlich der kürzeste Teil in der Kette war, und zu guter Letzt die Nachbearbeitung mit Schnitt, VFX etc. Es ist alles in allem doch viel Arbeit, besonders wenn man es Low-Budget in Eigenregie macht.


Wie kamt ihr zur Musikvideo-Plattform c-tube?

THE SECOND: Die Seite haben wir vor zwei Jahren mal zufällig beim Surfen entdeckt. Damals haben wir lediglich zwei Livemitschnitte hochgeladen. Da es jetzt endlich mit einem richtigen Musikvideo geklappt hat, lag es natürlich nahe das Video hochzuladen und die Meinung von Fachleuten aus der Musikbranche zu erfahren.


Konzertsäle kriegt ihr mehr als randvoll gefüllt. Viele Bands träumen nur davon. Was ist entscheidend, um eine tanztaugliche Crowd auf den Floor zu kriegen?

THE SECOND: Den Zuhörern muss die Musik in erster Linie natürlich gefallen. Obwohl wir aus einem kleinen Ort kommen, hatten wir das Glück Teil einer belebten und aktiven Musikszene zu sein. Es gab vor Allem vor ein paar Jahren eine große Begeisterung für Livemusik in unserer Gegend. Wir waren eine relativ große Szene mit Bands und Veranstaltern die sich kannten. Zwischendurch ist es wieder ein bisschen ruhiger geworden, doch momentan blüht die Musikbegeisterung wieder auf- so ist das halt wenn man Charts- und Radiomusik wiedermal nicht mehr hören kann. Live ist doch die beste Art eine Band zu hören. Wir selbst sind eigentlich eine Live Band und hatten bis vor kurzem keine Studioaufnahmen von unseren Songs. Live ist direkt und echt und das gefällt uns. Im Prinzip braucht es ja einfach nur ein cooles Festival oder einen guten Anlass junge Menschen zusammen zu bekommen. Sobald die mal da sind fehlt nur noch Musik und unsere taugt scheinbar recht gut zum tanzen - das freut uns natürlich besonders.


Wolf (Voc/Guitar) und Flo (Drums) waren ein halbes Jahr auf Reisen in Südamerika. Haben sie Erfahrungen und Eindrücke gesammelt, die wichtig für die weitere Bandarbeit sind?

THE SECOND: Grundsätzlich ist die Musikkultur in Südamerika schon eine andere. Die Leute treffen sich abends auf der Straße mit einer Gitarre, einer Djembe und drei Rasseln. Dann wird gesungen und Musik gemacht und jeder macht mit! Wolf hat z.B. von seiner Reise einige neue Instrumente mitgebracht, die vielleicht irgendwann mal eine Rolle spielen könnten. Wäre auf jedenfalls interessant. Dann gab es natürlich auch viele Erlebnisse, die eventuell auch in Liedern verarbeitet werden könnten. Da werden wir uns alle überraschen lassen.


Ihr wohnt alle sehr verteilt: Drei Mitglieder - drei verschiedene Städte. Respekt! Das erfordert bestimmt eine Menge Ambition. Wer fährt am längsten zum Proberaum?

THE SECOND: Das ist schon anstrengend nicht beieinander zu wohnen. Als wir noch zusammen auf der Schule waren, konnten wir uns treffen wann wir Lust hatten. Heute ist das eher rar geworden und jeder werkelt bis zur nächsten Probe halt für sich und wir führen das dann wieder zusammen. Den Spaß an der Musik haben wir aber nicht verloren und werden wir auch nie. Da muss man halt andere Wege als die klassische Probe gehen und neue Ideen aufnehmen und weiterschicken, damit die anderen sie hören und sich darüber Gedanken machen können. Klassisch sieht das eigentlich so aus, dass wir uns am Wochenende treffen, freitags nochmal proben und samstags einen Auftritt haben. Aber um auf die Frage zurück zu kommen, ist das momentan Wolf mit der Anfahrt aus Berlin, da der Proberaum in Freiburg ist.


Eure drei goldenen Ratschläge für eine perfekte Organisation, wenn man Student ist, ein Leben hat und trotzdem eine Band haben will!

THE SECOND:
1) Eine Band mit guten (!!!) Freunden haben. Da kann man ein gemütliches Bierchen und Unterhaltungen mit der Probe verbinden. Positiver Nebeneffekt ist, dass die Atmosphäre entspannter wird, wenn es nicht nur ums Proben geht.
2) Nie den Spaß an der Musik verlieren - dann ist es meist schon vorbei.
3) Prioritäten setzen.


Was steht auf eurer TO-DO-Liste? Gibt es schon feste Konzerttermine für das Jahr 2012?

THE SECOND: Wir möchten gerne dieses Jahr neue Songs schreiben und auch aufnehmen. In letzter Zeit gab es von uns nicht so viel neues Songmaterial, sondern endlich Studioaufnahmen, Musikvideo etc. In Selbstorganisation lässt sich viel machen, aber dem sind natürlich irgendwo auch Grenzen gesetzt. Wir hoffen so viele Konzerte zu spielen, wie wir organisatorisch schaffen. Feste Termine gibt es momentan noch nicht. Voraussichtlich wird es recht spontane Gigs in Wohnungen und Bars geben und einen Auftritt in unserer liebsten Livemusik- Kneipe, der ´Raumstation Sternen´ in Auggen.


LINK:
c-tube Profil von THE SECOND

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