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Nach ein paar Videos zum Pedal habe ich mich entschlossen ihm eine Chance zu geben. Eines vorweg, es ist kein richtiges Verzerrer-Pedal. Als Verzerrer vor einer Verstärkervorstufe ist dieses Pedal nicht zu gebrauchen(mit anderen Worten, das hört sich m.E. nicht so gut an), ich meine auch gelesen zu haben, dass sie explizit als analoge Amp-Emulatoren vorgesehen sind(wie die Konkurrenten aus NY). Dementsprechend sind sie auch nur als Direct-Box ins Mischpult oder in die Endstufe des Verstärkers anzuschließen. Ich benutze meinen M-1 am meisten vor dem Interface, vor einer handelsübliche Monitoring-Box im Wohnzimmerstudio oder ich stöpsel ihn in die Endstufe des Verstärkers und bisher hat er in jedem dieser Bereiche eine gute Figur gemacht. Klangverhalten: Wie die alten einkanaligen Amps mit dem großen M, die er emulieren soll, zerrt er ziemlich früh, richtig clean ist er nur bei Gain auf etwa 8 Uhr, also sehr wenig. Laustärke-Reserven sind bei ihm dafür vollkommen ausreichend. Die Klangregelung funktioniert, es kommt mir aber nicht so vor, als könnte sie extrem viel mehr aus dem Sound rausholen, als drin ist, die Bass-Reserven sind von meinem Hörempfinden her jedenfalls nicht sehr groß. Der Klang selbst kommt mir nicht sehr dynamisch vor, d.h. wenn man mit der Strat einen richtig aggressiven Attack haben will, richtig Twang eben, dann ist das evtl. nicht der richtige Amp-Emulator, die Spitzen der Amplitude werden durch das Zerrverhalten einfach oben abgeschnitten. Die "Farbe" des Klanges liegt eh im Auge des Betrachters(Hörers), deswegen kann ich nicht mehr allzuviel dazu schreiben. Meine Meinung ist, dass der Klang angenehm ausgewogen ist, ich mag den dreckigen angezerrten Sound der alten JCMs und es lässt sich gut mit anderen Pedalen kombinieren. Allgemein: Das Pedal ist sehr praktisch für Home-Recording und zum üben. Im Live-Einsatz konnte es sich über das Mischpult nicht so richtig durchsetzen, zumal der Gesang noch höbar sein musste, deswegen würde ich es nicht als Amp-Ersatz empfehlen. Wer allerdings keine Lust mehr auf den Sound seines Transistor-Kombos hat, kann versuchen das Pedal über FX-Loop direkt in die Endstufe zu stecken, das hat, muss ich sagen, sehr gut funktioniert, auch wenn man natürlich die Klangregelung anpassen muss. Es ist klar, dass dieser Zwerg aus Sibirien nicht den "großen" Sound eines 100W-Marken-Topteils o.ä. ersetzen kann, aber für den praktisch denkenden Gitarristen mit kleinem Budget ist es durchaus probierenswert, insbes. in Verbindung mit anderen Pedalen davor, wie z.B. Overdrive für den angesagten Djent-Sound, ebenso besteht die Möglichkeit Delay o.ä. nach dem Pedal in der Signalkette anzubringen, so dass das Delay 100% clean ist...und und und, muss man halt probieren ;) Im Vergleich zu Software-Emulation gibt es hier zumindest garantiert keine Latenz und das war auch ein Grund für die Anschaffung. P.S.: Bisher war es zu 100% verlässlich, keine Ausfälle, Störungen, Materialfehler o.ä..
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