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BANDINTERVIEW: ALEX AMSTERDAM

15.01.2012

Musikvideo und Interview mit Alex Amsterdam

 
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Interview:

Da hat die Stadt dem Alex wohl etwas angetan. Kennst Du dort jeden Coffeeshop, oder geht die Deutung des Bandnamens in eine komplett andere Richtung??

ALEX AMSTERDAM: Tja, wie das immer so ist mit Bandnamen und ihrer Deutung. Bei uns kann man das ganz unspektakulär halten. Als ich damals als Singer/Songwriter anfing, wollte ich einfach nicht unter meinem eigenem Namen spielen und suchte einen knackigen Künstlernamen. Etwas was simpel ist und im Kopf bleibt. Und gegebenenfalls vorn im CD-Regal steht. Alex fand ich schon mal gut. Und da ich auf Alliterationen stehe, wollte ich halt irgendwas mit A. Nach Aussortierung vieler Namen blieben noch "Alex Addicted" und "Alex Amsterdam" über. Und da habe ich mich einfach für die Stadt entschieden. Aber fragt mich nicht mehr warum. Sprich, es steckt leider keine spannende, holländische Absturz-Coffeeshop-Geschichte dahinter.


Alex Amsterdam, ein wahrer Workaholic, so steht es auf deiner Homepage. Über 400 Auftritte! Holla die Waldfee? Hat das nicht eine halbe Ewigkeit gedauert, um auf so eine Anzahl zu kommen?

ALEX AMSTERDAM: Nö, eigentlich nicht. Ich habe Anfang 2007 mein erstes Konzert als Alex Amsterdam gespielt. Und seitdem waren es im Schnitt ungefähr 100 Gigs pro Jahr. Die genaue Zahl könnt ich jetzt auch gar nicht sagen. Ich bin und war auch schon immer der Meinung, dass Musik sich am besten Live und in Farbe kommunizieren lässt. Ich war auch schon immer mehr Live- als Studio-Freund. Ich mag einfach die Gigs. Ob solo oder jetzt vermehrt mit Band. Das ist absolut mein Ding und ich liebe es on the road zu sein und fremden Menschen meine Songs vorzuspielen. Und zu der Menge der Gigs: man muss sich halt einfach den Arsch aufreißen, nicht rumheulen und ein harter Hund sein. Ich hatte und habe ja immer noch einen "richtigen" Job nebenher. Das kann natürlich hart sein. Ich erinnere mich an einen Gig in Dresden an einem Sonntag. Der ging bis 24 Uhr, um 6 Uhr war ich wieder zuhause in Düsseldorf und um 8 Uhr wieder am Schreibtisch. Harte Nummer. Aber von nix kommt halt meistens?nix!


Der Fokus liegt also ganz glasklar auf Reisen, Musizieren und musizieren. Hat sich da nicht schon längst ein Traum bei euch erfüllt? Ihr wart schon in Italien, Kroatien und den USA auf Tournee?

ALEX AMSTERDAM: Nein, natürlich nicht. Es gibt noch diverse Ziele, die erreicht werden wollen. Oder müssen. Ich hab noch einiges vor. Bisher haben wir ja auch immer alles selber organisiert. Egal ob unsere Touren im In- und Ausland, Promo & Marketing, etc.pp. Jetzt haben wir neue Partner, und es wird äußerst spannend was durch diese Verstärkung noch passiert. Ich finde man darf halt nicht zu schnell genügsam sein. Für viele wären die bisher erreichten Ziele vielleicht genug. Nicht für mich. Es darf also noch weiter geträumt werden.


[B]Alex, du bist auch Solo-Künstler. Viele Künstler schlagen einen Weg ein, entweder Solo oder Band. Du hast den Vergleich. Was sind die größten Unterschiede der beiden Herangehensweisen???ALEX AMSTERDAM: Ich mag beides muss ich sagen. Der größte und offensichtlichste Unterschied besteht darin, dass man einfach nicht alleine auf der Bühne steht und nicht alleine im Studio ist, auch nicht alleine entscheidet. Der Druck ist (besonders live) auch etwas weniger, und ich persönlich mag das Gefühl meine Bandkollegen an meiner Seite bzw. in meinem Rücken zu wissen. Und: nach drei Jahren als Junge mit der Gitarre wollte ich einfach mal wieder eine E-Klampfe in die Hand nehmen, meinen Songs Drums, Bass und dicke Gitarren-Wände verordnen und mal wieder richtig laut sein! Auch wenn wir in 2012 die Tour komplett als Band spielen, werde ich auch weiterhin als Solo-Act unterwegs sein. Denn auch das liebe ich weiterhin sehr. Es sind einfach zwei unterschiedliche Arten unterwegs zu sein. Alleine muss man sich in den fremden Städten automatisch mit den anwesenden Leuten auseinander setzen. Als Band verzieht man sich ja auch einfach mal in den Backstage, säuft Bier und gluckt zusammen. Beides ist gut. Auch wenn ich eigentlich keiner bin der sich groß abschottet. Ich bin am liebsten im Zuschauerraum und mache mir ein Bild von den anwesenden Menschen.


Wie schreibt ihr eure Songs in der Band?

