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Test: Yamaha HS80M

Autor: Thorsten Walter
08.05.2007



Angelehnt an Yamahas weit verbreiteter NS10M, der in nahezu jedem Studio der Welt steht aber leider nicht mehr hergestellt wird, ist die HS-Serie ebenfalls mit weißen Tieftonlautsprechern ausgestattet. Abgesehen davon hat die HS80M technisch rein gar nichts mit der NS10M gemein.

Features

Die HS80M wird stets als „Stück" verkauft und nicht etwa als Paar, um auch flexibel genug für ein Surroundsystem einkaufen zu können. Beachten Sie dies also bei unserer Preisangabe unten und bei unseren Top-Shops.

Nach dem Auspacken hält man für eine Monitorbox mit einem 8"-Chassis relativ geringe 11,2 Kilo in der Hand, während die Verarbeitung tadellos ist. Mit schwarzem Vinyl überzogen und mit einem Käfig um die Hochtonkalotte macht die HS80M einen langlebigen Eindruck. Sie ist als aktives Zwei-Wege-System aufgebaut und beherbergt eine 75 Watt Endstufe für den 8" Tieftöner und 45 Watt für den 1" Seiden-Hochtöner. Die Übergangsfrequenz liegt bei 2 kHz und der Frequenzgang ist mit 42 Hz-20kHz angegeben.


Rückseitig findet man einen XLR und einen symmetrischen Klinkeneingang sowie ein Input-Trim Poti, mit dem die HS80M an den Ausgangspegel des Zuspielers angepasst werden kann. Die Mittenfrequenzen um 2 kHz (Übergangsfrequenz) sowie die Höhen oberhalb von 2 kHz können um + / - 2 dB den Hörgewohnheiten angepasst werden. Ein LowCut Schalter kann den Bassbereich auf 80 Hz oder 100 Hz beschneiden, um besser mit einem Subwoofer zusammenzuarbeiten. Zusätzlich können die tiefen Frequenzen abgesenkt werden, falls die HS80M zu nah an einer Wand steht. Auf der Rückseite mündet übrigens auch das Bassreflexrohr.

Praxis

Wenn man ADAM Abhören gewohnt ist, so muss man sich erst wieder in die Eigenheiten einer Seidenkalotte einhören. Bei mir hat das ca. eine dreiviertel Stunde mit unterschiedlichem Material gedauert.

Die HS80M klingen sehr offen und so habe ich die Klangbeurteilungen mit -2 dB Höhen vorgenommen. Lässt man den Hochtöner in der Neutral-Stellung, so werden einige Mittenfrequenzen von den Höhen überdeckt. Mit der Höhenabsenkung kann man diese Bereiche viel besser beurteilen. Im Bassbereich klingt die HS80M dank des großzügigen 8-Zöllers sehr druckvoll und straff, wobei keine Überbetonung des Bassbereiches auszumachen ist. Die Mittenfrequenzen geben das Klangmaterial extrem „ehrlich" wieder, was für Studiomonitore ein gutes Merkmal ist. So lassen sich ungewollte Verzerrungen sofort erkennen und wenn sich Instrumente gegenseitig frequenzmäßig stören, so nimmt dies die HS80M richtig übel und klingt dementsprechend verwaschen. Genau so sollte ein Studiomonitor klingen! Spielt man hingegen gut abgemischte Stücke an, so klingen diese zwar nie zu schön, aber dennoch sehr gut. Besonders fällt dies bei Stimmen auf.

Die Transienten werden zwar durch die Seidenkalotte nicht 100%ig genau wiedergegeben, aber immer noch genau genug, um sich ein gutes Bild von ihnen zu machen. Der positive Seiteneffekt ist, dass das Gehör nicht so schnell ermüdet. Betrachtet man die Samson Rubicon R6a gegen die HS80M, so ist die Yamaha weitaus ehrlicher, während die Rubicon etwas „angenehmer" klingt und nicht so viel Bass erzeugen kann. Beim Gegenhören mit der NS10M findet man schon mehr Gemeinsamkeiten, was den grundlegenden Charakter angeht. Klanglich ist die HS80M meiner Meinung nach aber ein großer Fortschritt gegenüber der NS10M.

Die Directivity ist ebenfalls sehr gut gelungen, so dass das Klangbild bei einer Kopfbewegung kaum zusammenbricht. Hier haben die Entwicklungs-Ingenieure überzeugende Arbeit geleistet.


Fazit

Mit der HS80M hat Yamaha einen Volltreffer im Bereich Preis/Leistung getroffen. Hier können auch andere Fernostanbieter leider nicht mehr mithalten. Behält man den relativ günstigen Preis im Auge, so schießt die HS80M aus dem Stand schon mal 50% des Marktes bis 500 Euro pro Paar aus dem Rennen. Man darf aber nicht vergessen, dass Monitore der Preisklasse von 1000 Euro pro Paar immer noch die Nase vorn in Punkto Ausgewogenheit und Detailreichtum haben. Derzeit ist die HS80M in der Preisklasse bis 500 Euro eine klare Kaufempfehlung wert. Obwohl die HS80M rein technisch nichts mit der NS10M gemeinsam hat und auch komplett anders klingt, so sind die Attribute, mit denen man sie beschreibt, unterm Strich doch sehr ähnlich und man kann von einem würdigen Nachfolger sprechen.

PLUS

++++ Preis/Leistung

++++ guter ehrlicher Klang

MINUS

- Netzschalter auf der Rückseite

Preise pro Stück

UVP: 299 Euro

Straßenpreis: 250 Euro

Hersteller / Vertrieb

www.yamaha.de

 

 

 

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