
HD1221 Aktivbox mit High-Definition Sound und ordentlich Endstufen-Leistung
Die Produktreihe von Mackies High-Definition Aktivboxen hat jetzt Zuwachs bekommen. Neues Mitglied ist die 12-Zoll Zweiwegbox HD1221, die nunmehr High-Definition Sound auch im kleineren Format anbietet. Für diejenigen, die bisher noch nichts über High-Definition aus dem Hause Mackie erfahren haben, zunächst eine kurze Erklärung ohne viel technische Hintergründe. Diese sind ganz ausführlich auf der Website von Mackie nachzulesen (Link am Ende des Tests).
Mackie High-Definition: Die besondere Kombination von präzise abgestimmter Frequenzweiche, speziell entwickelten Treibern, patentiertem Akustikkorrektur-Processing und Class-D Endstufentechnologie produziert ein Klangerlebnis, das bisher in dieser Form nur von High-End Systemen erreicht werden konnte.
Hier ist also richtig geiler Klang zu erwarten. „Schau'n mer mal“, sagte einst ein nicht ganz unbekannter Münchener. Dieser berühmten Redewendung schließe ich mich heute einmal an.
Klein, schwarz, stark
Die HD1221 ist eine kompakte 2-Weg-Aktivbox mit zwei Class-D Endstufen (Bi-Amping). Der 12-Zoll Neodym-Treiber und der 1,75-Zoll Titan-Kompressionstreiber wurden speziell für diese Box vom namhaften Hersteller professioneller Beschallungsanlagen EAW (Eastern Acoustic Works) entwickelt. Im Tieftonbereich werden 500 Watt RMS (1000 Watt Peak, < 0.03% THD) erreicht, die Leistung des Hochtöners ist mit 100 Watt RMS (200 Watt Peak, < 0.03% THD) angegeben. Das macht zusammen durchsetzungsfähige 1200 Watt Spitzenleistung und ist ein ordentlicher Hammer. Die Übergangsfrequenz der Weiche liegt bei 1,5 kHz. Der Frequenzgang der HD1221 deckt bei -10 dB ein Spektrum von 55 Hz bis 20 kHz ab.

Frontale Ansicht der neuen HD1221
Nicht nur eine Kiste
Was auf Anhieb ins Auge fällt, ist einmal die ungewöhnliche Gehäuseform, aber auch das verwendete Baumaterial. Im großen Anbieterkreis der vielen Zweiweg-Kunststoffboxen hebt sich die HD1221 mit ihrem Gehäuse aus 15 mm starken Birkensperrholz (22,7 kg) positiv ab. Für den harten Alltag „on the road“ ist das Holz mit widerstandsfähigem Strukturlack überzogen. Die Speaker sind durch ein massives Lochblech geschützt, das oben und unten abgerundet der gefälligen Gehäuseform folgt. Die gesamte Verarbeitung der beiden Testkandidaten macht einen grundsoliden und vorbildlichen Eindruck.

Die HD1221 präsentiert sich hier als Floormonitor
Zurück zur Formgebung. „Fly it. Wedge it. Mount it.“ wirbt der Aufdruck auf dem Umkarton, und damit sind wir direkt beim Thema. Die HD1221 eignet sich gleichermaßen gut für die Montage auf einem Hochständer - dafür gibt es den passenden Standardflansch an der Unterseite - sie kann aber auch durch ihre asymmetrische Bauweise ganz prima als Bühnenmonitor eingesetzt werden. Stabile Kufen schützen dann in der 60 Grad Monitorposition vor Beschädigung der Unterseite. Für den fliegenden Betrieb sind zwölf M10 Gewinde vorgesehen. Damit ist sowohl horizontale, als auch vertikale Montage möglich. Zum problemlosen Tragen und Hantieren gibt es drei Griffe. Einer davon ist der eigentliche Tragegriff. Er ist für den Transport der Box größer ausgefallen und bietet guten Eingriff. Die beiden anderen Griffe erleichtern das Handling beim Aufbau.

Stabile Kufen schützen das Holzgehäuse beim Einsatz als Monitor
Der Hochtontreiber strahlt durch ein Horn aus dem Hause Martin Audio mit dem Abstrahlwinkel von 90° x 50°. Soll die Box überwiegend als Floormonitor eingesetzt werden, kann das Horn zur Optimierung des Abstrahlverhaltens im Hochtonbereich gedreht werden.