ALEX AMSTERDAM: Ich schreibe alle Songs zuhause auf der Akustik-Gitarre. Da hat sich nichts dran geändert ob ich solo oder mit Band spiele. Mir wurde damals öfters gesagt, die Songs sind richtig geil. Es fehle halt nur die Band in meinem Rücken. Ich denke das bedeutet, dass ich schon immer Band-Songs geschrieben habe. Meine Art des Songwritings hat sich nicht verändert. So kommt es halt aus mir raus. Wenn ich dann mit einer neuen Nummer in den Proberaum komme, gebe ich meiner Band aber nichts vor. Sie sollen sich einbringen. Nur so funktioniert das. Auch wenn ich die Chef-Mütze auf habe, ist es schließlich eine Band und kein musikalisches Kollektiv!


Immer mehr Bands trauen sich in letzter Zeit Deutsch zu singen. Wie seht ihr das mit der deutschen Sprache in der Rockszene, wäre das was für euch?

ALEX AMSTERDAM: Schwieriges Thema. Was meint ihr wie oft ich schon gefragt oder auch dumm von der Seite angemacht wurde, warum ich denn kein Deutsch singe. Genauso einige Labels und Majors die uns abgelehnt haben mit der Begründung "Schöne Songs, alles wunderbar. Aber?warum nicht auf Deutsch?" Dazu kann ich nur sagen: warum nicht Englisch? Hat schon mal jemand eine skandinavische Band wie Mando Diao, die Hives oder Frisja Viljor gefragt, warum sie nicht auf Schwedisch singen? Ich glaube nicht. Aber als Deutscher muss man sich das natürlich wieder anhören. Ich kann aber damit leben, weil ich einfach nichts darauf gebe. Ich schreibe halt lieber auf Englisch weil die Songs und Texte so besser für mich funktionieren und klingen. Außerdem ist es künstlerische Freiheit. Mich nerven echt wenige Sachen, aber als ich das mal eine Zeit lang immer wieder hörte, ging es mir schon dezent auf den Sack!


Mit welchen Musikern werdet ihr oft verglichen?

ALEX AMSTERDAM: Zum Glück werden wir nicht so oft verglichen. Oder ich überhöre so was einfach. Ich mag keine Vergleiche. Jeder soll einfach sein Ding machen und die Musik sprechen lassen. Genau wie immer alles kategorisiert werden muss. Machen wir heutzutage nicht alle irgendwie Indie? Oder Pop? Oder sonst was? Schwierige, wie auch nervige, weil immer wiederkehrende Diskussion. Und am Ende ist alles Musik. Entweder geil oder scheiße. Tja.


Mit welchen Musikern würdest ihr am liebsten einmal zusammenarbeiten?

ALEX AMSTERDAM: Hm. Weiß nicht. Über so was machen wir uns keine wirklichen Gedanken. Ich für meinen Teil mache momentan mit den für mich am besten passenden Menschen Musik. Und an unserem Album haben noch weitere tolle Musiker mitgewirkt und sich eingebracht. Zum Beispiel habe ich auch das erste Duett in meiner Karriere aufgenommen. Mit einer tollen Künstlerin und guten Freundin namens Sofia Stark. So etwas finde ich toll und spannend. Und einfach realistischer als würde ich jetzt schreiben ich würde gerne mit meinem großen Songwriter-Idol Noel Gallagher zusammen arbeiten. Denn er würde drauf scheißen denke ich! Also lasse ich es.


Welche technische Ausrüstung baut das Fundament für euren Sound?

ALEX AMSTERDAM: Eine Stimme. Eine Gitarre. Noch eine Gitarre. Ein dicker Bass. Ein moppig-fettes Schlagzeug. Und ab dafür. That?s it. Nothing more, nothing less.


Auf welche Dinge achtet ihr bei der Equipmentwahl?
ALEX AMSTERDAM: Ich glaube, jeder hat mit seinen Instrumenten und seinem Equipment sein eigenes Bild vom Sound im Kopf und versucht dies entsprechend umzusetzen. Ich z. B. hatte noch nie groß Ahnung von Gitarren, Amps und technischen Schnick-Schnack. Sie sollen gut klingen und bestenfalls noch geil aussehen.


[B]Wie geht?s jetzt weiter? Hoffentlich werden aus 400 Auftritten in zwei Jahren 800!? ?
ALEX AMSTERDAM: Es geht ja nicht primär um Quantität, mehr um Qualität. Und ich muss ja auch sagen: 100 Gigs pro Jahr sind schon anstrengend. Ich fände es glaub ich gut, einfach größere Konzerte und mehr Festivals zu spielen, dafür auch Zeiten zu haben, wo man nicht tourt. Aber eins nach dem anderen. Wir sind gerade hart am Arbeiten für den Release der neuen Platte, die direkt angeschlossene, große Tour und alles. Ich denke Anfang Februar wird das erste Mal abgerechnet und wir wissen wo wir stehen. Ich bin optimistisch, aber auch realistisch und einfach gespannt. Auch wenn wir alle für die großen Rockstarträume wohl schon etwas zu alt sind, lassen wir alles Mal locker auf uns zukommen. Alles kann, nix muss. Ich glaube mit der Einstellung kann man alles einigermaßen überstehen. Wird schon!


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