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Test: Behringer DDM4000

Autor: Boris Pipiorke
10.04.2008


Erster digitaler DJ-Mixer von Behringer, der DDM4000.

Mit dem DDM4000 betrat Behringer Neuland und präsentierte bereits im letzten Jahr auf der Frankfurter Musikmesse das Konzept seines ersten digitalen DJ-Mixers. Ob auch dieser mit den Behringer typischen Eigenschaften – viele Funktionen für kleines Geld – ausgestattet wurde, lesen Sie in dem vorliegenden Testbericht.


Konzeption
Der DDM4000 ist ein vierkanaliger DJ-Mixer, der analoge Signalquellen wie Plattenspieler oder CD-Player wiedergeben kann und außerdem mit MIDI-Controller-Funktionen bestückt ist. Letzteres versetzt ihn in die Lage, Software-Programme wie Ableton Live oder Traktor fernsteuern zu können. Auf der kreativen Seite hat das Gerät ebenfalls zahlreiche Ausstattungsmerkmale zu bieten, wie beispielsweise zwei unabhängig nutzbare Effektprozessoren und einen Sampler.


Eingänge
Bevor man mit der Arbeit eines Mixers beginnen kann, bedarf es der Zuführung von Signalquellen und dem Anschluss an eine Verstärkeranlage. Nimmt man sich die Rückseite des DDM4000 vor die Brust, so offenbaren sich für alle vier Kanäle Line- und Phono-Kanäle, wobei letztere ebenfalls via Taster zu Line-Eingängen umgeschaltet werden können. Hier kann der Behringer-Mixer also schon einmal punkten, da manche Geräte dieser Gattung diesbezüglich Limitierungen aufweisen. Diese äußern sich dergestalt, dass nicht in jedem Kanal jede Signalart zugeführt werden kann. Auch im Bereich der Mikrofonanschlüsse gibt es die Option, bis zu zwei Sprecher oder Sänger gleichzeitig zu Gehör zu bringen. Über eine eigene Sektion auf der Oberseite des Mixers können gezielte Modifikationen des Mikrofonsignals erfolgen. So steht beispielsweise ein dreibandiger Equalizer für die Klangregelung zur Verfügung. Über ein spezielles Setup-Menü können weitere Einstellungen für diesen Bereich wie die Anpassung des Equalizers, die Panoramaverteilung der beiden Mikrofonsignale oder auch die Aktivierung eines Kompressors vorgenommen werden. Zusätzlich findet man hier auch sieben verschiedene Effekte (wie z.B. Flanger, Phaser, Delay etc.), die der alleinigen Bearbeitung der Mikrofonsignale dienen. Aktiviert werden diese Effekte über einen dedizierten Taster, ebenso wie die vor allem bei Alleinunterhaltern beliebte Talkover-Funktion, die ein temporäres Absenken des Musikpegels bewirkt.

Ausgänge & MIDI
Ausgangsseitig finden sich zwei separat steuerbare Wege. Ausgang A bietet hierbei eine unsymmetrische und eine symmetrische Variante. Letztere wurde als XLR-Ausführung verbaut und verfügt über drei Anschlüsse. Somit gibt es neben einer Links-/Rechts-Trennung auch einen eigenen Subwoofer-Ausgang inklusive einer eingebauten Frequenzweiche, die eine Aufteilung der Frequenzen auf die Anschlüsse vornimmt. Ausgang B, der zum Anschluss eines Monitoring-Systems gedacht ist, führt sein Signal über unsymmetrische Cinch-Buchsen nach außen. Für digitale oder analoge Mitschnitte stehen noch zusätzliche Ausgänge parat. Eine weitere Besonderheit hat das Behringer-Gerät im Master-Bereich zu bieten. Auf Knopfdruck kann hier ein Dynamik-Effekt aktiviert werden, der über das Setup-Menü des Mixers konfigurierbar ist und neben einer „normalen“ Kompression auch bewusst zum „Pumpen“ des Ausgangssignals eingesetzt werden kann. Die Kopfhörer-Sektion ist ebenfalls großzügig ausgestattet und bietet neben verschiedenen Vorhöroptionen auch eine Anhebungsmöglichkeit für die Mitten- und/oder Bassfrequenzen. Nicht ganz in das ansonsten gut durchdachte Layout des Mixers passt allerdings die Position der Kopfhörerbuchse. Je nach Aktionsradius des Nutzers kann es so schon einmal vorkommen, dass das Kopfhörerkabel quer über den Mixer hängt und somit die Bedienung des Geräts behindert wird. Die MIDI-Abteilung des Mixers, über die das Senden und Empfangen von MIDI-Controller-Daten erfolgt, besteht aus einem MIDI-Trio (IN/OUT/THRU).