Über dem 12-Zöller ist das Horn aus dem Hause Martin zu sehen
Etliche Kühlrippen dienen der Wärmeableitung. Aber auch ein Lüfter ist eingebaut, der beim Einschalten der Aktivbox direkt seinen Dienst aufnimmt. Die komplette Elektronik und alle Bedienelemente sitzen auf einem vertieft eingelassenen Panel. So ist auch der einzige Drehregler für die Anpassung des Pegels (- 6 dB bis + 6 dB) gut geschützt, falls die Box mal auf der „Butterseite“ zu liegen kommt. Im Eingangsbereich gibt es eine XLR-Buchse, zum Kaskadieren mehrerer Lautsprecher ist eine weitere mit der Bezeichnung „Loop out“ vorgesehen. Wird der Netzschalter betätigt, dauert es „eine Sekunde“, bis das System initialisiert ist und die Lautsprecher zur Verhinderung von Einschaltgeräuschen zugeschaltet sind. Die auf der Front über dem Mackie-Logo sitzende blaue Kontroll-Leuchte kann bei Bedarf ausgeschaltet werden. Eine grüne LED neben dem Levelregler zeigt den Betriebszustand. Bei Überhitzung der Endstufen oder nicht ausreichender Kühlung greift die thermische Schutzschaltung (rote LED) ein. Eine Kombi-LED zeigt durch grünes Leuchten anliegenden Signalpegel. Wechselt die Farbe auf gelb, ist der Limiter aktiv, der die Treiber vor Verzerrungen und Übersteuerung schützt. Blinkt die Kontrolle gelegentlich gelb, stört das überhaupt nicht. Erst bei Dauerleuchten sollte das Eingangssignal zurückgenommen werden.
Voicing Mode
Per Schiebeschalter können drei unterschiedliche Klangkurven vorgewählt werden: Contour, Normal und Monitor. Drei zugehörige LEDs (gelb/grün/rot) markieren die Einstellung. „Contour“ ist so etwas wie die Loudness-Einstellung von HiFi-Anlagen. Bässe und Höhen werden für leisen Betrieb etwas angehoben, um so einen volleren Klang zu erzeugen. In den meisten Anwendungsbereichen ist „Normal“ die richtige Einstellung. Beispielsweise dann, wenn die Box im „normalen PA-Betrieb“ mit voller Leistung eingesetzt wird. Auch in Kombination mit Subwoofern ist diese Klangkurve die richtige Wahl. Die Stellung „Monitor“ ist für den Betrieb als Wedge gedacht. Hier werden, nach Betrachten des Frequenzdiagramms in der Bedienungsanleitung, die Frequenzen oberhalb von 1000 Herz gegenüber der Normal-Einstellung etwas zurückgenommen. Das reduziert die Feedbackanfälligkeit beim Einsatz als Bodenmonitor. Gesang kann lauter eingestellt werden und kommt dadurch letztendlich im Mix besser zur Geltung. Zusätzlich nimmt ein 100 Hz Highpass-Filter störenden Trittschall und tieffrequente Signale aus dem Klangeschehen heraus.

Drei verschiedene Klangkurven können vorgewählt werden
Augen zu - Ohren auf
Gespannt bin ich auf den Hörtest. Neben den üblichen Frequenz-Sweeps und allerlei anderen Einspielungen, wie von Marla Glen oder den Eagles, muss auch meine zu diesem Zweck bevorzugte Musikkonserve mit Klassikern aus dem Bereich Singer/Songwriter her halten. Belohnt werden meine Ohren mit satten, aber dennoch ausgewogenen und konturierten Bässen, gepaart mit seidigen Höhen. Der Klang lässt sich mit einem Wort beschreiben: edel.
Über ausreichende Lautstärke braucht man sich bei Endstufenleistungen von 600 Watt RMS ebenfalls keine Sorgen machen. Vor allem bleibt auch unter voller Auslastung das positive Klangerlebnis erhalten. Das ist nicht bei allen Aktivboxen so, die dann entweder dröhnend in den Bässen oder schrill in den Höhen werden, im schlechtesten Fall sogar beides auf einmal. Die verschiedenen Voicing Modes sind gut wahrnehmbar. Zimmerlautstärke mit der Einstellung „Contour“ beschert die zu erwartende Anhebung von Bässen und Höhen, die sich in erster Linie bei der Basswiedergabe bemerkbar macht. Das Klangeschehen ist füllig. Im Gegensatz dazu werden die Bässe bei der Einstellung „Monitor“ ordentlich unterdrückt. Für diesen Einsatzbereich absolut passend. Die Stellung „Normal“ lässt die Frequenzkurve unbeeinflusst. Die „Voicing Modes“ sind eine gute Basis und liefern passend zur Anwendung der HD1221 die passende Grundeinstellung im Klangcharakter.
Fazit
Die HD1221 ist eine kompakte Allround Aktivbox mit exzellentem Klang und sehr guter Verarbeitung. Sie ist nicht direkt ein Leichtgewicht, aber dennoch recht leicht. Das liegt einerseits am stabilen Gehäuse aus 15 mm Birkensperrholz, das gegenüber Kunststoffgehäusen nun mal schwerer ist, andererseits machen die verbauten Edel-Komponenten modernster Technologien wieder einiges an Gewicht gut. Hier zu nennen, der 12-Zoll Neodym Woofer oder die hocheffizienten Class-D Endstufen.
Stichwort Flexibilität. Mit drei vorwählbaren Klangkurven lässt sich die Box an unterschiedliche Aufgaben anpassen. Das Multifunktionsgehäuse trägt ebenfalls seinen Teil zum flexiblen Einsatz, beispielsweise als Floormonitor bei. Klanglich bietet die HD1221 High-Definition Sound mit satten Lautstärkereserven. Bei einem Straßenpreis von 999,- Euro (Stand: März 2011) ist die Box zwar nicht billig, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt aus meiner Sicht. Wer das Besondere liebt und dabei Wert auf Top-Soundqualität legt, ist mit der HD1221 von Mackie gut beraten. Daher erhält sie mit Recht von mir die Bewertung "Hervorragend".
Plus
- Klangqualität
- Verarbeitung
- Leistung
- Komponenten
- Voicing Modes
- Holzgehäuse
- Schutzschaltungen
- Flexibilität
- drei Griffe
Minus
- -