Der DDM4000 zeigt sich recht anschlussfreudig


Kanal- und Crossfaderausstattung
Die vier Kanäle des Mixers sind mit einem Dreiband-Equalizer ausgestattet, der in allen Bändern als Kill-Equalizer arbeitet und eine Anhebung von 12 dB erlaubt. Neben den EQ-Potis untergebrachte Taster dienen als Kill-Switches oder dem Abrufen von selbst gewählten Equalizer-Einstellungen. Die Vorverstärkung ist in jedem Kanal separat justierbar und eine optische Kontrolle des Eingangspegels ermöglicht eine zweifarbige LED-Kette. Über einen Fader, dessen Faderkurve drei unterschiedliche Verläufe haben kann, erfolgt die Lautstärkenkontrolle. Jeder Kanal kann dem Crossfader mittels Knopfdruck zugewiesen werden und eine LED gibt Auskunft über den aktuellen Zuweisungszustand. Für den Crossfader kann die Faderkurve stufenlos angepasst werden, und die Ausstattung mit einer eigenen Equalizersektion erweitert seinen Aktionsradius.

Kreativabteilung
In der Mitte des DDM4000 befindet sich ein Display, das den Nutzer mit vielen nützlichen Informationen versorgt, die er während seines Gigs benötigt. So werden beispielsweise die gerade geladenen Effekte und die von den Beatcountern ermittelten Geschwindigkeiten angezeigt. Wie eingangs erwähnt, stehen zwei unabhängig voneinander nutzbare Effektprozessoren zur Verfügung, die beide mit neun Effekten bestückt sind. Ihre Verschaltung kann auf unterschiedlichen Kanälen erfolgen oder hintereinander im gleichen Kanal. Alle Effekte sind editierbar und können zum Songtempo synchronisiert werden. In ihrer Auswahl befinden sich unter anderem Flanger, Echo, Hall und Filter. Für jeden Effekt besteht außerdem die Möglichkeit, seine Wirkungsweise auf bestimmte Frequenzen zu beschränken, somit ist ein sehr gezielter Einsatz der Effekte möglich. Ein weiteres Tool, das Behringer dem Mixer mit auf den Weg gegeben hat, ist ein Sampler mit zwei Speicherplätzen. Samples mit einer Länge von bis zu 32 Sekunden können hierüber im nicht permanenten Speicher des Geräts abgelegt werden. Die aufgenommenen Signale können dabei aus einem der vier Kanäle oder auch dem Mikrofonkanal stammen. Die Wiedergabe der Samples erfolgt als Loop oder One-Shot und das sowohl vorwärts als auch rückwärts. Optional kann das Triggern des Samples auch über den Crossfader gesteuert werden. Eine eigene Effekteinheit im Samplerbereich ermöglicht die Simulation eines Plattenspielerstoppens.


Das Display sorgt für einen Überblick beim Arbeiten

Praxis
Der DDM4000 bietet eine sehr große Funktionsausstattung und viele Parameter können zusätzlich noch an die Vorlieben der User angepasst werden. Über eine Speicherfunktion ist es möglich, die im Setup-Menü des Mixers konfigurierbaren Einstellungen festzuhalten. Wer sich mit den Details des Mixers auseinandersetzen möchte, kommt an dem gut geschriebenen Handbuch nicht vorbei und sollte auch eine gewisse Einarbeitungszeit in die Bedienbesonderheiten des Geräts investieren. Gerade wenn Sie auch die MIDI-Controller-Eigenschaften des Mixers nutzen wollen, ist es unabdingbar, die vielfältigen Arbeitsmodi genau zu studieren und die Auswahl so zu treffen, wie sie für den individuellen Anwendungsfall am besten ist. Die Zusammenarbeit mit Software Programmen wie Traktor oder Ableton Live klappte im Praxistest ohne Beanstandungen, was auch an der Tatsache liegt, dass sich beide Applikationen über MIDI-Learn recht einfach konfigurieren lassen. Die Haptik des Mixers sowie seine Klangqualität sind ordentlich und gehen auch hinsichtlich dessen, was der Hersteller für den Mixer an monetärer Gegenleistung erwartet, vollkommen in Ordnung.

Fazit
Mit dem DDM4000 hat Behringer einen gut gelungenen und sehr großzügig konfigurierbaren digitalen DJ-Mixer aus dem Hut gezaubert. Viele Detaillösungen sind nahezu einzigartig und auch nicht bei Mixern zu finden, die deutlich teurer sind. Somit wird die Suche nach echten Alternativen durchaus schwierig. Die große Menge an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten hat natürlich zur Folge, dass man sich eingehend mit dem Gerät auseinandersetzen muss, bis man es komplett ausreizen kann. Der DDM4000 empfiehlt sich für Anwender, die einen Mixer mit vielen Funktionen suchen, der zudem auch als MIDI-Controller nutzbar ist.

PLUS
- viele kreative Funktionen
- frei kombinierbare Effekte
- MIDI-Controllerfunktionen zur Softwaresteuerung
- günstiger Anschaffungspreis

MINUS
- Platzierung der Kopfhörerbuchse


PREISE
Herstellerpreis: 475 Euro
Straßenpreis: 329 Euro

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